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Einen Steinwurf entfernt...

Lebensader des dürren Landes.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Sa, 04. Aug 2012 9:32

Suada wusste eigentlich selbst nicht so genau, wie sie darüber dachte. Sie hatte nichts gegen die beiden, ganz und gar nicht, ebenso wenig hoffte sie aber auf eine Annahme ihrer Einladung. Wenn die beiden mitkamen, war es in Ordnung, wenn sich ihre Wege in Demera trennen würden ebenfalls, letztendlich war es ihr gleich. Beim Schulterzucken des Jungen seufzte sie, dann hörte sie Liannes Worte und sah mit einem verständnislosen Blick zu Duiliath, dann wieder zu Lianne. "Er will nur lernen, was es heißt, wenn man ihn fort schickt? Nicht mehr? Dann frage ich mich warum er überhaupt in ein Gebiet reist, in dem Menschen leben, wenn er nicht einmal versucht, deren Sprache zu lernen", sprach sie zunächst die Wüstenelfe an, dann wendete sie sich an den Jungen, und das mit einem leicht ärgerlichen Tonfall in ihrer Stimme. "Ich weiß, dass du mich nicht verstehst, und dafür kannst du nichts, aber du willst es ja gar nicht einmal!" Und sie versuchte bewusst erst gar nicht ihre Worte mit einer Geste zu untermalen, sondern verschränkte die Arme vor der Brust. Dann atmete sie einmal tief durch und rang sich ein leichtes Lächeln ab. "Ich werde dich nicht fortschicken", sagte sie, nun schon wieder deutlich freundlicher. Dabei deutete sie erst auf sich, dann auf ihn, machte dann mit den Fingern einer Hand eine Bewegung, als würden diese von ihr fort gehen und schüttelte dabei entschieden den Kopf. "Du kannst erst einmal bei mir unter kommen, in meinem Haus", erklärte sie dann, deutete auf ihn, hakte sich für einen Moment bei ihm unter, deutete dann wieder auf sich und malte mit den Fingern eine sehr vereinfachte Form eines Hauses in die Luft.

"Warum um alles in der Welt ist er so stur, dass er unsere Sprache nicht lernen will?", fragte sie dann Lianne. "Will er sich denn gar nicht verständigen können? Und wie kommt er auf die Idee, dass ich ihn fortschicken könnte? Habe ich ihm irgend etwas getan?" Sie verstand es nicht, absolut nicht, daher hoffte sie, dass Lianne ihr vielleicht eine Erklärung bieten könnte, denn scheinbar schien sie seine Sprache zu verstehen. Er wollte die ihre nicht lernen? Nun, dann musste es eben umgekehrt funktionieren, dann würde sie sich eben die seine aneignen, so einfach war das. Jetzt musste sie das Duiliath nur irgendwie begreiflich machen. Als Lianne auf das Feuer deutete und ihm das Wort dafür nannte, obwohl er das gar nicht zu wollen schien, deutete sie auf sich und sagte ebenfalls "Feuer", dann deutete sie ihn, dann abermals auf die Flammen und sah ihn dann fragend und mit einem ahnungslosen Schulterzucken an, hoffend er würde verstehen dass sie wollte, dass er ihr das Wort dafür in seiner Sprache nannte. Auch wenn er sich offensichtlich damit zufrieden gab, dass sie sich nicht so recht verständigen konnten, sie würde das nicht tun. Außerdem konnte es nicht schaden, auch ein paar Wörter in einer elfischen Sprache zu beherrschen, falls sie wirklich einmal die Grenzen ihrer Heimat hinter sich lassen wollte.

Dann wandte sie sich wieder an Lianne. "Deine Suche? Wonach suchst du denn? Aber du musst es nicht sagen, wenn du nicht willst." Sie war gar nicht mehr sicher, ob sie ihre Begleiterin schon gefragt hatte, was sie eigentlich in Demera wollte, aber es spielte auch keine Rolle. Aber vielleicht könnte sie ja irgendwie behilflich bei der Suche sein. Als Lianne dem Jungen zusagten, dass sie ihn beschützen wollten, seufzte sie. "Ich glaube nicht, dass ich jemanden beschützen kann... Ich kann höchstens sagen, dass ihr meine Gäste seid. Gastfreundschaft ist wichtig bei uns, müsst ihr wissen." Auch wenn diese bei den meisten in erster Linie ihresgleichen galt, zumindest wenn es um herzliche Gastfreundschaft ging, doch die liberale Politik Dilshads Fremden gegenüber hatte sich durchaus auf das Verhalten der Allgemeinheit ausgewirkt, und so würden sie es vielleicht doch nicht allzu schwer in der Hauptstadt haben, auch wenn Duiliath natürlich auffiel und viele ihm - wenn auch nicht offen - misstrauen dürften.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 04. Aug 2012 13:47

Duiliath hörte an den Worten der beiden Frauen, das sie seine Entscheidung nicht guthießen, nicht teilten nicht verstanden. Auch wenn er ihrer Äußerungen Inhalt nicht erfasste, sonnst hätte er Suada beispielsweise zu erklären vermocht das alleinig der Drachenerbe in ihm ihn dazu zwang die Gesellschaft Anderer aufzusuchen und ohne diesen vermutlich erst in ein paar Jahrzehnten ein sehr viel mehr gefestigter Erddämon der Welt - wenn überhaupt - wohl erst entgegengetreten wäre. Doch auch wenn er Suadas Worte, ihrem Sinngehalt nach nicht erfasste, so war sie ebenso wie Lianne der festen Überzeugung es besser zu wissen denn er. Immerhin tat sie einen Schritt, der einem Händel bisher bisher am nächsten noch kam. Sie sprach bot an die seine Sprache zu lernen wie er die ihre. Gewiss würde man ihn nicht lange genug in Frieden lassen das er sie das Elfische oder sie ihm das Menschische lehrte, aber sie beide, weder Lianne noch Suada schienen in der Hinsicht nachgeben zu wollen. Mit einem Seufzen deutete er auf die Flammen, wiederholte das Wort das Lianne ihm vorher schon beigebracht hatte um dann im Wüstenelfischen das Wort Feuer auszusprechen. Anschließend verbeugte er sich, zeichnete seinerseits ein Häuserdach mit Händen nach und lächelte traurig. „Sag ihr dann aber bitte was es bedeutet ein Dämon zu sein und das, nachdem die Wüstenelfen mich so lange aufzogen, selbst sie mich verbannten bis“ An dieser Stelle errötete Duiliath merklich, was den Untergrund direkt unter ihm leicht beben ließ. „bis ich zum Mann geworden bin und mich wieder halbwegs zu beherrschen gelernt habe.“ Diese Worte galten Suada weniger, denn Lianne. Und ob der unbeabsichtigten Regung seine Magie selbst leicht erschrocken, wandte sich Duiliath mit einem „Ich kümmere mich dann mal um den Rückweg.“ von den beiden ab.

Duiliath öffnete den Mantel um in seiner zweiten Gestalt besser den Weg hinunter gleiten zu können den der Wagen, um hier her zu gelangen, genommen hatte und nochmals wohl würde befahren müssen - sollte er denn zur Straße zurück gelangen. Über Nacht war der Boden wieder aufgeweicht und Schlamm, dünnflüssiger noch als vor Duiliaths gestriger Manipulation verwehrte bis jetzt noch die Passage. Den Anderen mochte es scheinen, als wenn der Halbdämon leise murmelnd seine chtonische Magie wirkte, doch wären sie näher bei ihm gestanden: „Feuer?“ „Feuer!“ „Boden?“ „Boden“ „Elf?“ „Elf!“ „Fluss?“ „Pferd! Nein warte...“ Währenddessen glitt der Halbdämon über sich aufwölbenden trockenen Untergrund. Links und rechts von ihm bildeten sich feine Rillen durch die letzte Feuchtigkeit abfloss. Wo es in die Senke ging wölbten sich am Rand kleine Wälle auf hinter denen erst das Wasser aus dem Erdreich quoll und schließlich dann... langte er bei der Straße an. Erstaunt blickte er den Weg zurück. „Perfekt!?“ „Ich, ich ... weiß!?“ Beiden Stimmen war das Erstaunen deutlich anzumerken. Duiliath konnte sich nicht erinnern wann zuletzt die Magie ihm dermaßen willig gefolgt war, oder ob überhaupt je. Auf dem Weg zurück erkannte er das beinahe perfekte Fischgrätenmuster der Ablaufrinnen, die keilförmig den Weg zierten. Das Angebot Suadas in ihr Haus, oder die Bereitschaft der Dämonin ihn etwas lehren zu wollen statt ihn einfach nur fortzujagen, sie beide hatten ihm ein Gefühl des Angenommenseins vermittelt, das er so, seit seiner Verbannung nicht mehr verspürt zu haben meinte.


Nachdenklich und mit Tränen in den Augen, schritt er dem Feuer entgegen und ließ sich davor nieder, die letzte Kälte der Nacht zu vertreiben. Der Tee der noch noch dort war, er würde den Drachenerben auch von innen nun wärmen. Und während Duiliath, noch immer weinend, in die Flammen stierte, bildeten sich Schattenfragmente auf seinem Hinterkopf, formten sich deutlich zu einem beinahe drachenartig anmutendem kleinen Antlitz mit dunkelgrün irisierenden Augen. „Der Weg, er ist“ wisperte es als klänge das Rascheln der Blätter der nahen jungen Bäume bis hier herüber, „einfach ...vollkommen!“
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 07. Aug 2012 21:55

Lianne hörte Suada aufmerksam zu auch wenn sie nicht zu ihr sah. Ihr Blick war auf den Jungen gerichtet. Immerhin war er unberechenbar. Erst als der Junge ging, wandte sie sich wieder Suada zu. „Du hast ihm mit Sicherheit nichts getan, aber viele andere haben ihm bereits Leid zugefügt. Vielleicht hat er aus diesem Grund Angst vor neuen Kontakten...da er befürchtet, dass sie alle gleich enden.“ Lianne lächelte Suada freundlich zu.

Dann aber wurde das Gesicht der Elfe ernster. „Er hat mich um etwas gebeten und ich möchte seiner Bitte nachkommen. Denn auch du musst wissen worauf du dich einlässt.“ Die Elfe dachte darüber nach wie sie es Suada erklären konnte ohne ihr Angst zu machen. Sie konnte es ihr nicht einmal zeigen, da dazu Wut gehörte und sie die Kontrolle verlor. Vermutlich wäre die Menschenfrau nicht in Gefahr, aber dennoch sollte sie es nicht ausprobieren. „Ich habe dir gestern nicht die ganze Wahrheit gesagt. Wahrscheinlich aus Angst, dass die Wahrheit dich verscheucht.“ Lianne strich eine Haarsträhne beiseite. Im Grunde hatte das Wenige, das sie Suada gesagt hatte, die Frau bereits verscheucht. Denn immerhin hatte sie nicht hier geschlafen, sondern versteckt vor ihnen. Wie konnte sie ihr da jetzt sagen, dass sie nicht nur magische Wesen waren sondern vor allem Dämonen. Welche schlechten Gefühle man wohl alleine mit dem Wort verband? Aber Suada hatte sie in ihr Haus eingeladen. Alleine dafür hatte sie die Wahrheit verdient.

„Duiliath und ich sind einander ähnlicher als man meint. Zwar mag unser Aussehen grundverschieden sein und wir sprechen auch nicht die selbe Sprache, aber in uns lauert etwas vor dem andere Angst haben. Obgleich man es eigentlich nicht fürchten muss. Viele Menschen fürchten aber das Unbekannte.“ Die Elfe machte eine kurze Pause und überdachte ihre eigenen Worte nochmals. Ob sie Suada damit noch mehr verschreckte? Sie hoffte, dass nicht. Wie gerne hätte sie jemanden in Demera, den sie kannte und der ihr vielleicht sogar helfen würde? Durfte sie es sich leisten derart egoistisch zu sein? „Wir sind wie Licht und Dunkelheit. Auch wenn wir dir freundlich und nett erscheinen, so lauert in uns etwas Dunkleres.“ Lianne legte ihren Kopf auf die Seite. Sah sie harmlos genug aus für die nächsten Worte? Zumindest konnte die Menschenfrau nicht einfach fortlaufen mit dem verletzten Knöchel. Ein Trost in der Ungewissheit. „Wir sind Dämonen“, sagte Lianne sanft und hoffte, dass die Frau es gut verkraftete. Sollte sie etwas sagen um es zu verharmlosen? Konnte man das Wort 'Dämon' denn verharmlosen? Womit assoziierte Suada wohl einen Dämon?

Suada hatte nach ihrer Suche gefragt. Vielleicht war das jetzt eine Möglichkeit etwas von dem anderen Thema abzulenken? „Ich suche nach mir“, begann Lianne sanft lächelnd. „Da ich mein Gedächtnis verloren habe, suche ich nun danach. So seltsam es auch klingt. Nach einem Zwischenfall bei den Nomaden musste ich sie verlassen. Eigentlich hätte ich zu den Wüstenelfen gehen sollen, aber...etwas in mir wollte nicht. Deshalb habe ich den Weg nach Demera eingeschlagen.“ Sie hatte den Zwischenfall erwähnt. Ob Suada nun annahm, dass sie Nomaden getötet hatte? Lianne biss auf ihre Unterlippe. Sie konnte Suada doch nicht alles erzählen, aber vielleicht sollte sie genau das tun? Immerhin ging es darum ihr Vertrauen zu gewinnen. „Keine Angst. Ich habe keinen Nomaden angegriffen. Einige Banditen haben den Stamm angegriffen und so brach der Dämon hervor. Ich habe sie verteidigt. Der Kampf war mühselig, aber am Ende hatten wir gewonnen. Der Stamm war in Sicherheit.“ Lianne sah leicht lächelnd zu den Pferden. „Man gab mir Proviant, Ausrüstung sowie ein Pferd und schickte mich fort. Sie wollten keinen Dämon unter sich haben obgleich ich ihnen nie etwas antat. Aber sie hatten Angst vor mir. Immerhin war ich eine Fremde.“ Obgleich sie bereits eine Weile dort gelebt hatte und alle sie gekannt hatten. Die Nomaden hatten sie akzeptiert. Aber auch gemocht! Dennoch hatte man sie fortgeschickt nach diesem häßlichen Zwischenfall. Vielleicht wäre es wirklich besser gewesen nicht zu helfen.

Ob die Menschenfrau ihre Einladung nun wieder zurücknahm? Lianne ging langsam auf die Pferde zu. Sie würde die Pferde einspannen müssen, da Suada dazu wohl nicht in der Lage war. Auch wenn Suada sich nun dazu entschied zu gehen, so würde Lianne ihr dabei helfen. Angst war eine große Kraft und trieb viele Menschen an.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » So, 12. Aug 2012 15:06

Suada hörte Lianne aufmerksam zu. Sie waren bitte was... Dämonen? Ein düsteres Wort, dass sie nur aus Geschichten kannte. Das war es also, was sich manchmal an dem Jungen zeigte. Bei Lianne war es weniger offensichtlich, bei ihr schien die andere Seite zumindest äußerlich nicht aufzublitzen. Kurz lachte sie bitter auf. Fantastisch, sie hatte zwei Dämonen zu sich nach Hause eingeladen. Dann griff sie nach ihrer Salzuhr und atmete durch.
"Verstehe... nein nicht wirklich, aber ich versuche es. Heißt das... könnt ihr.... könnt ihr mir gefährlich werden? Und.... wie muss ich mich verhalten, damit es nicht passiert?" Unsicher klang ihre Stimme, und für den Moment auch distanziert, quasi aus Selbstschutz, und an ihren Gesichtszügen war deutlich abzulesen, dass sie es nicht so recht verstand und dass es ihr Angst machte, was Lianne ihr da erzählte. Vielleicht sollte sie die Einladung doch zurück ziehen? Aber machte sie die beiden nicht dann vielleicht gerade dadurch wütend? Und sollte sie sich wirklich von ihrer Angst leiten lassen? Die Finger griffen das Schmuckstück noch ein wenig fester. Die Götter würden sie beschützen, und wenn nicht erwartete sie sicher ein gutes Leben, sie würde zu jenen gehören, die an der Tafel saßen und feierten, nicht zu jenen die die anderen zu bedienen hatten, da war sie sich ziemlich sicher.

Außerdem waren die beiden anders, ohne etwas dafür zu können - ebenso wenig wie sie selbst etwas dafür konnte, dass sie selbst immer nur das Findelkind war. Gut, sie hatte damit wenigstens niemanden schaden können, war deshalb keine Bedrohung für andere... Dennoch, konnte da gerade sie ihre beiden Begleiter zurückweisen, nur weil sie anders waren? Weil ihr diese Andersartigkeit Angst machte?
"Mein Angebot steht, ihr seid in meinem Heim willkommen", sagte sie dann nach einer Weile leise und sah Lianne nachdenklich an. "Du suchst also nach dir selbst? Das... kann ich gut verstehen... Und ich kenne das Gefühl, nicht dazu zu gehören." In gewisser Hinsicht waren sie einander also gar nicht so unähnlich. Vielleicht ähnelte sie selbst Duiliath in manchen Belangen, auch er war sicher ein Außenseiter, noch dazu auf den ersten Blick als ein solcher zu erkennen, während es bei ihr nur der soziale Status war, der sie zu einer solchen machte. Um den Rückweg hatte er sich kümmern wollen, wie auch immer er es meinte, nun wartete sie darauf, dass er zurück kehrte. Vielleicht musste sie sich nur an die beiden gewöhnen, dann würde sie vielleicht auch aufhören, die ganze Zeit an das Dämonische in ihnen zu denken und sich davor zu fürchten.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Do, 16. Aug 2012 14:48

Duiliath betrachtete voller Stolz sein Werk. beinahe vorsichtig, die feinen Ablaufrinnen nicht zu zerstören, trat er an den Rand der Passage, kniete sich über der Ablaufrinne nieder und trank genüsslich das klare vom Schlamm durch seine Magie geschiedene wie nun abfließende Wasser. Den Durst gestillt, erhob er sich wieder und schlenderte, eine ihm seltsam vertraute Melodie pfeifend, wieder zu den Anderen. Hatte seine Mutter diese Melodie etwa. Er setzte sich auf einen nahen Felsen beim Feuer hin und summte weiter diese ihm so vertraute Melodie. Sollte währenddessen eine der Frauen das Wort an ihn richten, würde er harsch abwinken und weiter die Melodie summen, bis er sicher sein konnte sie nicht wieder zu vergessen. Dann erst würde er aufblicken, vermutlich waren die Beiden bis dahin noch immer nicht fertig mit dem Abbau des Lagers und all ihren Vorbereitungen zum Aufbruch. „Der Weg ist fertig.“ meinte Duiliath freudestrahlend. „Und wie er das ist.“ schien derweil eine Stimme zu flüstern, doch das schattenhafte Antlitz auf seinem Hinterkopf blickte derweil von den Frauen fort. Und noch etwas fiel dem jungen Halbdämon auf: So lange wie er bisher bei diesen Beiden war, hätte er für gewöhnlich längst die Beherrschung verloren, oder in sonstiger Weise „die Nase voll“ von ihnen. Von dieser ständigen Beterei wie Absonderei der einen, oder der teils gehässig bösartigen, teils mütterlich überfürsorglich Art der Anderen. Gründe Andere nicht länger ertragen zu können meinen hatte er immer noch leicht gefunden, doch hier... Nun gut, ein Stück weit gingen sie ihm selbstverständlich auf die Nerven. Andererseits aber, er konnte sich nicht erinnern wann der Drachenerbe in ihm sich so sehr hatte entfalten können, über so lange Zeit hinweg.

Tief atmete er auf, erhob sich und sprach: „Nun macht schon, der Weg ist - einfach perfekt, das müsst ihr euch einfach anschauen.“ Und zu Suada gewandt sprach er das Wort in ihrer Sprache aus, von dem er sich zu erinnern glaubte das es Boden meinte, wies anschließend mit Zeige- und Mittelfinger seiner Linke auf die Augen und das elfische Wort für „Sehen“ aus. „Komm!“, er winkte. „Du!“ er wies auf Suada. „Boden sehen! Du Boden sehen, komm-komm!“ Begeistert winkte er sie und auch Lianne zu, ihm zu folgen derweil er in Elfisch an Lianne gewandt plapperte wie gut der Weg ihm gelungen war. Ein Teil seiner sehnte sich einfach nur danach seine Freude zu teilen. Ein anderer, stillerer Teil seiner, befürchtete was aus fehlender Begeisterung der beiden Frauen erwachsen mochte, sollten sie die Vollendung seines Werkes nicht gebührend anerkennen. Doch das war ihm gerade egal. In erster Linie ging es ihm gerade nur darum seiner eigenen Begeisterung nachgehen zu können. Sollten die Frauen ihm nicht sogleich folgen, er würde zwar eine mürrische Miene ziehen, sich aber sonst nicht irgends verärgert zeigen. Wollten sie mit dem Wagen zur Straße zurück, dann mussten sie schließlich hier passieren. Früher oder später würden sie sein begeistertes Plappern also über sich ergehen lassen müssen! Und dann? Auf dem Wagen würde er anschließend irgendwo hinten sich zurückziehen, bitten das man ihn eine Weile in Ruhe ließe und die Fahrt über in den Himmel starren und leise jene seltsame Musik vor sich hin summen. Woher glaubte er sie nur zu kennen, wo hatte er sie bloß aufgeschnappt.

Um seinen Hunger zu verdrängen würde er in regelmäßigen Abständen sich an seinem Wasserschlauch gütlich tun. Mit dem Wasser des nie sehr fernen Flusses war schließlich stets für Nachschub gesorgt. So wollte er, die Beine über den Rand des Wagens baumelnd und einen Grashalm zwischen den Zähnen, in den wolkenlos blauen Himmel über sich stierend, einfach nur die Gedanken treiben lassen und den steten Strom von Emotionen über sich hinweg fließen lassen. Wenn er dann schließen irgendwann einmal die Nase davon voll haben sollte würde er anfangen Fragen zu stellen: Nach oben weisend würde er beispielsweise fragen: „Himmel?“ Oder auf das Gefährt unter sich zeigen und fragen: „Wagen?“ Er wusste nicht wieso er sich diese Mühe machte. war es weil er einen Menschen traf, der scheinbar so gänzlich ohne Falsch zu sein schien? Oder das hier eine Dämonin war, die wie eine Elfe, eine Wüstenelfe aussah, aber allem Anschein nach kein Wort elfisch sprach - es dann aber wieder doch verstand?! Er wusste es nicht. Aber neugierig war er allemal. warum also nicht eine andere Sprache lernen? Immerhin, und der Gedanke kam ihm erst jetzt, könnte er dann so ja vielleicht auch - zum Beispiel alchemistische - Schriften in nicht nur elfischer Sprachen erforschen... „Gibt es eigentlich Alchemisten, da wo wir hinfahren?“
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 21. Aug 2012 23:33

Suada fragte, ob die Halbdämonen ihr gefährlich werden könnten. Lianne presste die Lippen aufeinander und dachte darüber nach. Ja – natürlich konnten sie der Menschenfrau gefährlich werden. Wenn sie außer Rand und Band gerieten, dann konnte Suada ernsthaften Schaden davon tragen. Vielleicht sogar sterben? Aber würden sie das auch wollen? Die Halbelfe dachte über Duiliaths Verhalten der Menschenfrau gegenüber nach. Vermutlich wollte er ihr genauso wenig schaden wie sie selbst. Aber würden sie sich immer unter Kontrolle haben?

“Oh Suada! Wie gerne würde ich sagen, dass du bei uns sicher bist“, begann Lianne vorsichtig mit der festen Absicht, dass sie Suada nicht anlügen würde. Die Menschenfrau sollte wissen auf was sie sich einließ. “Aber manchmal können wir uns nicht kontrollieren. Das Dunkle gewinnt manchmal die Kontrolle und dann...dann wissen wir manchmal nicht was passiert. Die Wut muss dann ein Ventil finden. Sie muss einen Weg nach draußen finden.“ Sie sah Suada nachdenklich an. “Aber ich versichere dir, dass wir dich niemals mit Absicht verletzen werden. Nur musst du dann auch lernen die Zeichen zu verstehen und wenn wir Abstand brauchen...einfach auch auf Abstand gehen.“ Die Halfelfe legte den Kopf leicht auf die Seite und lächelte vorsichtig. “Auch wenn es manchmal verführerisch ist, dann dürfen wir nicht mit dem Feuer spielen.“

Warum sie nach sich selbst suchte? Hatte Suada nicht verstanden, dass sie ihr Gedächtnis verloren hatte? Die Halbelfe seufze leise. “Ich suche nach meiner Erinnerung...und nach mir. Ich weiß noch alles seit dem Tag an dem ich bei den Nomaden aufgewacht bin, aber über das Leben davor weiß ich nichts. Also habe ich mich verloren und gehöre zu niemandem. Ich hätte zu den Wüstenelfen gehen können, aber das wollte ich nicht. Ein Teil von mir sträubte sich vor der Vorstellung zu meinen Verwandten zu gehen...“ Lianne schüttelte ihren Kopf darüber. Es war doch verrückt, dass sie nicht zu den Elfen ging...sondern die Menschen bevorzugte. “Aber vielleicht habe ich Angst davor was ich über mich erfahren würde. Immerhin könnte es Gründe dafür geben, dass ich eben nicht bei den Elfen bin. Es könnte sein, dass ich mich auch dort auf Grund meiner dunklen Seite unbeliebt gemacht habe. Nur weiß ich das nicht mehr. Vielleicht habe ich andere verletzt?“ Hilflosigkeit flackerte im Blick der Halbelfe auf. Hatte sie je darüber mit jemandem gesprochen? Diese Gedanken geteilt? “Oder sogar getötet?“ Die Halbelfe machte eine Pause um die Panik in sich zu bekämpfen. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Sie wollte nicht über diese Unsicherheit sprechen, die sie doch dominierte. “Ich weiß nicht wer ich bin, aber ich habe Angst vor dem was ich vielleicht gewesen war“, fügte sie leise hinzu.

Die Elfe sah in die Richtung in die der Junge verschwunden war. “Ich habe einfach...meinen Weg verloren.“ Dann kam der andere Halbdämon, er schien erfreut und glücklich darüber was er wohl geschaffen hatte. Lianne schluckte ihre Ängste hinunter. Ihr Blick glitt zu Suada und sie bemühte sich um ein Lächeln. “Er möchte uns etwas zeigen. Anscheinend geht es um den Weg, der uns von hier wegführt.“
Vielleicht tat die Unterbrechung auch gut, da sie sich sonst weiter mit ihren Ängsten auseinander setzen müsste. Irgendwann aber würde sie sich ihnen stellen müssen. Irgendwann. Nur nicht heute.

Erst dann entsann sich die Elfe der Arbeit, die eigentlich noch vor ihr lag. Sie spannte die Pferde vor den Wagen, band Kalils Zügel an den Wagen und lud das wenige Hab und Gut in den Wagen, das sich noch außen befand. Lianne trat dann an den Weg, den der Junge geformt hatte und musste Lächeln. Tatsächlich hatte er gute Arbeit geleistet. Der Wagen würde sicher auf die Straße zurückgelangen. “Gut gemacht“, sagte sie sanft in die Richtung des anderen Halbdämonen. Er würde sie nicht verstehen, aber vielleicht auf eine bestimmte Weise doch?

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Suada » Fr, 24. Aug 2012 1:04

Suada hörte Lianne aufmerksam zu und nickte dann nachdenklich. "Gut, Lianne, ich werde versuchen, die Zeichen zu deuten und werde Abstand halten, wenn mir etwas... seltsam vorkommt. Ich werde versuchen, richtig damit umzugehen. Ich habe nur keine Erfahrung mit so etwas." Der letzte Satz klang schon fast entschuldigend, immerhin konnten die beiden ja auch nichts dafür und hatten sich diese Situation nicht ausgesucht. Und wäre sie nicht dankbar, wenn sich jemand damit arrangieren würde, wäre sie in dieser Lage? Ganz gewiss.

Lianne hatte also ihr Gedächtnis verloren... das klang traurig, ebenso wie dass sie keine Heimat zu haben schien, zu niemandem gehörte. Ging es ihr nicht ganz ähnlich? Zu wem gehörte sie schon? Aber immerhin hatte sie eine Freundin, auch wenn diese ihr zur Zeit unendlich fern zu sein schien, zu viel hatte sie um die Ohren. "Ich verstehe dich... ich gehöre auch nicht wirklich zu jemandem", sagte sie dann leise und mehr an sich selbst als an ihr Gegenüber gerichtet. Vorsichtig legte sie Lianne die Hand auf die Schulter, ebenso wie es Dilshad früher bei ihr getan hatte, als sie noch Zeit für vertraute Gespräche gefunden hatten. Natürlich konnte sie nicht alles von Liannes Erzählung nachvollziehen, gerade die Angst vor der eigenen Vergangenheit war ihr fremd, aber sie versuchte, sich einzufühlen.
"Du willst wissen, wer du gewesen bist, aber du fürchtest dich auch davor?", fragte sie etwas unsicher nach, und zum ersten Mal seit langer Zeit fragte sie sich, woher sie eigentlich stammte.
Das muss schwer sein... Ich selbst kenne meine eigene Vergangenheit zwar, doch weiß ich nicht, woher ich stamme... Ich weiß nicht, wer meine Eltern sind", erklärte sie nachdenklich.

Dann machte Lianne sie darauf aufmerksam, dass der Junge ihnen etwas zeigen wollte, und sie folgte ihr humpelnd zu Duiliath. Sie betrachtete den Weg, und das Staunen stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben, denn sie wusste sehr wohl, wie er zuvor ausgesehen hatte. "Sehr gut", sagte sie lächelnd und deutete auf den Weg. Und sie begriff, dass die Kräfte, die in ihm schlummerten, eben nicht nur eine gefährliche, sondern auch eine gute Seite hatten. Außerdem freute sie sich darüber, dass er Worte in ihrer Sprache verwendet hatte, als er sie beide zu sich gerufen hatte.

Als Lianne die restlichen Sachen zusammen packte und die Pferde einspannte, lächelte sie ihr dankbar zu. "Danke, das ist sehr lieb", sagte sie munter und stieg dann auf den Kutschbock. "Dann auf nach Demera", sprach sie sanft und wartete, bis sie beide aufgestiegen waren. Immer wenn Duiliath Worte in ihrer Sprache nannte nickte sie, außerdem deutete sie ab und an auf ihn, bewegte die Lippen und sah ihn fragend an, denn sie wollte signalisieren, dass es keine einseitige Sache war, dass sie seine Sprache ebenso kennen wollte wie er sich Mühe gab, ein paar Worte der ihrigen zu lernen. Wenn sie sich alle ein wenig aufeinander einstellten, kamen sie doch gewiss miteinander zurecht. Bei der Frage nach dem Alchemisten zuckte sie mit den Schultern und schaute fragend zu Lianne.
Zuletzt geändert von Suada am So, 02. Sep 2012 9:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Sa, 01. Sep 2012 12:41

Duiliath fühlte sich so frei wie - er mochte es nicht sagen ob, oder wann er sich zuletzt wie jetzt fühlte und auch die Frauen mochten in ihm nun deutlicher den je zuvor den Drachenerben bloß erkennen. Woran das lag? Er fühlte sich zum ersten mal, seit er zurück denken mochte, in der Gesellschaft Anderer - sicher! Zum einen war da Lianne, eine Dämonin die, selbst wenn er die Fassung verlöre, nicht gleich „kaputt“ ginge, ginge er sie - warum auch immer - denn an. Suada indes - Es gab sehr wenige, wahrhaft unschuldige Seelen denen der Halbdämon bisher schon begegnet war und die Vergangenheit hatte mehr denn einmal bewiesen, das solche Geschöpfe direkt neben ihm stehen konnten wenn er „explodierte“. Irgend etwas an diesen bewahrte sie vor den Unbeherrschtheiten ebenso wie vor dem Zorn Duiliaths. Die Welt mochte um diese und den Halbdämon untergehen, doch eher erlitt der rasende Halbdämon durch seine selbst entfesselten Kräfte Schaden, denn das ihnen auch nur ein Haar gekrümmt wurde. Intensive Gespräche mit den Drachenerben unter den Wüstenelfischen hatten ihn und den Anderen überzeugt das sein Drachen-Erbe über die ihn umstehenden wahrhaft Unschuldigen wachte, selbst in der größten Raserei. Das hieß nun aber das auch jener Frau kein Leid an Leib und Leben drohte. Zwar musste Duiliath noch immer an sich halten, da ein unmittelbarer Zornesausbruch sie zwar nicht, ihr Hab und Gut dafür aber sehr wohl behelligen mochte. Doch im Vergleich zu allem Anderen das er bisher stets befürchten musste...

Doch etwas Anderes fiel ihm auf. Als ihnen einmal ein heftiger Wind die vom Wagen aufgewirbelte Staubfahne wieder entgegen wirbelte, wollte er ohne weitere große Beachtung dessen, den Staub mittels seiner Magie von sich und Suada fernhalten. Das er Lianne hierbei nicht berücksichtigt hätte, wäre ihm gar nicht einmal weiter aufgefallen. Doch erst als er plötzlich hustend den Staub einatmete, gewahrte Duiliath das Versagen seiner Magie - die freilich kurz darauf zornig den Sand um ihn her emporschießen, respektive gegen den Unterboden des Fuhrwerks hämmern ließ. Erst danach, als er sich nun mehr stärker konzentrierte, trieben Staub - und wieder herabregnender Sand um den Wagen herum ihr Unwesen, ließen diesen aber mitsamt dessen drei Insassen unbehelligt. Anfänglich noch hatte Duiliath immer mal wieder auf Dieses und Jenes gezeigt und das Gelernte wiederholt oder den elfischen Namen dessen genannt und nach der menschischen Übersetzung gefragt und dann irgendwann, als er wiederholt Wörter seines nunmehr immer mehr anwachsenden Wortschatzes durcheinander brachte, da hatte er nach Stift und Papier Papier gefragt - und nebenbei stolz erklärt das er tatsächlich sowohl lesen als auch schreiben könne. Doch nach diesem - „Unfall“ gerade... Bedeutete seine seltene Gelöst-, wie Entspanntheit etwa auch, das die in ihm rumorende Magie an Kraft verlor, oder er sie nur einfach nicht mehr im gleichen Maße beherrschen konnte?

Nachdem er lange und ohne weiter auf die Zeit geachtet zu haben aufblickte, sprach er die Elfe vorsichtig an. „Lianne?“ Er würde warten bis sie etwaige Gespräche mit Suada oder sonstige Beschäftigungen beendet hätte und ihr erst anschließend eine Frage stellen. Oder genauer gesagt, er würde ihr seine Beobachtung und die sich daran anschließende Vermutung unterbreiten. Nämlich das - beziehungsweise ob es denn sein könne - seine Magie ihm oder den Dämonen allgemein entgleite, immer wenn sie, nun ja ... einfach nicht in irgendeiner Form wütend denn wären!? „Am besten du nickst einfach wenn es so ist, oder schüttelst denn Kopf, wenn das dumm klingt was ich grad sag, ja?“ Und das entwaffnend freundliche Lächeln das er der Frau schenkte, zeugte von der Wahrhaftigkeit seiner Worte ohne Groll grad zu sein.

„Ach und Suada?“ Duiliath deutete auf die unübersehbaren Hörner zu beiden Seiten seines Hauptes, wie er auch den Mantel über die Schultern gleiten ließ ihr die auf seinem Rücken nun entblößten vereinzelten Schuppen zu zeigen. Danach imitierte er mit den Händen den Flügelschlag eines Tieres wobei sein „Sch-sch!“ bei jeder Abwärtsbewegung auf die Verdrängung größerer Luftmassen und ergo einen mächtigeren Flieger hindeutete. Danach sprach er „Drache!“ Dann zögerte er, kratze sich an den Kopf und meinte, nun wieder an Lianne gewandt: „Keine Ahnung wie ich Erbe erklären soll. Aber sag ihr das ich ein Drachen Erbe bin und das zweite Wort“, Duiliath sprach zu Suada gewandt „Erbe!“ aus, „Erbe halt meint, ja? Und wie das in ihrer Sprache heißt. Also Drache, Erbe und Drachenerbe - ja?“ Darauf deutete er Suada gegenüber auf sich und sagte: „Drachenerbe!“ und lächelte die Menschenfrau dabei an, als wäre ein solches geschimpft zu werden nicht in fast ganz Alvarania eine Schmach sondergleichen.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Mo, 03. Sep 2012 13:01

Mit einem leichten Lächeln bedachte Liannes Suadas Offenbarung, dass sie selbst auch nicht wisse wer ihr Eltern seien. Auf eine seltsame Art und Weise erschien es ihr als hätten sie alle irgendetwas miteinander gemein. Mit dem Jungen teilte sie ihr halbes Sein auch wenn er mit dem Wesen in sich anders umzugehen gelernt hatte und mit der Frau, dass sie keinen Platz hatte. Aber hatte der Junge nicht auch keinen Platz? Sie dachte darüber nach, während sie Platz auf dem Kutschbock nahm. Demera. Ihr schien es als hätte sie bereits ein halbes Leben mit Duiliath und Suada verbracht und doch waren es nur wenige Stunden. Aber es waren Stunden voller angestauter Gefühle gewesen und dem Kampf mit sich selbst. Viel anspruchsvoller als eine Reise durch die Wüste. Wie Lianne sich selbst eingestehen musste, war es auch viel zermürbender.

Ob sie Suada erklären sollte, dass sie sich deshalb davor fürchtete, da niemand ihr versprechen konnte, dass einst der Dämon über sie geherrscht hatte? Am heutigen Tag konnte sie sagen, dass das Feuer zwar in ihr brannte, aber sie meist die Kontrolle über sich hatte. Es gab Situationen in denen der Dämon herausbrach und sie belächelte. War die Elfe wirklich derart schwach? Vielleicht hatte es aber auch eine Zeit gegeben in der die Dämonin geherrscht hatte und die Elfe nur für kurze Momente an die Oberfläche trat. Vielleicht hatte die Dämonin ihre Mutter getötet ohne es zu wollen. Oder wollte die Dämonin sogar Leid und Zerstörung? War es nicht dem Wesen der Elfe zuwider sich nach solchen Dingen zu sehnen? Aber dennoch gehörte die Dämonin zu ihr, so wie auch die Elfe ein Teil von ihr war. Sie selbst aber wusste, dass sie sich an die Elfe klammerte, da sie Tief in sich die Wärme der Liebe fühlte. Tagein und tagaus nährte sich die Elfe davon und erhielt so ausreichend Kraft für den Kampf gegen dieses Chaos in sich. Aber sollte sie das Chaos nicht zulassen? Vielleicht würde eines Tages die Liebe, die in dem Nebel des Vergessen wohnte, nicht mehr ausreichen um der Elfe Kraft zu geben. Was aber würde sie dann tun? Was würde dann nur mit ihr passieren?

Lianne sah, während sie darüber nachdachte, gen Horizont. Sie drehte ihren Kopf leicht, so dass die Sonne ihr Gesicht bestrahlen konnte. Wie liebte sie doch die Wärme dieser Feuerkugel. Ein wohliger Schauer kroch durch ihren Körper und bildete eine leichte Gänsehaut. Den Staub allerdings spürte sie kaum. War sie doch ein Wesen der Wüste und sowohl den Staub wie auch den Sand gewohnt. Während die Kutsche langsam den Weg entlang schaukelte, sehnte sich ein Teil von Lianne die Schwingen ausbreiten zu können um die Sonne vollkommen genießen zu können. Wie schön wäre es doch all die Wärme einzufangen? Den sanften Wind zu spüren? Die Elfe merkte gar nicht wie ihr das Ich entglitt. Zu tief war sie in ihren Gedanken versunken und gab dem Wunsch nach. Es war ein harmloser Wunsch. Nichts gefährliches. Die Dämonin wollte sich nur Sonnen und es fühlte sich ähnlich an wie der Wunsch eines Ertrinkenden nach einem rettenden Ast. So als gäbe es in diesem Moment nichts weiter von Bedeutung. Nur das Gefühl wie es wäre, wenn sie vollkommen bei Bewusstsein die Flügel in der Sonne ausstrecken könnte.

Warum aber war ihr der Gedanke nie gekommen als sie auf Kalil die Wüste durchquert hatte? Lag es daran, dass nun andere bei ihr waren, die auf den Weg achteten, so dass sie Zeit für sich und ihre Gedanken hatte? Oder lag es an dem gestrigen Zwischenfall. Dem kurzen Moment als die Elfe die Flügel spürte und auch in ihrem Herzen der Wunsch aufflammte fliegen zu können. Den Wind zu spüren. Die Sonne auf jedem Quadratzentimeter ihres dunklen Körpers.

Als der Junge sie ansprach, brauchte Lianne einen Moment um sich auf ihn zu konzentrieren, da sie sich hatte mittreiben lassen. Sie hatte sich gehen lassen. Wie lange war das her gewesen? Seit dem Ausbruch bei den Nomaden, seit sie wusste, was sie war, hatte sie sich in Selbstmitleid gebadet. Aber vor allem hatte sie ihre Suche nicht wirklich begonnen. Sie hätte zu den Wüstenelfen gehen sollen, aber stattdessen zog es sie zu den Menschen. Wie verrückt war doch ihre kleine Welt...in die nun eine harmlose Menschenfrau und ein kleiner Bock gestolpert waren.
Mit leicht ergrauten Lippen und einer nahezu schwarzen Sclera sah die Elfe nun zu dem Jungen. Ein warmes Lächeln auf den Lippen, die nach und nach ihre Farbe zurück erhielten, betrachtete sie ihn. Sah ihn doch dieses Mal auf andere Weise. Sie sah nicht den Ziegenbock, der es gewagt hatte sie anzugreifen, sondern einen Suchenden. Auf eine seltsame Art wie sie selbst, aber doch suchte er wohl nach etwas anderem. Vielleicht hatte sie einen Teil ihre Suche mit dem Fund ihrer Gefährten bereits beendet? Wie selten kam es doch vor, dass sie so ruhig blieb. Nicht einmal Basima hatte es geschafft, dass sie sich ausgeglichen fühlte. Lag es an der Verantwortung, die sie angenommen hatte? Oder weil sie sich jetzt ihrer Selbst bewusster geworden war? Bei Basima war sie die Elfe gewesen, die mit einer dunklen Seite gekämpft hatte, ohne dass ihre Freundin davon wusste. Erst nach dem Tod ihrer Retterin brach das aus ihr heraus was sie wirklich war...und man hatte sie fortgeschickt. Aber hier auf dem Kutschbock war sie Elfe und Dämonin. Beide wussten um die Gefahr, die von ihr ausging, und dennoch wichen sie nicht zurück. Sie verstand, dass Suada Angst hatte, aber trotzdem kämpfte die Frau dagegen an. Wie sonst sollte man erklären, dass sie noch immer daran festhielt die beiden Fremden bei sich aufzunehmen? Auch der Junge hätte fortlaufen können, aber doch schien es, als würde ihn etwas an die beiden Frauen binden. Handelte es sich dabei um dieses ominöse Schicksal von dem Basima immer gesprochen hatte? Waren ihre Pfade miteinander verwunden, so dass eine Weile den selben Weg beschreiten würden? Was würde in Demera passieren?

Die Elfe, die nun wieder vollkommen erwacht war, nickte leicht ob der Frage des Jungens. Sie half ihm dabei ohne es für Suada zu übersetzen. Er schien gewillt zu sein nicht den einfachen Weg zu gehen. Vielleicht würde sie ihm so eines Tages erklären können, warum sie seine Sprache nicht sprechen konnte, aber ihn auf seltsame Weise verstand. Auch wenn sie diesen Umstand selbst nicht ganz verstand. Es war ein gutes Zeichen, dass er von sich aus Suada mehr über sich erzählen wollte, auch wenn sie sich dadurch auf seltsame Weise etwas ausgeschlossen fühlte. War sie für ihn nur der Übersetzer? Aber nein, so durfte sie nicht denken. Er benötigte um etwas mitzuteilen nun mal Suadas volle Aufmerksamkeit, während sie selbst seine Worte ja auf Anhieb verstand.

Als er ihr endlich gesagt hatte was er war, glitt Liannes Blick wieder zur Sonne. Das schöne Gefühl von vorhin wollte sich zwar nicht wieder einstellen, aber dennoch genoss sie die Wärme.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » So, 16. Sep 2012 4:49

Irgend etwas schien von einem auf den anderen Augenblick umgeschlagen als Duiliath eben noch fröhlich Dinge in Wüstenelfisch benamte, die in Menschensprache ihm darauf erwiderte Entsprechungen gutgelaunt wiederholte, niederschrieb und bald darauf auf etwas neues Interessante am Weg auftauchendes wies und dessen Namen aussprach... und dann aber plötzlich ohne ersichtlichen Grund sich umwandte und mürrisch auf die Straße blickte. Die bisher um das Gefährt herum aufgewirbelten Staubfahnen sammelten sich nunmehr in einer dichten um den Halbdämonen herum schwebenden Staubfahne, entzog ihn dem klaren Blick der beiden Frauen. Am liebsten wäre Duiliath vom Wagen abgesprungen und hätte die Nähe der beiden Frauen geflohen. Zischend rieben die Schuppen seines schlangengleichen dämonischen Leibes aneinander. Den Wollmantel streifte er ab, das die gnadenlose Hitze der über ihnen dräuenden Sonne ungehemmt auf ihn hernieder brennen konnte. Sollte eine der beiden Frauen ihn jetzt ansprechen, der Andere würde sein schattenhaftes Antlitz ihnen zuwenden und in der Sprache der Menschen ein Wort zischen, welches sie von den Frauen schon gelernt hätten: Nein! Und an Lianne gewandt, weil sie ihn ja doch zumindest verstand würde der Andere ergänzend zischen: „Brauchen Ruhe, kurz! Nur kurz, kurz... kurz!“

Es würde dann aber doch noch gut eine gute Stunde sein, die er sich nahm, zur Not dafür den Wagen verlassend, müssend. Beinahe übermächtigst spülten die Emotionen der beiden Frauen über ihn hinweg, presste er sich immer wieder die Fäuste gegen die Schläfen seiner dämonischen Gestalt, zischte unkontrolliert und wand sich. Die beiden neugewonnenen Gefährtinnen aber endgültig zu verlassen, wonach gerade alles in ihm schrie, und in die Einsamkeit der Wüste hinaus zu fliehen... Nein, zu verlockend war das, was die beiden ihn noch an Wissen und andererlei Gaben lehren mochten. Und so quälte und wand der Halbdämon, von einem beständigen dichten Staubschleier halb verborgen, ehe er wieder zur Ruhe fand. Lange Minuten erklang kein Laut mehr von der Rückseite des Wagens her, und als der Staubschleier sich schließlich wieder lichtete, sah man wieder den schmächtigen Jungen, zitternd und kränklich in einen Wollmantel gewickelt, als fröre er erbärmlichst in der Eishölle im kalten Norden und kauerte nicht etwa in brütender Hitze auf der Ladefläche eines gemächlich voran gezogenen Pferdekarrens. Noch nie hatte Duiliath bisher gewagt sich dem Bestreben der Absonderung von Anderen zu entziehen, und das Ergebnis war dermaßen unangenehm, das er hoffte es so bald auch nicht wiederholen zu müssen. Doch nun, wie von hohem Fieber geplagt auf der Ladefläche kauernd, hatte er das Schlimmste - hoffentlich - überstanden.

Noch immer sprach er die beiden Frauen nicht an, würde ihnen nun jedoch zumindest ein schmales, eher bitter denn freundlich scheinendes, wie nichtsdestotrotz zumindest bemühtes knappes Lächeln schenken - nicht aber sprechen. Statt dessen würde er die Straße zu seiner Rechten intensiv betrachten. Gelegentlich barsten kleinere Steine, an welchen sie vorüber zogen, oder bildeten sich mehrere dutzend Schritte reichende fingerbreite Furchen auf dem Weg, direkt neben dem Wagen. Der Schweiß stand Duiliath auf der Stirn, aber mit der Zeit, schwand auch das Zittern und nurmehr der fiebrig elende Anblick des Jungen beschied sein eher bescheidenes Befinden gerade. Und als wäre all das nicht genug, ließ der Andere plötzlich ein vernehmliches Knurren erklingen. Duiliath wandte darauf den Kopf, blickte nunmehr gleichfalls voraus und - ein zweiter, diesmal seiner Kehle sich entringender kurzer Knurrlaut erklang: „Menschen!“ Die Spur der, von vermutlich einem ihnen entgegenkommenden Wagen, aufgewirbelten Staubfahne, den Weg voraus zeugte von weiteren Begegnungen, derer er sich vermutlich in den nächsten Minuten gleichfalls nicht würde erwehren können...
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » Di, 09. Okt 2012 13:13

Etwas verwirrt nahm Lianne diesen Wandel bei dem Jungen wahr und sah zu ihm. Sie selbst hatte zwar die Sonne in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit gestellt, aber doch seine Worte vernommen. Jetzt aber schien es als wäre er ein anderer. Er sagte ihr, dass er Ruhe bräuchte, aber doch konnte die Elfe ihren Blick nicht von ihm abwenden. Sie würde ihn nicht ansprechen oder berühren, doch beobachten konnte er ihr nicht verwehren. Immerhin mussten sie einander kennenlernen, wenn sie weiterhin gemeinsam Reisen wollten. Neugierig betrachtete sie seine Schuppen. War das ein Zeichen seines Seins als Drachenerbe? Oder des Dämons? Vielleicht würde sie ihn eines Tages danach fragen können. Jetzt fehlten noch die Worte dafür...außerdem hatte er um Ruhe gebeten. Sie wusste doch nur zu gut, dass man einen Dämonen nicht reizen sollte.

Sie beobachtete die Qual, die über ihn kam und ihn nicht mehr loslassen wollte. Verspürte sie Mitleid für den Jungen? Oder war es die Neugier, die sie fesselte? Angst war es sicher nicht. Sie wusste, dass die andere ihn zerstören könnte oder zumindest vor ihm fliehen konnte. Vielleicht aber lag es auch daran, dass sie mit ihm mitfühlte. Sie verstand was es hieß anders zu sein und man manchmal der anderen Seite nachgeben musste. Aber er schien dagegen anzukämpfen wofür er ihren Respekt verdiente und kein Mitleid. Er war stark genug hier draußen alleine zu überleben obwohl er nicht viel mehr war als ein kümmerliches Jünglein. Dennoch schien es so als würde er den Kampf gegen seine dunkle Seite aufnehmen und zu guter Letzt auch gewinnen. Wie oft hatte sie schon gewonnen? Wie viel älter war sie als er? Das alles waren Dinge, die Lianne zu tiefst berührten, aber auch erschütterten. Sie waren auf dem Weg zu einer Menschenstadt. Würde sie dort den Kampf gegen sich auch gewinnen können? Vermutlich war es eine schlechte Idee in eine Stadt zu gehen. In der Wüste war alles trocken und brannte schnell. Sie war ein Kind des Feuers. Aber sie benötigte Informationen und die kurze Zeit mit Duiliath hatte ihr bereits gezeigt, dass sie bei Elfen keine Informationen erhalten würde, denn sie konnte deren Sprache nicht. Sie würde also erst jemanden finden müssen, der ihre Sprache verstand. So war es doch wirklich wesentlich einfacher ihre Suche in einer Menschenstadt zu beginnen.

Sein Knurren weckte allerdings ihre eigenen Instinkte. Sie wand sich um und konnte nur zu deutlich die Spuren des wohl näher kommenden Gefährt erkennen. Ihr Blick glitt aber zurück zum Jungen, während Suada weiterhin den Wagen lenkte. Mit vorsichtigen Bewegungen kletterte Lianne zu dem Jungen nach hinten. Er hatte vorhin um Ruhe gebeten. Die Zeit war nun vorbei. Vor allem da die junge Elfe befürchten musste, dass der Junge etwas tat, dass sie bereuen würde. Sie ließ sich neben ihn auf dem Wagen nieder, aber war sich doch unsicher, ob sie ihn berühren sollte. Basima hätte in diesen Momenten nie gezögert, sie beherzt in die Arme gezogen um ihr etwas von ihrem Frieden zu schenken. Sie wusste, dass es dem Jungen am meisten helfen würde, wenn sie sich ähnlich wie Basima verhalten würde und ihre eigenen Zweifel für einen Moment zur Seite schieben würde. Aber es half doch nichts. Sie musste sich entscheiden und etwas tun bevor der Wagen ihren passierte.

Also schloss sie ihre Arme um den kränklich wirkenden Jungen und zog ihn etwas an sich. Zwar versuchte sie ihn möglichst sanft zu halten, aber dennoch bestimmt. „Ich passe auch auf dich auf“, flüsterte sie ihm sanft zu. Er vermochte ihre Sprache vielleicht nicht zu verstehen, aber vielleicht verstand er den Klang ihrer Stimme? Würde er sich nicht wehren, so würde sie dazu übergehen mit einer Hand sanft über das Haar zu streichen ohne sich dabei von seinen Hörnern stören zu lassen.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 09. Okt 2012 14:45

Duiliath zuckte beinahe so heftig zusammen, wie das eine mal als er versucht hatte einen Zitterwels mit bloßen Händen zu fangen, kaum das Liannes Hände ihn erstmalig berührten und das Antlitz des Anderen drängte kurzzeitig schattenhaft aus seinem Hinterhaupt – beinahe als wolle der den Körper und mithin den darüber erfolgenden Kontakt zu der Dämonin fliehen. Und doch spürte er, das sie es nur gut meinte. Nichtsdestotrotz war die Flut der aufgrund ihrer Nähe über ihn hereinbrechenden Emotionen schier unerträglich! Unbewusst wirkte er seine Magie als er sich zusammenkauerte, die Hände um die an die Brust gezogenen Knie schlang, den Kopf einzog und leise, beinahe kläglich „Lasmichlassmichlassmichlassmich!“ wisperte. Die Haut unter Liannes Fingern würde sich merklich verhärten und auch leicht abkühlen, beinahe als wäre es blanker Stein, welcher unter ihren beruhigend streichenden Fingern sich befände. Sollte sie seinem Flehen nicht nachkommen würde er schließlich verstummen und all seine Konzentration auf die Beherrschung des Dämons in ihm zu verwenden suchen. Andernfalls, sollte sie von ihm ablassen, er würde kurz dankbar ihre Rechte mit seiner Linken umfassen und dann aber wieder sich zusammenkauern und stumm hin und her wiegen.

Doch da kam ihnen der schnelle Einspänner auch schon entgegen. Ein reiches und, wie es schien, nicht gerade von geringem Stande seinendes Paar saß auf der einzigen wie gepolsterten Bank des Gefährts. Die beiden hielten neben Suadas Gefährt an sprachen sie direkt an, waren die beiden Anderen doch etwas weiter hinten auf dem Gefährt zu finden. Wovon die Rede war hätte Duiliath vermutlich nicht einmal mitgekriegt, wenn er aufmerksamer gerade hätte zuhören können. Inzwischen war er wohl etwas ruhiger, wiegte sich nicht mehr hin und her und würde, auch wenn Lianne ihre Annäherung nicht abgebrochen haben sollte, ruhig und beinahe reglos nur mehr zusammengekauert auf seinem Platze hocken. Der Andere würde nur als leicht irritierender, wie beinahe zufälliger Schattenwurf das Haupt des Drachenerben nur zieren und der Halbdämon selbst: Er würde mit einem irgends leidendem Gesicht der Frau auf dem anderen Wagen doch verzagt zulächeln, ob deren augenscheinlicher Sorge. Ob diese Sorge um, oder aber wegen ihm, so stark von ihr herüber brandete? Er wusste es nicht zu sagen und als diese Frau ihren Mann oder Bruder oder vielleicht ja auch bloßen Reisegefährten in seinem Gespräch mit Suada unterbrach und mit einigen, gleichfalls von Besorgtheit getragenen Worten, auf Duiliath aufmerksam machte, kauerte er sich schließlich doch wieder schutzsuchend näher an Liannes Seite.

Duiliath verstand nach wie vor kein Wort der menschlichen Rede, doch das der Mann nun erneut nach der Peitsche griff und auch der Blick, den der Mann ihm schenkte, wie auch der Ton der Worte die darauf dessen Mund verließen... all das sprach eine ihm leider nur allzu vertraute Sprache. Die Frau auf dem anderen Wagen aber legte ihm eine Hand auf den Unterarm, drückte ihm selbigen sacht wieder herab, und damit auch die bereits von diesem erhobene Peitsche. Sie waren sich – glücklicherweise – scheinbar uneins. Doch allem Anschein nach blieb zu hoffen, dass diese Begegnung ohne Gewalt – oder auch nur verletzenden Worte – dieses eine mal an ihm vorüberziehen mochte.
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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Lianne » So, 14. Okt 2012 0:13

Als der Junge wisperte, dass man ihn lassen sollte, löste Lianne ihre Umarmung, aber sie blieb in seiner Nähe um ihm zur Not beistehen zu können. Sie hatte die Härte gespürt, die seinen Körper durchdrungen hatte. War er wirklich noch mehr Mensch als Dämon? Durfte sie diese Frage angesicht ihres eigenen Seins wirklich stellen? Für einen Moment sehnte das Es in ihr sich nach der Wärme, der Hitze und dem Feuer. Sie wollte all dies wieder spüren und die Flügel im Wüstenwind ausstrecken. Jede Faser gen Wind richten. Sie wollte nicht hier bei dem Jungen sitzen um ihm beistand zu schenken, sie wollte sich um sich selbst kümmern. Zumindest für einen Augenblick. Einen kurzen, schwachen Augenblick.
Leise summte sie das elfische Gute-Nacht-Lied für den Jungen und sich. Einige der Worte kamen ihr über die Lippen, aber doch nicht alle. In ihrer Gänze schienen sie nicht in ihrem Kopf vorhanden, aber es war wohl genug um die Erahnen, dass es sich um ein Schlaflied der Wüstenelfen handelte. Vor allem dann, wenn man selbst Jahre dort verbracht hatte.

Lianne merkte nur am Rande, dass der Wagen hielt und auch das Gespräch erschien ihr wie das Rascheln des Winds in trockenen Wüstensträuchern. Viel zu sehr war sie auf den Jungen und sich konzentriert, denn sie wollte sicher nicht, dass es zu einem Zwischenfall kam, während Suada in einer derartigen Nähe war. Aber war sie die richtige dafür? Zumindest verstand sie ihn. Ein wenig. Auf jeden Fall besser als er sie. Immerhin sprach er ihre Sprache nicht. Ein sanftes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. Diese Situation war mehr als merkwürdig. Sie war absurd. Verwirrend.

In Mitten der Wüste auf dem Weg zu einer Menschenstadt saß eine Halbdämonin, die sich selbst nicht unter Kontrolle hatte, neben einem anderen Halbdämon, der sich wohl wengstens etwas unter Kontrolle hatte. Wer würde wohl wem helfen können? Sie ihm? Mit Sicherheit nicht. Vielleicht würde ihr anderes Ich ihm Einhalt gebieten können, aber Lianne wusste, dass es das letzte Mal schon nicht funktioniert hatte. Lag es daran, dass sie sich versucht hatte zurück zu halten?
Oder war er sogar stärker als sie? Ein Teil von Lianne wollte sich auflehnen und dagegen protestieren, aber doch war es eine berechtigte Frage. Eine Frage, deren Antwort sie begehrte. Sehnlichst. Ein leiser gurrender Laut unterbrach ihr Summen. Es bettelte darum heraus zu dürfen. Zumindest für einen kurzen Augenblick. Aber Lianne ließ ihr nicht nach, sondern hielt an dem Lied fest.

Erst als der Junge sich schutzsuchend näher an sie drängte, sah sie auf. Die Elfe blickte finster zu dem Fremden, der sie bedrohte. Zwar schien sein Weib ihn unter Kontrolle zu haben, aber Lianne wollte nicht wissen was passieren würde, wenn er doch...
Aber Lianne hoffte, dass er es nicht tun würde. Es würde kein schönes Ende nehmen, wenn er zwei Halbdämonen erzürnen würde. Gar kein schönes Ende. Wie viele wohl Schaden nehmen würden? Vermutlich zu viele. Lianne warf einen kurzen Blick gen Suada und hoffte, dass sie es schaffen würde, die anderen los zu werden. Hätte sie Götter, an sie sie glaubte, so würde sie zu ihnen beten.

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Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 16. Okt 2012 13:02

Duiliath hockte zusammengekauert neben Lianne auf der rückwärtigen Ladefläche des Wagens und folgte den Verlauf des weiteren Streites. Suada versuchte allem Anschein nach zu beschwichtigen, wurde dann aber – eine Hand an ihrem sanduhrförmigem Halsschmuck – schließlich auch resoluter als der Mann sich immer mehr in Rage zu reden schien und dem Ton nach, wie auch den Reaktionen Suadas und aber auch seiner eigenen Gefährtin nach, auch die eine oder andere Unflätigkeit und Beschimpfung wider den offensichtlichen Bastard auf ihrer, Suadas Ladefläche abließ. Die Reaktion der Begleitung des Mannes war nun vielmehr die einer zutiefst von der Peinlichkeit der Situation berührten Frau. Zwar hatte sie überhaupt erst das Augenmerk auf ihn gelenkt, schien dieses aber nun – eingedenk der Heftigkeit der Reaktion des Mannes auf ihn – bereits inständig zu bereuen. Wieder schenkte Duiliath ihr ein beruhigendes Lächeln, wollte ihr damit kund tun ihr nichts weiter nachzutragen. Dadurch das der, ja bereits reichlich aufgebrachte, Mann dieses zweite verzagte Lächeln an seine Reisegefährtin nun aber gleichfalls mitbekam, eskalierte das Geschehen darum nun doch etwas.

Wieder versuchte die Frau den mit der Peitsche bewehrten Arm zu greifen, so zu verhindern was nun, ob ihrer dieses mal zu langsamen Reaktion indes unvermeidbar war. Virtuos geschwungen vollführte die Peitschenschnur eine komplexe an ein geschwungenes S erinnernde Bahn um mit einem lauten Knall gezielt Duiliaths rechte Wange zu treffen. Der Umstand des punktgenauen Treffers, ohne dabei die direkt an seiner Seite gesessen habende Lianne indes auch nur einen Windhauch der so nahe an ihrem eigenen Gesicht doch vorüber jagenden Peitschenschnur fühlen zu lassen, in Kombination mit dem von einer sadistischen Zufriedenheit erfüllten Zügen dieses Mannes, zeugten davon das dieser diese Waffe nicht zum ersten mal wider ein intelligentes Wesen einsetzte. Unter normalen Umständen hätte ein solcher Treffer die Wange des Halbdämons aufreißen und diesen unter einem Regen fein zerstäubten Blutes wimmernd wohl zurückfahren lassen. Doch der Unabsichtlich aus schierem Unbehagen heraufbeschworene Zauber vorhin, hatte Duiliath mit einer wahrhaft in ihrer Festigkeit an Stein gemahnende Haut beschert. So spürte Duiliath kaum mehr als ein Streifen auf seiner Wange und einen darauf brodelnd in ihm hochkochenden Vulkan sinistrer Emotionen. Der Andere aber, der sich als nun auch für die Anderen deutlicher erkennbares Schattenspiel auf seinem Hinterhaupt manifestierte, blickte indes direkt Suada an, mit traurig glosenden grünen Augen, und der Ansturm der Gefühle – ebbte ab.

Befürchten müssend das, auch wenn sie älter war als er, und damit mit Sicherheit auch beherrschter, griff Duiliath mit eisernem Griff nach der Dämonin an seiner Seite. Ihm schien es schier unmöglich Suada durch sein Verhalten zu Schaden, aber galt das auch für Lianne? Wenn er auf Suadas Wagen die Beherrschung verlor, mochte ihr alles darauf folgende angelastet werden – was er nicht zulassen konnte, nicht ihr gegenüber, die sie ihm mit soviel Freundlichkeit und Unvoreingenommenheit doch begegnet war. „Suada! wisperten er und der Andere unisono, Lianne so von etwaigen Reaktionen wider den Mann auf dem Einspänner abzuhalten. Äußerlich vollkommen ruhig lächelte er dem anderen Mann unberührt freundlich entgegen – statt schreiend die blutige Wange sich haltend etwa zurückzufahren, das der seinerseits nun konsterniert, die Peitsche sinken wie sein ehedem noch triumphales Lächeln fallen lies. „Ein ander mal!“ sprach der Halbdämon nun so freundlich wie deutlich und für alle vernehmbar sein tödliches Versprechen an den Peitschenschwinger, dessen Gesicht und andere Eigenheiten er sich derweil genauestens einprägte. Das Lächeln das er der bestürzt scheinenden Begleiterin des Peitschenschwingers schenkte, war neutraler ohne irgendein unausgesprochen darin verborgenes Versprechen. „Noch“... hatte sie nichts getan, sein Missfallen zu verbergen.

„Können wir jetzt weiterfahren – bitte?“ Diese zaghaft in wüstenelfischer Sprache an Lianne herangetragene Bitte, vermochte er sich doch immer noch nicht fließend Suada selbst mitzuteilen, zeigte ob des von unterschwellig brodelnder Wut getragenen Timbres nun mehr deutlich auf, wie es in seinem Innern tatsächlich ausschaute. Je mehr sich dieses hier noch hinzog, desto größer war die Gefahr das er – Suada vielleicht nicht, aber Anderen dafür – seine Wut entgegenzuschleudern, sich nicht mehr länger würde entsagen können – noch wollen.
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Inventar: Strohhut, Hemd, Hose, Beutel, Wasserschlauch, hübsche (Halbedel-) Steine, Feuersteine, Zunder, Erkältunsmittelchen, Mörser, Stößel, Schinken.

Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 29. Jan 2013 16:49

Als Suada zu den Zügeln griff, einer weiteren Konfrontation so zu entgehen, lenkte der Mann den Einspänner rückwärts und versperrte dem Wagen Suadas so geschickt das Weiterkommen. Die aufgebrachten herrischen Worte des Mannes ignorierend erhob sich darum der Halbdämon und wandte sich ein letztes Mal an Lianne. „Er wird uns nicht fahren und ich werde keine Schuld auf Suada oder Dich kommen lassen. Danke Suada bitte fürs Mitnehmen und erkläre ihr das ich ab jetzt – alleine – weiter meiner Wege ziehen werden!“ Er packte seine Sachen und sprang auf der vom Einspänner abgewandten Seite vom Wagen herab. „Vielleicht sehen wir zwei uns ja mal wieder!“ Diese Worte galten einzig Lianne und Duiliath schritt derweil von der Straße fort als zuerst die fremde Frau spitz aufschrie und wenig später die stürmischen Schritte das aufgebracht hinter ihm her stürmenden Mannes aufklangen. „Narr!“ wisperte der Andere in ihm als der Staub des Untergrunds langsam seine Beine zu umwölken begann. Das wütende „Halt!“ des aufgebrachten Fremden verstand der Halbdämon gar noch, die restlichen Worte nur dem Klang der von Arroganz getriebenen Wut nach und begierig trank der Drachenerbe in ihm die Emotion und führte sie dem Dämonischen in ihm zu. Als der Fremde die Peitsche dieses Mal mit der Linken schwang, hielt seine Rechte nun doch einen blankgezogenen Säbel, und sich die Peitschenschnur fest um Duiliaths Hals schlang, brach sich der Andere endgültig frei.

Um die beiden Gestalten brach ein Inferno aus! Meterhoch stieb der Sand in den Himmel, schien im Bögen immerfort aufs Neue herab und auf ein Ziel inmitten des Tohuwabohus zu fahren. Schreie waren zu hören, aber auch ein wie von zwei aneinander schleifenden Steinen abgegebenes Lachen erklang. Danach dann … Stille! Der Sand legte sich, doch weiterhin schwebte der Feine Staub in der Luft. Die Frau sprang mit spitzem Schrei vom Einspänner und rannte, von der nach wie vor dichten Staubwolke scheinbar unbeeindruckt, direkt auf den Ort des Geschehens zu. Jeden Schritt den sie vortrat, wich die Wolke zurück, bis sie schließlich vor ihrem Begleiter stehen blieb. Seine Augenhöhlen waren blind und leer, von schier mörderischen Sandstrahlen ausgehöhlt und doch… hob und senkte sich der Brustkorb des offensichtlich nur bewusstlosen Mannes leicht. Blut rann ihm aus den Augenhöhlen und sein rechter Arm schien in unnatürlichem Winkel vom Körper abgespreizt. Von weiteren, ernsten Verletzungen war jedoch nichts weiter zu erkennen – sah man denn von den die gesamte Gestalt bedeckende Abschürfungen einmal ab. Der Säbel lag dem Mann zu Füßen, stumpf und zerborsten. Die Peitsche… nur mehr vereinzelte Fragmente hier und da zeugten von ihrer Existenz und des Mannes gut gefüllter Geldbeutel, sollte irgendwer danach noch suchen, er würde verschwunden wohl bleiben.

Der Staub legte sich und zeigte nunmehr den mit Reiseumhang, Hemd und Hose des Fremden bekleideten Drachenerben. Die Frau, weinend an ihres Gefährten Seite blickt nun gleichfalls hasserfüllt auf und schrie ihm Worte des Zornes entgegen ehe sie ihm abschließend direkt ins Gesicht spie. Davon scheinbar ungerührt trat Duiliath auf den Wagen zu. Den ihn schmerzend ihm panisch scheinenden Blick Suadas ignorieren legte der Drachenerbe den von ihr geborgten Mantel neben ihr auf dem Kutschbock nieder, nickte Lianne nochmals mit einem Blick zu der ihr klar machen dürfte das ihn jetzt aufzuhalten auch die letzten Barrieren in ihm niederreißen mochte. Denn es war an und für sich alles Andere als seine Art eine Arbeit wie diese unvollendet zurück zu lassen. Das der Mann noch lebte, und wenn er denn bald eine angemessene Erstversorgung und die kommenden Tage noch einen Heiler dazu fände, er würde all dieses sogar wohl über- leben noch können, es war an sich so gar nicht seine Art. Doch so mochte Suada, mit etwas Glück, unbeschadet aus der ganzen Sache sich hoffentlich noch zu lavieren. Und doch tobte der Andere noch immer wild in ihm und forderte zu Ende bringen zu können was der Drachenerbe ihm kurzzeitig mit der Aussicht auf die weit größeren Qualen eines am Leben belassenen Geblendeten diesem kurzzeitig hatte ausreden können. Doch die lodernde Wut des Anderen in den zugleich die schiere Traurigkeit des Drachenerben in ihm widerspiegelnden Augen Duiliaths, sie mochte Lianne gar vertraut wohl sein. Oder aber mochte sie andere Beweggründe vielleicht haben den Halbdämon nicht aufzuhalten als er, wieder in eine ihn beständig umwehende Staubwolke gehüllt, abseits des Weges langsam aber beständig fort schritt, sich nicht umdrehte, innehielt oder etwa gar umkehrte.

Irgendwann schließlich, die Wangen tränennass, bereitete er sich ein einsames Lager irgendwo im Nirgendwo und wiederholte, zusammengerollt einige der Worte die Lianne und Suada ihn gelehrt hatten. Zuletzt, die Sterne funkelten bereits kalt über ihm, übermannte ihn schließlich der Schlaf und die letzten beiden Worte, „Freund?“„Freund!“ begleiteten ihn in die Regionen der Träume … „Freund!“
Lever dood as Slaav
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Legende: „Duiliath spricht Wüstenelfisch.“ „Der ‘Andere’ spricht Wüstenelfisch.“
„Duiliath spricht Miruanische.“ „Der ‘Andere’ spricht Miruanische.“

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