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Einen Steinwurf entfernt...

Lebensader des dürren Landes.
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Duiliath
Hühnerschreck
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Rasse: Halbdämon (& menschl. Drachenerbe)
Heimat: Umland Aysibrirs
Waffen: Feuersteinmesser
Inventar: Strohhut, Hemd, Hose, Beutel, Wasserschlauch, hübsche (Halbedel-) Steine, Feuersteine, Zunder, Erkältunsmittelchen, Mörser, Stößel, Schinken.

Re: Einen Steinwurf entfernt...

Beitrag von Duiliath » Di, 29. Jan 2013 20:54

Duiliath erwachte ausgeschlafen am nächsten Morgen. Selten zuvor hatte er sich so gehen lassen wie diesem Fremden gegenüber. Das Spektakel des mitten in der Nacht donnernd über ihn hinweg gerasten herabgestürzten Sternes und das darauf folgende schwache sich Aufbäumen des Untergrundes welches der Andere bemerkt zu haben vermeinte indes, er hatte es als schieres Traumgespinst bloß abgetan, sich umgedreht und weiter geschlafen. Bei aller dämonischer Macht, Sterne fielen schließlich nicht „einfach so“ vom Himmel, oder? Ausgehungert und sich irgendwie aber auch seltsam ausgelaugt fühlend streckte er sich, erhob sich auf die Beine und schritt summend weiter in die bereits gestern eingeschlagene Richtung. Das er alleine war und der Andere sich ungewöhnlich zurück hielt, fiel ihm zwar auf, aber es war andererseits doch auch recht angenehm ungestört mal ganz der verspielte kleine Junge sein zu können. Einen halben Tag wanderte er so dahin, als er schließlich von rechts kommend die Straße und ein Stück weit dahinter den Fluss entdeckte. Einen vergnüglichen Trab einschlagend und dabei ein getrocknetes Stück Fleisch aus seiner Tasche kauend, naht er sich schließlich dem Weg, passierte diesen und gelangte wenig später an einen mit stehendem Brackwasser gefüllten Totarm des Stromes. Zu durstig, bis zum regulären und mit Sicherheit saubererem weil fließendem Wasser zu laufen, kniete er sich nieder und wischte mit der Hand über die trübe Brühe, das in derselben reichlich gelöste Erdreich zu verfestigen und, worum es ihm ja überhaupt gerade ging, damit vergleichsweise sauberes Wasser auf der anderen Seite zurückzulassen und … es tat sich – nichts!

Duiliath wiederholte die Bewegung, konzentrierter diesmal – wieder geschah rein gar nichts. Ein weiteres Mal konzentrierte sich der Halbdämon und ein weiteres Mal… Vor Wut laut aufschreiend hieb Duiliath wieder und wieder ins Wasser, doch nichts tat sich, außer das auch sein Groll seltsam … schwach auch war? Fluchend erhob Duiliath sich und schritt an dem Totarm entlang gen des Stromes. Er Konzentrierte sich auf den Staub um ihn her – nichts geschah! Er versuchte das Erdreich zu formen, es zu mehren, zu verfestigen, zu … Es tat sich rein gar nichts und langsam beschlich ihn die Angst. Hatte er sich gestern verausgabt? Aber so etwas war ihm doch sonst nie geschehen. Oder hatte die andere Dämonin als sie ihn vermeintlich tröstend berührt hatte… Nein, danach hatte er ja noch die Abrechnung mit diesem Fremden hinter sich gebracht. Bei diesem Gedanken, der ihm selbst kam, erinnerte er sich wieder des Anderen und dessen langen Schweigens. „Hast“, er musste sich Räuspern, hatte die Angst ihm doch schlicht die Stimme gerade geraubt. „Hast, hast Du – eine Ahnung was, was … mit uns los ist?“ Eine Empfindung als wenn tief in ihm sich etwas schlaftrunken regte – aber keine Reaktion! Der Andere war da, er spürte ihn, tief in seinem Inneren – glaubte er zumindest gerade voller Erleichterung. Einzig, er antwortete nicht, noch zeigte er sich! „Was – ist – hier los?!“ – Keine Reaktion…

Duiliath kniete sich, nun am Rand des träge fließenden Stromes nieder und stillte seinen Durst. Danach schritt er zum Weg zurück, folgte diesem und beschleunigte seine Schritte schließlich als er, wenige Meilen später mehrere Gebäude zwischen dem Weg und dem Strom stehen sah. Den Geruch frischgebackenen Brotes in der Nase, nahte er sich diesen, schlich zuerst zum Stall und atmete erleichtert auf, als weder das Gespann Suadas, noch den Einspänner der gestrigen Begegnung dort erblickte. Einen Strohhut von einem nahen Nagel, klaubend und sich diesen aufsetzend hielt er inne Schritte. „He!“ rief ein Knecht. Die restlichen Worte blieben dem Mann im Halse stecken als er Duiliath den Hut vom Kopf riss und die nun kaum mehr zu übersehenden Hörner erblickte. „Oh!“ Duiliath nahm dem verdutzten Menschen den Hut wieder ab und drückte diesem eine der silbernen Münzen aus dem Beutel des Fremden in die Hand. Dem erst erstaunt fassungslosen und dann strahlenden Gesichtsausdruck des Knechtes nach war das wohl zuviel des Guten gewesen. „Brot?“ Fragend schnupperte Duiliath und deutete dann pantomimisch das Abreißen und anschließende genüssliche Verzehren eines Kanten Brotes an. „Brot, du willst Brot!?“ fragte der Knecht? Duiliath nickte. „Brot, ja – Brot!“ Der Knecht nickte, polierte die Silbermünze an seiner Weste, steckte sie ein und verschwand mit einem vergnügten „Brot und Milch und Dattelarmelade und Käse und Trauben von mir aus auch noch! Für gutes Geld bediene ich selbst einen Ziegenbock“. Während der Knecht von Duiliath unverstanden ins Gasthaus lief, setzte dieser den Hut erneut auf und band die Krempe mit einem unter dem Kinn verknoteten Band herab, auf das die Hörner so schnell nicht zu erblicken waren. Ohne die Gewalt über das Erdelement war es angeraten nicht zu sehr aufzufallen – wollte er am Leben denn bleiben.
Lever dood as Slaav
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Legende: „Duiliath spricht Wüstenelfisch.“ „Der ‘Andere’ spricht Wüstenelfisch.“
„Duiliath spricht Miruanische.“ „Der ‘Andere’ spricht Miruanische.“

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