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Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Die weiße Hauptstadt in der Eiswüste.
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Ara
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Ara » Mi, 12. Dez 2012 23:23

Nachdenklich saß Ara an dem – für ihn viel zu niedrigen – Tisch und starrte beinahe Löcher in die länglichen Kerben, die nach Jahren der Abnutzung entstanden waren.
Weder er noch seine dämonische Hälfte hätte die passenden Worte gefunden, um zu beschreiben wie sehr er sich einen ordentlichen Becher Wein herbei sehnte.
"Nun schieb hier keine Trauer! Wein kannst du dir zu genüge gönnen, wenn wir erstmal hier feritg sind..." mahnte ihn die ächtzende Stimme in seinem Kopf. Flüsternd begann er zu antworten, wobei er kaum hätte flüstern müssen, denn es war eh niemand hier, der ihn hätte hören können; "Und wovon? Schau dich um... Reich werd ich hier nicht.
Vermutlich war das Aufwerten meiner Lumpen und das schärfen meines Schwerts schon der größte Lohn, den ich hier zu erwarten habe...
" zischte er beinahe griesgrämig – aber flüsternd hervor. Das war eindeutig ein Argument, dass ihm auch seine dämonische Seite nicht hätte schön reden können. "Nunja..." hallte es belehrend in seinem Kopf, "... wenn man dich mit ausreichend Proviant und Fellen für die Rückreise versorgt, dann könntest du nach erledigtem Werk den Spitzohren den Garaus machen, ihnen nehmen was sie haben – und dich zurück in den Nordreichen wieder vergnügen!". Eine lausige Idee, wie sie eben nur von einem ansatzweise Verrückten kommen konnte. Zu schade das der ansatzweise Verrückte ein direkter Teil des Dämons war. Jyvindar hatte nichts außer seiner schier untrübbaren fröhlichen Miene, die man ihm hätte nehmen können. Shiro hingegen hatte noch in Merridia eine ansprechendes Säckel erhalten, mit dem man sicher mehr Wein bestellen könnte, als er hätte trinken können. Aber nein. Er würde es eh nicht können. Die Elfen waren eine grauenvolle Reisegesellschaft – und trotzdem vertraute er ihnen. Trotzdem vertrauten sie ihm. Wäre er damals einfach in Merridia geblieben. Wäre er weiter durch die Nordreiche gezogen und hätte hier und dort ein paar Wölfe, Werwölfe oder Vampire erlegt. Das wäre unbeschwerlich gewesen. Das wäre sogar angenehm einfach gewesen. Warum um alles in der Welt hatte er sich überhaupt auf diese Reise eingelassen?
Was hatte er sich erhofft? Einfaches Spiel wäre es schon allein deswegen nicht gewesen, weil die Reise eine halbe Ewigkeit beanspruchte und von Beginn an versprach nicht einfach zu werden. Hatte er denn wirklich gedacht, dass er seine Vergangenheit hätte aufarbeiten können? Hier? Mitten im nirgendwo? Er ging unablässig auf die vierzig zu. Alles was hier einst geschehen war, war längst vergessen – Geschichte, wenn man so wollte. Es war eine dumme Idee gewesen. Nur was wäre keine dumme Idee gewesen? Seit sein Leben als Söldner vorüber war, war er eh nichts weiter als ein Herumtreiber, der von der Dankbarkeit der einfachen Landbevölkerung lebte. Weder äußerst erstrebsam noch sonderlich ausfüllend – zumindest wenn er ehrlich war. Diese Gedanken entlockten dem Dämon ein kaltes Grinsen. Er grinste beinahe immer kalt, wenn er den grinste. Und das hatte nichtmal etwas mit seinem Element zu tun. Er hatte nunmal ein eklig gehässiges Grinsen. Doch das Grinsen sollte nicht lange halten. Jyvindar kam zu ihm an den Tisch und sie begrüßten sich wortlos. Enge Freunde würden sie wohl niemals werden.
Wieso hatte dieser verdammte Elf sich überhaupt so angeschlichen? "Frag ihn... er tut sonst auch stets so, als hätte er auf alles die passende Antwort! Nun los.. Frag ihn!" zischte es abermals durch Aras Kopf. "El..." begann Ara zögerlich, entschied sich dann aber doch ihn nach einem Jahr eher beim Namen als beim Volk anzusprechen,
"...Jyvindar... pass auf Elf..." er konnte eben nicht anders, "...Wir haben folgendes Problem... wenn wir im Morgengrauen abrechen.
Uns mit dieser Spurenleserin treffen – und sie uns begleiten lassen – wie gedenkt ihr dann, dass ich meine ganze Kraft nutzen kann? Soll ich mich vor ihr verwandeln? Und dann als das nächste Monster gelten? Das Weib darf uns nicht begleiten. Sie soll uns führen und dann verschwinden. Das wäre zu ihrem und vorallem zu unserem besten...
" beendete er seine Ausführung und blickte Jyvindar dabei ernst an. Es war ihm wirklich ein wichtiges Anliegen, dass er auf alle Mittel zurückgreifen könnte, wenn es nötig wäre. Was er dabei aber nicht bedachte, war die Gefahr die das mit sich brachte. Seine dämonische Seite drängte ihn geradezu dazu von der Magie gebrauch zu machen – das er dabei die Kontrolle verlieren könnte und zur Gefahr für die Elfen werden könnte, dass erwähnte sie dabei natürlich nicht. Was wohl darauf zurückzuführen war, dass seine dämonische Seite von Morgends bis Abends unablässig damit zugange war, über die beiden Elfen herzuziehen.

Ara wollte seinen Blick gerade wieder nachdenklich auf den Tisch schweifen lassen, da stapfte die nächste Elfe hinterrücks heran und nahm Platz. Kamen diese Spitzohren aus dem nichts?
Oder gab es hier irgendwo ein Nest? Unfassbar!

Shiro ließ sich nicht lange bitten und nahm direkt Platz bei den beiden. Ihre Worte waren dabei – entsprechend ihrer augenscheinlichen Stimmung, ziemlich kühl und fast schon verbittert.
Was war nur los mit der jungen Elfe? Hatte die Reise sie so ausgezehrt? In Merridia war sie noch ein freches, aufmüpfiges Ding gewesen – und nun? Nun wirkte sie tatsächlich beinahe verbittert und lethargisch. Es war beim besten Willen mehr als verwunderlich. Ein kühles Lächeln konnte er bei ihrer Anfrage nach den letzten Worten trotzdem nicht verkneifen.
"Ich habe noch ein paar Jahre eingeplant, bevor ich ernsthaft damit anfange mir über irgendwelche letzten Worte gedanken zu machen. Aber..." er senkte den Blick wieder auf die Tischplatte; "... die Zeit um über einen Plan nachzudenken, die habe ich mir schon rausgenommen. Wir können uns wohl kaum drauf verlassen, dass wir das Untier mit einem Hieb bezwingen werden..." erklärte er so, als wäre es nicht eh schon selbstverständlich, "...daher würde ich vorschlagen, dass ich – sofern wir es denn finden – seine Aufmerksamkeit auf mich lenke. Nichts gegen dich Elf..." warf er Jyvindar ein gehässiges Grinsen zu, "... aber ich bin der von uns, der am meisten wegstecken kann. Du..." wieder fiel sein Blick auf den hochgewachsenen Elf, "... bist dafür schnell und wendig. Ich würde trotzdem vorschlagen, dass du deine Magie zum Einsatz bringst... aber bitte mit etwas Vorsicht. Du kannst dir vielleicht denken, dass ich vom Feuer nicht so angetan bin? Und du..." nun fiel sein Blick auf die düster dreinblickende Shiro, die den Galgenhumor an den Tisch gebracht hatte, "... wirst wohl am ehesten auf Abstand bleiben und diesem... nunja diesem 'Was-auch-immer' mit deinem Bogen zusetzen.
Was die Magie angeht bist du die schwächste von uns...
" blitzte er sie an, "... und du wirfst sicher schneller schießen als zaubern können, hm?" prustete er noch atemlos hervor, bevor ein erneuter Hustenreiz ihn unterbrach. Nachdem er das Aufhusten mit der geballten Hand abgedämpft hatte, lehnte der Halbdämon sich zurück und warf seinen Begleitern vielsagende Blicke zu. "Bleibt noch mein größtes Problem. Die Spurenleserin. Ich will nicht wegen ihr auf meine..." er zögerte als wäre es ihm noch immer unangenehm,
".. ihr wisst schon... verzichten. Wenn sie nicht freiwillig verschwindet, nachdem sie uns ans Ziel gebracht hat, dann wird sie eben ein weiteres unglückliches Opfer des Monsters. Ich will nicht riskieren, dass wir wegen ihr alle elendig krepieren! Und ich werde auch nicht riskieren, dass sie mich in der Stadt als Monster verunglimpft. Es sind düstere Zeiten und die erfordern manchmal düstere Entscheidungen... also wenn ihr keine besseren Vorschläge habt..." beendete er dann entgültig seine Ansprache. Seine Miene war nun auch finster.
Nicht bedrückt finster wie es bei der Elfe der Fall war. Eher düster und ernst, um zu verdeutlichen, dass er keine Kompromisse einging, wenn sein Leben auf dem Spiel stand.
Das war ganz klar eine der wenigen Grenzen die er hatte. Ging es um sein Überleben, dann gab es für ihn nur ihn selbst. Ganz gleich welche Opfer das fordern sollte. Und es wäre auch nicht das erste mal, dass er ein anderes Leben beenden würde, um sein eigenes zu schützen. So hing es nun von der Einsicht der Spurenleserin oder dem Ideenreichtum der Elfen ab, wie es weiter gehen würde.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mi, 19. Dez 2012 10:38

Der hochgewachsene Elf hörte seinem Begleiter zu und wollte gerade antworten, als Shiro erschien und sich in das Gespräch einmischte.
" Meine letzten Worte..." Der elf überlegte ernsthaft, doch entschied er sich dann eher für etwas homorvolleres. " Natürlich sind Drachen Vegetarier." Der Elf musst wirklich lachen. Es war zwar etwas schwärzerer Humor als sonst, aber was wollte man in solch einer Situation auch sonst für Humor haben.
Die Idee vor der Dämmerung wieder um zu kehren hielt der Elf allerdings für wenig sinnvoll. " Ich gehe konform mit dir Shiro, das wir versuchen sollten einen Überraschungsmoment auf unserer Seite zu haben. Doch vor de Dämmerung wieder zurück gehen? Ich glaube nicht das das Sinnvoll ist. Wir werden vermutlich mehrer tage in der Ödnis sein müssen, wenn wir das ...das...Vieh.....finden wollen." erklärte er. " Wir müssen wohl einfach wachsam bleiben."
" War das gerade ein Kompliment? In deiner Welt vermutlich." grinste der Elf den Halbdämon an. " Wenn es darum geht sich den Schädel zu klump hauen zu lassen, überlasse ich dir gerne den Vortritt. Und da hohlräume nicht schmerzen, wirst du gewiss lange überstehen." lachte er weiter. Doch dann verging sein Lachen und Jyvindar wurde wieder ernst. " Spass bei seit. Du hast recht. ich hätte unserem Gegner wohl nicht viel entgegen zu setzten. Jedenfalls dürfte ich nicht getroffen werden. Du hältst da wohl wirklich mehr aus. Wie du schon sagst, werde ich ihn versuchen mit dem feuer zu erwischen. Wer weiß, vielleicht kann man ihn damit auch verwirren oder überraschen und daraus einen Vorteil schlagen. "
Als der Dämon weiter redete und über Shiros magische Fähigkeiten sprach, zuckte Jyvindars rechtes Ohr nervös. Er wusste wie Shiro regaieren konnte, wenn man so herablassend über sie sprach. Auch wenn es Ara vielleicht nicht so gemeint hatte. Also versuchte er direkt ab zu lenken und war eine Frage in das Gespräch ein. " Sag mal Ara, wie empfindlich bist du eigeentlich gegen Feuer? Ich frage mich ob ich auch großflächige Zauber nutzen kann. Das hätte Vorteile, könnte aber natürlich auch dich verletzen."
Als der Söldner von der Problematik seiner Verwanlung erklärte, kam der Elf wieder ins Grübeln. Er hatte definitiv recht. Seine verwandlung war eine große Waffe, die unterumständen unabdingbar war, um hier zu bestehen, aber was würde die Spurenleserin sagen. " Ich denke, sie mit zu nehmen wäre nicht falsch. Denn sie kennt sich hier bsser aus als wir. Und sie kennt das Wesen und seine Spuren. Aber die Problematik bleibt. Wir müssten sie also irgendwie blenden. " meinte der Elf. Er sah in die Runde und sprach dann weiter. " Als Mensch, dürfte sie nicht viel von Magie verstehen. Wir könnten ihr sage, das sie auf unser Kommando die Augen schließen müsse, weil wir einen Blendzauber nutzen wollen. Oder soetwas in der Art. Man könnte sie natürlich auch Ohnmächtigschlagen. Das wäre aber erstens nicht die Feine art und zweitens, müssten wir sie dann noch mehr beschützen, damit sie nicht umkommt. Flüchten könnte sie ja nicht mehr. " erklärte der Elf zuende. Er sah seine Begleiter an und fragte sich, wie sie darüber dachten.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » So, 13. Jan 2013 22:11

Shiro grübelte still.
Ach ja. Die nicht ganz unbedeutende Kleinigkeit, dass Ara noch weniger Mensch war, als sie selbst. Darüber sollten sie sich in der Tat Gedanken machen, denn eigentlich rechnete Shiro sich selbst und Jyvindar im Alleingang kaum eine Chance aus. Dass Ara seine Kräfte einsetzen konnte, war quasi unerlässlich.

"Ein Kampf der Giganten. Aus dem Stoff werden Legenden gemacht.", sagte sie, ihr Starrsinn kehrte allmählich zurück, als würde sie aus einer Trance erwachen, die sie in vergangene, in dunklere Zeiten geführt hatte. Obwohl man ja im Moment nicht gerade behaupten konnte, dass ihr die Sonne aus dem Hinterteil schien.

In der Tat stellte aber die Anwesenheit der Spurenleserin ein enormes Problem dar - nicht, dass Shiro sich jemals für ihre Anwesenheit ausgesprochen hatte.
Fast wäre ein trotziges "Selbst schuld." über ihre Lippen gekommen, doch sie sparte sich diesen Kommentar.
"Ich bezweifle, dass sie einfach zurückgehen wird, wenn wir es gerne hätten.", stellte sie daher klar. Sie zweifelte nicht daran, dass sie richtig lag. Wenn die Spurenleserin auch nur halb so stur war wie Shiro würde sie sich nicht davon abbringen lassen, die drei bis zum Ende ihrer Reise zu begleiten. Auch wenn sie ihnen dabei letzendlich nur im Weg wäre.
"Tot nützt sie uns wenig. Wir müssen auch wieder hierher zurück.", wies sie jedoch Aras Idee zurück.

"Sie führt uns ins Packeis, wer weiß wie weit weg wir von der Stadt sein werden. Und wenn es schneit, wenn auch nur ein rauer Wind weht und unsere Spuren verwischt, kommen wir ohne ihre Hilfe vermutlich nicht mehr hierher. Keiner weiß, wie anstrengend dieser Kampf werden wird, aber ein Spaziergang, darauf wette ich, wird das nicht werden. So ungern ich das auch sage, aber - wir brauchen sie.", gab sie zu bedenken, weshalb sie überhaupt zugestimmt hatten, dass Anyu Teil dieser Expedition wurde.

"Es wird schwer sein, sie dazu zu bringen, die ganze Zeit die Augen zu schließen - wer weiß, wie lange es dauert? Und wer will schon kontrollieren, ob sie sich daran hält?
Ich halte es für das Klügste, sie irgendwie außer Gefecht zu setzen, ehe ihr euch dem Wesen nähert. So kann ich ein Auge auf sie haben - und ihr müsst euch nicht darum kümmern.
"
, schlug sie daher vor. Sie fand, dass dieser Vorschlag vernünftig war.
"Um Feuermagie zu wirken, braucht man Feuer. Und da auch ich gedenke, mit ein paar feurigen Pfeilen zu schießen, müssen wir genug Brennholz mitnehmen - es ist eher unwahrscheinlich, dass wir auf dem Weg noch welches werden sammeln können.", fuhr sie daher fort.
Ein kaltes Lächeln ging in Richtung Ara.
"Ich hoffe, du vertraust meiner Zielsicherheit."
Sie mochte keine Meisterin sein, aber zu glauben, sie würde sich allein auf ihre Waffe verlassen, dass fand sie unverschämt. Sie wirkte ihre Zauber eben so schnell wie Jyvindar oder ein anderer Magier - doch diese Erläuterung sparte sie sich.

"Für mehrere Tage brauchen wir auch ausreichend Proviant... noch heute. Wir haben morgen keine Zeit, uns um all das zu kümmern.", sprach sie dann einen anderen, aber nicht minder wichtigen Punkt an und winkte den Wirt herbei, dessen Name, wie sie mittlerweile wusste, Tryggvi war. Der dicke Mann kam an den Tisch.
"Tryggvi, glaubt Ihr, Ihr könnte für 4 Personen ausreichend Proviant für etwa 10 Tage zusammenstellen? Nur leichte Kost, haltbares, getrocknet, gepökelt, wie auch immer? Wir müssen so viel Gewicht wie möglich einsparen.", richtete sie das Wort an ihn. Zehn Tage waren vielleicht überkalkuliert, doch lieber wollte Shiro mehr dabei haben, als dass sie geschwächt in eine Schlacht ziehen mussten oder den Rückweg vor Entkräftung nicht überlebten.
Der Wirt runzelte nachdenklich die Stirn.
"Eine geraume Menge.", murrte er und überschlug, was er noch in seinen Fässern hatte.
"Lasst mich nachschauen, ob ich noch so viel erübrigen kann. Wenn nicht, wendet euch an die Ältesten - sie haben einen Vorrat für bittere Zeiten angelegt. Und bitterer als im Moment könnte es für uns kaum sein.", riet er Shiro, ehe er davon ging.
"Wasser sollte wohl das kleinste Problem sein. Wir müssen nur darauf achten, dass es nicht gefriert."

Tryggvi kam zurück, der kahle Kopf glänzte vor Schweiß, doch ein breites Lächeln lag auf seinem Gesicht und grub Lachfältchen in die raue Haut, während er einen großen Korb auf den Tisch stellte.
Darin lagen, in kleine Päckchen verschnürt, getrocknetes Fleisch diverser Tiere - Shiro vermochte nicht zu bestimmen, welche es waren - Seepflaumen, Seetangbällchen und andere pflanzliche Kost, die Shiro zwar nicht benennen konnte, ihr dennoch einen kalten Schauer über den Rücken jagte. An die Nahrung in der Eiswüste hatte sie sich nie gewöhnen können.
"Es ist nicht die größte Auswahl, aber mehr, als ich zu hoffen wagte. Damit müsstet ihr euch eine Weile über Wasser halten können.", plapperte der Wirt fröhlich vor sich hin, stolz und froh, einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Mission der drei Wanderer leisten zu können. An ihrem Überleben hing schließlich die Zukunft der Stadt.
Shiro nickte ihm dankbar zu. Ihr war klar, dass diese Menge an Lebensmitteln selbst für den Wirt nicht wenig war - noch mehr, da er keine Gegenleistung erwartete.
"Vielen Dank. Ihr helft uns damit wirklich sehr.", brachte sie daher noch einmal zum Ausdruck, wie wichtig dieser Korb war.
Tryggvi winkte ab und begab sich wieder hinter seinen Thresen.

"Das Problem wäre gelöst.", richtete sie das Wort wieder an ihre Begleiter.
Sie war wirklich begeistert. Wenn man die Lebensmittel aufteilte, würde jeder nur ein kleines, leichtes Bündel zu tragen haben.
"Nun? Wenn wir jetzt alles haben, denke ich, wir sollten versuchen, zu schlafen. Ich befürchte, in den nächsten Tagen werden wir davon nicht all zu viel bekommen.", schlug sie vor.
Sie wollte sich schon erheben, da fiel ihr noch etwas ein.
"Wer weckt uns eigentlich?", fragte sie und blickte dabei Jyvindar an. Er war schon immer ein Frühaufsteher gewesen - im Gegensatz zu ihr selbst.
Sie würde nicht vor Sonnenaufgang von selbst aufwachen, so viel stand fest.
Also ließ sie sich wieder auf die Bank fallen und blickte erneut ihre Begleiter an.
Eigentlich war alles geklärt und sie wünschte sich einfach nur noch unter ihre Felle.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Mo, 29. Apr 2013 20:41

Shiro hatte sich gerade niedergelassen, da ging erneut knarrend die schwere Holztür der kleinen Taverne auf und ein schmächtiges, uraltes Männchen, dass sich mit aller Kraft dagegenstemmte, huschte herein. Shiro blickte den Mann erstaunt an - um diese Uhrzeit war es doch recht ungewöhnlich, dass noch jemand die Taverne aufsuchte.
Der Alte sah sich um und entdeckte die kleine Gruppe. Er musterte jeden der drei, sein Blick blieb an Ara hängen. Ein seltsamer Gesichtsausdruck flackerte auf, den Shiro nicht weiter benennen konnte. Ebenso schnell, wie er beim Anblick des Eisdämons gekommen war, so war er auch wieder verschwunden. Es war keineswegs Abscheu gewesen oder Angst... eher ein Wiedererkennen, ein Erahnen.
Zielstrebig humpelte er auf den Tisch zu, an dem die drei Gefährten saßen. Die Elfen bedachte er mit einem Nicken, er sagte nichts, sein Gesicht verriet keine Regung, weder Freude, noch Unwohlsein.
Er wandte sich Ara zu.
"Es ist sehr, sehr lange her.", sprach er. Seine Stimme klang rau und brüchig, es war mehr ein Fisteln. Fast wirkte es, als hätte er schon lange nicht mehr gesprochen und seine Stimmbänder müssten sich erst an die Beanspruchung gewöhnen.
Die Miene Aras verriet wie üblich nicht, was in ihm vorging.
Es lies sich nicht einmal erahnen, ob er den Mann kannte oder nicht. Der Dämon musterte den Alten bloß aus seinen emotionslosen, kalten, blauen Augen und schwieg.

Und dann - Shiro kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, beugte der Alte sich wie selbstverständlich zu Ara hinüber - dafür musste er auf die Zehenspitzen gehen, selbst, wenn Ara saß - und flüsterte ihm sehr eindringlich etwas ins Ohr.

Daraufhin verbeugte er sich knapp in Richtung Shiro und Jyvindar und humpelte wieder aus der Taverne hinaus.
Die Elfe blickte ihm nach.
"Was war das denn?", fragte sie verblüfft in die Runde, doch niemand antwortete ihr.
Ara erhob sich steif.
"Ein alter Bekannter. Wenn ihr mich nun entschuldigt. Ich habe... noch einiges zu erledigen."
Mit diesen Worten verließ auch er die Taverne. Die Tür schlug krachend hinter ihm zu. Shiro sah ihm verwundert nach.
"Nun... dann lass uns besser in die Federn kriegen - morgen heißt es Monsterjagd!", sagte sie zu Jyvindar, erhob sich, schlug den Fellkragen hoch und trat hinaus in die kalte, sternklare Nacht.

Der nächste Morgen begann früh - viel zu früh. Shiro wurde durch energisches Pochen an der Tür geweckt.
"Wer da? Müssen wir schon los?", nuschelte sie schlaftrunken, während sie in ihre Kleider schlüpfte.
Doch als sie die Tür öffnete, stand nicht wie erwartet Jyvindar vor ihr, sondern einer der Wachen - seinen Namen hatte sie vergessen.
Verdutzt blinzelte sie den Mann an.
"Euer Begleiter.. er hat.. er ist.. allein.. wir dachten erst er bildet die Vorhut doch dann... ganz andere Richtung und - Verschwunden!" haspelte er herunter. Shiro verstand die Welt nicht mehr.
"Ara hat die Stadt verlassen?", fragte sie sicherheitshalber nach. Die Wache nickte stürmisch.
"Und ist dann in die falsche Richtung gelaufen." Wieder ein Nicken.
"Wann?"
"Vor etwa 2 Stunden. Wir ließen ihn nur durch, weil wir ja wussten, dass Ihr heute... wir dachten, wir...", stammelte er hilflos.
Shiro wusste nicht, was sie sagen sollte.
"Es war kein Fehler. Schon gut. Ich werde... mich mit meinem Begleiter beratschlagen.", brachte sie mit Mühe beherrscht hervor. Der Mann nickte, wirkte aber noch nicht beruhigt - doch damit konnte Shiro sich jetzt nicht mehr aufhalten.
Sie lies den armen Tropf stehen und klopfte energisch an Jyvindars Zimmertür.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mi, 15. Mai 2013 9:31

Der Elfs lächelte Shiro an " Stimmt daran habe ich gar nicht gedacht. Gut, dann pass du auf sie auf wenn sie Ohnmächtig ist. "
Jyvindar sah in die Augen seiner Begleiter und redete weiter. " Für das Holz sollten wir vielleicht doch eine Art Schlitten mit nehmen, oder wollt ihr alles tragen?" Er wusste ja mitlerweile das seine Begleiter nicht viel von der Idee eines Schlittens hielten, aber ihm kam das am besten vor. Schließlich merkte er das sich hier seine sture Ader zeigte, die sonst nur selten herausbrach.
Als auch das Proviant problem geregelt war, atmete der Elf auf. " Gut. ich denke Shiro hat recht und wir sollten..." weiter kam Jyvindar nicht mehr, als ihm auch schon das Wort von einem Fremden abgeschnitten wurde. Er horchte der merkwürdigen Szenerie und sah verdutzt in richtung Tür aus der Ara verschwand. " Hmm.." Der Elf schüttelte den Kopf. " Sehr merwürdig. Aber du hast recht. Lass uns schlafen gehen. Ich werde dich dann Morgen früh wecken."

Jyindars Schlaf wurde von hektischem gerede gestört, das er von draußen vernahm. Eigentlich wollte er sich wieder rum drehen, da es noch fast Nacht sein musste und selbst der frühaufsteher noch ein bis zwei stunden schlafen wollte, aber daraus sollte wohl nichts werden. Denn plötzlich hörte er lautes Klopfen an seiner Tür. Schwer atmete der Elf aus und schwang sich aus den Fellen. chnell warf er sich sein Hemd über und schlurfte zur Tür. Umso überraschter war er als Shiro vor ihm stand. Shiro war eine Langschläferin also musste etwas wichtiges Vorgefallen sein wenn sie, ihn zur abwechslung weckte. Plötzlich war Jyvindar hellwach " Was ist passiert?" fragte er besorgt.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Mi, 15. Mai 2013 22:31

Shiro stürmte an dem noch schlaftrunkenen Jyvindar vorbei hinein in das Zimmer, wo sie sofort begann, heftig gestikulierend die frühe Uhrzeit und ihre Hektik zu erklären.
"Ich wurde von der Wache aus dem Schlaf getrommelt, damit man mir sagen konnte, dass unser feiner Herr Dämon sich vor etwa 2 Stunden, bei Nacht und Nebel aus dem Staub gemacht hat, in die entgegengesetzte Richtung davon gewandert ist und seitdem nicht mehr gesehen wurde.
Seit gestern abend habe ich ihn nicht mehr gesehen, seine Unterkunft ist verlassen und leergeräumt und überhaupt, wir hätten uns nie auf diesen Kerl einlassen sollen! Jetzt können wir alleine zusehen, wo wir bleiben"
schimpfte sie los, blieb abrupt stehen, stemmte die Hände in die Hüften und atmete tief durch.
Dann begann sie, im Kreis zu gehen und dabei einen weiteren Monolog anzustimmen.
"Jetzt haben wir den größten Vorteil verloren, den wir hatten, diese verdammte Magie.
Ohne Ara wird das ein Himmelfahrtskommando! Andererseits können wir jetzt auf Anyús Hilfe zurückgreifen, sie kann zwar vermutlich nicht kämpfen und magisch begabt ist sie offenbar auch nicht, aber immerhin müssen wir uns ihretwegen keine Gedanken mehr machen.
Und das Holz, ja das Holz, einen kleinen Schlitten könnten wir nehmen - ganz klein, beladen mit etwas Brennholz und den Schlitten verbrennen wir dann einfach mit. Auf dem Rückweg wäre er ja eh nur Ballast. Sofern wir einen Rückweg antreten können."

Alles, was in ihrem Kopf war, fand seinen Weg nach draußen. Sie war wütend, enttäuscht und planlos. Und außerdem unausgeschlafen.
Mit einem Seufzer ließ sie sich auf Jyvindars Bett fallen.
"Wenn wir schon mal wach sind, können wir eigentlich auch gleich unsere Sachen zusammenpacken und uns auf den Weg machen.", schlug sie dann vor.
Erst jetzt ließ sie den immer noch verdattert in der Tür stehenden Elf zu Wort kommen.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Do, 16. Mai 2013 9:56

Das es Shiro war die ihn weckte verwunderte den Lehrmeister. Normalerweise war es nämlich genau anders herum. Für Verwunderung blieb allerdings nicht viel Zeit denn wenn Shiro so früh wach war musste etwas passiert sein und das ließ sorge in dem Elfen aufsteigen. Schnell war Shiro an dem Elfen vorbei gerauscht und brabbelte darauf los. Jyvindar wurde fast erschlagen von den Informationen. " Beruhige dich erst mal." " Shiro. " wiederholte der Magier ruhig und hob beschwichtigend die Hände. Doch Shiro schien ihn gar nicht wirklich zu bemerken. Kurz weiteten sich seine Augen schockiert, als er hörte das Ara verschwunden war. Doch schnell setzte er wieder eine Maske der Ruhe auf um Shiro nicht weiter nervös zu machen. So wartete er ab bis sie ihre Ausführungen beendet hatte.
Als sie auf seinem Bett zusammengesakt war und ruhig wurde schloss der Magier erstmal die Tür. Dann kam er mit ruhigem Schritt auf das Bett zu. Er ließ sich darauf nieder und strich Shiro sanft über den Rücken. " Atme erstmal durch. Wir werden schon eine Lösung finden. " Er sah shiro in die Grünen Augen. " Oder habe ich bis jetzt jemals keine Lösung gefunden hmm?" Der Elf lächelte die junge Elfe aufmunternt an. In seinem innern sah es allerdings ganz anders aus. Er war fast ausser sich vor Zorn und Enttäuschung. Er hatte Vertrauen in den Halbdämon gefasst und das dieser sie so kurz vor dem Ziel im stich lies, versetzte ihn einen mächtigen Schmerz in der Brust. dazu kam das er sauer war. Sie hatten alle ihre Planungen auf den Monsterjäger aufgebaut. Seine andere Form war ihr Fundament gewesen. So hatten sie nicht mehr viel in der Rückhand. Wäre er nie da gewesen, hätten sie sich schon lange einen anderen Plan ausgedacht, aber wie sollten sie in so kurzer Zeit einen neuen Plan fassen. Immer hatte er geprahlt das er zuverlässig sei. Das er unabdingbar für dieses Unterfangen wäre. Gut seine Berufung sprach für sich, deshalb hatten sie ihm geglaubt. Und immer hatte er sich beschwert wie schwer doch alles sei als Dämon. Und dann tat er selbst soetwas und verließ sie. Ließ sie im Stich! So enttäuscht war Jyvindar schon lange nicht mehr gewesen. Doch nach aussen hin blieb er der ruhige optimistische Elf. " Ob Shiro etwas merkt? Schließlich kennt sie mich schon lange." dachte er bei sich. Doch er musste versuchen optimistisch zu sein. Schließlich sollte Shiro nicht noch mehr Panik bekommen als sie jetzt vermutlich schon hatte. " Also erstmal.." fing Jyvindar bedächtig an und blickte ernst in das Gesicht seiner Schülerin, Freundin und Ziehtochter, "..Ich werde nicht zulassen das dir was passiert. Also wird es kein Himmelfahrtskommando. Es mag zwar nun um einiges Schwerer werden, doch damit müssen wir jetzt umgehen. Schließlich brauchen uns die Menschen hier. Ob mit oder ohne Ara. Die Menschen haben ohnehin nur nach und und nicht nach ihm gerufen, also müssen wir auch ohne ihn klar kommen. Ausserdem wird es ihnen bestimmt Angst gemacht haben als sie Ara gehen gesehen haben. Jedenfalls die die ihn gesehen haben. Wir sind der letzte Hoffnungsfunke von norr Bharrak. Diesen dürfen wir nicht erlischen lassen." Jyvindar merkte schon wieder wie er in eine Predigt abrutschte, doch vielleicht war es genau das was Shiro jetzt brauchte um wieder Hoffnung zu bekommen. Er musste jetzt stark sein. Für Sie genauso wie für die Eismenschen. " Dann lass uns mal überlegen. Jetzt wo Ara weg ist werde ich die Ablenkung übernehmen müssen. Das wird mich zwar viel Kraft kosten doch ich sehe keine andere möglichkeit. Du bleibst wie besprochen auf Distanz. Optimal wäre es natürlich wenn wir eine Art Köder hätten. Wie der Wagen den ich vorgeschlagen hatte, der ja von euch verschmäht wurde. Vielleicht könnetn wir ja zwei drei zelte mit nehmen um ein kleines Jägerlager zu Simulieren. Wir würden dann in Deckung gehen und abwarten. Zwar braucht man auf der jagd eigentlich mehrere Fallen, doch haben wir nur diese eine. Heffentlich schnappt sie auch zu. Sobald das Wesen erscheint werde ich einen Feuervogel oder Phönix erschaffen um für ablenkung zu schaffen. Solange das Ding mit dem Lager beschäftigt ist nutzten wir die Gelegenheit um es mit Feuer ein zu decken. Dann wird es vermutlich vom Lager ablassen und uns ins Visir nehmen. Dann lasse ich mich in Flammen hüllen um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Ich werde Zaubern und Kämpfen so gut ich kann. Und du schießt bitte so wie noch nie. Falls ich in die Bredulie komme nutzte ich den Vogel um das Ding ab zu lenken und in Sicherere Entfernung zu kommen. Dann mache ich weiter und hoffentlich ist es dann besiegt. Was denkst du? Ich halte den paln ja für Genial." sagte der Elf optimistisch. Auch wenn er im innern nicht mal ansatzweise so optimistisch war.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Sa, 18. Mai 2013 14:32

Shiro starrte zur Hand hinauf, während sie Jyvindar zuhörte. Sie unterbrach ihn nicht, doch sie nahm nicht nur das auf, was er sagte, sondern auch das, was er nicht sagte. Sie kannte ihn viel zu gut, als dass sie sich von der ruhigen, selbstsicheren Maskerade hätte täuschen lassen. Sie wusste, dass Jyvindar sich von Ara verraten fühlte, dass er enttäuscht war und auch, dass er bei weitem nicht so überzeugt von seiner Idee war, wie er gerade tat. Zwar konnte man nicht von der Hand weisen, dass das, was er sagte durchaus vernünftig klang, doch sie hatten einen ganz entscheidenden Nachteil - sie hatten einfach anders geplant. Ganz egal, was sie sich nun zurecht legten, dieser Plan würde einen Denkfehler enthalten - einen Fehler, der sie vielleicht das Leben kosten konnte.
Sie hatten schlicht nicht mehr die Zeit, ihren Schlachtplan auf Herz und Nieren zu prüfen. Irgendetwas würden sie übersehen, dass war beinahe so sicher wie das Amen in den Tempeln.
Nach ihrem kleinen Ausbruch war Shiro wieder ruhig geworden. Zwar war sie immer noch wütend und überrumpelt, doch jetzt betrachtete sie die Situation viel nüchterner. Und was Jyvindar sagte, traf den Nagel tatsächlich auf den Kopf. Die Menschen hier brauchten sie. Und keiner hatte je um die Hilfe von Ara gebeten. Die menschen waren anscheinend der Meinung gewesen, die beiden Elfen würden das Problem alleine in den Griff kriegen - und die Menschen hier waren nicht so naiv, sie für Überelfen zu halten. Sie wussten um die Magiekünste der beiden, sie kannten aber auch deren Beschränkungen.
Die Beschränkungen.. die Eismenschen kannte sie, Jyvindar schien sie spontan vergessen zu haben.
"Und wie willst du einen Phönix so lange unter Kontrolle halten, während du nebenbei noch mit dem Schwert kämpfst und einen anderen Zauber wirkst?", erinnerte sie ihren Lehrmeister an seine Grenzen. Um sich selbst machte sie sich aktuell die wenigsten Sorgen, sie würde sich schließlich immer auf Abstand befinden, zumindest war das der Plan. Doch die dreifache Beanspruchung, die Jyvindar da plante, würde er allerhöchstens ein paar Minuten aufrecht erhalten können.
"Die Frage ist, ob wir die Zeit haben, um 3 große Zelte aufzubauen. Schließlich sind das Zelte für 4 Personen. Allein die Ausrüstung würde uns vermutlich mehr behindern, als dass sie Nutzen stiften würde - außerdem, wo sollen wir die denn jetzt noch her bekommen? Und hätten wir genug Zeit, die Zelte aufzubauen - wir sind nur zu dritt - und uns dann wieder in Deckung zu begeben? Wir hinterlassen Spuren, wir...
Ich halte es weiterhin für besser, den Spuren zu folgen und dann aus der Distanz, aus dem Hinterhalt, zuzuschlagen.
Wir wissen nicht, wie schnell das Ding ist, aber aufgrund seiner Größe gehe ich davon aus, dass es eher plump unterwegs sein wird.
Unsere Schnelligkeit wird unser Vorteil sein.
Abzuwarten bleibt, ob man mit Waffen aus Stahl überhaupt etwas auszurichten vermag...
Ich werde auf die Augen zielen. Geblendet ist ein Gegner zwar unberechenbar, aber eben auch um vieles hilfloser. Und unberechenbar ist ein unbekannter Gegner für uns ja sowieso."
, fasste sie zusammen.
"Ich würde vorschlagen, dass wir nur einen sehr kleinen Schlitten mit etwas Brennholz und den Vorräten zu beladen. Anyú soll uns führen, bis wir das Ding sehen können. Wir entzünden das Feuer, müssen aber dafür sorgen, dass es nicht zu weit zu sehen ist.
Du versuchst, so nah wie möglich an das Wesen heranzukommen und ich eröffne das Feuer - wortwörtlich."
, schlug sie ihrerseits eine Taktik vor.

"Was wir auch tun, wir müssen uns schnell entscheiden. Es dämmert bald und dann müssen wir mit Ausrüstung am Tor stehen., stellte sie fest und sah aus dem Fenster. Das tiefe blauschwarz am Himmel wich langsam einem sehr dunklen Grau, das ganz allmählich heller wurde. Nicht mehr lange und das Grau würde hell und schließlich zu durchsichtigem Nebel werden.
"Ich glaube nicht, dass die Spurenleserin uns im Kampf eine große Hilfe sein wird. Meinetwegen soll sie das Feuer bewachen und am Laufen halten, aber aus dem Geschehen drumherum würde ich sie heraushalten. Sie würde uns ja doch nur hinderlich sein.", kam sie noch einmal auf die Anyú zurück und warf Jyvindar einen fragenden Blick zu.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mo, 03. Jun 2013 10:46

" Und wie lange willst du gegen ein solches Ungetüm kämpfen?" Jyvindar war klar worauf Shiro hinaus wollte. Doch 1. Wollte er keine Stunden gegen einen unbekannten gegener kämpfen. 2. Hatten sie keine große wahl als alles was sie hatten zu nutzen. Das war schließlich kein augeklügelter Plan, sondern ein notfallplan. Und drastische Situationen verlangten manchmal drastische Maßnahmen. " Wir können eh nur 1 weg von zweine gehen wenn wir im Gefecht sind. Entweder langwierig und auf sicherheit oder schnell und mit aller kraft. Beides birgt Gefahren. " Der Elf kratzte sich am Kinn. " aber vielleicht sollten wir auch einen Mittelweg gehen. " Irgendwie war die ganze Situation vollkommen verzwickt. Warum war dieser Dämon auch abgehauen. " Gut lassen wir mal den Phönix weg. Der Feuervogel sollte zur Ablenkung reichen."
Der Magier schütttelte den Kopf. Er war das diskutieren leid. Er war immernoch der Festen überzeugung, das eine Falle besser wäre. Schließlich befanden sie sich in Fremden Terrain. Das Biest würde sich besser auskennen und sie eventuell leicht ausmanövrieren können und dann seinerseits in den Hinterhalt locken können. Eine Falle ließ sie wenigstens nach ihren regeln spielen...oder es schaffte ein klein wenig ausgleich. Doch er bemerkte das es keinen Sinn hatte mit Shiro weiter zu sprechen. Also schwieg er. Er glaubte nicht mal dran das sie das Ding finden würden. Spurenleserin hin oder her. Bei einem Lager würde es über kurz oder lang von selber kommen. Doch Shiro schien das ganze nicht verstanden zu haben oder sie empfand es einfach als zu schwierig. Natürlich würde es Zeit brauchen, damit hatte sie vollkommen recht. " Die Spinne wartet auch auf ihre Beute. Sie spinnt sich ihr Netzt und verwendet Zeit darauf. Und wenn die Fliege dann in die Falle gegangen ist greift sie mit aller Macht an. Aber wenn du anderer Ansicht bist, machen wir es halt anders. " Jyvindar war merklich gefrustet. Schließlich war es er der in erster Reihe kämpfen würde. das es da nicht zu seinen Bedingungen gehen sollte störte ihn schon.
Als Shiro ihre ausführungen been det hatte und Jyvindar fragend ansah zuckte er nur mit den Schultern. " Was siehst du mich an. Es ist dein Plan. Du musst also wissen wie er am besten durchgeführt wird. Allerdings gebe ich dir bei der Spurenleserin recht. "
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Mo, 03. Jun 2013 21:21

Sie würden sich hier nicht mehr einig werden, dachte Shiro. Nicht in der kurzen Zeit, die sie noch hatten. Das samtene Mitternachtsblau wurde zusehends heller, von grauen und violetten Wolkenfäden durchsetzt, wie ein kostbarer Mantel, den die Königin der Nacht trug.
"Die Frage ist nicht, wie lange ich kämpfen will - sondern wie viel Kraft wir haben. Wenn wir das bisschen, das wir alleine dem Ungetüm entgegenzusetzen haben, auch noch dafür aufbrauchen, eine Falle zu bauen, werden wir - wirst du - keine Zeit haben, um deine Reserven wieder zu füllen.", mahnte sie - und fand sich plötzlich in vertauschten Rollen. Gerade wirkte sie selbst wie eine Lehrmeisterin. Doch sie hatte nicht viel Zeit, sich über diesen Umstand zu wundern.
Einen kleinen Moment lang dachte sie an das Mutterkraut in ihrem Beutel - doch sie verwarf den Gedanken wieder. Mit Ara an ihrer Seite hätte das Kraut einen Kämpfer wie Jyvindar aufputschen können - so aber würde es ihn nur über seine eigene, tatsächliche Kraft hinwegtäuschen. Sie selbst war des Öfteren mit den Jägern ausgezogen, als sie vor einigen Jahren in der Eiswüste gelebt hatten - sie wusste, dass das Aufbauen eines solchen Zeltes selbst mit fünf Mann noch eine schweißtreibende Arbeit war. Jyvindar hatte nie solch ein Zelt der Eismenschen aufgebaut.
Die kleine Metapher des Elfs ließ ein kurzes, bitteres Lächeln um ihre Mundwinkel spielen.
"Die Spinne braucht sich vor der Fliege auch nicht zu fürchten - es ist mehr, als würde sie versuchen, ein Netz für einen Spatzen zu weben, doch der Spatz wird das Netz der Spinne einfach zerreißen.", spielte sie ihren Trumpf aus. Jyvindar mochte mit den Worten spielen können - im Laufe der Jahre hatte Shiro gelernt, dieses Spiel mitzuspielen.
Jyvindar konnte seine Verärgerung nicht verbergen, doch dieses Mal, dieses eine Mal beharrte Shiro felsenfest auf ihrem Plan. Auch ohne ein improvisiertes Lager, dessen Errichtung unheimlich viel Zeit kostete - und sie noch dazu auf den Präsentierteller schmackhaft und gut sichtbar setzte, war dieses Unterfangen vollkommen verrückt. Sie spielten ein Glücksspiel. Und Shiro wollte alle Risiken so weit wie möglich reduzieren.
Es mochte sein, sie konnten das Monster mit eine Lager täuschen. Doch es war hungrig, davon ging Shiro zumindest aus. Seit Monaten hatte kein mensch Norr Bharrak verlassen und um diese Jahreszeit durchquerten keine Handelskarawanen die Eiswüste. De facto hatte das Monster keine Nahrung mehr. Das konnte ein Vorteil für sie sein - aber nicht, wenn sie damit beschäftigt waren, ein Lager aufzubauen und ihre Kräfte zu verschwenden.
"Wir sind im Nachteil - wir müssen unsere Kräfte schonen, wo es nur geht, so lange es nur geht.
Kein schweres Gepäck.
Keine Zeit verschwenden.
Keine Kraft verschwenden."
, erklärte sie strickt und mit ungewohnt fester Stimme. Sie stand auf, straffte ihr Kleid und blickte Jyvindar fest in die Augen.
Die ersten Sonnenstrahlen zerrissen das dunkle Blau des Himmels. Die Morgendämmerung.
"Wir müssen uns beeilen - es dämmert und wir sind verabredet.", erinnerte sie ihren alten Freund - und war sich ihres gerade noch harschen Auftretens plötzlich peinlich bewusst. Woher diese rüde Entschlossenheit?
Es war nicht so, als würde sie nie widersprechen - doch Shiro gehörten nicht zu denen, die Pläne schmiedeten und führten. Sie war keine Führungsnatur, wenn auch nicht duckmäuserisch. Doch sie war von sich selbst zu sehr überrascht, als dass sie jetzt die passenden Worte gefunden hätte. Sie schwieg und riss sich erst am Riemen, als sie schon fast aus der Tür getreten war.
"Ich hole meinen Bogen und das Gepäck. Wir treffen uns am verabredeten Treffpunkt.", murmelte sie - plötzlich gar nicht mehr selbstsicher und schlich hinaus.

Ih ihrem Zimmer warf sie sich schnell die warmen Pelze über und griff nach ihrem Lederbeutel. Ein letztes Mal überprüfte sie den Inhalt der wichtigsten kleinen Beutelchen, die ihre Kräuter enthielten und sah sich im Zimmer um. Dann warf sie den Köcher über die Schulter und griff nach ihrem Bogen. Sofort strömte eine tröstliche Sicherheit durch sie hindurch. Fast liebevoll strich sie über das glattpolierte Holz ihrer Waffe.
"So viele Schüsse habe ich abgegeben, ohne dass mir jemals eine Sehne gerissen ist - bitte, tu mir diesen Gefallen auch heute.", beschwor sie den Bogen ernst. Erst dann ging sie langsam die Treppe hinunter. Vor der Tür fand sie den schon vorbereiteten Schlitten und war gerührt. Säuberlich aufgeschichtet und fest verschnürt lagen mehrere Bündel brennholz darauf, dazu ein kleiner Lederbeutel, der vermutlich Zunder und Feuerstein enthielt. Gekrönt wurde das Gespann durch den Proviant des Wirtes - auf drei gleich große Päckchen verteilt.
"Diese Menschen verlassen sich auf uns... wir sind ihre letzte Hoffnung...", dachte sie schaudernd und umfasste den kühlen Griff des Bogens fester, fast so, als würde dieser ihr Sicherheit geben.
"Na, dann mal los.", murmelte sie, packte das Zugseil und setzte sich mit einem heftigen Ruck in Bewegung. Dabei wäre sie fast ins Straucheln geraten, denn der Schlitten war bei weitem nicht so schwer, wie sie erwartet hatte. Beinahe ohne Widerstand ließ er sich ziehen und dirigieren.
Mit neuem Mut stapfte Shiro auf das Tor zu, welches sofort geöffnet wurde- allerdings nur so weit, damit sie und der Schlitten hindurch passten. Niemand fragte, wieso sie alleine kam. Wahrscheinlich vermuteten die Wachen, dass alles Teil des Plans war - genau, wie Ara's Verschwinden. Fast hoffte Shiro das, denn dann würden die Menschen in der Stadt vielleicht gar nicht beunruhigt sein.
Sie blickte sich um und entdeckte schon bald halb verwehte Fußspuren, die einen Schlitten gezogen hatten. Shiro folgte der Spur.
Als sie schon fast dachte, es wäre eine falsche, konnte sie in der Ferne eine kleine Gestalt ausmachen, die auf etwas zu warten schien - und das konnte nur Anyú sein.
Einmal mehr fragte Shiro sich, weshalb die Frau so ein Geheimnis daraus macht,e dass sie ihnen helfen wollte. Waren nicht alle Menschen in Norr Bharrak erpicht darauf, das Monster zur Strecke zu bringen? War da nicht jede Hilfe etwas wert? Sie runzelte nachdenklich die Stirn, als sie sich der Fährtenleserin näherte.
Zuletzt geändert von Shiro d'Antelle am Mo, 10. Jun 2013 20:38, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Di, 04. Jun 2013 18:09

" Ich glaube eher das ich meine Reseven noch besser auffüllen kann wenn wir an einer Falle WARTEN. Was meinst du wie es sein wird wenn wir die ganze Zeit durch Schnee und Wind stapfen und dann auf das Monster treffen? Am besten werden wir dann auch noch aus dem Hinterhalt überrascht. Was meinst du wie viel Kraft ich dann noch habe? Begehe nicht den Fehler zu denken ich bin zu senil oder zu dumm um meine Grenzen zu kennen. Ich Trainiere nicht umsonst jeden Tag und das auch nicht erst seit gestern. " Jetzt war der Elf wirklich sauer. Er ließ sich ja viel sagen, aber nicht das er seine Grenzen nicht kannte. Denn das tat er. Schließlich hatte Shiro ihr wissen von ihm und nicht umgekehrt. Da brauchte sie nicht versuchen ihm Unterricht in sachen Energie zu geben.
" Solange die Spinne schneller zubeisst hat sie ihren Sieg. Doch wenn sie versucht den Spatz zu jagen wird sie immer verlieren. Denn sie kann nicht fliegen. In den Bäumen im Netz hingegen kennt sie sich aus. " Das Argument von Shiro war gut, das musste er ihr lassen. Doch das machte es nicht richtiger.
Als Shiro rüde das Gespräch beendete schwieg Jyvindar nur. Sie sagte das sie sich am Tor treffen würden. Der Elf nickte nur stumm. Jyvindar schloss die Tür aus der Shiro gegangen war. Wie sie geredet hatte hatte ihm nicht gefallen. Doch wa das ein Grund sauer zu werden? Konnte er vielleicht nicht damit umgehen, das Shiro nicht mehr das kleine Mädchen von damals war? Das Kind das immer an seinen Lippen gehangen hatte und auf seinen Rat gehört hatte.
Der Elf ging zu seinen Sachen und zog sein Schwert,Tyral´londun, der Mondglanz, aus seiner Scheide. Es fühlte sich gut an. Es fühlte sich richtig an. Das Schwert das schon so lange teil von ihm war. Ein Stück aus einer Zeit mit der er abgeschlossen hatte.
Der Elf machte ein paar kurze Übungen bevor er sich reisefertig machte.

Shiro schien schon weg zu sein. Ruhig und ohne Worte schritt Jyvindar zur Tür. " Viel Glück. Bitte, gebt euer bestes." sagte der Wirt. Jyvindar drehte sich um und nickte mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein kleiner junge kam zu ihm und zupfte an seinem Ärmel. " Werdet ihr das Monster vertreiben?" Er sah den Elfen mit ängstlichen Augen an. Jyvindar wurde wieder bewusst wie sehr das Volk hier litt. Er füsterte ein kleines Wort der Macht und lies eine kleine Flamme wandern. Sie wanderte über seine Hand. Der Elf berührte den Jungen und lies die Flamme auf ihn überspringen und über die Schultern flackern. Der Junge sah nervös aus. Die Flamme wanderte zurück zu Jyvindar und verpuffte da. " So wie dieses Feuer dir nichts anhaben kann, so kann das Monster eurem Volk bald nichts mehr antun. Dafür werden wir schon sorgen. Das verspreche ich dir." Jyvindar wausste es war nicht viel, doch er glaubte einen Funken Hoffnung gesäht zu haben. So ging er aus der Tür.

Der Morgen war kalt. Wie immer hier. Der Elf ging zum Tor der Stadt. Dort sah er auch schon Shiro und Anyu stehen. Die Spurenleserin sah nicht gerade glücklich aus, eher genervt. " Du siehst ja aus als wärst du jeden Moment alleine aufgebrochen." rief Jyvindar mit einem grinsen. Er wusste das die ganze Situation weniger zum Lachen war, doch das ahtte er sich niht verkneifen können.
Er trat an Shiro vorbei und hielt nur kurz an um etwas in der Sprache der Elfen zu sagen. Er wollte nicht das Anyu es verstand. " Du bist wirklich erwachsener geworden, Shiro. Aber vergiss nicht wer ich bin." Damit schritt der Elfen Meistermagier an seiner Gefährtin vorbei und stellte sich neben die Beiden Frauen.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Unvorhersehbares » So, 09. Jun 2013 11:44

Die Spurenleserin stand still im hellen Schnee der Eiswüste am vereinbarten Treffpunkt. Sie hatte ihn bewusst fern von Norr Bharrak gewählt. Niemand hatte sie durch das Tor gehen sehen, so dass hoffentlich niemand zu schnell den Zusammenhang zwischen der Monsterjäger-Gruppe und ihr herstellen würde. Ihr Blick schweifte über ihre Heimat, die still und flach vor ihr lag. In der Ferne thronten die Mauern der Drachen, die nun aber in dichten Nebel gehüllt und nicht zu sehen waren. Neben der Spurenleserin stand ein ähnlich kleiner Schlitten, wie auch Shiro ihn besorgt hatte und der selbst gezogen werden musste. Darauf fanden sich allerlei kleine Pakete, Beutel und Decken, die das Hab und Gut vor Blicken verbargen. In einem flachen Korb lagen einige tote Hasen, die ihren Zweck noch erfüllen würden. Außerdem befanden sich ein paar Seile und lange Lederstreifen auf dem Schlitten. Ihren Bogen und den Köcher mit Pfeilen trug Anyú geschultert mit sich. Sie hoffte, an alles gedacht zu haben.

Als hätte sie sie gehört, drehte sich die Spurenleserin gerade um, als Shiro in Blickweite trat und Anyú in der kalten Landschaft erkennen konnte. "Ich hoffe, Ihr habt gut geschlafen?", fragte sie die junge Elfe mit einem freundlichen Lächeln und hoffte, dass sie nicht allzu nachtragend war und sich inzwischen wieder beruhigt hatte, auch wenn Anyú ihre Worte noch nicht vergessen hatte. "Wo sind Eure Begleiter?" Stirnrunzelnd warf sie einen Blick an Shiro vorbei. Je mehr Zeit verstrich, desto nervöser wurde sie. Hatten die beiden Männer es sich anders überlegt und die Flucht ergriffen? Allein mit der jungen Elfe hätten sie vermutlich keine großen Chancen. Sie überlegte schon, wie sie weiter verfahren sollte, als endlich eine zweite Gestalt in Sichtweite kam, die sich schon bald als der ältere Elf herausstellte. Auf seine Worte zuckte sie kurz mit den Schultern, als könne sie eben nichts gegen ihre Natur machen. Tatsächlich hätte wohl nicht viel gefehlt, ehe sie auch alleine losgezogen wäre.

Trotzdem begrüßte sie auch Jyvindar mit einem freundlichen Gruß und der Nachfrage nach seiner Nachtruhe. Sie war froh, dass sie sich auf ihre Bitte einließen und wollte es sich nicht gleich zu Anfang mit ihnen verscherzen. Sie brauchte ihre Hilfe und dass sie sie unterstützen, war für sie Grund genug, so freundlich wie möglich aufzutreten. "Dann fehlt ja nur noch der Dritte im Bunde. Oder hat er es sich anders überlegt?" Ihre Frage war im Scherz gemeint. Es war undenkbar für sie, dass gerade der Größte von ihnen, über den sie einiges erfahren hatte und deshalb auch über seine Tätigkeit Bescheid wusste, nicht mehr auftauchen würde. Ungeduldig blickte Anyú an den beiden vorbei, in der Erwartung, jeden Moment ihren Begleiter zu sehen.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Mo, 10. Jun 2013 20:36

Shiro hatte Anyú erreicht und zuckte nur mit den Schultern.
"Kurze Nacht.", antwortete sie ausweichend, rang sich dann aber doch zu einer höflichen Gegenfrage durch. Sie war einfach kein Morgenmensch - und auch ihre derzeitige Situation änderte nichts daran, dass die Halbelfe mindestens eine halbe Stunde lang nach dem Aufwachen ihre Ruhe haben wollte. Das Streitgespräch mit Jyvindar zu nachtschlafender Zeit hatte ihre morgendlichen Kompetenzen quasi vollkommen aufgebraucht.
Daher verzichtete sie auch auf die Floskeln - wenn alles schief lief, würde sie neben dieser Frau verrecken - da konnte man sich wenigstens duzen.
"Und du?", nuschelte Shiro, ohne sich wirklich für die Antwort zu interessieren. Sie stampfte mit den Füßen fester auf und rieb sich die Arme. Trotz mehrere schichten Kleidung war es hier draußen empfindlich kalt.
Viel mehr als ihr Wohlbefinden interessierte Shiro die Waffe auf Anyús Rücken. Dass sie schießen konnte, hatte Shiro nicht erwartet - vielleicht konnte sie ja doch noch zu etwas nütze sein. Mit Kennerblick musterte sie den Bogen - ein typisches Stück der Eiswüste. Gefertigt war er aus Fischbein, von welchem Tier die Sehne stammte, konnte Shiro aber nicht nicht ausmachen. Sie tippte auf das hier weit verbreitete Rentier. "Ein schönes Stück.", bemerkte sie.
Diese Art von Bögen waren stabil und sehr treffsicher - wenn man zu schießen verstand. Natürlich kein Vergleich zu ihrem Kompositbogen. Aber auf keinen Fall von minderer Qualität. Die Pfeilspitzen waren aus gehärtetem Feuerstein - eventuell konnte Shiro einen Feuerzauber auch auf die von Anyú geschossenen Pfeile anwenden. Das würde Zeit sparen und natürlich effektiver sein.

"Wie gut kannst du schießen? Und wie weit?", fragte Shiro nach, und klang nun wirklich interessiert. Die Hektik, die Anyú verbreitete, machte sie nur nervös. Und morgens mochte sie es ganz und gar nicht, nervös gemacht zu werden. Und dann war da noch die Sache mit dem Monsterjäger. Anscheinend hatte Anyú nicht mitbekommen, dass dieser die Stadt bereits verlassen hatte. Umso besser, wenn sie ihre Gedanken in andere Bahnen lenken konnte - durchaus wichtigere, als der Verbleib des Dämons.
Da nahte wie auf Stichwort auch schon Jyvindar und enthob Shiro damit einer Antwort. Es war schwer auszumachen, ob er noch wütend auf sie war. Shiro beschloss daher, sich jetzt nur noch auf das Wesentliche zu konzentrieren - und eventuelle Spannungen zwischen ihr und dem Elfen gehörten entschieden nicht dazu.
Allerdings mussten sie Anyú nun reinen Wein eingießen.
Shiro wählte die 'Kurz und schmerzlos'-Variante.
"Hat er.", sagte sie daher nur und zuckte mit den Schultern.
"Wir müssen allein zurechtkommen. - Also? Wo sind die Fährten, Spurenleserin?"
Sie versuchte, motiviert zu klingen und etwas Positives auszustrahlen - was in Anbetracht der Situation einer fast ebenso großen Herkules-Aufgabe glich wie die Monsterjagd an sich. Dennoch - hatten sie eine Wahl? Jetzt standen sie hier, ohne Ara, aber mit einer Stadt im Rücken, die sich auf ihren Erfolg verließ - und ansonsten vielleicht elendig zugrunde gehen würde. An Hunger, Durst, oder als Futter für ein unbekanntes Wesen. Was half es, sich über Missstände zu beklagen?
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mi, 12. Jun 2013 14:54

" Die Nacht war zwar kurz, aber gut. Ich danke der nachfrage. Ich hoffe ihr seit auch ordentlich ausgeruht, Anyu. " Jyvindar sprach ruhig und höflich wie immer, von der vorherigen Wut war ihm im Moment nicht mehr an zu merken. Als die Spurenleserin Ara erwähnte, drehte sich der Elf ab und sah in die Ferne der Eiswüste. er war froh das Shiro aufklärte was passiert war. es muste Anyu unvorstellbar vorkommen das er gegangen war. Doch sie hatte das ganze genau so hart getroffen. Und auch nur deshalb hatte er sich eigentlich mit Shiro gestritten. im grunde war es wirklich Schuld vom Dämon. Normalerweise war Jyvindar nicht so schnell mit Schuldzuweisungen, doch in dieser situation fand er sie doch durchaus angebracht. Wieder musste er mit Wut an die prahlerei des Dämons denken. das war es was ihn eigentlich am meisten ärgerte. Hätte Ara nie so damit herum getönt das er ja so Erfahren war, wäre es nur halb so schlimm. Aber es war auch ihre eigene Dummheit gewesen die sie den ganzen Plan hatte auf ara aufbauen lassen. Jyvindar strich sich eine Strähne zurück, die der Wind nach vorne geweht hatte und drehte sich wieder zu den Frauen, als Shiro versuchte optimistisch zu wirken und die Gruppe in Bewegung zu versetzen.
Der Magier hoffte das Anyu jetzt nicht anfing fragen zu stellen. das würde die ganze Expedition nur noch mehr zurückwerfen und verlangsamen. Ohne ein weiteres wort, nach shiro, zu sagen packte er sich die Leine eines Schlittens. Es war der den Anyu mit gebracht hatte. Schließlich musste sie die Spuren finden, so kam es ihm am besten vor, wenn sie sich frei bewegen konnte. " Zeigt uns den weg und wir werden euch folgen."
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Unvorhersehbares » So, 16. Jun 2013 14:42

Der jungen Elfe war anzumerken, dass ihr entweder die ganze Verfolgungsjagd oder zumindest nicht das frühe Aufstehen gefiel. Für Anyú hingegen war das genau die richtige Zeit. Der Tag begann gerade erst und lag mit all seinen, hoffentlich erfolgreichen, Geschehnissen vor ihnen. "Ich hatte eine gute Nacht", antwortete sie, ebenso wie Jyvindar einige Minuten später, und schwieg dann wieder, bis ihr der Blick der Elfe zu ihrem Bogen auffiel. "Danke für das Kompliment. Er ist mein treuer Begleiter, ein wirklich guter dazu. Ich kann gut mit dem Bogen umgehen, treffe bestimmt bis zu 70 Meter weit. Auch wenn es dafür Andere, Bessere in Norr Bharrak gibt. Anders als im Spurenlesen und Fallenstellen." Während sie ihr antwortete, glitt ihr Blick über die leere, weiße Landschaft vor ihnen. Man konnte ja nie wissen, ob sie nicht doch noch schneller als gedacht auf dieses Ding trafen, dass schon so viele Menschen getötet hatte. Aber jetzt war nicht die Zeit, darüber nachzudenken, das hatte sie schon lange genug getan. Die drei waren ihre Chance, auch endlich zu handeln und etwas dagegen zu tun.

Dass der Monsterjäger die Gruppe verlassen hatte, überraschte Anyú so sehr, dass sie sogar einen Blick auf Shiro warf und sie ungläubig ansah. "Das ist doch hoffentlich ein Scherz", kommentierte sie ihre Worte, aber als keine Erwiderung kam, wurde ihr die Aussage der Halbelfe erst wirklich bewusst. Auch Jyvindar schien nicht mehr dazu sagen zu wollen, sondern gab das Zeichen zum Losgehen, als er die Leine des Schlittens an sich nahm, woraufhin auch Anyú mit den Schneeschuhen los lief. "Da habt ihr ja einen treuen Begleiter bei euch gehabt. Seid ihr nicht zu dritt nach Norr Bharrak gekommen?" Anyú, für die das Verhalten von Ara unverständlich war, schien das Ganze nicht einfach so hinnehmen und darüber schweigen zu wollen. Sie schüttelte den Kopf. "Den weiten Weg durch das Eis wählen und sich im richtigen Moment davon stehlen." Unter anderen Umständen hätte sie vielleicht an der Geschichte der beiden gezweifelt, aber ihre Minen und Launen ließen keinen Zweifel über das Verschwinden des Dritten zu.

Sie hatten einen langen und kalten Weg vor sich. Die Spurenleserin war wohl keine von der schweigsamen, wenn auch verschwiegenen, Sorte Mensch. "Wo kommt ihr eigentlich her? Wir haben selten Besuch, und noch seltener von zwei Elfen." Fragend und auffordernd zugleich blickte sie beide an, um sie in ein Gespräch zu verwickeln.

Die Stunden zogen dahin und den Vormittag liefen sie ohne eine Rast durch den unberührten Schnee. Anyú beobachtete mehr den Horizont als alles andere und würde, wenn sie jemand danach fragte, erklären, dass sie zuerst zu der Stelle gingen, an der das Monster das letzte Mal gesehen worden war. Auch als sich der Morgennebel klärte, hingen die Wolken tief am Himmel. Es war ein bewölkter Tag an dem ein frischer Wind wehte, sodass Anyú schon bald die mit Fell gefütterte Kapuze über die dunklen Haare schlug. Tatsächlich redete Anyú recht viel. Wenn sie die beiden nicht nach ihrer Herkunft und ihrer Heimat ausfragte, erzählte sie selbst von sich oder Norr Bharrak. Selten ließ sie dabei aus, mit kleinerer oder größerer Auffälligkeit, dass sie die beste Spurenleserin ihrer Heimat war und ihren Fallen so schnell kein Tier entkam.

Nach einer kleinen Rast am Mittag zogen sie beständig in dieselbe Richtung weiter. Die Landschaft gab nur wenig Vegetation her und der Himmel war so verhangen und die Weitsicht so eingeschränkt, dass sie ohne Anyú vermutlich in die falsche Richtung gelaufen wären. Erst nach dem Mittag erreichten sie die Stelle, an der das Monster zuletzt gesehen worden war. Schon auf dem Weg dorthin verdichteten sich die Spuren und breiteten sich in einem kleinen Umkreis aus. Der Schnee war hier schmutzig und blutig, offenbar hatte das Monster hier verzehrt, was es auch immer gefunden hatte. Anyú wollte lieber nicht daran denken. Sie untersuchte die Stelle, bat Shiro und Jyvindar zu warten und sah sich in der Umgebung genauer um. Als sie nach etlichen Minuten zurückkam, erklärte sie, dass das Wesen verschiedene Wege genommen hatte und sich die Spuren dabei immer wieder überkreuzten. Sie war sich jedoch sicher, welcher sie folgen mussten und wie auch in der Vergangenheit des Tages, schlug sie alle gegensätzlichen Vorschläge, die da kommen würden und das Finden und Verfolgen der richtigen Spur betrafen, stur aus. Nun sah auch Anyú immer wieder auf den Boden, kniete sich nieder, betastete den Schnee, richtete den Blick nach vorne und korrigierte dann den Kurs. Manchmal ging es schneller voran und ihre Begleiter mussten sich beeilen, um ihr zu folgen. Andere Male war das Finden der Spuren weitaus schwieriger und dauerte seine Zeit.

Bevor zu dämmern begann, blieb Anyú stehen und erklärte mitten in der Eiswüste, dass sie hier ihr Nachtlager aufschlagen müssten. Die Sonne ging in dieser Gegend sehr schnell unter und in der Nacht würde es keinen Sinn machen, das Monster weiter zu verfolgen. Sie holte ein Zelt von ihrem Schlitten, das sie gemeinsam relativ schnell aufbauten. Es bot genug Platz für die vier angedachten Personen; der Spurenleserin schien das nichts auszumachen. Vielmehr ging es darum, nicht auszukühlen und wenn sie zusammen in dem Zelt schlafen würden, wäre die Gefahr des Auskühlens sehr viel geringer. Das Zelt richteten sie im letzten Licht des Tages auf und kaum war die Sonne gänzlich verschwunden, frischte es merklich auf. Während sie aßen, auch über das ungewohnte Essen klärte Anyú ihre Begleiter auch gerne ungefragt auf, ließen sie ein kleines Feuer brennen. Außerdem reichte sie einen Trinkschlauch herum, deren Inhalt ihre Lebensgeister wecken würde, wie sie versprach. Der Alkohol brannte stark, wärmte aber tatsächlich sehr schnell von innen heraus. Anyú wirkte, wie schon den vergangenen Tag über, angespannt. Aber es schien ihr nicht viel auszumachen, dass sie das Monster noch nicht gefunden hatten. Immerhin bräuchten sie, wenn es so einfach wäre, auch nicht sie und keine "Monsterjäger von außerhalb", wie sie es nannte. Aber für sie war es auch normal, den Tag durch die kalte Wildnis zu streifen und sich nachts unter mehrere dicken Decken zu verkriechen. Nachdem sie ihr Essen in der Einsamkeit beendet hatten, sah Anyú in die Runde: "Wenn ihr möchtet, kann ich die erste Wache übernehmen? Außer ihr wollt noch etwas von der Landschaft genießen.."

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