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Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Die weiße Hauptstadt in der Eiswüste.
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Shiro d'Antelle
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Do, 20. Jun 2013 22:58

Shiro nickte. 70 Meter. Hm. Das war nicht mal halb so weit, wie ihr eigener schießen konnte. Nun gut...
"Du wirst ihn brauchen.", merkte sie an, ohne auf Anyús Bemerkung einzugehen. Sie war offenbar stolz auf ihre Talente - nur leider nutzte es ihnen in der jetzigen Situation recht wenig, dass Anyú sich darauf verstand, Fallen zu stellen, denn diesen Plan hatten sie aufgegeben. Zumindest Shiro hatte das getan.

Doch anscheinend war die junge Frau nicht damit zufrienden dass Ara weg war. Shiro schnaubte genervt.
"Von treuem Begleiter konnte nie die Rede sein. Es war eine Zweckgemeinschaft. Und jetzt gibt es sie eben nicht mehr.", sagte sie nur kurz angebunden. Sie hatte keine Lust, jetzt auch noch mit Anyú über den verbleib des Eisdämons zu debattieren - vor allem nicht, da sie das Verhältnis der drei zueinander wohl am wenigsten beurteilen konnte.
Shiro war zwar froh, dass die Spurenleserin das Thema dann doch fallen ließ - doch gerade als Shiro dachte, sie könnte jetzt in Frieden schweigen, wollte Anyú mehr über ihre Herkunft wissen. Shiro stöhnte innerlich. Konnten sie denn nicht einfach still nebeneinander her wandern, sie zog ihren Schlitten und die Spurenleserin tat, weshalb sie hier war? Und das war Spuren lesen und nicht quatschen.
Dennoch rang Shiro sich zu einer Antwort durch.
"Wir waren schon mal hier. Vor ein paar Jahren. Damals kamen wir aus dem Süden, die mal haben wir unsere Reise in Merindár begonnen."
Im nächsten Moment verfluchte sie sich selbst. Warum hatte sie bloß diesen dummen letzten Satz gesagt? Hätte sie es nicht einfach bei einer Information belassen können?
Nein, jetzt würden sie gleich über ihre Reise, deren Ziel und Erlebnisse sprechen müssen. Warum waren sie schon einmal hier, wieso kamen sie aus einer anderen Richtung?
UNd dann würde es losgehen.
Wie, in der Wüste? Wahnsinn, die Elvoin?
Bei den Shiín?!
Shiro hasste diese Art von Konversation. Und das nicht nur früh morgens. Sie hatte diese Geschichten schon tausende Male erzählt, doch immer wieder wollten die Menschen mehr wissen.
Und Shiro wollte sich nicht an alles erinnern. Sie wollte nicht, dass man sie nach dem Grund ihrer Reise fragte.
Sie wollte nicht über die Steppenreiter sprechen und nicht darüber, wieso sie überhaupt mit Jyvindar unterwegs war und noch weniger darüber, wieso sie sich getrennt hatten. Das ging doch niemanden etwas an!
Shiro hätte sich am liebsten die Haare gerauft. Sie wollte doch bloß ihre Ruhe! Die Sonne begann gerade erst, aufzugehen und man verlange von ihr Konversation, während sie durch das eisige Nichts stapfte um ein tödliches unbekanntes Wesen zu finden.
Die Götter hatten entschieden etwas gegen sie. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit für eine kleine Opfergabe?

Hilfesuchend schielte sie zu Jyvindar. Sollte er doch reden, er konnte das erstens viel besser, hatte zweitens mehr Geduld als Shiro - und drittens war er morgens sowieso viel besser gelaunt als sie.
Die sich entwickelnden Gespräche beachtete sie bald nicht mehr. Mal sprach Jyvindar, dann plapperte Anyú von sich, dann fragte sie wieder etwas... Shiro schaltete auf Durchzug. Sie folgte den beiden wie in einer Trance, setzte schon fast mechanisch einen Fuß vor den anderen und hatte den Blick gerade aus gerichtet, starrte aber in die Ferne, den Blick auf einen nur ihr bekannten Punkt gerichtet.
Sie hatte sich in ihre Gedankenwelt zurück gezogen.
Im Geiste ging sie noch einmal alle orte durch, an denen sie gewesen war. Rief sie sich ins Gedächtnis, versuchte, so viele Einzelheiten wie möglich aus ihrer Erinnerung heraus zu konstruieren.
Merridia - die erste, große Stadt, die sie, noch als kleines Kind, zu sehen bekam. Das Theater Rúbin mit seinen Artisten in schillernden, fantasievollen Kostümen.
Der Wald, wo sie zum ersten Mal einen kleinen Feuerschild, nicht größer als ein Ball, der sofort wieder verglomm, zustande brachte.
Etyrion, die exotische Elfenstadt mit den filigranen Häuschen in den Baumkronen. Nie wieder hatte sie einen solch wundersamen Ort gesehen, der direkt einer Geschichte aus alter Zeit entsprungen zu sein schien und irgendwie verwunschen war. Zumindest in ihren Kinderaugen gewesen war. Sie war nie mehr dort gewesen.
Esparon, wie er mit dem Rücken an einen Baum stand und sich gegen drei Bauern zur Wehr setzte. Sein stolzer und zugleich ängstlicher Blick. Seine entschlossene Haltung.
Der Shiín, der zu ihrem Bruder wurde.
Sie erinnerte sich an die Nacht, in der man ihr, im Beisein der jungen Shiín, das Tattoo gestochen hatte. Sie spürte den stechenden Schmerz, als die Nadel wieder und wieder und wieder in ihre empfindliche Haut eindrang.
Sie erinnerte sich an den Augenblick, in dem der Nebel in den Bergen sich lüftete und das gewaltige, imposante Yath-Zuhárra sich aus dem Dunkel hervorhob.
Das erste Mal, als sie die Zhîraled-Seen erreichten, die ihren Namen nicht zu Unrecht trugen.
Naradesh, dass mit seinen vielen Farben, exotischen Gerüchen, einem ganz eigenen Baustil und die verschiedensten Bewohner eine wahre Metropole war.
Als sie an der Anhöhe standen, Shiro und Jyvindar, und die malerische Bucht von Nibyn zu ihren Füßen lag. Die salzige Meerluft, die ihnen in die Lungen strömt. Fast war Shiro, als würde sie erneut die Möven schreien hören. Das Knarzen der Schiffe im Hafen, das Brüllen der Seeleute und das Platschen, wenn ein Fisch aus dem Wasser sprang.
Der Sumpf von Nogorath, der mit seinen wabernden Nebelfeldern wie aus einer Geistergeschichte wirkte. Die Elvoin, die sich wie Schatten bewegen und plötzlich vor einem stehen.
Wie sie zum ersten Mal durch das große Tor das beeindruckende, aus weißem Mamor gehauene Norr Bharrak betrat. Die einzigartigen Reliefs im Stein.
Und schließlich die wilde Schönheit der Wilden Lande. Ungezähmt, unbebaut. Die Schönheit der Natur, die sich frei entfalten kann.
"Und all diese Orte", dachte Shiro, "werde ich vielleicht nie mehr wieder sehen."

Ein letztes Bild drängte sich ihr auf. Ein kleiner Raum, der vom Feuer des Kamins, das lustig fackelte, erhellt wurde. Stühle, ein Tisch, eine einfache Kochstelle. Viele Töpfe, Teller und Tassen. Am Kamin sitzt eine Frau und summt ein Lied. Sie hat ein Kinderhemdchen auf dem Schoß und bessert etwas aus.
Zu ihren Füßen auf dem Fell liegen ein kleines Mädchen mit langem, schwarzem Haar und ein Baby. Sie schlafen. Und ein älteres Mädchen sitzt neben ihnen und schaut zu ihrer Mutter auf.
"Wie geht der Text, Mama?"
Die Frau schaut von ihrer Näharbeit auf, ihre Augen sind groß und von einem intensiven grün, demselben grün wie die Augen des Mädchens. Der Feuerschein spiegelt sich in ihnen wieder. Sie wirkt traurig.
"Ich weiß nicht, mein Liebling. Es ist ein Lied der Menai - ein Schlaflied."
"Wo liegt Meno.. Meni.. "Das Mädchen runzelt die Stirn, doch bevor sie einen neuen versuch unternehmen kann antwortet ihre Mutter sanft.
"Menainon liegt weit weg von hier, ganz weit im Süden, wo die Sonne immer scheint."
Das Mädchen nickt verstehend und ist still. Die Frau nimmt ihre Arbeit wieder auf und beginnt wieder, leise zu summen.
"Mama?"
"Ja, mein Liebling?"
"Woher kennst du das Lied?"
Die Frau schweigt lange. Mustert das Mädchen mit zärtlichem, traurigem Blick. Sie hadert mit sich.
"Dein Vater hat es mir beigebracht.", sagt sie dann leise.
Das Mädchen schwieg.
Doch die Melodie würde sie nie vergessen.

Shiro blickte auf. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie gesummt hatte. Anyú und Jyvindar standen nebeneinander und packten jeweils eines der Essrationen aus, die sie von Tarik in der Schenke bekommen hatten. Shiro blinzelte.
Trotz der vielen Wolken, die wohl den Himmel heute nicht mehr erhellen würden, konnte sie erkennen, dass die Sonne hoch gestiegen war. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass es schon so spät war.
Nach dem kärglichen Mahl wurde Shiros Aufmerksamkeit mehr gefordert. Anyú wanderte nun nicht mehr zielsicher gerade aus, sondern mal hierhin, mal dort hin. Mal zielstrebig, mal langsam. Hin und wieder verschwand sie sogar aus Shiros Blickfeld.
"Ich hatte ein abenteuerliches Leben.", sagte sie bei einer dieser Gelegenheiten und richtete die Blick in die Ferne.
"Seltsam, nicht? Ich habe die ganze Welt bereist, und doch nicht gefunden, wonach es mich am meisten verlangte."

Die Nacht brach herein und Shiro war missmutig - noch missmutiger, als sie es am Morgen gewesen war. Sie hatte gehofft, das Wesen schon heute zu finden.
Dennoch nahm sie dankend einen kleinen Schluck aus dem Wasserschlauch, den Anyú herumreichte, hustete aber heftig. So starkes Gebräu war sie eindeutig nicht gewöhnt, doch es wärmte tatsächlich von innen.
"Meinetwegen. Weck mich, wenn es an der Zeit ist, ich übernehme die zweite Runde.", willigte sie ein und gähnte.
Sie rollte sich in den Fellen zusammen und war erstaunlich schnell eingeschlafen.
Der lange Fußmarsch, das frühe Aufstehen, der Ärger wegen Ara - all das forderte nun seinen Tribut.
Als ihre Wache vorbei war und Jyvindar diese Aufgabe übernahm, träumte sie. Denselben Traum, den sie bereits in den Steppen hatte.
Sie sitzt in einem Boot. Wie war sie dahin gekommen? Es ist warm, doch an den Ufern liegt noch Schnee und neben ihr im Wasser treiben Eisschollen.
Das Wasser wird schneller, reißender und ihr Boot wird wie eine Nusschale hin und her geworfen. Ein Wasserfall kommt in Sicht.
Das Boot kippt. Und Shiro fällt. Doch vor dem Aufprall auf den Spitzen Felsen wird sie weggerissen und weht wie ein welkes Blatt im Herbstwind über Landschaften. Doch diesmal erkennt sie die Umrisse.
Merindár, der Wald der Waldelfen. Die Hügellande, die Berge, die Steppen.
Die Wüste, der Sumpf von Nogorath. Die Wilden Lande.
Und schließlich landet sie in der Eiswüste, am Tor eines Schlosses, dass Norr Bharrak gar nicht so unähnlich sieht.
Das Tor geht auf. Sunilda steht vor ihr.


Shiro schreckte hoch. Sie war trotz der Kälte nass geschwitzt und ihr Herz raste. Sie brauchte einen Moment, um sich zu orientieren.
"Beim letzten Mal", dachte sie, "bin ich ihr gefolgt und dann von der Mauer der Drachen gestürzt...."
Nachdenklich packte sie die Felle wieder zusammen und schlug die Zeltplane zurück.
Der Morgen war klar und nicht so trüb wie am Vortag. Das Feuer war fast heruntergebrannt, nur noch ein Rest Glut glimmte sterbend vor sich hin.
Shiro setzte sich still neben Jyvindar. Sie wollte etwas sagen, doch sie wusste nicht recht, was.
Nun, was sagte man auch, wenn man sich verabschieden wollte?
"Du warst mir immer ein guter Lehrer und ein verständnisvoller Freund.", war daher alles, was sie heraus brachte.
"Ich habe von Sunilda geträumt. Der selbe Traum wie damals, am Nii-Talúta. Doch damals ist sie verschwunden. Diesmal nicht.", sagte sie dann, um etwas zu sagen, die düstere Stimmung zu vertreiben und selbst auf andere Gedanken zu kommen.
"Vielleicht ist das ja ein Zeichen, dass ich sie bald wieder sehe. Und den Rest meiner Familie.", fügte sie dann nachdenklich hinzu und biss sich auf die Lippen. Sie hatte doch nicht negativ sein wollen!

Das Lager war schnell abgebrochen und das klägliche Frühstück noch viel schneller verzehrt.
Und erneut stapften sie mit ihren kleinen Schlitten durch das nicht enden wollende, immer gleich aussehende Eis.
"Hoffentlich finden wir es heute.", sagte Shiro und warf einen Blick auf Anyú, die gerade konzentriert in Schnee hockte und eine Stelle inspizierte.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mo, 24. Jun 2013 9:32

Der ironische Spruch von Anyu brachte Jyvindar zur Weißglut, kurz entstellte sich sein Gesicht zu einer Fratze. " Haltet euren Mund Spurenleserin! Wir wurden gerufen! Nicht er! Uns hat man beauftragt! NICHT IHN! Wenn ihr dann so Dumm seid und einem Fremden mehr Hoffnung und Vertrauen entgegen bringt, als den Freunden eurer Stadt, dann seid ihr selber Schuld! Und erzählt mir nicht über treue. Sebst wenn es Feige war weg zu rennen. Oder unloyal und im stich zu lassen. Bei dem Wesen mit dem wir es hier zu tun haben ist das wohl keinem zu verübeln oder?! Das müsstet ihr am besten wissen! Schließlich wisst ihr am besten mit was wir es hier zu tun haben! Nicht jeder ist halt bereit sein Leben für andere Weg zu schmeißen!" Die Augen des Elfen waren einem Feuersturm gleich und man konnte kleine Funken in der Luft aufblitzen sehen, die so schnell wieder verschwanden wie sie aufgetaucht waren. Oder war das vielleicht doch nur die Austrahlung des Meisters gewesen? Doch so schnell die Wut gekommen war, so schnell war sie wieder verraucht. Und sofort tat es dem magier leid so ausgerastet zu sein. Normalerweise war er doch nicht so. Doch hatte ihn die letzte Zeit viel nerven gekostet und die Wunde die Ara gerissen hatte war tief. " Es tut mir Leid. Ich wollte nicht wütend werden. Aber ich bitte um einen gefallen..." Jyvindar drehte sich wieder um weiter zu gehen. "...erwähnt nie wieder den Dämonenjäger."

Der weg war lan und schwer. Und die Kälte machte es nicht leichter. Doch wenigstens ließ die Zeit den Elfen wieder etwas ruhiger werden. Er war zwar immernoch angespannt doch er dachte wieder besonnener und antwortete auch auf alle fragen die Anyu stellte. " Nun ich komme aus den Nordreichen, ganz im Osten des Kontinents. Dort wurde ich geboren und bin dort aufgewachsen. Aber ich bin schon seit sehr langer Zeit auf Wanderschaft. Irgendwann habe ich dann Shiro getroffen, aber da war sie noch klein." Der Elf musste lächeln als er an damals zurück dachte. " Wir haben fast alles auf diesem Kontinent gesehen und könnten damit viele Bücher füllen. Als ich das erste mal in Norr Bharrak war, da waren die jüngsten des Rates noch halbe Kinder. Jedenfalls im Rahmen eines Elfenlebens."

Die zeit in der sie nicht redeten, schwiegen sie einfach. Normalerweise hätte Jyvindar ein Lied gespielt, doch da er mit dem ziehen des Schlittens beschäftigt war, konnte er das nicht. Er beobachtete zwar Anyu beim Spurenlesen, doch konnte er nicht sagen worauf sie genau achtete. Spurenlesen gehörte nicht zu seinen Stärken. Da konzentrierte er sich lieber darauf einen fuß vor den anderen zu setzten. Die Pause verbrachten sie ebenfalls großteils schweigend.

Auch Jyvindar sah in die Ferne. " Deshalb suche ich nichts. Aber gib die Hoffnung nicht auf. Die Welt ist sehr groß. Und jeden Winkel hast auch du noch nicht gesehen. Du bist noch so jung, glaub einem alten Mann, wenn er sagt das du noch viel Zeit zum Finden hast."

Als Anyu das Sgnakl dazu gab ein lager auf zu schlagen, war der elf nur froh endlich nicht mehr den Schlitten ziehen zu müssen. Er massierte kurz seine Schulter und kümmerte sich dann um das feuer. Dass war wohl das was er am besten konnte. Schließlich war er nicht auf kleine Funken wie die anderen angewiesen. Er ließ sein eigenes Feuer entstehen. Er war froh das er diesen Meisterzauber viel geübt hatte. Nachdem das Lager aufgeschlagen war nahm auch er einen Schluck. Der Alkohol war dem elfen zwar unangenehm, doch wenigstens wärmte er. " Gut ich bin dann das Schlusslicht." Jyvindar blieb noch ein wenig am Feuer sitzten und spielte ein Lied auf seiner flöte, bevor er dann auch seine Schlafstätte aufsuchte.

Der Elf träumte. er träumte von all de Wesen die ihm wichtig waren und gewesen waren. Lerandr, seine Mutter, die Minotauren, Shalawey und seine Geliebte. Viele andere kamen noch in den Träumen vor, doch einige waren deutlicher als die anderen. " Du tust das Richtige, Jyvindar. Es ist wichtig sich für die schwachen ein zu setzten, selbst wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht." sagte Lerandr zu ihm. " Du bist ein guter Mann geworden mein Sohn. Ich könnte nicht stolzer auf die sein." sprach seine Mutter zu ihm. " Du hast uns viel gezeigt Lanok Wandrun. Du hast mich vieles gelehrt. Ich bin stolz darauf dich als meinen, unseren, Lanok bezeichnen zu dürfen." meinte der Minotaure der ihn damals aufgenommen hatte, jetzt nicht mehr so klein wie früher. " Hey, Brüderschen. Lass dich nicht unterkriegen, schließlich hast du mir noch nicht deine neusten Geschichten erzählt." rief Shalawey mit ihrer fröhlichen Stimme. Und als letzte erhob seine Ellanýa das Wort. " Wir werden uns wieder sehen Serigú. ich weiss wie sehr du mich vermisst und auch ich vermisse dich. Doch noch soll deine Zeit nicht gekommen sein."
Während seiner Wache, dachte Jyvindar viel über den Traum nach. Alle waren sie da gewesen. Ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen war konnte er nicht sagen. Irgendwann wachte Shiro von selbst auf. Sie stand neben ihm und schien sich zu verabschieden.
" Das ist bestimmt ein zeichen dafür das du sie wieder siehst. Aber denk dran, das Wörtchen bald, hat bei uns eine andere Zeitspanne als bei den Menschen. Also stell dich darauf ein das es noch länger dauert als du etzt vielleicht denkst." Jyvindar wollte nicht das Shiro über ihr Ende nach dachte. Dafür war sie noch viel zu jung. " Und ja ich war dir guter Lehrer und Freund. Und das werde ich auch bleiben. Schließlich willst du doch noch kaltes Feuer erschaffen lernen." Er erhob sich und sah Shiro an. " Aber auch du warst mir eine gute Freundin und eine bessere und gelehrigere Schülerin hätte ich mir nicht wünschen können." Jyvindar umarmte Shiro kurz, aber inniglich.

Frühstück verschlungen, Sachen gepackt und schnell ging es weiter.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Unvorhersehbares » Mo, 01. Jul 2013 17:32

Die Nacht war ruhig und ohne besondere Ereignisse verlaufen. Nachdem Anyú Shiro leise geweckt hatte, hatte sie sich unter die Felle verkrochen und wachte nach dem vergangenen, langen und anstrengenden Tag relativ ausgeruht auf. Sie war überrascht, dass die anderen beiden schon wach waren und grüßte sie mit kurzen Worten zum Frühstück, das sie hoffentlich angemessen für den Tag stärken würde. Dieses Mal zeigte sich die Spurenleserin relativ wortkarg. Anyú hatte am Tag zuvor schnell verstanden, dass die junge Elfe offenbar keine Freundin von ausführlichen Gesprächen am Morgen war und Aras Verschwinden ein sehr schmerzender Punkt für die beiden war. Verübeln konnte sie es ihnen nicht, trotzdem hatte es eine Weile gebraucht, bis sie sich von Jyvindars zornigen Worten erholt hatte. Die Geschichten, die er ihr über seine Vergangenheit mit Shiro erzählt hatte, hatten sie nur sehr langsam wieder aufmuntern können.

Heute ging sie es daher ruhiger an, obwohl das nicht hieß, dass sie die gesamte Zeit über schwieg. Sie setzte die beiden darüber in Kenntnis, dass sie weiter gen Norden gehen würden und dass sie hoffte, dass sie bald auf dieses Ding treffen würden. Aber natürlich konnte auch sie für nichts garantieren. Nachdem sie ihr Lager abgebaut hatten, ging die Reise weiter. Dasselbe Weiß, dieselbe Landschaft und dieselbe Eiseskälte. Nur die Sonne schien sich an diesem Tage öfter zu zeigen. Der Himmel war klarer als am Vortag, was die Temperaturen erträglicher machte.

Anyú nahm ihre Arbeit schnell wieder auf, inspizierte hier und da eine Stelle am Boden, ging voran und hockte sich dann wieder in den Schnee, den sie auf Spuren untersuchte. An den Stellen, wo solche nicht zu sehen waren, versuchte sie ihr Glück erneut, ein Gespräch mit ihren Gefährten zu führen. Für ihren Geschmack war die Eiswüste schon einsam und schweigsam genug.
"Wart ihr auch schon mal bei Mauern der Drachen? Unser Volk erzählt sich viele Geschichten darüber. Manche schwören sogar, auf ihren Reisen schon Drachen gesehen zu haben, die von den Mauern auf sie zugeflogen kamen." Anyú schüttelte den Kopf. "Was für ein Unsinn. Sie sind auf jeden Fall einen Blick wert und falls ihr dort noch nicht wart, solltet ihr die Reise dorthin unternehmen. Ich könnte auch führen", meinte sie halb im Scherz und kam dann wieder auf das eigentliche Thema zurück. "Aber ich wette, dass dort keine Seele lebt – egal ob Mensch oder Drache."
Von den Gesprächsthemen abgesehen, verstrich der Vormittag ebenso erfolglos wie der Erste. Wenn sie einem bestimmten Weg folgten und sich Anyú nicht auf das Spurenlesen konzentrieren musste, fragte sie die beiden aus oder erzählte ihnen von ihrer Heimat. Sie erzählte ihnen von den Turmwachen in Norr Bharrak und von Norr Hinthrog, wo sie für ihre Prüfung hinreisen mussten. Persönliche Dinge erzählte sie jedoch kaum, eher bezog sie sich auf das allgemeine Leben in der Eiswüste.

Zur Mittagszeit bestand Anyú wieder darauf, etwas zu essen, auch wenn es nur eine kurze Pause war, da sie schnell voran kommen wollte. Nach dem Mittag schien Anyú tatsächlich öfter anzuhalten und den Boden und die Umgebung zu untersuchen. Sie wirkte zunehmend nachdenklicher und schweigsamer, konzentrierter. Sie hatte ein ungutes Gefühl – was eigentlich gut war, wenn man dabei war, den Feind zu finden -, das sie den anderen beiden nicht mitteilte, aber was ihr trotzdem anzumerken war. Entgegen zum Vormittag, plapperte sie am Nachmittag nicht mehr einfach so vor sich hin. Bald schon schritt Anyú schneller voran, soweit sie es den anderen beiden zutraute, auch noch mit ihr mitzuhalten. Sie machten weniger Pausen und kamen dadurch relativ schnell voran.

Die Sonne senkte sich schon merklich, als sich Anyú von einer Spur erhob, die sie genau untersucht hatte. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die Sonne untergegangen war. Die Spurenleserin sah in die Ferne, überlegte und wandte sich dann erst an Shiro und Jyvindar. Sie sah angespannt und erschöpft aus. "Ich denke, es ist ganz in der Nähe. Vielleicht hat es sich hier nur ausgeruht oder war auf der Jagd. Aber hier sind überall Spuren.. frische Spuren." Erneut blickte sie kurz zur Sonne am Himmel, die immer tiefer sank und die Eiswüste in einen wärmenden Ton tauchte. "Ich denke, wir sollten weitergehen. Wenn es wirklich in der Nähe ist, kann ein Nachtlager unseren Tod bedeuten. Oder es zieht schon weiter und wir verlieren viele Stunden, die uns die nächsten Tage kosten könnten." Dieses mal sah sie die beiden vollkommen ernst und fragend an. Diese neuen Spuren waren selbst für Shiros und Jyvindars ungeübte Augen deutlich sichtbar. Anyús Worte waren dieses mal keine Aussage, die es zu akzeptieren galt, sondern ein Vorschlag. Sie wollte nicht alleine bestimmen, was sie nun tun sollten.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » Di, 02. Jul 2013 20:15

Da war es wieder. Das böse, kleine Wörtchen 'war'. Selbst Jyvindar benutzte es, als er ihr antwortete und sie schließlich fest umarmte. Sie spürte, das etwas zu ende ging. Sie erahnte das nahe Ende, auch wenn sie keine Vorstellung von dem Wie oder dem Warum hatte. Sie hatte es einfach im Gefühl. Etwas lag in der Luft.

Selbst Anyú schien es zu spüren, denn, auch wenn sie noch immer am Meisten sagte in der Gruppe, sie redete nicht ansatzweise so viel wie noch am Vortag. Unablässig zogen sie weiter gen Norden, während die Spuren langsam auch für Shiro erkennbar waren.
Zwar war sie keine ausgebildete Fährtensucherin, doch sie konnte jagen - und dabei erlernte man das Spuren erkennen quasi von alleine. Außerdem war sie damals, als sie zuletzt in Norr Bharrak waren, oft mit den Jägern ausgezogen und hatte dort allerlei dazugelernt.

Die Sonne schien, doch, wie immer, hatte das in der Eiswüste kaum einen Effekt auf die Temperatur - es blieb kalt.
"Jedes Volk erzählt sich seine Geschichten über die Mauer.", bemerkte sie, als Anyú erneut versuchte, ein Gespräch zu entwickeln. Heute war Shiro nicht so abwesend wie am Vortag und sie war nicht mehr so verschlafen.
"Als wir das letzte Mal von Norr Bharrak aus in die Wilden Lande gewandert sind, sind wir am Fuße der Mauer entlang gegangen.", schlug sie das - hoffentlich nicht ernstgemeinte - Angebot der Spurenleserin aus. Sie verschwieg auch, dass sie, sollte sie dieses Abenteuer hier wider aller Erwarten überleben, gedachte, besagte Mauer zu übersteigen, um herauszufinden, was denn nun wirklich auf der anderen Seite lag.

Abgesehen von einer kurzen Rast am Mittag, während der sie etwas aßen und tranken, machten sie keine unnötigen Pausen und kamen daher gut voran. Doch die Sonne begann rasch, unterzugehen, ohne, dass sie das Wesen gefunden hätten. Noch ein weitere Nacht in der Einöde? Shiro war entmutigt. Wenn das so weiterging, würden sie umkehren müssen, so viel Proviant hatten sie einfach nicht.
Gerade, als sie überschlug, wie viele Tage sie noch ausharren könnten, ehe sie umkehren müssten, machte Anyú sie auf eine besonders deutliche Spur aufmerksam. Shiro stimmte mit der jungen Frau überein - die Spuren konnten nur wenige Stunden alt sein.
Ein Nachtlager würde keinen Sinn machen. Aber ein Kampf auf Leben und Tod - im Dunkeln?
"Ich halte ein Lager auch für zu gefährlich - doch wenn die Sonne untergegangen ist, wird das Feuer, dass ich für meine Magie brauche, uns zu einer lebendigen Zielscheibe machen.
Es sei denn, es kann sich gar nicht auf die Personen am Feuer konzentrieren.
Doch es ist jetzt schon nicht mehr besonders hell.... wie gut sind die Bedingungen für einen Schwertkämpfer in der Nacht?"

Sie warf Jyvindar einen fragenden Blick zu - diese Entscheidung lag bei ihm, denn es war sein Risiko.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Mi, 03. Jul 2013 10:56

Es war fast schon physisch bedrückend. Das Schweigen. Doch Jyvindar hatte nicht wirklich das Verlangen ein gespräch zu eröffnen. Er antwortete zwar wenn er angesprochen wurde, jedoch einsilbiger als sonst. Er war mehr damit beschäftigt sich auf seine Magie zu konzentrieren. Er ging alles nochmal durch um nichts zu vergessen oder zu verpatzen. Auch wenn er ein Magier der Stufe eines Meisters war und sehr sicher in seiner Magie war, so wollte er sich nochmal vor bereiten. Auch seine Schwertmanöver ging er nochmal im Geiste durch.
Die meisten Spuren übersah jyvindar. Er war einfach kein Jäger. Er war nie dazu ausgebildet und hatte sich auch nie damit beschäftigt. Shiro, ja die hatte sich damit beschäftigt, aber er...er war gelehrter. Er konnte bei fast allem mit reden. Was Bildung und Wissen anging konnte er mit so manchem mithalten, doch bei praktischen Sachen war er nicht so beweandert. Es blieb meistens bei Musik, Schwertkampf, Nahkampf und Magie. Doch das reichte ihm auch. darin war er sehr bewandert ja teilweise sogar meisterlich, das er dafür nicht Jagen konnte oder Schreinern, damit kam der Elf klar.
Als es um die Mauer ging sah der Elf allerdings auf und warf Shiro einen verschwörerischen Blick zu. Doch diese hatte die Situation schon im Griff. Also konzentrierte er sich weiter auf sich selbst.

Nach dem langen Tag hatten sie nur eine kurze Pause gemacht. Und es war mächtig kalt gewesen. das zehrte an den Kräften, doch die Sonne die zwischenzeitlich geschienen hatte war wenigstens ein kleiner trost. Doch am Abend waren sie an Spuren angekommen, die nichtmal Jyvindar übersehen konnte.
" Naja . Nicht wirklich besser als für einen Bogenschützen. Es gibt zwar wohl Kämpfer die auch blind kämpfen können, doch da gehöre ich nicht zu. Ich kannes zwar ein bisschen durch geräusche und gespühr, doch würde ich dann keine lange Zeit überleben denke ich. Meiner Meinung nach ist das Feuer für uns unerlässlich, auch wenn es uns nicht gefällt. Wir können winfach nicht auf unsere größte Stärke verzichten. Ich bin zwar auch dafür weiter zu laufen, doch brauchen wir Feuer, wenigstens ein kleines. "
Jyvindar sah seine Begleiterinnen an und wartete darauf was sie wohl sagen würden.
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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Wittiko » Mi, 03. Jul 2013 15:18

Das Dorf Wittikos war überwuchert von Gestrüpp. Es schien auch so als ob Orks durch das Dorf gestriffen waren und sich die reste die im Dorf gewesen waren unter den Nagel gerissen hatten. Doch komischerweise tat es dem Hünen doch gut in seiner alten Heimat zu sein. Zielstrebig war er durch das Tor gegangen und in Richtung der Gräber. Wie durch ein Wunder waren sie von allem Verschont worden. Sie waren, abgesehen von Unkraut, so wie er sie zurück gelassen hatte. " Dort liegen die Körper meiner Ahnen." fing Wittiko an zu reden. " Mein Großvater Guiskard einer der weisesten Männer die ich kannte und ein großer Speerwerfer. Seine Frau Edda. Großmutter war oft sehr Streng. das weiß ich noch. Sie starb als ich noch ein Junge war. Doch heute weiß ich das sie mich damit nur beschützen wollte. Da liegt Einar. Der Vater meiner Mutter. Er war einst der größte Krieger im Dorf und doch im alter der friedlichste Nordmann den ich kennen gelernt habe. Gelsa seine Frau liegt daneben. Weiß du meine Großmutter war bekannt für ihre fröhliche Art. Immer hatte sie eine kleinigkeit für mich. " Wittiko sah sich um und ging dann auf die nächsten Gräber zu. " Und das sind die Gräber meiner Eltern. Das da ist von meinem Vater. Berengar hieß er. Ich weiß nicht ob du dir das Vorstellen kannst, doch er war noch größer und stärker als ich. Er war ein geborener Anführer. Und dort liegt meine Mutter. " Wittiko kniete sich nieder und nahm etwas von der Graberde und ließ sie zwischen den Fingern hindurch rieseln. " Blida hieß sie. Sie hatte beide Seiten ihrer Eltern. Die Fröhlichkeit von Gelsa aber den Mut und die Kraft von Einar. Du kannst dir gar nicht Vorstellen wie Wunderbar sie war." kurz kamen dem Nordmann die Tränen in die Augen, doch er wischte sie sich schnell weg. Er stand auf und führte Sunilda durch das Dorf. Er erzählte ihr viel was er hier erlebt hatte. Bei jedem haus wusste er noch wer dort gewohnt hatte. Auch sein Geburtshaus zeigte er ihr. Sie gingen hinein, doch wie zu erwarten war nicht mehr von nutzen. Dann gingen sie noch zum Haus Elyardions. " Hier hat mein Oheim gelebt. Der Elf von dem ich dir schon erzählt habe." Elyardions haus war noch recht gut in Schuss und es waren noch viele der Verziehrungen zu erkennen. " Und wie gefällt es dir hier?"
Sie blieben mehrere Wochen in dem Haus. Wittiko ging oft einfach nur durch das Dorf und schwelgte in Erinnerungen. Froh stellte er fest, das das Wild zurück gekommen war. Mit der Zeit beschloss er, das er eines tages zurück kommen wollte um das Dorf Berenheym wieder auf zu bauen. Natürlich kümmerte er sich auch weiter um Sunilda und beantwortete jede frage die sie stellte.

Nachdem einige Wochen vergangen waren machte sich das Duo wieder auf den Weg. Diesmal ging es in Richtung Westen. Weit in den Westen. Entweder sie reisten mit Karawanen oder allein. Um die Versorgung konnte sich Wittiko gut alleine kümmern. In den trockeneren Gefilden wurde manches mal das Wasser kanpp, doch sie schafften es immer wieder durch zu kommen. Manchmal wurden sie auch Überfallen, doch jeden Angriff konnte Wittiko zurück schlagen. Niemals traute sich jemande alleine an ihn heran und gegen Massen war sein Kampfstil gut geeignet, wesewegen es keine größeren Probleme gab. Natürlich gab es immer mal wieder kleinere Probleme zwischen den Beiden. Sunilda war halt ein Kind und Wittiko machmal überführsorglich. Doch das Verhältnis der Beiden zu einander war insgesamt sehr gut.

Nach vielen Monden wurde es kälter. Immer kälter, bis Wittiko Sunilda mit unter seinen Dicken Umhang nehmen musste, damit sie nicht auskühlte. Sie hatten zwar warme Kleider gekauft, doch waren sie nicht auf solch eine Kälte gefasst gewesen. Der name Eiswüste war wirklich passend gewählt. Doch das fiel den Beiden wohl etwas zu spät auf. Eigentlich waren die Beiden auf dem Weg Richtung Norr Bharrak gwesen, doch Wittiko musste sich eingestehn, das es sehr schwer war hier den Weg bei zu behalten, besonders am tag wenn der Himmerl grau war und man sich an nicht Orientieren konnte. Maches mal kamen sie an gefrorenen Lagern vorbei, was dem Wildländer etwas sorge bereitete.Wie hätte er auch ahnen können......

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Sunilda » Do, 04. Jul 2013 20:23

Sunilda war auf dem Weg ins Dorf, neugierig geworden. Sie kannte solch bauten nicht. Sie sah sich jedes Detail eines Hauses an. Das es hier eher wie eine Stadtruine glich war ihr egal. Sie empfand es aus aufregend und spannend. Sie folgte dem großen Nordmann auf ihren kleinen Füßen und sah die Gräber die er ansteuerte. Da erhob er seine tiefe Stimme und erklärte ihr die Sachlage. Sie blieb von einem der Gräber stehen und murmelte leise Worte. Sie betete für die Ahnen und für diejenigen die nicht mehr auf dieser Erde weilten. Sie folgte ihm, still, es erfasste sie mit Ehrfurcht bei den Gräbern zu stehen. So als wären sie hier die jenen die in diesen Gräbern lagen. Sie nickte hin und wieder, wenn er ihr erklärte er die Person im Grab war.

Dann kniete sich der Hüne nieder, vor das Grad seiner Mutter und sie stand etwas hilflos hinter ihm. Sie grub ihre Finger in ihren Mantel und wartete einfach ab, bis Wittiko bereit war weiter zu gehen. Es dauerte einige Zeit und danach führte er Sunilda durch das komplette Dorf. Es war für Sunilda so viel neues dabei. Dass sie nur staunen konnte. Sie mochte die Erzählweise von Wittiko. Sie konnte sich die Geschichten, Erzählungen und Erklärungen immer bildlich vorstellen und das mochte sie.

Das Haus seines Oheims, fand sie am interessantesten. Sie fuhr die Verzierungen mit ihren Zeigefinger nach und lächelte. Sie kannte diese Schnitzereien. Ihr Onkel hatte sie ihr mal auf einem Stab gezeigt. Dann kam die Frage, ob es ihr hier gefallen täte. Sie drehte sich zu ihm um und nickte „Ja mir gefällt es. Es ist so anders hier. Sooo groß so viel unnatürliche Häuser!“ sprach sie und strich dabei die Verzierungen nach. „Ich habe sie schon mal gesehen. Diese Verzierungen!“ sagte sie und deutete auf eine und erzählte Wittiko das ihr Onkel sie ihr mal gezeigt hatte. Das Leben in diesem Haus war für Sunilda eine neue Erfahrung. Nicht mehr unter freiem Himmel schlafen und eine Wand neben sich zu haben die fest war und jeden Sturm aushielt, war ungewohnt. Sie schreckte die ersten Nächte hin und wieder hoch, aber der Nordmann beruhigte sie schnell wieder. So lebte sie mit ihm zusammen diesem Haus.

Nach mehreren Wochen führten sie ihre Reise fort. Und Sunilda war bereit dazu. Anfänglich fand sie es sooo toll in diesem Dorf, das sie nicht mehr fort wollte. Doch jetzt kam die Sehnsucht nach weiteren Abenteuern dazu und so schritt sie mit energiegeladenen Schritten neben ihm her. Die weiteren Wochen waren für sie wieder eine Umstellung und sie moserte zeitweise. Doch die Abwechselung kam mit den Karawanen und das alleine Reisen. Diese Kombination verschaffte ihr die nötigen Abenteuer die sie wollte. Das Reisen zu Pferd oder anderen Tieren oder Wägen, die fremde Sprache alles war so interessant. Das sie die Auseinandersetzungen mit Wittiko auf der Reise in den Westen schnell vergaß.

Als das Wetter, nach einigen Monden um schwang und mit jedem Tag und mit jedem Schritt kälter wurde, fiel ihr das Gehen schwerer und sie grub sich tief in ihre Kleidung und war dem Nordmann dankbar wenn er sie mit unter seinen Mantel nahm und sie sich so gegenseitig wärmen konnten. Der Schnee den sie anfänglich toll fand, gefiel ihr nun gar nicht mehr. Die Lager die steif in der Gegend lagen gefielen ihr erst Recht nicht. Da sie durch die Erklärungen von Wittiko wusste was steif gefroren bedeutete. Sunilda fror mit jedem Tag mehr und sie verfluchte diese Kälte. „Können wir nicht Felle kaufen und uns wärmer anziehen!“ fragte sie Wittiko eines Tages. Das sie die Orientierung verlieren könnten, war ihr nicht bewusst. Sie vertraute ihm. Sie wusste das er erfahren war und ein hervorragender Fährtenleser.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Unvorhersehbares » Mo, 15. Jul 2013 16:33

Auch ihre beiden Begleiter schienen einzusehen, dass eine Rast nicht sehr sicher oder erfolgsversprechend sein würde. Anyú war fasziniert davon, wie leichtfertig die beiden von Magie sprachen, war ihr diese doch nicht gegeben. Ein Feuer war in ihren Augen gefährlich, wenn die beiden Elfen es aber brauchten, um zu kämpfen, musste man das Risiko vielleicht eingehen.
"Gut, dann ziehen wir weiter. Wenn ihr das Feuer zum Kämpfen braucht, sollten wir nicht darauf verzichten. Aber dann sollten wir es wirklich so klein wie nötig halten." Anyú atmete tief durch. "Dann lasst uns noch einmal die Waffen kontrollieren und ein kleines Feuer entfachen, bevor wir weiter gehen", schlug sie vor, ehe sie noch einmal die Sehne des Bogens sowie die Pfeilspitzen kontrollierte und die Fallen auf dem kleinen Schlitten überprüfte. Diese und die toten Hasen würden hoffentlich ihren Dienst tun und das Monster ablenken oder schaden können. Über jenen Teil ihres Planes informierte sie auch Shiro und Jyvindar und hoffte, dass die Tiere als Ablenkung ausreichen würden.

Langsam brach die Nacht über die Eiswüste herein. Glücklicherweise war es fast windstill, aber die Temperaturen sanken merklich und zunehmend, nachdem die Sonne hinter den Mauern der Drachen verschwunden war. Der Mond schien hell, wurde aber immer wieder von Wolken verdeckt. Nicht nur die wagemutige Dreiergruppe wählte in diesen Tagen den Weg durch die Eiswüste. Eine halbe Meile östlich von ihnen befanden sich noch zwei weitere Gestalten in dieser Einöde, ein Mann und ein Kind, die beide, scheinbar allein und schutzlos ihre Nachtruhe vorbereiteten. Doch die Nacht sollte nicht so ruhig wie jene zuvor werden. Zuerst wirkte es so, als wären sie ganz alleine hier draußen, doch dann konnten sie ein Rascheln in der Ferne vernehmen. Danach Schritte, langsam und grobschlächtig, gefolgt von einer Art Schlurfen und ein Schmatzen. Dann plötzlich Stille. Es verstrich eine Minute und eine weitere, in der sich eine angespannte Stille ausbreitete. Plötzlich erklangen wieder Schritte. Erst einer, dann ein zweiter. Bis sich das Tempo erhöhte. Und Schritt für Schritt, so erkannten Wittiko und Sunilda, kam die Gestalt näher, denn die Abstände zwischen den Schritten wurden nicht nur kürzer, sondern das Knirschen des Schnees auch lauter.

Zuerst nicht sichtbar, schälte sich dann, als sich eben eine Wolke vor den Mond schob, nur 20 Meter von ihnen entfernt, eine große Gestalt auf zwei Beinen aus der Dunkelheit. Sie war größer als jeder Mann Alvaranias, massig und breitschultrig. Die Gliedmaßen waren lang, der Körper leicht nach vorne gebeugt. Aus der Entfernung war nicht viel zu erkennen, aber was dort vor ihnen stand, war eindeutig kein Mensch. Es hatte einen seltsam geformten Kopf und war so schnell aufgetaucht, dass die beiden es gar nicht hatten erkennen können, bis es stehen geblieben war. Es atmete schwer und fixierte die beiden Reisenden vor sich mit seinen gelben Augen. Es vergingen nur wenige Augenblicke, bevor das Monster aus der Kälte ein Fauchen ausstieß und sich mit einem lauten, brüllenden Schrei mit den Hinterpfoten vom Boden abstieß. Im nächsten Moment bewegte sich der massige Körper mit den gefährlichen Klauen rasant auf die beiden zu, so schnell, dass es fast unnatürlich wirkte.

Als der furchtsame Schrei die kalte Stille in der Ferne zerriss und zu ihnen hinüber drang, waren Shiro, Jyvindar und Anyú schon für das Aufeinandertreffen gewappnet, hätten aber sicher nicht erwartet, dem Monster schon so nah zu sein.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » So, 04. Aug 2013 11:42

Shiro biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Ihr behagte die ganze Situation nicht. Im Dunklen war das Monster nicht nur im Vorteil, nein, ihre eigenen Kräfte wurden ganz immens geschwächt. Sie war eine gute Schützin, sie traf zuverlässig auch in großen Entfernungen und ein so großen Ziel wie das Wesen würde sie auch treffen - doch ein genaues Zielen auf Gliedmaßen oder noch genaueres Anvisieren auf Herz oder Augen, das würde im Dunklen nahezu unmöglich sein.
Noch dazu würde Jyvindar sich einem enormen Risiko aussetzen. Möglich, seine Reflexe würden ihn mehrmals retten, wo seine Fähigkeiten aufgrund des fehlenden Lichts versagten, doch der Kampf, dem sie entgegenblickten, kippte mehr und mehr in ein großes Ungleichgewicht. Denn Chancengleichheit, da waren sie sich alle einig, die hatte es nie gegeben.

Vorsichtig befreite Shiro ihren Bogen aus der schützenden Hülle und glitt mit den Fingern über das kühle, glatte Holz. Kein RIss, keine Unebenheit - ein absolut perfekter Bogen. Sie holte die Sehne hervor, entrollte sie, hielt sie ins Licht und spannte sie mit einem Ruck. Sie hielt, nicht einmal eine Faser löste sich aus dem Geflecht. Shiro spannte die Sehne ein und hielt den Bogen fest in der Hand. Die Pfeile überprüfte sie nicht erneut - zum größten Teil stammten sie vom Nii Taluta und aus der Eiswüste. Nicht die besten, doch es würde irgendwie reichen müssen.
Es herrschte eine nahezu gespenstische Stille. Es war windstill und der Mond beschien die Ebene, malte geisterhafte Schatten und Vertiefungen in die Unebenheiten des Schnees. Shiro hatte das Gefühl, dass die Herzschläge der drei für ein Wesen mit empfindlicheren Ohren bis weit in die Einöde hinein zu hören sein müssten.
Alllein das Knistern des kleinen Feuers wirkte lebendig in der Eiseskälte. Und dieses Feuer war so klein, wenn die drei sich darum stellten, war es schon nicht mehr zu sehen.

Fallen und tote Hasen.. Shiro nickte zustimmend, bezweifelte aber, dass ein paar magere Häschen einem Wesen, dass Menschen anfiel, auch nur im Mindesten interessieren würden. Doch diesen Gedanken behielt sie für sich, wer wusste, vielleicht waren sie ja doch zu etwas nütze.

Sie wollte gerade noch etwas sagen, da zerriss ein gellender Schrei die Stille. Shiro riss erschrocken die Augen auf. Ihr eben noch ruhig schlagendes Herz pumpte sofort mit atemberaubender Geschwindigkeit Blut und Adrenalin durch ihren Körper.
Diese Stimme war menschlich gewesen - die Stimme eines Kindes. Und Shiro hatte keinen Zweifel daran, was diesen Schrei ausgelöst hatte. Ohne zu zögern packte sie ihre Waffe und stürmte ohne einen letzten Blick auf ihre Gefährten zu werfen in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war. Jetzt zählte jede Minute und Shiro verließ sich darauf, dass Anyú und Jyvindar die Situation ebenfalls erfassen würden - Raum für Falschinterpretationen gab es nicht, denn selbst, wenn es nicht das Monster, sondern nur ein Raubtier war - offensichtlich war jemand in Gefahr und brauchte dringende Hilfe.

Energisch stapfte sie durch den Schnee, sie hatte es bald aufgegeben, zu rennen, denn durch den dicken Schnee und die unflexiblen Schneeschuhe stellte sich das nur als große Kraftverschwendung heraus, die sie kaum schneller vorwärts brachte.
Schon sehr bald schälte sich ein weiteres, sehr kleines Lager aus der Dunkelheit heraus. Shiro blieb stehen. Der Mond beleuchtete ein unwirkliches Szenario.
Ein großer, blonder Mann, ein richtiger Hüne, und ein zierliches Kind - eine Elfe? - standen einem Wesen aus Erzählungen entgegen. Shiros Herz, dass gerade noch schnell in ihrer Brust gehämmert hatte, fand zu seinem normalen Rythmus zurück, während Shiro das Wesen in Augenschein nahm. Es war groß - doch kleiner, als Shiro es sich vorgestellt hatte.
Mit den langen Gliedmaßen, den breiten Schultern und dem massigen Kopf wirkte es plump und irgendwie ungelenk. Tatsächlich war es aber erstaunlich flink.
Lauernd umkreiste das Wesen den Mann und das Kind - Shiro hatte es bis jetzt noch nicht bemerkt.
Langsam zog die Halbelfe einen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn an die Sehne. Der Mond beschien die skurrile Szene und durch die langsamen Bewegungen konnte Shiro viel besser als erwartet zielen. Ihr Herzschlag und ihre Atmung verlangsamten sich noch ein kleines Stück, als sie den Arm hob und die Sehnen spannte. Sie wartete.
Hinter sich hörte sie Jyvindar und Anyú herankeuchen, doch sie drehte sich nicht um, gab ihnen kein Zeichen.
Ihre Augen waren auf das Monster, nur auf das Monster gerichtet und alles um sie herum verschwamm.

Jetzt!
Der Pfeil sirrte durch die Luft, während Shiros Hand nur einen kleinen Moment länger an der Wange verweilte.
Als der Pfeil sein Ziel - genau zwischen die Schulterblätter des Wesens - traf, hatte Shiro bereits einen zweiten Pfeil im Anschlag.
"Anyú!", rief Shiro der Spurenleserin zu, ohne das Wesen, dass vor Zorn und Überraschung laut brüllte, aus den Augen zu lassen, "Ich brauche ein Feuer, schnell!"
Das Eismonster schlug mit seinen Pranken um sich und seine gelben Augen zuckten durch die Dunkelheit, doch es stand mit dem Rücken zu der kleinen Gruppe und konnte den Auslöser des Schmeres am Rücken nicht lokalisieren. Mit einer wütenden Bewegung riss es den Pfeil heraus - der Schaft brach, doch die Spitze blieb in der Haut stecken. Jedes sterbliche Wesen hätte nach diesem Treffer zu Boden gehen müssen - diesem hier schien das allerdings kaum mehr auszumachen, als eine Schürfwunde. Shiro knurrte, während sie einen weiteren Pfeil losschickte.
Er traf einen Punkt, der, so das Wesen wenigstens die Anatomie eines Lebewesens der Erde aufwies, zwischen den Rippenbögen der linken Seite lag.
Erneut brüllte das Wesen. Dieses Mal drehte es sich herum.
Unnatürlich gelbe Augen startten in smaragdgrüne. Shiro hielt die Luft an.
"Komm nur.", flüsterte sie dann leise.

Fast schien es, als würde das Monster sie verstehen. Mit einem Fauchen bewegte es sich langsam auf Shiro zu. Sie hingegen beschrieb einen Halbkreis und fand sich somit neben dem Nordmann und dem Elfenkind wieder. Es war ein Mädchen, mehr konnte Shiro in dem kurzen Augenblick nicht erkennen.
"Kannst du kämpfen?", fragte sie den Hünen in seiner eigenen Sprache und hoffte, dass er sie trotz ihres starken Akzents verstehen würde.
Per aspera ad aspera, und nichts ist jemals leicht.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Jyvindar » Di, 13. Aug 2013 10:16

Jyvndar zog sich in sich selbst zurück. Er bereitete sich innerlich auf die letzten Momente vor. Die Köder würden vermutlich nichts bringen. Doch wer konnte das schon wissen. wenn sie Glück hatten würde das Wesen mehr auf Gerüche als auf Formen achten. Der Elf zog sein Schwert und schliff es noch einmal nach und ölte es. Es war zwar schon gut gepflegt, aber nichts desto trotz tat er es. Es war mehr um zur ruhe zu kommen als sonst was. Er begutachtete die Klinge. Sie schimmerte Silbern. Der Grif war hell, fast weiß. Er zeigte keine nennenswerten Gebrauchsspuren, auch wenn er schon oft in Jyvindars Hand gelegen hatte. Doch Tyral´londun, Mondglanz, trug seinen Namen ja nicht umsonst. Der Meistermagier verfiel in eine kleine Meditation. Er konzentrierte sich auf seine Energie, welche ihm Kraft velieh. Physisch, psychisch wie auch Astral. Er brachte Körper, Geist nd Seele in einklang, wie er es früher gelernt hatte. Sein Atem wurde ruhig, sein Herz beruhigte sich. Da spührte er etwas. Es rollte heran. Etwas bedrohliches. Es war wie eine vorahnung. Jyvindar öffnete die Augen und nur einen Herzschlag später zerriss ein Schrei die Nacht.
Shiro eilte los, so gut das hier ging. Jyvindar folgte. " Anyu! das feuer!" rief er der spurenleserin nur zu. Schnell waren sie am Ort des geschehens. Was da vor ihnen Stand hatte Jyvindra noch nie gesehen. Es war wie ein Riese. Oder ein Dämon. Der Elf konnte es nicht sagen, doch jedenfalls war es nicht normal. Anyu war direkt hinter ihnen, so war das feuer auch nicht weit. Shiro entsendete ihren ersten Pfeil. Jyvindar sah die Beiden Menschen im Schnee. Ein Mädchen und ein Hüne. Der Hüne hatte ein riesiges Schwert gezückt und stand zwischen dem Mädchen und dem Wesen.
Jyvindar deutete auf das Wesen und sprach "Mer Nerathy asiluney". Die magischen Worte die Funken fliegen ließen. Shiro und das Wesen umkreisten sich und gerade als die elfe neben dem Hünen angekommen war und dieser nickte, stoben die Funken auf das Wesen zu. Ob es dem Wese schaden zufügte konnte Jyvindar nicht sagen, doch auf jedenfall wurde es verwirrt. Es schlug durch die Luft und wollte die störenden Funken wegschlagen. Jyvindar flakierte das Wesen mit gezücktem Schwert und sagte "Mer Dhalenday" in wenigen Augenblicken war ein Feuerball in seiner Hand, den er dem Ding entgegenschleuderte. Das schien schon mehr Schaden zu verursachen. Das Vieh heulte auf, doch Jyvindar ignorierte das gebrüll und stieß ihm das Schwert in den Oberschenkel.
,, Ein Spezialist ist jemand, der immer mehr von immer weniger versteht." Sakugawa Tode

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Sunilda » Mo, 26. Aug 2013 20:13

Sie hörte die Schritte und sah Wittiko fragend an. Doch zu spät, den das Knirschen im Schnee wurde lauter und lauter bis sich eine Gestalt aus der Ferne herausschälte und als Monster erkennbar wurde. Es stand 20 Meter entfernt von Ihnen und Sunilda stieß einen gellenden Schrei aus und packte Wittiko entsetzt am Arm. „Ein Monster!“ schrie sie und starrte es zunächst einfach nur an. Es war hässlich, hatte überlange Arme und hatte ein seltsam geformten Kopf. Die gelben Augen die in ihre Richtung starrten, machten ihr Angst und sie musste sich erinnern, daran was ihr Lehrer gesagt hatte. Doch es half nur bedingt, sie versuchte sich zu konzentrieren. Doch ihr Herz klopfte mehr als wild und ihre Angst sagte ihr Renn- weg. Doch ihre Beine waren wie angewurzelt. Und dann rannte das Monster los und Sunilda lies Wittiko los und rannte einfach in irgend eine Richtung in der Hoffnung, dass das Tier sie oder Wittiko nicht traf.

Das Tier fing an sie zu umkreisen, sie war gefangen. Sie zitterte am Körper nicht vor Kälte dieses mal vor Angst.
Als das Monster auf schrie und seine Arme herum schleuderte und auf den Boden klopfte, erschrak sie erneut und stand wie eine Salzsäule da.
Sie sah wie das Monster sich herum drehte und dem jenigen der sie angeriffen hatte die Aufmerksamkeit schenkte und kurze Zeit später war die Bogenschützin da und sie sah das sie eine Elfe war. Überrascht starrte sie die Frau an, die sich aus der Dunkelheit schälte. Die sprach Wittiko an, sie verstand nicht was die Frau sagte. Aber sie sah nur noch das Monster an. Da sah sie wie Funken auf das Wesen zu flogen und es irritierten und es fing an um sich zu schlagen um die lästigen Funken los zu werden. Und es flog ein Feuerball aus einer Richtung die sie nicht gedacht hatte, da musste noch jemand sein und sie nahm ihren Mut zusammen und verließ die Deckung hinter Wittiko um einen Blick auf den zu erhaschen der den Feuerball geschmissen hatte. Da heulte das Wesen auf und sie sah das es ein Mann war der dem Wesen nun noch sein Schwert in den Oberschenkel jagte.

Sie selbst hatte ihre Waffe bei sich und zog diese nun auch und ergriff einen Pfeil und lies ihn fliegen, sie traf das Tier am Kopf, doch es schien dem Monster nicht wirklich zu kümmern. Es war als hätte sie ihn sachte gepiekt. Sie sah wie Wittiko sie mit stummen Blick ansah und ihr damit andeutete das sie einen Fehler machte. Verärgert murrte sie und nahm einen Pfeil und stach dem Tier, aus trotz in den Fuß. Sie war sich der Gefahren Lage wohl bewusst. Doch sie wollte mit helfen, das Ding zu erledigen. Das Monster hob den Fuß. Sunilda wollte aus weichen, aber unter dem Schnee war wohl eine Art Fels, denn sie stieß dagegen und fiel der länge nach hin, verlor ihren Bogen und einige Pfeile. Er verschwand in der Dunkelheit. Sie rappelte sich auf und spürte nur noch wie das große Tier sie mit dem Fuß traf und sie flog durch die Luft. Sunilda kam unsanft Bäuchlings im Schnee zum liegen. Sie lag Links neben Wittiko und der Frau. Sie drehte sich voller Angst herum und vergaß ihre Schmerzen, doch das Tier hatte sich nicht mal die Mühe gemacht sie zu beachten. Der Tritt war einfach ein Reflex gewesen. Sunilda lag rittlings im Schnee und rappelte sich wieder auf.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Wittiko » Di, 27. Aug 2013 8:37

Wittiko zuckte mit de Schultern und sah genauso verwirrt wie Sunilda in die Dunkelheit, als sie dann das Ungetüm aus der schwärze der Nacht schälte, ging er reflexartig einen Schritt zurück. Er hatte eine Hand nach hinten gelegt um sich zu versichern das Sunilda noch hinter ihm war. Wenige Momente später krallte sich Sunilda schon an seinem Arm fest. Wittiko zog sein Schwert aus der Scheide und hielt es mit der freien Hand fest. Nicht das er das riesige Schwert mit einer Hand hätte führen können, doch nur den Schwertgriff zu umklammern gab ihm etwas Sicherheit zurück. Doch da fing das Wesen an auf sie zu zu stürmen und wie eine Herde die in Panik versetzt wurde, preschten Sunilda und Wittiko los. Doch für den Hünen war es schwierig, mit seiner Masse durch den Schnee zu kommen. Da wo Sunilda noch rennen konnte, da war er mehr ein Klotz am Bein. Das Biest war definitief schneller als sie, denn schon nach wenigen Metern hatte es auch Sunilda überholt und fing an sie zu umkreisen. Wittiko schloss zu Sunilda auf und brachte sie wieder hinter sich. Er drehte sich immer mit der Bestie um sie im Blick zu haben und Sunilda hinter sich zu wissen.

Da wurde das Unwesen von irgendetwas getroffen und wirbelte herum. Jemand kam herbei geeilt und fing ebenfalls an zu kreisen, bis sie neben den beiden stand. Es war eine junge schöne Elfe. Wie alt genau konnte Wittiko nicht sagen, das ließ sich bei Elfen so schwer schätzen. Vieleicht war sie sogar älter als er selbst. Auf die Frage der Elfin hätte er normalerweise irgendetwas hämisches geantwortet. Schließlich war er Nordmann und hatte eine riesige Klinge in den Händen. Ausserdem fand er das man ihm das Kämpfen ansehen konnte. Doch angesichts der Situation antwortete er nur mit einem Nicken. Da stoben auch schon funken auf. Im nächsten Moment war da noch ein Elf der dem Monster züngelnde Flammen entgegenschleuderte und ihm unerschrocken in den Oberschenkel stach. Wittiko war mal wieder beeindruckt vom Mut dieser zierlichen Wesen. Das Vieh schlug nach dem Elf, doch dieser war blitztschnell zurück gesprungen und konnte dem Schlag ausweichen. Da sirrte ein Pfeil an dem Hünen vorbei und Wittiko rügte Sunilda mit einem stummen Blick. Doch damit nicht genug sie rannte auch noch auf das Biest zu und stach es mit einem Pfeil. Wittiko konnte gar nicht so schnell reagieren wie alles geschah. Da flog die kleine Elfe auch schon durch die Luft. " SUNILDA!" schrie Wittiko geschockt. Jetzt voller Wut, warf er sich dem Biest entgegen. Mit all seiner Masse prallte er auf das Biest und schaffte es sogar es ins wanken zu bringen. Im nächsten Moment schwang er sein Schwert, leider war das Ding schneller als erwartet. Anstatt aufgeschlitzt zu werden, wie ein Fisch beim ausnehmen, wurde es nur an der Oberfläsche geschnitten und damit wütender. Nochmal sah der Nordmann kurz zurück. Er wusste wie gefährlich das war in seiner Situation, doch er musste wissen wie es Sunilda ging. Sie bewegte sich.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Unvorhersehbares » Mi, 04. Sep 2013 10:22

Der helle Schrei, der die nächtliche Stille zerriss, ließ Anyú kurz zusammen fahren. Sie blickte zu Jyvindar und Shiro, die sofort loseilten. "Verdammt!" Fluchend entzündete die Spureleserin eine Fackel, die auf dem Schlitten verstaut lag, bevor sie den beiden hinter her rannte. Sie lag weiter zurück und bewegte sich langsamer vorwärts, weil sie die Tücken des dicken Schnees kannte, holte dann jedoch zunehmend auf, sodass sie am Ende, weniger außer Atem als ihre Gefährten, bei diesen ankam. Als sie das Wesen sah, das zwei Personen bedrohte, konnte sie zuerst nicht anders, als es mit aufgerissenen Augen zu betrachten. Da war es also. Das Monster. Endlich stand sie ihm gegenüber, war ihm näher als je zuvor. Am Liebsten wäre sie geradewegs auf es zugelaufen und hätte ihm, besäße sie eines und wäre im Umgang damit geübt, ein Schwert in sein grausames Herz gebohrt. Aber sie handelte nicht impulsiv. Shiros Worte rissen sie aus den Gedanken und sie trat näher zu Jyvindar, damit das brennende Feuer in seiner Nähe war. Dabei versuchte sie jedoch, so nah wie möglich am Rande des Geschehens zu verbleiben und sich nicht, lebensmüde wie die anderen, zu den auserkorenen Opfern des haarigen Monsters zu stellen.

Nachdem sie die Fackel fest in den Boden gegraben und gestemmt hatte, damit sie nicht in den Schnee fiel und erlosch, erhob sich Anyú und griff ebenfalls zu ihrem Bogen, während sie den Kampf beobachtete. Nach Shiros Attacke war sich das Ungetüm offenbar bewusst über den heimtückischen Angriff. Es reagierte schneller, wirbelte herum, nahm all seine Feinde knurrend wahr und versuchte, keinen von ihnen lange aus den Augen zu lassen. Aber statt mit Verstand, schien reiner Instinkt sein Handeln zu bestimmen. Kaum war Jyvindar nah genug an ihn heran, wich es seinem Schwertstoß flink aus, sodass dieses sein Bein nur streifte. Wütend schlug es, während es sich herum wandte, um für kurze Zeit in der Dunkelheit zu verschwinden, nach dem Elfenzauberer und verfehlte ihn nur um Haaresbreite. Als es aus der Dunkelheit wieder auftauchte, und das unnatürlich schnell, verharrte es immer nur sehr kurz und blieb in Bewegung. Statt das Weite zu suchen, suchte es den Kampf. Anyú vermutete, dass es hungrig war und hoffte, dass sie alle das Mahl überleben würden. Der Pfeil des kleinen Mädchens sirrte knapp an dem Kopf des Monsters vorbei, für was sie sich einen wütenden Blick einfing. Etwas blitzte in den Augen des Kolosses auf und Anyú befürchtete, zu wissen, was es bedeutete.

Entsprechend überrumpelt wurde es von Wittikos körperlichen Angriff. Es fauchte ungestüm, zappelte unter dem Nordmann, der, trotz seiner Statur, kein wirkliches Gewicht für das Wesen darzustellen sein schien. Es packte den Mann mit seinen Klauen und stieß ihn von sich. Als es wieder festen Boden unter den Füßen spürte, verschwand es abermals in der Dunkelheit. Anyú fluchte. Zuerst bewegte es sich zu schnell, dann hatte sie Sorge, den fremden Mann zu treffen und nun war es nicht mehr zu sehen. Die Spurenleserin atmete tief durch und ging nun doch näher an die Gruppe heran. Alleine herum zu stehen, wenn auch durch das Feuer bedingt, nicht in der Dunkelheit, war jetzt sicher keine gute Idee. "Alles in Ordnung, geht -"
Ein wütendes Brüllen machte den Rest ihrer Worte ungehört, auch wenn Wittiko und Sunilda sie aufgrund der verwendeten Sprache Cortuunu vermutlich sowieso nicht verstanden. Anyú wandte sich in Richtung des Schreis und sah zuerst die riesigen Klauen aus der Dunkelheit auftauchen, gefolgt von einer länglichen Schnauze mit riesigem Kiefer und Zähnen. Dann verschwamm das Bild jedoch wieder, denn schneller als ihre Augen sehen konnten, stürzte es sich auf sein auserwähltes Opfer – das kleinste und wehrloseste, das Kind. Es war erst wenige Augenblicke her, da hatte es die Kleine weg getreten und vielleicht reichte der Abstand zwischen ihnen, um erfolgreich in seiner Absicht zu sein.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Shiro d'Antelle » So, 08. Sep 2013 15:36

Es passierte so viel auf einmal, Shiro wurde ganz schwindelig.
Noch während sie sich an die Seite des Nordmanns gebracht hatte, stürmte Jyvindar von hinten an ihr vorbei, während er Funken fliegen ließ. Das Wesen schien verwirrt und das schein es wütend zu machen, wütender, als es ohnehin schon war. Der Feuerball, den Jyvindar ihm entgegen schleuderte, quittierte es mit einem lauten Brüllen. Shiro wusste nicht, ob das Wut oder Schmerz war.. oder beides?
Den folgenden Schwertstreich hingegen wich es nahezu mühelos aus, ehe es in der Dunkelheit verschwand. Shiro spähte in die Nacht, doch das Wesen war flink und sein weißes Fell ließen es mit der Umgebung perfekt verschmelzen. Shiro hatte einen weiteren Pfeil gespannt und war bereit zu schießen, sobald das Monster wieder auftauchte. Doch dazu kam sie nicht, denn ein Pfeil surrte knapp an Shiros Wange vorbei und traf das Wesen am Kopf. Das schien es aber nicht einmal zu bemerken, immer noch konzentrierte es sich mehr auf Jyvindar. Er hatte es offenbar verärgert. Erst die Funken, dann der Feuerball und dann hatte er es auch noch mit dem Schwert angegriffen. Shiro schien es, als hätte das Wesen erkannt, das Jyvindar derjenige war, der ihm am meisten gefährlich werden konnte.
Den Blickwechsel zwischen dem Mädchen und dem Nordmann neben sich bekam Shiro nicht mit, denn sie hatte den Blick nicht von dem Wesen gelassen, nicht einmal, als der Pfeil fast ihre Wange gestreift hätte. Gerade wollte sie einen weiteren Schuss abgeben, da rannte die kleine Elfe hinter ihr plötzlich nach vorn. Shiro wollte sie zurückreißen, doch ihre Hand griff ins Nichts und das Mädchen rannte auf seinen Tod zu - so zumindest dachte Shiro. Erschrocken starrte sie dem Kind hinterher und dachte nicht mehr an den Pfeil, der vor ihr im Schnee lag. Wie in einem schlechten Traum sah sie, wie das Mädchen dem Wesen einen Pfeil in den Fuß rammte - und wie das Wesen sie wegschleuderte. Die Wucht war so heftig, das die Kleine mehrere Meter weit flog und hart auf dem Boden wieder aufprallte. Ehe Shiro verstand, was da vor sich ging, rannte auch der Nordmann neben ihr genau auf das Monster zu. Sie erhaschte einen Blick auf sein wutverzerrtes Gesicht und zuckte zusammen, als sein Schrei die Luft zerriss. "Sunilda!", schrie er und warf sich gegen das Monster.
Shiros Realität driftete immer weiter in einen diffusen Traum ab. Sie hockte halb im Schnee, noch immer genau so, als sie das Mädchen hatte zurückhalten wollen. Den Bogen hielt sie in der einen Hand, die andere war auf halben Weg zum Boden, zu dem vor ihr liegenden Pfeil, hängen geblieben. Wie gebannt beoabchtete sie das unwirkliche Szenario.
"Sunilda?", fragte sie sich flüsternd. Nur sehr, sehr langsam kehrte ihre Reaktionsfähigkeit zurück. Sie sah, wie der Nordmann sich gegen das Monster warf. Sie sah es schwanken, sich aber schnell wieder fangen und in die Dunkelheit verschwinden. Gedämpft hörte sie den Schrei, den es von irgendwo her ausstieß. Wie in Watte gepackt klang es für die Halbelfe.
Sie hörte Anyú etwas sagen, doch sie verstand es nicht. Obwohl sie des Cortuunu mächtig war, verstand sie kein Wort.

Die Eiswüste stand in Flammen. Brennende Häuser. Die Luft war erfüllt von Waffenklirren, Pferdewiehern, Kampfgeschrei und den Angstschreien der schutzlosen Frauen. Der Rauch biss sich ins Shiros Nase fest. Sie war aufgestanden, ohne es zu wissen. Den Bogen ließ sie achtlos liegen. Siewar aufgestanden und nun rannte sie. Wie in Trance rannte sie zu dem Mädchen.
Ein Reiter verfolgte sie. Noch immer klang das irre Lachen in ihren Ohren und der Todesschrei ihrer Mutter vibrierte in ihrem Inneren. Sie stand vor dem Mädchen, das noch immer im Schnee lag.
Sie hörte Lärm, ein Wiehern. Sie blickte sich um und...
"Lass meine Schwester in Ruhe!", brüllte sie und baute sich schützend vor dem Mädchen auf. Von einer Geste begleitet skandierte Shiro einen Spruch aus uralter Zeit und eine Feuerpeitsche erschien in ihrer Hand. Woher sie das konnte, wusste Shiro nicht. Sie hatte eine Waffe in der Hand, was scherte es sie, woher sie die hatte?
Sie schwang die Peitsche und traf das Pferd, das wiehernd scheute, seinen Reiter abwarf und mit gesengtem Fell davon galoppierte. Das Hufklappern verscholl in der Ferne.

Der Kampflärm war verschwunden. Statt Pferdewiehern hörte Shiro nur noch das wütende Brüllen des getroffenen Wesens. Eine breite, blutende Wunde zog sich über sein Gesicht, hatte ein Auge getroffen. Das flackernde Feuer kam einzig von der Fackel, die Anyú mitgebracht hatte. Das Klirren der Waffen wurde zum Knirschen der Schritte im Schnee, der beißende Rauch war klare, kalte Nachtluft und das Stöhnen der Verletzten und sterbenden wurde zum klagenden Heulen des Windes,der über die verlassene Ebene jagte. Shiros Atem ging schwer. Noch immer verwirrt von dem eben erlebten stand sie breitbeinig zwischen dem Monster und dem fremden Elfenmädchen, noch immer hielt sie in einer Hand die Peitsche aus Feuer, die zusehends kleiner und dünner wurde. Der Zauber löste sich. Shiro zitterte. Sie starrte das Wesen an, das, auf einem Auge erblindet, hin und her taumelte und versuchte, trotz der geänderten Sichtverhältnisse das Gleichgewicht zu bewahren. Seine Pranken schlugen wild umher. Trotz dieser Verletzung war es noch lange nicht besiegt. Weder Jyvindar, noch der Nordmann konnten sich dem Wesen nun gefahrlos nähern, ein Hieb seiner Pranken könnte ihnen alle Knochen brechen. Nur langsam wurde Shiro bewusst, dass sie sich und das Mädchen noch lange nicht in Sicherheit gebracht hatte. Spätestens jetzt hatten sie das Monster wütend gemacht. Sie packte das Mädchen, das sich gerade aufgerappelt hatte, am Arm und zog es mit sich, zurück zu ihrer Ausgangsposition, zurück zu der Fackel, die Anyú in den Boden gerammt hatte, zurück zu dem Bogen, der noch immer unbeachtet auf der Erde lag.
Suchend sah sie sich nach Jyvindar und dem blonden Hünen um. Hilflos sah sie zu Anyú herüber.
"So schaffen wir das nie.", stellte sie bitter fest. Sie brauchten einen Plan. Immer wieder wild gegen das Monster anzustürmen, brachte ihnen gar nichts. Irgendwie musste man ihre Kräfte doch bündeln können. Die unverhoffte Hilfe durch den Nordmann, der Schwert und Kraft besaß, durften sie nicht ungenutzt verstreichen lassen.
"Greift es gemeinsam an!", rief Shiro den Männern zu, die sie in der Dunkelheit nur schemenhaft erkennen konnte.
Per aspera ad aspera, und nichts ist jemals leicht.

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Re: Das Untier vor den Toren Norr Bharraks

Beitrag von Sunilda » Mo, 09. Sep 2013 15:34

Sie war gerade sich am aufrappeln als das Monster erneut brüllte und der Angriff des Nordmannes schien es nur noch wütender zu machen denn es verschwand in der Dunkelheit. Ihr tat ihr Brustkorb weh und sie ächzte noch wegen dem Tritt. Da brüllte das Monster und tauchte aus der Dunkelheit ungewohnt schnell auf und als sie sah wie das Monster seinen nächsten Angriff gegen sie steuerte, dachte sie dass alles aus ist und Panik brach in ihr aus. Sie wollte gerade um ihr Leben rennen, da stand die Elfe vor ihr und brüllte das Monster an, dass sie ihre Schwester in Ruhe lassen soll. Sie dachte sie höre nicht richtig und sah wie die Elfe sich vor ihr aufbaute und sie beschützte. Verwundert sah sie die Elfe an und warf einen Blick auf Wittiko. Sie erinnerte sich nicht sofort, dass es ihre Schwester sein könnte. Sie war zu klein damals gewesen als dass sie sich an ihren Namen erinnern konnte nach so langer Zeit. Doch was dann folgte, verwirrte sie noch mehr und sie sah wie in der Hand der schönen Elfe eine Peitsche auftaucht einfach so aus dem Nichts und sie traf damit das Monster am Auge. Das wiederum heulte empört auf und fixierte die große Elfe mit seinen wütend Schimmernden Augen. Es taumelte leicht, fing sich aber enorm schnell.
Da wurde sie abrupt von der Elfe am Arm gepackt und mit sich gezogen. Ihre dünnen Beine die anfänglich nicht mit dem Tempo gerechnet hatten, verhänderten sich miteinander und sie stolperte, doch der Griff war bestimmend und so wurde sie einfach mit gezogen. Sie fing sich nach einigen Schritten und befand sich in unmittelbarer Nähe zu Wittiko und der anderen Frau wieder. Sie stellte sich hinter die Erwachsenen. Sie hatte das Gefühl sie müsste vor lauter Panik einfach davon laufen und doch noch hielt sie der Griff der Elfe fest und sie biss sich nervös auf die Lippe. Sie wollte fort von dem Kampfplatz und einfach sich irgendwo in Sicherheit wissen. Und fasste einen Plan, wenn der Zeitpunkt günstig wäre würde sie in die Dunkelheit davon rennen. Und sich einen Platz suchen. Sie hörte dass die Elfe etwas zu den anderen sagte, doch sie verstand es nicht. Sie starrte weiterhin das Monster an und zog an ihrem Arm. sie wollte das der Griff sich lockerte. Sie wollte wenn nötig davon rennen können.

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