Ungewöhnliche Bekanntschaft

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Torvitas
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Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » Di, 22. Jan 2013 0:33

[Hügelländer von Harrhy'in]

Die Zusammenarbeit mit dem Waldelfen Adriel hielt nicht lange an. Schon ein paar Tage nachdem sie sich getroffen hatten, trennten sie sich wieder. Der Dämon fand den Elfen zwar im Vergleich zu seinen vorherigen Bekanntschaften recht sympathisch, doch auch unpraktisch und zu langsam. In der Zeit, in der Adriel mit dabei war, legte Torvitas nur einen Bruchteil des Weges hinter sich, den er in selber Zeit geschafft hätte, wäre er allein gereist. Zumindest kam es dem Dämon so vor. Zwar wusste der Elf scheinbar mit seinem Bogen umzugehen, jedoch würde er damit nicht annähernd an Torvitas’ magische Fähigkeiten herankommen. Somit wäre der Elf in einem Kampf eher hinderlich als helfend. Und auf andere Rücksicht nehmen konnte Torvitas noch nie. Speziell als Dämon musste man immer damit rechnen, dass irgendwelche Gestalten meinen, sie würden es mit ihm aufnehmen können. Keiner dieser Narren hatte bisher recht behalten. So zog Torvitas allein weiter in Richtung Norden und verließ die Hügelländer von Harrhy'in. Wahrscheinlich wäre es dem Elfen sowieso irgendwann zum Verhängnis geworden, mit einem Dämon zu reisen.

Als nächstes betrat Torvitas die Waldsteppe. Er war hier schon einmal durchgereist und wie beim letzten Mal gefiel ihm dieses Fleckchen Erde überhaupt nicht. Er würde es wohl nie verstehen, warum es Lebewesen gab, die dieses Gebiet als ihr „Lebensraum“ bezeichneten und selbiges schön fanden. Vielleicht lag das auch daran, dass jedes intelligente Lebewesen, welches Torvitas hier entdeckt hatte, mindestens so langweilig und unspektakulär war, wie seine Heimat. Der Dämon bemühte sich zwar möglichst schnell diese Einöde zu verlassen, doch es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Die einzige landschaftliche Abwechslung die es hier gab, waren die Bauminseln, doch auch sie bestanden nach genauerem hinsehen nur aus Langeweile in Form von hölzernen Stämmen. Wie er doch diesen Ort hasste. Umso fröhlicher war der Dämon, als er endlich den Fluss Aras und somit den Wald von Sieryan erreichte. Torvitas ging davon aus, dass er entlang des Flusses wieder auf zivilisiertes Leben treffen könnte und zog deshalb die Kapuze seines Mantels tief in das Gesicht und verdeckte damit sein zweites. Damit erschien er für die meisten Menschen auf den ersten Blick verschreckend und eventuell sogar bedrohlich, allerdings würde er ohne Kapuze mit ziemlicher Sicherheit sofort als Dämon identifiziert werden. Da war die Kapuze auf jeden Fall vorzuziehen. Meistens machten Menschen einfach nur einen großen Bogen um Torvitas, sobald sie ihn sahen.

Ab jetzt ging der Dämon in einiger Entfernung den Fluss entlang, stromabwärts in Richtung Merridia. Teilweise nutze er die Straße, sobald er jedoch merkte, dass ihm eine Gruppe Reisende entgegenkamen, wich er in den Wald aus. Kreuzte sich sein Weg mit Einzelpersonen, so war es ihm die Mühe nicht wert und er blieb auf der Straße. Was sollte auch schon passieren? Eine einzelne Person würde es wohl kaum schaffen, Gerüchte über einen frei herumlaufenden Dämon entstehen zu lassen. Kaum einer würde ihr glauben. Erzählte allerdings eine ganze Gruppe von Menschen über einen Dämon, so würde man schon bald auf ihn Jagd machen. Außerdem würde er hier auf der Straße vielleicht jemanden treffen, mit dem man reisen kann, ohne dass dieser sich als Klotz am Bein entpuppt. Die Wahrscheinlichkeit war zwar gering, dennoch war es Möglich, da man immer wieder auf Magische, oder anders begabte Wesen traf.

Inzwischen war Torvitas dem Fluss Aras schon einige Tage gefolgt. Vielleicht waren es auch Wochen. Etwas besonderes erlebt oder entdeckt hatte er noch nicht, was leicht auf seinen Gemütszustand schlug. Allerdings war hier die Landschaft nicht so öde, wie in den Steppen, in denen er bisher war. Vor einigen Tagen hatte der Dämon von Reisenden erfahren, dass ein bis zwei Tagesmärsche entfernt die Burg Eras lag. Er müsse nur über den Fluss gelangen und dann immer weiter in den Norden gehen. Warum Torvitas sich dies gemerkt hatte, wusste er selber nicht recht. Er würde es wohl auch bald wieder vergessen, da er eh nicht dorthin gehen würde. Sein Ziel war ein anderes und er kam ihm immer näher. Eigentlich konnte er es nicht wirklich „Ziel“ nennen. Das einzige was er in den letzten Monaten gemacht hatte, war in Richtung Mérindar zu wandern. Was er dort machen sollte, wusste er noch nicht. Aber es gab ihm ein besseres Gefühl, nicht komplett planlos durch die Gegend zu laufen. Vielleicht würd er auch nie in Mérindar ankommen, wenn er auf dem Weg dorthin ein interessanteres Ziel finden würde.

Es war später Nachmittag und Torvitas entschied sich dafür, hier eine kleine Rast einzulegen. An dieser Stelle änderte der Fluss Aras seinen Weg in Richtung Norden. Der Dämon saß etwas abseits der Straße. Er bemerkte in der Ferne etwas auf ihn zukommen. Was es war konnte er noch nicht sagen. Für einen einzelnen Reisenden schien zu viel Masse sich zu bewegen. Also waren es wohl mehrere Personen, oder ein Fuhrwerk. Torvitas tippte auf letzteres, konnte aber noch nichts genaueres sagen.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Di, 22. Jan 2013 18:58

[ Kommend von Lied der Heimat]

Yatsuna hatte sich seit sie der Fremde versetzt hatte noch mehr zurückgezogen. Ihre wenigen Besuche in der Stadt Merrida beendete sie meist schnell und ihren Wagen hatte sie anfänglich bei einem Bauern am Stadtrand in der Scheune untergebracht, doch nun zog sie es fort von der Stadt. Sie brauchte neue Waren aus ihrer Heimat und so entschied sie über Fadrun weiter nach Norden zu reisen. In Fadrun hatte sie das letzte Mal, einen Fellhändler entdeckt der Händler brauchte. So fuhr sie bald aus Merrida hinaus am Fluss Aras entlang. Sie kannte den Fluss gut genug so, dass sie sich hier einiger maßen Sicher fühlte. Sie war in der Nacht wieder jagen gewesen und hatte sich in den ersten Morgenstunden erschöpft auf ihren Wagen gerettet. Dort schlief sie seit einigen Tagen und bis her hatte keiner etwas dagegen gesagt. Als die morgendlichen Geräusche sie weckte, stand sie auf und merkte das sie unter ihren Nägeln Blut hatte, sie fluchte und versuchte die Reste ihrer Jagd mit etwas Wasser das sie in einen Schlauch bei sich im Wagen hatte fort zu waschen. Es gelang ihr mehr schlecht als recht. So dass sie nach einigen Versuchen aufgab. Sie packte das Wasser fort, wischte ihre Hände an ihrer Hose trocken und lies ihre zwei Pferde anfahren.
So fuhr sie seit zwei Tagen schon in Richtung Fadrun und als der dritte Tag anbrach kam Fadrun in Sicht. Da der Tag aber so schön angefangen hatte, entschied sie einfach weiter zufahren. Es hielt sie in Fadrun nichts außer dem Fellhändler, aber es gab noch andere Orte und Städtchen an denen sie Ware kaufen konnte und neue Kontakte knüpfen würde. So lenkte sie ihren Wagen am Fluss Aras entlang und das regelmäßige ruckeln des Wagens trieb sie immer wieder in einen Dämmerzustand. Doch hielten die Geräusche die sie vernahm wach und so starrte sie auf die Ohren von einem ihrer Pferde und wartete darauf, dass die Zeit herum gehen würde. Sie hob nach einiger Zeit ihren Blick und musterte vor sich die Straße, sie kannte diese Gegend kaum und wollte sich nicht immer auf ihr gutes Gehör verlassen. So kam es das sie etwas abseits der Straße eine Gestalt sitzen sah. Sie hätte ihn vermutlich nicht gesehen, wenn sie nicht schärfer und vor allem weiter sehen konnte als ein normaler Mensch. Mal abgesehen davon wäre ein Reisender der nicht ihre Fähigkeiten besaß, nach gewisser Zeit unaufmerksam geworden. Nicht so Yatsuna, sie hatte sich seit Monaten daran gewöhnt permanent aufmerksam zu sein und auf ihre Umgebung zu achten so viel ihr diese Gestalt etwas schneller auf.
Sie merkte wie ihr Puls beschleunigte und ihr Körper Adrenalin ausstieß und doch würde es ihr jetzt nichts bringen sie musste abwarten und sich in Geduld üben. Sie unterdrückte den Gedanken den Wagen anzuhalten und lies ihn weiterfahren. So verringerte sich die Entfernung zwischen ihr und der Gestalt die am Wegrand saß mit jeder Sekunde bis sie in Hörweite war. „Wie weit ist es noch bis zur Burg Eras?“ fragte sie und zog sachte an den Zügeln so, dass ihre Pferde mit leichten Getänzel auf der Höhe der etwas abseits sitzenden Gestalt anhielten. Yatsuna wandte ihren Kopf in dessen Richtung und hoffte eine Antwort zu erhalten die ihr weiterhalf. Die Pferde hatten die Ohren angelegt und schnaubten, Yatsuna die ihre Pferde mittlerweile gut kannte ahnte das sie sich unwohl fühlten und sofort meldeten sich ihre Alarmglocken. Sie wusste nicht ob es begründet war oder ob ihre Fuhrpferde einfach weite wollten. Sie nahm sich vor achtsam zu sein.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » So, 27. Jan 2013 21:46

Scheinbar hatte Torvitas richtig getippt. Es war tatsächlich ein Fuhrwerk, welches auf ihn zu kam. Auf diesem saß eine junge Frau, doch irgendetwas war an diesem Menschen anders. Sie sah zwar wie jeder andere Mensch aus und war auch gekleidet wie einer, aber das musste nichts heißen. Torvitas selber wusste nur zu gut, dass man mit ein wenig Kleidung eine fremde Identität annehmen konnte. Wenn der Dämon unter Menschen war, so wurde auch er nicht als Dämon erkannt, zumindest nicht sofort. Doch bei anderen Wesen konnten sich besser kleiden. Er hatte schon Geschichten von Frauen gehört, die sich als Männer verkleideten und dies nicht auffiel. Nun, Menschen sahen sich sowieso alle ähnlich, gleichwohl selbige dies von sich nie behaupten würden. Doch was war nun mit diesem Wesen auf dem Wagen? War es der Geruch, der es andersartig erschienen ließ? Nein, es roch eindeutig nach Mensch. Dennoch war da etwas, dass nicht normal war. Das Wesens strahlte eine gewisse Stärke und Unberechenbarkeit aus. Irgendetwas nicht menschliches. Torvitas kannte es nicht, und das beunruhigte ihn.

Der Dämon wartete noch bis der Nicht-Mensch auf seinem Gefährt zum Stillstand gekommen war und blickte dann langsam auf. Ein paar Sonnenstrahlen verirrten sich auf dem dunklen, leicht bläulichen Gesicht des Dämons. Ein gelbes Augenpaar blitze auf und musterte das menschenähnliche Wesen vor ihm. Vom Aussehen her war dies wohl ein Prachtexemplar eines Durchschnittsmenschen. Nein, vielleicht stand dieses Wesen auch über dem Durchschnitt. Trotz der arbeitstauglichen Kleidung strahlte es eine gewisse Eleganz aus, die Torvitas schon lange nicht mehr gesehen hatte und meist bei Elfen anzutreffen war. Auch stank das Wesen auf dem Wagen nicht so stark, wie die meisten Bauern und Reisenden. Das Gesicht konnte man alles andere als hässlich bezeichnen, doch konnte Torvitas nicht beurteilen, ob das Wesen unter Menschen auch als schön galt. Der Rest des Körpers schien muskulös und wohlgenährt. Dieses Wesen sah weitaus besser aus, als das, was dem Dämon bisher auf dieser Straße begegnet war.

Torvitas leckte sich mit seiner langen Zunge langsam über seine Lippen um schließlich zu antworten. „Burg Eras?“, wiederholte er mit seiner tiefen Stimme. Seine spitzen Zähne kamen dabei zum Vorschein. Er versuchte sich zu erinnern. Vor wie vielen Tagen hatte er diesen Reisenden getroffen? Und was sagte er da, wie weit die Burg entfernt war? Torvitas wusste es nicht mehr genau. Warum auch? Schließlich hatte er diese Information als unwichtig empfunden. „Hm,“ sprach der Dämon schließlich. „Ein paar Tage werdet ihr wohl noch reisen müssen.“ Damit war für Torvitas die Frage beantwortet. Schließlich hatte der Nicht-Mensch nicht nach dem Weg gefragt. Eine längere Antwort hätte das Wesen von Torvitas sowieso nicht bekommen.
Der Dämon starrte weiterhin den Reisenden eindringlich an. Er wollte endlich wissen was für ein Wesen es war. So fragte er rundheraus: „Was seid ihr?“ Torvitas versuchte dabei so freundlich wie möglich zu sein, schließlich wollte er nicht dieses noch undefinierte Etwas verschrecken. „Ich spüre, dass ihr kein Mensch seid, obwohl ihr euch als einen ausgebt,“ fügte er noch hinzu. Gespannt und Neugierig wartete der Dämon auf die Antwort und hoffte dabei, die Frage nicht zu direkt gestellt zu haben. Vielleicht hatte er ja jetzt endlich jemanden gefunden, indem eine ähnliche Kraft schlummerte, wie in ihm.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Mo, 28. Jan 2013 17:08

Yatsuna hatte in den Bruchteilen von Sekunden die es dauerte bis ihr Gegenüber antwortete, genug Zeit gehabt um diesen zu mustern. Gelbe Augen! dachte sie noch ein Werwesen....? Kam ihr gleich in den Sinn, doch sie wusste, es war kein Mensch, das war sicher. Doch was war es? Konnte sie es überhaupt es nennen? Der Mantel den das Wesen trug, verdeckte den gesamten Körper nur die Körpergröße lies sich erahnen und er war definitiv größer als sie auch wenn er saß, war dies klar. Der Kopf war mit einer Kapuze verhüllt und lies so gut wie kein Blick auf den Kopf zu. Den Schatten der die Kapuze warf, zog seine Grenze weit bis über das Gesicht. Nur der eine Sonnenstrahl hatte es geschafft sich da durch zu kämpfen und hatte einen kurzen Einblick auf die Augen gewährt.
Yatsuna kam auf keine Antwort und würde diese auch erstmal hinten anstellen müssen. Ihre Gefühle die sich beim Anblick der gelben Augen einstellten waren ein Zwiespalt aus Angst, Misstrauen und der Hoffnung jemand gefunden zu haben der ähnlich war wie sie. Da wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als ein tiefe basslastige Stimme ihr antwortete. Sie hatte die lange Zunge nicht gesehen, doch die Zähne waren ihr sofort aufgefallen. Und dies bestätigte ihre Annahme doch eher, als sie gedacht hatte, es war kein Mensch. „Einige Tage?!? das wirft mein Plan durcheinander“ murmelte sie eher zu sich selbst dann setzte sich neu an „ Wisst ihr wie der Weg dorthin geschaffen ist und wie ich dort hinkomme?“ sagte sie nun gezielt zu dem Wesen.

Doch da hörte sie diese eine Frage, die sie so gefürchtet hatte. Deswegen hatte sie immer häufiger die Menschen und ihre Städte gemieden um diese Frage auszuweichen. Doch nun war sie gestellt von einem Wesen, was ebenso wenig menschlich war wie sie. Sie schluckte und leckte sich über die Oberlippe darauf bedacht ihr zweifellos längeren Eckzähne zu verstecken. Diese hatten sich seit ihrer ersten Verwandlung nicht wieder zurück gebildet, zum Leidwesen von ihr. Sie vermied das Lachen in Menschenmassen um nicht aufzufliegen.

Ihr Herz begann zu klopfen und ihr Körper spannte sich unbewusst an. Sie hatte es bisher auch immer geschafft ihr deutlich längeren Fingernägel zu verstecken, wenn es möglich war. Keiner hatte sie darauf angesprochen aber dies würde sie noch leichter erkennbar machen. Deswegen waren ihre Ärmel so lange das ihre Finger versteckt wurden. Auch im Fuhrwerk hatte sie diese in ihren Ärmeln um einfach den Blick nicht darauf zu lenken. Auch jetzt noch waren ihre Hände in ihren Ärmeln versteckt. Sie sah die gesamte Zeit auf das Wesen was ihr diese prekäre Frage gestellt und mit einer weiteren Annahme zum Teil ihr zweites ich entblößte. „Ich...?Was ich bin?“ wiederholte sie die Frage und merkte wie sie just umschwenkte in Aggression. Ihre Augen wechselten die Farbe und nahmen das gelb an, was ihr Werwolf sonst hatte. Die letzten Wochen hatte sie die leichten Anzeichen bemerkt, vor allem wenn sie sich eingeengt, bedroht oder gefangen fühlte kam dieses Gefühl schneller hoch als wenn sie alleine für sich war. „Ich bin Händlerin!“ sagte sie ziemlich bestimmt “Und was das weitere betrifft.......“ sie machte eine Pause und sah ihn eindringlich an „solltet ihr aufhören so direkt zu Fragen. Da gibt es nichts, was ich euch erzählen würde oder könnte! Zu leicht hören Ohren mit die meinen Tod bedeuten! Fahrt mit mir und ihr erfahrt es.....- vielleicht“ das letzte Wort betonte sie stark und es schwang eine Deutlichkeit mit die den meisten die ihr je diese Frage gestellt hatten langte und sie nicht nachhakten. Doch irgendwie hatte Yatsuna das Gefühl dass das Wesen sich damit nicht zufrieden gab.

Sie musterte ihn und ihr kam in den Sinn, dass sie jetzt schon mehr gesagt hatte als ihr lieb war und das ihr Äußeres, das sie jetzt teilweise angenommen hat sie verriet. Doch konnte sie nicht darüber Reden. Noch nie seit sie mit Thero und Gresh zeitweise gereist war, hatte sie dies je wieder jemanden erzählt und das dieses Wesen sie so schnell durchschaut hatte, machte ihr Angst und ihre Angst schlug schnell in Aggression um. Sie griff sich die Zügel „Wenn ihr mehr erfahren wollt..steigt auf und ich erfahre im umkehrschluss was ihr seit!“ sagte sie und deutete mit ihren Kopf auf eine freie Stelle neben ihr. Sie wusste, das sie nicht wieder fort kommen würde, ohne ihm von dem Wesen zu erzählen was sie annahm wenn es Nacht wurde. Obwohl sie immer noch hoffte ihr würde dies erspart bleiben aus Angst ihn zu verschrecken. Sie räusperte sich und sah das Wesen mit den gelben Augen an.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » Mi, 06. Feb 2013 2:12

Ein Grinsen zuckte über Torvitas’ Gesicht, die Reaktion des Nicht-Menschen stellte Torvitas zufrieden. Zwar wusste er noch immer nicht, was der Nicht-Mensch nun wirklich war, doch immerhin war das Wesen bereit ihm dies irgendwann zu erzählen. Vom Verhalten her war es auf jeden Fall kein Dämon. Außerdem lehnte es die Anwesenheit eines Dämons nicht komplett ab. Zumindest die Anwesenheit eines fremden Wesens, denn Torvitas vermutete, dass der Nicht-Mensch ebenfalls nicht wusste, was Torvitas war, schließlich traf man nicht alle Tage auf einen Dämon. Den einzigen Dämon, den Torvitas je traf, war seine Mutter und die hatte er umgebracht. Die darauffolgende Aussage und Bedingung des Wesens bestätigte Torvitas’ Vermutung. Der Dämon nickte dem Nicht-Menschen zu und antwortete: „Das ist nur fair.“ Er stand auf, ging einen Schritt auf den Nicht-Menschen zu, hielt dann jedoch wieder an und musterte skeptisch den Wagen. Er sah nicht wirklich bequem aus. Das schwächliche Menschen mit so einem Gefährt sich fortbewegten und damit Waren transportierten, konnte Torvitas ja noch verstehen, aber er? Er war selber noch nie mit so einem Teil gefahren. Warum auch? Transportieren musste er nie etwas und zu Fuß war es sowieso schneller. Torvitas war dem Element der Erde verbunden, auf solch einem Wagen würde er mit Sicherheit einen Teil dieser Verbindung aufgeben müssen. Nein, soweit würde es nicht kommen. Auf diesen Wagen würde er nicht steigen.
Unsicher schaute er noch einmal in Richtung der Wagenführerin. Sie schien mit der größten Selbstverständlichkeit auf dem Gefährt zu sitzen, obwohl sie definitiv kein Mensch war. Vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm, überlegte der Dämon. Er gab sich einen Ruck und setzte sich langsam wieder in Bewegung. Vorher nahm er aber noch zwei kleine Kiesel auf. So würde er immer ein kleines Stück seines geliebten Erdbodens bei sich haben. Vielleicht würde sich das ja noch als nützlich erweisen.
Torvitas machte noch einen Schritt und war am Wagen angelangt. Selten, eigentlich noch nie, hatte er ein solch flaues Gefühl gehabt. Innerlich sträubte sich sein ganzes Wesen auf dieses Gefährt zu steigen. Vielleicht könnte er auch einfach nebenherlaufen. Zumindest würde er dann weiterhin den Boden unter den Füßen haben. Doch wie würde das dann aussehen? Eigentlich scherte es ihn wenig, was andere über ihn dachten. Das bisschen Ehre, welches der Dämon besaß sorgte jedoch dafür, dass dies nicht passierte. Er schloss seine Augen. Nein, er war ein Dämon. Sein verhalten war lächerlich. Ein Dämon, der Angst hatte auf ein Holzgefährt zu steigen, soweit würde es nicht kommen. Er gab sich nochmals einen Ruck und stieg schwungvoll auf den Wagen auf. Ein wenig zu schwungvoll, es sah eher lächerlich, als gekonnt und selbstbewusst aus.

Sobald Torvitas vollständig den Boden verlassen hatte, trat das ein, was er befürchtet hatte. Er war praktisch blind. Natürlich waren noch all seine Sinnesorgane intakt und er konnte auch noch normal sehen. Und doch fehlte etwas. Erst jetzt merkte der Dämon, wie abhängig er von seiner Magie war. Der Erdboden war sein sechster Sinn gewesen, er war eins mit ihm gewesen. Durch ihn konnte er die Umgebung wahrnehmen, noch bevor seine anderen Sinnesorgane dies konnten. Der Erdboden war immer voller Leben. Seien es die wilden Tiere, die in ihm lebten, oder ein Reiter, der in einiger Entfernung vorbeiritt, Torvitas konnte das Pulsieren jeder Bewegung wahrnehmen, solange auch er mit ihr in direkter Verbindung war. Doch jetzt war unter ihm nichts als das tote Holz des Wagens. Natürlich wusste Torvitas, dass der Erdboden nicht weg war und er würde dieses Element immer noch ohne Probleme kontrollieren können, auch von diesem Wagen aus. Doch es fühlte sich an, als würde er die ganze Zeit mit einer Augenbinde herumlaufen. Langsam regten sich Zweifel im Körper des Dämons, ob es tatsächlich ein so gute Idee gewesen war, sich diesem Nicht-Menschen so stark auszuliefern. Er schaute das Wesen noch einmal an. Doch, dass muss es wert gewesen sein. So etwas war ihm tatsächlich noch nie begegnet. Umso länger Torvitas das Wesen anschaute, umso stärker wurde wieder seine Neugier. Er würde sich halt an dieses Gefährt gewöhnen müssen. „Kann los gehen,“ quälte der Dämon aus sich heraus.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Fr, 08. Feb 2013 19:38

Sie beobachtete ihr Gegenüber sehr genau, ihr misstrauen ihm gegenüber war noch nächst nicht dezimiert und sie wusste das dies noch einige Zeit so bleiben würde. Sie sah das er seine Miene verzog, konnte aber nicht erkennen ob es ein Grinsen oder ein abfälliger Ausdruck war. Sie hörte seine Worte "Das ist nur fair" und nickte nochmals zur Bestätigung. Sie sah wie er sich in Bewegung setzte und dann inne hielt, als würde ihn eine unsichtbare Wand davon abhalten weiter zu laufen und sie spürte deutlich seinen Blick auf sich ruhen „Was soll das? Ist das eine Prüfung?“ überlegte sie und legte den Kopf schief, schwieg aber und behielt ihre Worte für sich. Da bückte er sich und nahm zwei Kieselsteine auf, sie zog fragend die Augenbraun zusammen und zuckte dann mit den Schultern und blieb ruhig sitzen, obwohl es in ihrem innersten sie fast zerriss. Alles in ihr schrie förmlich danach fort zulaufen und so weit weg wie möglich zu kommen, um wieder in Sicherheit zu sein. Dann war er bei ihr, in ihrem Nahbereich. Der Bereich den seit über einem Jahr keiner mehr betreten hatte, außer sie hatte gejagt und biss ihr Opfer. Sie schluckte und merkte wie ihre Kehle mit jedem Schritt und mit jeder Bewegung von ihm trockener wurde. „Was ist nur mit mir los?“ dachte sie und mahnte sich zur Ruhe. Sie durfte sich nichts anmerken lassen, schon gar nicht einem Wesen das genauso wenig Mensch war wie sie. Doch noch wusste sie nicht was es war. Sie würde es aber herausfinden, irgendwann.

Sie hielt ihren Blick auf ihn gerichtet als er auf ihren Wagen stieg, stellte er sich etwas ungeschickt an, was ihr ein breites Grinsen auf die Lippen zauberte „Verzeiht ich sollte nicht lachen! Ihr reist wohl nicht oft mit Wägen oder ähnlichen nehme ich an“ mutmaßte sie und wartete bis er sich gesetzt hatte. Diese auf dem Sitzbock war für sie fast unerträglich. Er verströmte etwas, was sie nervös und äußerst misstrauisch aber auch neugierig machte. "Was war es nur?" Dachte sie und warf nochmal einen Blick auf ihn und straffte die Schultern als er sagte „Kann losgehen“ Mit diesen Satz schnalzte sie mit der Zunge und ihre Pferde setzten sich mitsamt dem Wagen leicht rumpelnd in Bewegung.

Die gesamte Fahrt war Yatsuna sehr schweigsam, sie wusste nicht was sie sagen sollte und wollte ihrem neuen Reisegefährten auch nicht die Ohren voll Sülzen. Sie warf nach scheinbaren endlosen Minuten einen Blick auf ihn. Er sah nicht gut aus, das sah sie trotz das er sich in einer Kapuze versteckte. Seine Körperhaltung war zu verkrampft. Sie sah nach vorne und auf den Horizont. Sie musste bald rasten. Die Nacht kroch voran.

Da roch sie es. Es war Blut. Hier irgendwo lag ein Tier. Entweder war es Tod oder das Herz pulsierte noch. Sie spürte wie es in ihrem Inneren hinauf drang und drohte sie zu verschlingen „Wir rasten dort vorne!“ sagte sie gedämpft und deutete auf ein Stück Land, das mit Büschen umgeben war. „Ich brauche eine Pause mein Hintern ist platt!“ erklärte sie und verschwieg ihm die Tatsache das sie den Drang verspürte. Nach dem sie an diese Stelle gefahren waren sprang sie behende vom Wagen und begann die Pferde zu kontrollieren. Sie strich ihnen über die Beine und musterte die Hufe. Alles war in Ordnung. Der Blut Geruch der in ihre Nase drang, wurde stärker und sie wusste dass das Tier hier irgendwo lag. Ob er es auch roch? Fragte sie sich und deutete hinter sich „Ich werde Wasser suchen. Ich brauche etwas meine Vorräte sind leer! Bereitet ihr hier das Lager vor, wir werde hier wohl nächtigen“ wie schon so oft, log sie. Sie hatte sich diese Fertigkeit angeeignet und wusste das sie es konnte. Doch ob dieses Wesen sich davon täuschen lies, war ihr noch nicht klar. Sie wusste nur das sie dem Drang nachgeben musste und das nicht vor seinen Augen. Sie drehte sich um ging zum Wagen zurück, packte dort die Wasservorräte und verschwand in den Büschen. Nach dem sie einen kleinen Bach gefunden hatte, füllte sie die Wasservorräte auf und brachte diese zurück zum Wagen. „Was esst ihr? Ich hab hier vorhin Beeren gefunden ich wollte diese pflücken!“ Doch sie wartete nicht auf eine Antwort sondern ging einfach los.

Sie wartete bis sie weit genug entfernt war und rannte los. Sie zog sich aus und warf die Kleider in ein Gebüsch und schon begann ihre Verwandlung. Es war wie immer Schmerzhaft und es dauerte nicht sehr lange. Aber als die Verwandlung voran geschritten war, jagte sie dem Blutgeruch hinterher und fand das tote Tier. Es war gestürzt und hatte sich das Genick gebrochen und dabei sich an einem Stein verletzt. Die tierischen Instinkte in ihr sagten ihr, dass sie dies sofort fressen sollte und so tat sie es auch. Sie Fraß sich satt und merkte wie sie sich beruhigte. Sie leckte sich die Lefzen und sah sich nach einem weiteren Opfer um.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » So, 03. Mär 2013 6:15

Torvitas war kotzübel. Die Zeit wollte und wollte nicht vorüber gehen. Wie lange waren sie schon unterwegs? Es musste eine Ewigkeit sein. Doch die Sonne schien an ein und derselben Stelle ausharren zu wollen. Nur langsam kroch sie über den Himmel und bewegte sich mit einer kaum erkennbaren Geschwindigkeit in Richtung Horizont. Doch der Dämon riss sich zusammen. Er hatte sich in diese Situation selbst hineinmanövriert und er würde auch allein wieder heraus kommen. Er hatte schon schlimmeres überstanden. Zum Beispiel... Nein, wenn er ehrlich war, hatte er noch nichts schlimmeres Erlebt. Die Langeweile und Trostlosigkeit der Steppen, die Torvitas bisher durchquert hatte, kamen nur annähernd an die Qualen, die der Dämon gerade in diesem Moment erlebte. Und die waren lange Zeit ganz oben auf der ungeschriebenen Liste der schrecklichsten Dinge, die Torvitas je erlebt hatte, und das sollte schon etwas heißen. Wie konnte der Nicht-Mensch damit nur so locker umgehen? Er zwang sich, den Kopf leicht in Richtung des neben ihm sitzenden Wesens zu drehen, was er sofort wieder bereute, da ein weiterer Schub von Schwindel und Übelkeit ihn heimsuchte. Er sah sofort wieder nach vorn. Der Nicht-Mensch saß neben ihm, als wäre es das natürlichste auf der Welt. Zwar schien das Wesen auch leicht angespannt, doch Übelkeit konnte Torvitas aus dessen Gesicht nicht ablesen. Die Angespanntheit wurde wohl durch Torvitas selber ausgelöst.

Der Dämon konnte ausrasten. Diese verdammte runde, helle Scheibe, die sich Sonne schimpfte, wollte einfach nicht untergehen. Inzwischen war eine weitere Ewigkeit vergangen und der Abend näherte sich mit immer größeren Schritten. Dem Dämon kam es jedoch so vor, als müsste die Sonne bereits wieder Aufgehen. Dies konnte unmöglich erst ein halber Tag sein, den er auf diesem Folterinstrument verbracht hatte. Wie lange hielt der Nicht-Mensch das noch aus? Es sah doch aus wie ein Mensch, brauchten die nicht irgendwann eine Pause? Aßen und tranken sie nicht? Wie konnte man überhaupt nach dem benutzen solch eines Gefährts essen und trinken? Da hörte Torvitas vom bisher eher schweigsamen Nicht-Menschen die erlösenden Worte. Rasten. Endlich!

Torvitas sprang noch vom langsamer werdenden Fuhrwerk ab, um geschickt mit beiden Füßen auf dem Boden zu landen. Er setzte sich auf seine Knie und strich sanft mit einer Hand über den erdigen Untergrund. Der Erdboden hatte ihn wieder. Es zerriss ihn innerlich fast vor Freude. Mit einem Schlag nahm er die Umgebung wieder normal war. Jeden Stein, jeden Halm, jedes sich bewegende Insekt, und ja, auch dieses vermaledeite Fuhrwerk. Torvitas stand wieder auf, was nur dazu führte, dass ihm kurz schwarz vor den Augen wurde. Doch das war ihm jetzt egal. Nachdem er sich wieder an die plötzliche Höhe gewöhnt hatte, bemerkte er, dass auch der Nicht-Mensch abgestiegen war. Das Wesen untersuchte gerade die Pferde. Nach was auch immer es dort zu finden erhoffte, es schien es nicht zu finden. Es wendete sich an Torvitas, sprach irgendetwas von „Wasser suchen“, „Vorräte leer“ und „Lager vorbereiten“. Der Dämon verstand es nicht wirklich. Danach verschwand sie. Torvitas erkannte den Gunst der Stunde und ging ein kurzes Stück in die entgegengesetzte Richtung. Er schaute sich noch einmal nach dem Nicht-Menschen um, doch das Wesen war nicht zu sehen. Jetzt konnte Torvitas endlich dem Drang nachgeben, den er schon seit Anbeginn der Fahrt verspürte. Er drehte sich um und übergab sich in einen der hier wachsenden Büsche. Es war die reinste Wohltat, im Vergleich zu dem heute Erlebten. Nie wieder würde er auf dieses Teil gehen. Der Dämon richtete sich wieder auf, wendete sich zum verhassten Wagen und ging auf selbigen wieder zu. Was wollte sie noch einmal tun? Wasser holen?

Torvitas war noch nicht lange am Wagen angekommen, da tauchte das Wesen auch schon wieder auf. Torvitas musste zugeben: das ging schnell. Entweder hatte der Nicht-Mensch tierisches Glück, oder die Fähigkeit, Wasser zu spüren. Vielleicht war es ja auch ein magiebegabtes Wesen? Er würde es wohl noch herausfinden. Das Wesen brachte die Wasservorräte zurück zum Waagen sprach ihn dann direkt an und fragte, was er essen würde, um sich dann sofort wieder, mit dem Vorwand Beeren zu sammeln, auf den Weg zu machen. Beeren kannte Torvitas. Die meisten schmeckten nicht und machten nicht satt. Doch irgendetwas stimmte nicht mit dem Wesen. Es war wie ausgewechselt und total aufgeregt, auch wenn es dies versuchte nicht zu zeigen. Es ließ Torvitas nicht einmal die Chance zu antworten, sonder wandte sich sofort wieder ab. Als da Wesen Wasser holte, konnte er es die ganze Zeit eindeutig wahrnehmen. Jetzt jedoch, spürte er nur, wie es von ihm fort ging und anfing zu laufen, bis es aus Torvitas Wahrnehmungsbereich verschwand. Diese „Beeren“ waren eindeutig nicht in der Nähe.

Torvitas tat also das, was er allzu oft schon gemacht hatte: er tat etwas, von dem er keine Ahnung hatte. Er versuchte ein Lager zu bauen. Was brauchte er dafür? Nun, ein Feuerplatz wäre nicht schlecht, vielleicht würde der Nicht-Mensch noch etwas anderes außer Beeren mitbringen, vorausgesetzt das Wesen bringt überhaupt etwas mit. Der Dämon scharrte mit den Füßen eine kleine runde Stelle frei, die der Feuerplatz werden sollte. Holz würde er später suchen. Was würden sie noch Brauchen? Ein Schlafplatz für zwei Personen. Torvitas selber schlief am liebsten unter freiem Himmel, doch er wusste auch, dass Menschen gerne ein Dach über dem Kopf haben und sich Häuser bauen. Das war ihm natürlich nicht möglich, aber für eine geschlossene Decke konnte er sorgen. Er ging zum Wagen und schaute sich die Materialien an, die das Wesen mit sich führte. War das von einem Zelt? Torvitas hatte keine Ahnung. und selbst wenn, er würde es nicht aufbauen können. Also musste er eine andere Lösung finden. Aber er hatte schon eine Idee, wie er das Problem lösen könnte. Er suchte sich dafür eine freie Stelle etwas abseits der Feuerstelle und begann mit der Arbeit. Er fixierte die freie Stelle mit den Augen und konzentrierte sich auf sie. Die Magie war überall. In der Luft, im Boden und in jedem Lebewesen. Man musste sie nur freisetzen und kontrollieren. Er spürte wie die Magie durch seinen Körper und den Erdboden floss. Er war praktisch eins mit ihr. Dann hob er langsam seine Arme und mit ihnen die vor ihm liegende Erde. Erst langsam, dann etwas schneller, richtete sich ein kleiner Hügel vor ihm auf. An einer Seite und im inneren blieb die Erde jedoch am Boden und bildete eine Art kleine Höhle. Um so weiter Torvitas seine Arme hob, umso höher und größer wurde der Hügel. Als er schließlich bis zu Torvitas Brusthöhe gewachsen war, beschloss der Dämon, dass das wohl groß genug sein würde. Er ließ die Arme wieder Sinken und betrachtete zufrieden sein Werk. Es war zwar nicht sehr groß, aber der Nicht-Mensch und er würden bequem drin schlafen können. Er wendete sich wieder ab und ging zurück zur nicht fertigen Feuerstelle. Er betrachtete sie noch einmal und stellte fest, dass eine Sitzgelegenheit fehlte. Wiederum benutzte er seine Magie, um diese Sitzgelegenheit zu schaffen. Dies war wesentlich einfacher und ging schneller als die Schlafhöhle, die er eben erschaffen hatte. Er hob dafür nur ein wenig der umherliegenden Erde an und formte diese zu einer schmalen Sitzgelegenheit, einer Art Bank. Danach ging er los und fing an trockene Zweige und Holz für das Feuer zu finden. Er hoffte zumindest welches zu finden. Vielleicht würde er ja sogar ein brennendes Feuer haben, wenn der Nicht-Mensch zurück kam. In dem Zusammenhang viel ihm auf, dass er noch immer nicht dessen Namen wusste.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » So, 03. Mär 2013 14:34

Yatsuna hatte in ihrer Werwolfsgestalt keine Kontrolle über sich oder das was sie tat. Sie war ein Tier, ein Jäger der nach möglicher Beute Ausschau hielt. Sie roch in einiger Entfernung ein weiteres Opfer und sie rannte kurzer Hand los. Sie rannte wie ein Wolf auf allen vier Pfoten, quer durch den Wald. An ihr flog jegliche Natur vorbei, dabei wich sie geschickt Bäumen, Wurzeln und Steinen aus und verringerte die Entfernung zu dem Wesen mit jeder Sekunde deutlich. Dank ihrer Kraft und ihrer Ausdauer war diese, für Menschen große Entfernung, kein Problem im Gegenteil sie empfand es als Erleichterung. Wenn sie sich zurück wandelte, fühlte sie sich glücklich ehe die Einsamkeit und die negativen Gefühle sie wieder einholte und sie zurück versetzen in das was sie war.

Dann kam der Geruch immer Näher. Sie bog um die Ecke und stoppte sie ihr rasantes Tempo auf ein minimales und setzte zum Sprung an. Ihre starken Hinterbeine drückten sie mit großer Kraft vom Erdboden fort und sie riss das Tier um, rollte mit ihm über den Erdboden, dass sie dabei über die Erde schrammte merkte sie nicht, und hatte noch ehe das Tier eine Möglichkeit hatte sich zu wehren, dieses mit einem Kehlkopfbiss getötet. Da ihr Hunger größtenteils schon gestillt wurde, jagte sie jetzt nur noch um ihren großen Blutdurst zu stillen. Sie trank das Blut des Tieres, es war noch warm und lief ihr am Fell entlang hinab, tropfte zu Boden und versank im Erdreich.

Sie leckte sich erneut die Lefzen und roch etwas weiteres. Sie hob ihren Kopf an, stellte ihre Nase in den Wind und zog den Geruch tief ein. Es war etwas was sie nicht einordnen konnte sie hielt inne,wartete und ortete aus welcher Richtung der Geruch kam. Als sie die Richtung ausgemacht hatte rannte sie los. So stillte sie auf ihr Verlangen nach Freiheit und danach zu Rennen. Sie kam aber nicht weit, denn vor sich, in nicht großer Entfernung,sah sie das Wesen was diesen unverkennbaren und ihr unbekannten Geruch, nach Magie und Boshaftigkeit verströmte. Sie stoppte den Lauf und grub ihre Pfoten in die Erde, dabei fuhr sie sich mit ihre Zunge über die Nase und leckte dort das viele Blut fort. Der Blick von dem Werwolf wich nicht von dem Wesen.

Das Wesen sammelte Holz und sah scheinbar abgelenkt aus. Der Werwolf jedoch zögerte, so ein Wesen hatte sie noch nicht als Opfer auserkoren und sie beschloss abzuwarten. Noch war die Nacht nicht vorbei und sie hatte Zeit. So blieb sie in ihrem Versteck hinter einigen Büschen und Bäumen und beobachtete das Wesen mit ihren gelben Wolfs ähnlichen Augen. Das sie Torvitas beim Holz sammeln entdeckt hatte, war ihr in dieser Tiergestalt nicht klar. Sie war gefangen im Tier und in dessen Instinkten. Im Fell hing noch immer Blut und verklebte dies mit jeder Minute die sie abwartete und tränkte tropfen artig das Erdreich. Der Werwolf verharrte ruhig und angespannt was das magische Wesen jetzt tat. Wenn sie entdeckt werden würde, würde sie kämpfen und das bis auf den Tod. Oder aber die Natur würde ihr Retter werden und sie in ihre menschliche Gestalt zurück verwandeln ehe sie sterben würde.

Je länger sie ausharrte desto größer wurde ihr Wunsch das Wesen anzuspringen.Wäre es Yatsuna möglich die Taten zu kontrollieren, hätte sie es nicht getan, doch sie würde es niemals können. Sie würde sich nur daran erinnern was sie getan hatte und noch mehr in Trauer, Wut und Verzweiflung versinken. Doch so war es der Werwolf der die Kontrolle hatte, mit allen Instinkten die ein Werwolf besaß. Das menschliche war nicht vorhanden.

Nochmal leckte sich der Werwolf über die Nase und fletschte die Zähne. Jeder Mensch wäre vor Angst gestorben oder hätte die Beine in die Hand genommen und wäre so dem Tod noch schneller gegenüber getreten. Doch scheinbar hatte das Wesen keine Angst oder merkte ihre Anwesenheit nicht. Sie wurde jedoch von einem weiteren Geruch abgelenkt und vergaß das Wesen. Der Geruch nach greifbarem Blut stieg ihr zu Kopf und sie rannte wie besessen darauf los. Vergessen war alle Vorsicht und Umsichtigkeit. Das Wesen musste etwas mitbekommen haben so laut wie die Büsche krachten. Yatsuna sah vor sich ein in Panik versetztes Tier davon rennen, doch sie war schneller, sie sprang und brach dem Tier durch die Wucht das Genick. Dass das Tier in unmittelbarer Nähe ihrer abgelenkten Kleidern sich befand, merkte sie nicht. Sie frass sich an dem Tier nochmal satt und leckte sich die Schnauze vom Blut frei. Ob sie verfolgt wurde? Das bekam sie nicht mit.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » Sa, 30. Mär 2013 22:16

Das Waldstück in dem sich der Dämon gerade befand war nicht sehr dicht und Torvitas kam schnell voran. Er fand recht viel kleines Holz und hatte schon bald genügend gesammelt, um zumindest ein kleines Feuer zu entzünden. Wie er das machen würde, war ihm jedoch noch nicht klar, denn er hatte es bisher auf seinen Reisen nie nötig gehabt, ein Feuer zu machen. Aber das war ein Problem, das er auf später verschob. Langsam aber sicher hatte sich sein Magen beruhigt und verlangte hörbar nach Ersatz für das eben Erbrochene. Und wenn dieser Nicht-Mensch nicht bald wieder kommen würde, müsste er sich selber etwas suchen müssen. Torvitas sammelte noch ein wenig weiter und begab sich dann zurück zum Lager. Zu seinem Lager. Immerhin hatte er es errichtet.

Dort angekommen viel ihm auf, dass das Fuhrwerk mit den Pferden nicht mehr an der Stelle stand, wo es zuletzt war. Die Pferde hatten den Karren vom Weg weg gezogen, damit sie auf der daneben liegenden Fläche grasen konnten. Sollten sie ruhig, auch die Tiere mussten inzwischen hungrig sein. Torvitas legte sein gesammeltes Holz zur Feuerstelle und blieb dann dort wie Angewurzelt stehen. Wie sollte er dieses Zeug jetzt entzünden? Magie wäre eine Möglichkeit. Der Dämon spannte sich an und konzentrierte sich auf das Holz. Langsam bewegte er seine Arme nach vorn und griff dabei langsam durch die Luft. Natürlich griff er nicht wirklich in die Luft, sonder er griff nach der Magie, die in ihr lag. Eine wohlige Wärme durchzog Torvitas’ Körper, er spürte, wie sich die Magie in und um ihn Bewegte und wie er sie kontrollieren konnte. Dann richtete er diese Magie auf den vor ihm liegenden Haufen. Seine Gedanken drehten sich um Hitze, das Holz und Feuer. Und tatsächlich, etwas bewegte sich. Doch die kurz aufflammende Freude wurde sofort wieder durch die Enttäuschung zunichte gemacht, die ihn wie ein Schlag traf. Er war eben ein Erd- und kein Feuerdämon. Mehr als eine leichte staubige Erdschicht auf den Ästen und Zweigen hatte er nicht zustande gebracht. Zum ersten Mal in seinem Leben wünschte er sich ein Dämon eines anderen Elements zu sein.

Doch noch gab er nicht auf. Es gab noch andere Möglichkeiten ein Feuer zu entfachen und Magie war dazu nicht wirklich nötig. Er wandte sich vom Feuerholz ab und blickte zum Wagen. Vielleicht hatte ja dieser Nicht-Mensch etwas zum Feuermachen dabei? Plötzlich ruckten die Pferde an und zogen den Wagen ein kleines Stück weiter. Vielleicht sollte er die Tiere irgendwo festbinden, damit sie nicht abhauen konnten. Wer weiß, wie lange deren Besitzer noch wegblieb. Torvitas ging langsam zu den Pferden herüber und versuchte dabei eine möglichst unbedrohliche Haltung einzunehmen. Die Tiere waren noch immer Unruhig, doch anscheinend hatten sie sich inzwischen an das fremdartige Wesen gewöhnt und drehten nicht durch, als Torvitas begann, das erste Tier los zu machen, um es dann an einem nahe stehenden, abgestorbenen Baumstamm wieder festzubinden. Er hatte keine Ahnung ob man das so bei Pferden machte, es war ihm auch egal. Wenn der Nich-Mensch es anders gewollt hätte, hätte das Wesen es ja selber machen können. Auch das zweite Pferd band der Dämon an dem Stamm an. Es war schon erstaunlich, wie schnell sich Tiere an etwas Fremdes wie den Dämon gewöhnen konnten. Auf der anderen Seite war dies bei diesen beiden Pferden wahrscheinlich ganz natürlich, immerhin reisten sie zuvor ebenfalls mit einem Wesen, welches ein Mensch wohl als „unnatürlich“ und „gottlos“ bezeichnet hätte. Dabei war dieses Wesen mutmaßlich näher mit der Natur verbunden, als so mancher Mensch. Selbiges traf auf den Dämon zu.

Aber zurück zum Feuermachen. Torvitas ging zurück zum Wagen und musterte das Hab und Gut des Besitzers. Zunächst stachen ihm die Felle in die Augen. Brannten die? Trocken waren sie auf jeden Fall. Die Felle sahen zwar geeignet aus, um Feuer zu machen, andererseits wusste Torvitas auch, dass dies eigentlich nicht der primäre Einsatzzweck von Fellen war. Vielleicht konnten sie ja stattdessen als Schlafunterlage genutzt werden. Der Dämon griff nach den Fellen und legte sie zur Seite, um zu schauen, was unter ihnen lag. Das nächste was das gelbe Augenpaar erblickte waren... Dinge. Es sah ziemlich unnütz aus. Menschen bezeichneten dies wohl als „Kunst“, „Schmuck“, oder was auch immer. „Wertsachen“ war wohl der richtige Begriff, wobei Torvitas sich nicht sicher war, was hier dran so wertvoll sein sollte. Jedenfalls erweckte keines dieser Gegenstände den Eindruck, Feuer erzeugen zu können. Der Dämon zuckte mit den Schultern und schob seinen Fund achtlos zur Seite. Ansonsten fand er tatsächlich nützliche Dinge, wie Besteck und ein Kochgefäß, doch auch die nutzen ihm im Moment nicht. Es waren alles Gegenstände, wie sie wohl jeder reisende Mensch bei sich hätte, und keines dieser Sachen erweckten den Eindruck, dass dessen Besitzer kein Mensch war. War das Wesen am Ende doch nur ein Mensch? Doch was war dann das, was Torvitas begegnet war? Leicht verwirrt suchte er weiter, viel war nicht mehr in dem Wagen. Was er als nächstes entdeckte, war jedoch etwas verwunderlich. Sorgfältig in ein Päckchen eingepackt und recht gut verstaut lag dort ein wenig geräuchertes Fleisch. Warum war das Wesen auf Essenssuche gegangen, wenn es hier noch Vorräte hatte? Es war zwar nicht viel, aber dennoch würde man von dem Essen mindestens einmal satt. Der Dämon griff nach der Mahlzeit und riss sich ein Stück ab. Es muss schon einige Zeit dort gelegen haben, denn der Geschmack waren nicht mehr der Beste, ganz zu schweigen von der Konsistenz. Doch für den Moment sollte es reichen, um Torvitas zu sättigen. Er riss sich noch ein Stück ab und suchte essend weiter. Das Einzige was er noch erblickte waren zwei kleine Truhen. Der Dämon öffnete die größere der beiden Truhen und erblickte nur noch weitere nutzlose Gegenstände, wie einen kleinen Sack mit Geldstücken. Als er schließlich die zweite, kleinere Truhe öffnete machte er innerlich einen kleinen Freudensprung. Der Nicht-Mensch hatte tatsächlich Feuerstein, Feuerstahl und etwas Zunder dabei. Torvitas wusste zwar nicht, wie man es anwendete, doch das konnte man mit Sicherheit lernen. Er griff nach der kleinen Truhe und nahm sie mit zur Feuerstelle. Dort angekommen kniete er sich hin und versuchte zunächst ein paar Funken zu schlagen, was sich gar nicht als so schwierig herausstellte. Viel schwieriger war es, damit ein Feuer zu entfachen. Nach ein paar weiteren Versuchen kam Torvitas zu der Erkenntnis, dass er kleineres und leichteres Material wie getrocknetes Stroh und Mose brauchen würde, um eine Flamme zu erzeugen. Also würde er wieder los gehen müssen.

Inzwischen war der Abend so weit fortgeschritten, dass kein Tageslicht mehr vorhanden war. Der Mond spendete genau die richtige menge an Licht um noch etwas sehen zu können und gleichzeitig nicht von Fremden erkannt zu werden. Der Dämon konnte nun gefahrlos seine Kapuze absetzen. Inzwischen war er sich sicher, dass der Nicht-Mensch gelogen hatte, denn Beerensammeln konnte nicht so lange dauern. Aber das war jetzt auch egal. Das Wesen wird wohl schon seine Gründe dafür gehabt haben. Torvitas nahm dem Nicht-Menschen dieses Verhalten auch nicht übel, schließlich hätte der Dämon ebenfalls jeden ohne zu zögern belogen, den er nicht kannte. Ausnahmen hätte er höchstens bei Personen oder Wesen gemacht, die er gut kannte, oder ihm nahe standen, aber da gab es bisher noch niemanden. Hunger hatte er auch nicht mehr. Wenn der Nicht-Mensch jedoch plötzlichen Heißhunger auf geräuchertes Fleisch bekommen würde, hätte er wohl Pech gehabt.
Torvitas fing wieder an zu sammeln, dieses Mal jedoch ausschließlich Mose und trockene Sträucher. Doch er hatte nicht so viel Glück wie beim letzten Mal Sammeln. Die Mose waren durch die späte Stunde bereits feucht geworden und bei den Sträuchern sah es nicht besser aus. So kam es, dass der Dämon nur langsam vorankam und immer seltener etwas Passendes fand.
Nach einiger Zeit bemerkte der Dämon, dass ein Tier - oder anderes Wesen - in der Nähe war. Er konnte es nicht sehen, obwohl sein zweites Gesicht wie besessen in die Richtung starrte, in der das Wesen sein musste. Er konnte es nur über den Erdboden wahrnehmen. Das Tier oder Wesen war alles andere als klein und schien auf der Lauer zu sitzen. Torvitas war vorbereitet, auch wenn er sich von seiner Körperhaltung nichts anmerken ließ. Dass er die jede Bewegung um ihn herum wahrnehmen konnte, war ein ungemeiner Vorteil. Doch was war das für ein Wesen? So etwas hatte er noch nie wahrgenommen und doch kam es ihm bekannt vor. Ein paar Augenblicke später schien das Wesen die Interesse wieder verloren haben. Es hatte wohl etwas anders Gewittert und stürmte ein wenig unbeholfen wieder davon. Torvitas blickte dem davonhuschenden Schatten kopfschüttelnd hinterher, bis er es nicht mehr wahrnehmen konnte.

Der Dämon hatte ein wenig die Zeit aus den Augen verloren, da er in den Gedanken immer noch bei dem Wesen war. Er kam einfach nicht darauf, was ihm an dem Tier so bekannt vorkam. Großartig weitergesammelt hatte Torvitas ebenfalls nicht wirklich. Vor allem hatte er die Lust verloren, als ihm, gedankenverloren wie er war, das Brennholz aus der Hand gefallen war. Er bewegte sich langsam aber sicher zurück zum Lager, das Feuer wird wohl ausbleiben müssen. Er brauchte es sowieso nicht und der Nicht-Mensch war vom Beerensammeln nicht mehr aufgetaucht. Ob dem Wesen wohl etwas Zugestoßen war? Wäre es ein normaler Mensch, wäre dies wohl sogar wahrscheinlich. Doch auch dann hätte Torvitas sich keine Sorgen gemacht. Wäre es ein normaler Mensch, so wäre es Torvitas schlicht egal gewesen, wenn ihm zugestoßen wäre. Torvitas ging weiter Richtung Lager, als er plötzlich auf etwas Weiches trat. Es war eindeutig nicht der Waldboden. Es fühlte sich an wie weiche Kleidung. Der Dämon bückte sich und hob seinen Fund auf, um ihn in den Mondlicht zu halten. Tatsächlich, es war Kleidung. Es schien sogar, als wäre es die Kleidung des Nicht-Menschen. War dem Wesen also doch etwas zugestoßen? Vielleicht wurde es ja überfallen und... Nein, das konnte er sich nicht vorstellen, nicht bei diesem Wesen. Doch was war es dann? Vielleicht hatte die Kreatur die der Dämon vor kurzer Zeit bemerkt hatte den Nicht-Menschen verschleppt? Aber warum lag dann hier die Kleidung? Nein das ergab alles keinen Sinn. Außerdem war hier weder der Nicht-Mensch, noch das andere Wesen in der Nähe. Torvitas beschloss die Kleidung erst einmal mitzunehmen und dem ganzen dann auf den Grund zu gehen. Doch wo sollte anfangen zu suchen? Er schaute in den Himmel. Der Sternenhimmel war schon ein gutes Stück gewandert. Wie lange war er schon in diesem Wald? Nicht mehr lange und der Tag würde anbrechen.
Der Dämon beschloss erst einmal wieder Zum Lager zu gehen und die Kleidung zu den restlichen Sachen des Nicht-Menschen zu bringen. Da würde man sie eher wieder finden als mitten im Wald. Wenn er Glück hatte, würde eventuell sogar der Nicht-Mensch von allein wieder auftauchen. Wenn nicht, so würde Torvitas wohl oder über anfangen müssen, nach dem Wesen zu suchen. Die einzige Spur die er hatte, war der Fundort der Kleidung, da würde er dann anfangen.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Mi, 03. Apr 2013 20:18

Nachdem sie sich satt gefressen hatte, streckte sie die Nase in die Luft und witterte. Doch sie fand keinerlei Gerüche die sie interessant fand. Sie sah sich um, um sie herum nur Bäume und Büsche, die kahl und ohne Blätter darauf warteten, das die Sonne ihnen sagte, das die Knospen sprießen durften. Doch noch war es nicht soweit. Der Waldboden war mit losen, verwitterndem Laub und Ästen übersäht.

Sie war so vertieft in dem Fressen und Zerrreisen des toten Tieres, dass sie nicht wahrgenommen hatte das Torvitas die Gegend verlassen und sich mit ihren Kleidern wieder ins Lager begeben hatte. Sie war so im Fressen vertieft gewesen. Danach setzte sie sich in Bewegung und rannte los. Sie verspürte urplötzlich den Drang zu Rennen. Und sie merkte, dass ihr das Rennen irgendwie gut tat. Deswegen rannte sie gradewegs Richtung Lager. Doch irgendwie stoppte sie als einen ihr undefinierbaren Geruch vernahm. Wäre sie nicht in der Werwolfsgestalt würde es sie nicht so irritieren und sie rannte weiter und kam in einem vertrockneten Bachlauf zum Stehen und sah in der Ferne, zwischen den Bäumen und Sträuchern, die ersten Anzeichen, dass der Tag anbrechen würde. Und wie auf ein lautloses Kommando setzte ihre Rückverwandlung ein. Sie heulte Laut und lange auf.

Das Heulen war weit entfernt noch zu hören und auch im Lager würde es gehört werden. Als dann ihre Größe verringert und das Fell an ihrem gesamten Körper zurückging, schrie sie laut auf. Und sie brach zusammen. Im Liegen fiel die Rückverwandlung oftmals leichter. Und so wandelte sich das Fell in menschliche Haut. Ihre Größe wurde die ihrer menschlichen Gestalt. Knochen formten sich um und wurden menschlicher. Diese Prozedur ließ Yatsuna vor Schmerzen verkrampft und vor Schmerzen schreiend und mit verminderter Sicht zurück. Dann zog sich die Schnauze zurück, ihre Zähne und ihr Maul wurden umgestaltet und ihre Augen verloren die gelbe Farbe. Selbst ihre Füße wurden wieder menschlich. Als die Rückverwandlung abgeschlossen war, atmete Yatsuna schwer und sie fühlte sich ermattet und unendlich müde. Sie rollte sich auf den Rücken und streckte Arme und Beine von sich. Ihr Körper rebellierte wie nach jeder Rückverwandlung und sie blieb atemlos einige Zeit liegen. Erst als einige Zeit verstrichen und sie wieder zu Atem gekommen war, rappelte sie sich auf und sah sich um. Sie war einige Meter von dem Platz entfernt, wo sie ihre Kleider zurück gelassen hatte und so machte sie sich auf zurück an den Platz wo sie ihre Kleider zuvor zurück gelassen hatte.

So ging sie nackt, durch den Wald, stieg über Büsche und umgefallene Stämme und kam kurze Zeit später an die Stelle, wo sie ihre Kleider hingelegt hatte. Doch als sie dort ankam, sah sie ihre Kleider nicht. Yatsuna stutzte und drehte sich langsam um sich selbst und suchte akribisch die Gegend ab. Doch sie entdeckte nirgends ihre Kleider. Yatsuna stand fassungslos und verwirrt an dem Platz und fragte sich wer ihre Kleider geklaut hatte. Ihre Kleider waren nicht von guter Qualität und schon gar nicht reparaturfrei. Sie seufzte. Und begann nochmal die Gegend abzusuchen. Sie dachte, dass sie nicht richtig gesucht hatte und ging die Gegend ab. Da sah sie zwei Männer, was machen die hier?? dachte sie entsetzt und merkte wie die beiden sie entsetzt und mit weitaufgerissenen Augen sie anstarrten. Yatsuna starrte zurück und fixierte die beiden mit ihren Augen. „Die..die die..die.. hat.hat..sich verwandelt!“ murmelt der eine und der andere war so vor Angst erstarrt, dass er alles fallen lies was er in der Hand hielt.

Als Yatsuna das hörte setzte alles aus. Sie erinnerte sich nicht daran, dass sie sich vor den Augen von Menschen zurück verwandelt hatte, doch es musste so sein. Die beiden Männer mussten sie gesehen haben in unmittelbarer Nähe, das war ihre einzigste Erklärung dafür, das der Mann das sagte. Doch der Satz von dem Mann, lies all ihre Alarmglocken losgehen und ehe der Mann sich versah, war Yatsuna vorgerannt und hatte dem Mann mit ihren langen Fingernägeln die Kehle rausgerissen. Der Mann sackte wie ein nasser Sack zusammen und blieb blutend liegen. Der zweite Mann, reagierte schon schneller und rannte los. Er stolperte mehrfach, weil er nicht auf den Weg achtete. Doch Yatsuna reagierte schneller, als der Mann dachte und rannte dem Mann hinterher. Als sie ihn eingeholt hatte, tötete sie ihn in dem sie ihn zu Fall brachte und dann durch einen kräftigen Ruck am Kopf, das Genick brach. Als sie zwischen den beiden Leichen hin und her sah, seufzte sie und schüttelte den Kopf. Fieberhaft überlegte sie was sie jetzt tun sollte. Torvitas um Hilfe bitten oder doch lieber alleine die Leichen entsorgen? Sie entschied sich dafür die Leichen alleine zu entsorgen in dem sie diese zusammen auf einen Haufen legte und dann mit unendlich vielen Ästen und Steinen sowie Erde und Laub versteckte.

Nach dem die Arbeit getan war, sah sie das der Tag schon eingetreten war und die Wolken sowie die Sonne sich annäherten. Sie musste schleunigst zurück ins Lager. Doch so nackt konnte sie doch nicht vor Torvitas treten. Doch was sollte sie tun? Sie musste ins Lager und sich dort mit Fellen einkleiden, bis sie in eine Stadt oder Dorf kamen um sich neu einzukleiden. Sie wischte sich ihre Finger weit gehend am Erdboden ab. Und prüfte ob sie noch mehr Blutflecke hatte. Als sie sah, dass auch an ihren Beinen und an ihrem Bauch das Blut des Mannes klebte straffte sie die Schultern und ging los, auf der Suche nach einem Bachlauf der noch intakt war. Das sie zuvor einen Bachlauf gefunden hatte, hatte sie offenbar vergessen und erinnerte sich nicht daran. Sie lehnte sich an einen Baumstamm und überlegte was sie jetzt tun sollte. Sie ging weiter und sah sich immer wieder nach ihrem Lager um und blieb unschlüssig zwischen zwei Bäumen stehen. Da sah sie das Lager und es war leer, Erleichterung machte sich in ihrem Herzen breit. Da sie nackt und blutverschmiert war, kam ihr das gerade recht, dass er nicht da war. Denn wenn er da gewesen wäre hätte sie ihm das erklären müssen, aber was sollte sie ihm da erklären, wenn er da war? Sie wusste es nicht und wusste, dass sie ihm entweder den reinen Wein einzuschenken oder eine gut ausgedachte Lüge sich ausdenken musste. Yatsuna schluckte die sich anstauende Spucke in ihrem Mund runter und trat ins Lager so wie sie geschaffen war und sah sich um. Ihr Reisegefährte war nicht zu sehen, erleichtert ging Yatsuna zu ihrem Wagen und begann darin herum zu suchen. Sie suchte ihre Felle und entdeckte ihre Kleider ordentlich zusammengelegt in ihrem Wagen, bei ihren Sachen. Sie nahm die Kleider und sah sie überrascht an. Wieso hat er ihre Kleider? Hat er nach ihr gesucht? Wenn ja warum sucht er nach ihr? Wieso macht sich ein Fremder anscheinend Sorgen um sie? Yatsuna brauchte Antworten auf ihre Fragen und sie wusste, dass sie ihrem Reisegefährten einiges erklären durfte. Sie seufzte und zog sich an. Dass sie noch immer Blut am Mund und unter ihren Fingern hatte, merkte sie erst nicht. Es war mittlerweile getrocknet und sie spürte das Blut nicht.

Doch als sie in der Zeit auf den ihr unbekannten Reisegefährten wartete, musterte sie ihre Finger und sah erschrocken drein als sie das Blut sah. „Ohh verdammt, das muss schnell weg!“ sagte sie zu sich und stand hektisch auf und begann fieberhaft nach Wasser zu suchen. Das sie zuvor Wasser gefunden hatte, hatte sie scheinbar vollkommen vergessen vor lauter Panik, das ihr neue Reisegefährte ihr Geheimnis herausfand. Sie suchte in ihrem Wagen und fand zum Glück ihren Trinkschlauch und wusste sie musste etwa trinkbares Wasser verschwenden damit ihr Unbekannter ihr zweites ich nicht entdeckte, noch nicht. Sie schüttelte etwas davon über Finger und rubbelte daran herum und wusch dann nochmals mit einer Kleinen Portion Wasser über die Finger. Dann fuhr sie sich hektisch mit den noch nassen Händen über den Mund und betrachtete anschließend ihre Finger. „Blut! Scheisse!“ sagte sie leicht in Panik und fuhr sich mehrfach über den Mund und wischte sich mit ihrem linken Ärmel über den Mund. Dann machte sie sich nochmal ihre Finger nass und prüfte so ob noch Blut an ihrem Gesicht hing. Dann prüfte sie ihre Arme und Beine ob dort Blut klebte, in dem sie ihre Kleidung hoch zog. „Wie konnte ich das vergessen! Hoffentlich sieht er das nicht“ redete sie weiter mit sich selbst und zog schnell die Kleider runter. Dann setzte sie sich wieder und betete, dass er ihr Hektisches Treiben nicht beobachtet hatte. Sie wusste nicht wie sie reagieren sollte, wenn er das herausbekam. Ihre Gedanken rasten immer wieder um dieselbe Tatsache und machte sie rasend. Ihr Herz klopfte und sie starrte angespannt vor sich hin.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » So, 21. Apr 2013 3:56

Der Nicht-Mensch schien nicht von alleine wieder aufzutauchen. Das wäre ja auch zu schön gewesen. Da Torvitas auch keine Lust hatte, für eine unbestimmte Zeit lang zu warten, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach dem Wesen aus dem Wald und nach dem Nicht-Menschen zu begeben. Welches der beiden Wesen er finden würde, war wahrscheinlich egal. Der Dämon war sich ziemlich sicher, dass, wenn er eines der beiden Wesen fand, er das andere Wesen ebenfalls entdecken würde. Inzwischen glaubte er zu wissen, an wen das Wesen aus dem Wald ihn erinnerte: an den Nicht-Menschen. Darüber gab es keinen Zweifel. Jetzt musste er nur noch herausfinden, warum dies der Fall war. So ging der Dämon wieder in den Wald, in der Hoffnung, endlich des Rätsels Lösung zu finden.

Viel konnte Torvitas nicht erkennen, obwohl es schon deutlich zu dämmern angefangen hatte. Das bisschen Licht, das vorhanden war, wurde von den Bäume abgefangen. Auch die Vögel waren schon wach und riefen laut umher. Hier und da konnte er abgebrochene Äste und frische Spuren auf dem Boden erkennen, doch das musste nichts heißen. Es war zwar wahrscheinlich, dass sie von dem Wesen verursacht worden waren, welches der Dämon in der Nacht entdeckt hatte, doch genauso gut konnten sie von irgend einem anderen einheimischen, großen Tier kommen. Entgegen seiner ersten Überlegung, wieder zum Fundort der Kleidung des Nicht-Menschen zu gehen, war Torvitas jetzt in eine komplett andere Richtung gegangen. Es schien ihm unlogisch, dass das Waldwesen an ein und dieselbe Stelle zurückkommen würde. Es war wohl ein Jäger und bewegte sich von Beute zu Beute. Zumindest wiesen die wenigen Spuren, die Torvitas bisher entdecken konnte, darauf hin. Jede einzelne von ihnen zeigte in eine andere Richtung, ein klares Muster war nicht zu erkennen. Zumindest nicht für den Dämon, geübt war er im Spurenlesen nicht. Schon leicht frustriert suchte er weiter. Er glaubte schon nicht mehr wirklich an einen Erfolg, als kurze Zeit später das Heulen seine Aufmerksamkeit auf sich zog. War es das Wesen? Wahrscheinlich. Woher kam es? Torvitas rannte los.

Der Himmel hatte inzwischen zum größten Teil die Nacht besiegt, als der Dämon an der Stelle ankam, an der er das Heulen vermutete. Nicht mehr lange, vielleicht eine Stunde, und es würde taghell sein. Doch wo war er nun wirklich? Die Stelle kam ihm irgendwie bekannt vor. Wobei das nichts hieß, für ihn sah so ziemlich jede Stelle in diesem Wald gleich aus. Doch dann viel es ihm wieder ein. Er war tatsächlich schon einmal hier gewesen. Hier hatte er die Kleidung des Nicht-Menschen wieder gefunden. Innerlich verfluchte er sich selber. Warum hatte er nicht das getan, was er als erstes vorhatte? Warum war er nicht gleich hier hin zurückgekehrt? Jetzt hatte er das Wesen wieder einmal verpasst. Er blickte sich um. Vielleicht hatte das Wesen dieses Mal eine Spur hinterlassen, die direkt zu ihm führte. Weit konnte es noch nicht sein. Suchend ging er die Gegend ab. Hier war nichts auffällig. Ja, es schien sogar, dass hier weniger Spuren waren, als an den Stellen, an denen Torvitas bisher war. Es waren weniger abgebrochene Äste, weniger aufgewühltes Laub. Beziehungsweise war kaum Laub vorhanden. Das war ungewöhnlich. Bäume waren hier genügend vorhanden und tot waren sie auch nicht. Torvitas ging suchend weiter, als er schließlich den Blätterhaufen sah. Er sah nicht wirklich so aus, als wäre er natürlichen Uhrsprungs. Daher untersuchte der Dämon ihn näher. Der Haufen bestand aus Ästen, Steinen, Laub und Erde. Torvitas nutzte seine Magie, um die Erde und Steine, und damit einen Großteil des Laubs und der Äste, abzutragen. Zum Vorschein kamen zwei Leichen. Die eine war Blutüberströmt und hatte eine offene Kehle, die andere hatte den Kopf in einem unnatürlichen Winkel abgewandt. Beide waren noch warm, lange konnten sie also hier noch nicht liegen. Dies musste die Arbeit des Nicht-Menschen gewesen sein, ein Tier würde so etwas nicht tun. Tiere töteten normalerweise nur wenn sie mussten, sei es zur Verteidigung oder Nahrungsbeschaffung. Außerdem gingen sie selbst dann nicht so brutal vor. Des weiteren war ‚vergraben‘ nicht wirklich eine Eigenschaft, die man einem Tier zuschreibt. Nein, dies war definitiv das Werk eines Menschen, oder Menschenähnlichen Wesens. Das Versteck, dass der Nicht-Mensch für die Leichen gebaut hatte, war wirklich Lausig. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis man die Leichen entdeckt hätte. Der Dämon konzentrierte sich auf den Erdboden unter den Leichen, machte eine Handbewegung, als würde er die Luft vor ihm auseinanderdrücken. Die Erde unter den Leichen begann sich zu bewegen und bildete langsam ein Loch, in welches die Leichen immer weiter einsanken. An den Seiten türmte sich immer mehr Erde auf, bis schließlich die Leichen einen Punkt erreicht hatten, den Torvitas für tief genug empfand. Er bewegte seine Hände wieder aufeinander zu und gleichzeitig fiel das Loch in sich zusammen und begrub die beiden toten Körper unter sich. So schnell würde die keiner finden.
Der Dämon begab sich wieder in zum Lager. Hier bei den Leichen würde er wohl nichts weiteres mehr finden, außer Hinweise darauf, dass das Wesen nicht mehr in der Nähe war. Genauso gut konnte er sich im Lager auch noch kurz ausruhen und dann alleine weitergehen, falls der Nicht-Mensch nicht mehr auftauchen würde. Da es jetzt hell war und er von Fremden wieder gesehen werden konnte, setzte er seine Kapuze wieder auf und verdeckte so sein zweites Gesicht.

Zurück im Lager, traute er seinen Augen kaum. Dort saß, als sei nichts gewesen, der Nicht-Mensch. Er hatte sogar seine Kleider wieder angezogen. Torvitas’ erste Reaktion war Verärgerung. Hatte das Wesen ihn etwa die ganze Nacht zum Narren gehalten? Zu welchem Zweck? Nein, da musste mehr gewesen sein. Der Dämon ließ sich von seinen Gefühlen nichts anmerken. Vielleicht guckte er ein wenig grimmiger, doch das würde bei seinem Gesicht kaum auffallen. Er entschied sich dafür, die ganze Sache nüchtern anzugehen. Torvitas musterte das Wesen noch einmal eindringlich und schaute, ob ihm irgendetwas an dem Nicht-Menschen auffiel. Die Kleidung schien ganz normal. Im Vergleich zum Abend war die sie etwas dreckiger, was wohl daran lag, dass sie im Wald auf dem Boden gelegen hatte. Der Träger der Kleidung schien hingegen eine deutlichere Veränderung durchgemacht zu haben. Das Wesen wirkte erschöpft und müde, aber auch angespannt und nervös. Das Haar des Wesens war ebenfalls nicht mehr so sauber und ordentlich wie am Abend zuvor. Teilweise klebte es an ein paar dunklen Stellen zusammen. War das Blut? Wahrscheinlich.
All dies, sowie das Erlebte in der Nacht, ließ Torvitas zu dem Schluss kommen, dass der Nicht-Mensch und das Wesen aus dem Wald ein und das selbe Wesen waren. Natürlich konnte Torvitas dies nicht mit Sicherheit sagen, doch die Wahrscheinlichkeit war ziemlich hoch, dass er mit seiner Vermutung richtig lag. Wäre er kein Dämon gewesen und wäre als Mensch auf diese Erkenntnis gestoßen, so wäre er wohl vor lauter Angst davon gelaufen. Doch Angst hatte er nicht. Nein, was er hatte, war die pure Neugier. Was er wissen wollte, war, ob er mit seiner Vermutung richtig lag, ob die beiden Wesen eins waren und vor allem WAS sie waren. Torvitas löste sich aus seiner Starre und ging weiter auf den Nicht-Menschen zu. Dort angekommen sprach er ruhig: „Ihr habt noch Blut im Haar. Das solltet ihr auswaschen, sonst fallt ihr zu sehr auf. Wo habt ihr das Trinkwasser hergeholt? Ist dort genügend Wasser zum Waschen?“ Der Dämon war mehr als nur gespannt auf die Antwort des Wesens. Schließlich wusste der Nicht-Mensch nicht, wie viel Torvitas schon wusste.

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Di, 23. Apr 2013 19:16

Yatsuna sprang auf, als sie die Stimme ihres unbekannten Begleiters hörte und starrte ihn wie vom Blitz getroffen an. Erst allmählich normalisierte sich ihr Gesichtsausdruck wieder und dabei entging ihr der verärgerte Gesichtsausdruck. Als er ihr sagte, dass sie noch Blut am Haar hatte, bekam sie das Gefühl, dass ihr Herz still stand. Dann fasste sie sich ins Haar und suchte nach der besagten Stelle. „Ohh! Na so was“ murmelte sie, gespielt gelassen und fuhr sich nur kurz ins Haar. Danach senkte sie die Arme wieder „Ich habe einen kleinen Bach entdeckt. Eher ungeeignet sich zu waschen.“ Sprach sie und schob die Haarstränen hinter ihre Ohren. „Ich …Danke …..“ da fiel ihr erst mal auf das sie seinen Namen gar nicht wusste. Sie legte ein nettes Lächeln auf “ Ich…weiss gar nicht wie ihr heißt. Ich sollte mich entschuldigen, meine Manieren sind irgendwie auf der Strecke geblieben. Ich bin Yatsuna!“ stellte sie sich schnell vor und streckte ihm höflich ihre Hand hin. „Und ihr seid?“ fragte sie.

Sie konnte es ihm nicht sagen was sie war, aber nochmal so lange fort bleiben würde ihn vermutlich noch mehr Reizen und verärgern und jemanden zu verärgern der in Yatsuna‘s Augen nicht einschätzbar war, wäre vermutlich ihr Tod. Yatsuna kratzte sich am Kopf und ging auf und ab. Dabei dachte sie Fieberhaft nach. „Ihr wollt sicherlich wissen, warum ich Blut im Haar habe. Ich-..“ sie brach ihren Satz ab, öffnete den Mund, schloss diesen wieder . Als er noch nichts erwiderte und so vor ihr stand bekam sie mit jeder Sekunde mehr das Gefühl, dass sie sich tiefer in die Misere ritt. Sie biss sich auf die Unterlippe und als sie sich mit der Zunge darüber fuhr, schmeckte sie ihr Blut. Sie hatte mit ihren Eckzähnen wohl zu tief gebissen.

Sie sah hoch zu ihrem Begleiter und musterte ihn am gesamten Körper, während sie überlegte wie sie ihm ihr Geheimnis sagen konnte. Er war größer als die meisten Menschen die sie kannte. Seine Kleidung war einfach aber umso effektiver. So wie er gekleidet war, sah sie rein gar nichts von dem eigentlichen Körper und auch nichts vom Gesicht. Und da kam ihr ein riskanter Gedanke. Und dieser Gedanke manifestierte sich Stück für Stück. Und erleichterte sie insgeheim. Sie stand auf und trat auf den vermummten Mitreisenden zu. Sie sah ihn fest auf die Stelle wo sie seine Augen vermutete. Diese Nähe zu ihm, war ungewohnt wie lange war sie überhaupt jemanden außer den Tieren oder ihren Opfern, gewesen? Sie wusste es nicht. Die letzte Nacht bei einem Mann war zu lange her. Da roch sie seinen ganz individuellen Geruch, dieser war noch weniger menschlich als ihrer und sie merkte ihr Mund sich zu einem Grinsen verzog, so dass ihre zurückgebliebenen Eckzähne zum Vorschein kamen. Während sie ihn anstarrte, hörte sie sein Atmen und sah seine Brust sich heben und senken. „Verratet mir was ihr seid und ich sage euch was ich tatsächlich getan habe. Euer Geruch ist genauso wenig menschlich wie meiner und auch eure Aufmachung ist für einen Menschen unsinnig. Außer er ist unansehnlich oder er will etwas verstecken“ Sie hatte ihre Gedanken und ihre Idee an ihn heran getragen und war gespannt wie er auf sie reagierte. Auch auf die Tatsache, dass ihr Gebiss nicht für ihre Rasse sprach, war etwas worauf viele verstört handelten. Doch wenn sie richtig vermutete, würde er gar nicht reagieren. Wenn er nicht menschlich war, wie sie annahm, so würde ihn das nicht stören.

Während sie so wartete, war ihre Müdigkeit verfolgen und auch ihre Erschöpfung, schien fort. Schuld daran waren ihre Aufregung und das Adrenalin was durch ihren Körper schoss. So vergingen etliche Minuten und sie fragte sich ob es wirklich Klug gewesen war, ihm zu zeigen, dass sie nicht ganz menschlich war. Yatsuna hoffte dass sie sich nicht irrte und er sie direkt umbrachte. Er sah so aus, dass er es direkt und ohne Umschweife könnte. Und mit jeder Sekunde die verging, desto nervöser wurde sie und Schluss endlich trat sie mehrere Schritte zurück und verschränkte ihre Arme und legte ihre Stirn kraus. „Ok, ich sag es euch..“ begann sie. „Ich jage Nachts Tiere. Ich bin…“ sie brach ab, fuhr sich über das Gesicht und legte dabei ihren Kopf in den Nacken. „Ich..“ nochmal brach sie ab. „Ich bin ein Werwolf“ sprach sie leise. Jetzt war es raus. Sie hatte es jemanden offenbart den sie nicht kannte und schon gar nicht einschätzen konnte. Ob es ihr Todesurteil war? Sie konnte es nicht sagen. Sie betete insgeheim darum, dass es nicht so war. Sie senkte ihren Kopf wieder und blickte zu ihm. „Und jetzt seid ihr dran! Was seid ihr wirklich?“ fragte sie ihn nochmal und war ohne Umschweife.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » Di, 04. Jun 2013 23:34

Versuchte der Nicht-Mensch das Ganze jetzt wirklich einfach so herunterzuspielen? Hatte das Menschending das gerade wirklich gesagt? ‚Ohh! Na so was?‘ Sein Vorhaben, die Situation nüchtern zu betrachten, war damit wohl misslungen. Torvitas war stinksauer und er hatte nicht wirklich Lust sich noch weiter zu beherrschen. Unter seinem Mantel ballte er seine Fäuste, sodass sich deutliche Abdrücke seiner krallenähnlichen Fingernägeln in seiner Handinnenfläche bildeten. Der Nicht-Mensch schien den Zorn im Gesicht des Dämons nicht erkennen zu können, da er mit der grellen Morgensonne im Rücken vor ihr stand. Das Wesen versuchte gerade tatsächlich die Unschuldige zu spielen, was ihm alles andere als gelang. Selbst wenn man die Leichen im Wald nicht gesehen hatte, nahm man diese schauspielerische ‚Leistung‘ dem Wesen nicht ab. Und der Nicht-Mensch machte auch noch weiter. Selbst der kleinste Rinnsal sollte zum waschen reichen. Wenn man dort Wasser holen kann, sollte auch waschen kein Problem sein. Schließlich konnte man hierfür auch einen Trinkschlauch oder ähnliche Behältnisse für benutzen. Diese würden am Ende einfach wieder aufgefüllt und jeder wäre zufrieden. Torvitas wurde das Gefühl nicht los, von vorne bis hinten verarscht worden zu sein.
Was als nächstes geschah, verwunderte den Dämon. Das Wesen vor ihm schien eine Wandlung durch zu machen. Nein, ‚Wandlung‘ war nicht der richtige Begriff hierfür. Es war eher, als würde das Wesen eine große Last wie eine Maske ablegen und jetzt das wahre Gesicht zeigen. Es... bedankte sich. Das hatte der Dämon nicht erwartet. Von einem Moment zum anderen änderte sich auch sein Gemütszustand. Sein Zorn war zwar noch immer nicht verflogen, jedoch stark abgeschwächt. Es war immer wieder erstaunlich, was ein paar Worte für eine Wirkung haben konnten. Und einen Namen schien das Wesen auch zu haben: Yatsuna.

Torvitas stand noch immer ein wenig perplex vor dem Wesen. Er reagierte erst gar nicht auf die Bemühungen des Nicht-Menschen, höflich zu sein. Er stand einfach nur da, starrte sie an und sagte nichts.
Wenn er ehrlich war, interessierte es ihn nicht die Bohne, warum sie Blut im Haar hatte. Genau genommen wusste er ja schon, warum ihr Haar mit dem Zeug verklebt war, er selber hatte ja die Leichen noch verborgen. Aber das konnte sie ja nicht wissen.
Der Dämon wartete weiter ab, was passieren würde. Sein Zorn war einer gewissen Neugierde gewichen, die das Vergangene fast vergessen ließ. Der Nicht-Mensch, oder Yatsuna, wie sie sich selber genannt hatte, schien mit den eigenen Gefühlen zu Ringen. Man konnte die Unsicherheit praktisch aus ihrem Gesicht ablesen. Torvitas mochte dieses Gefühl. Viel zu selten erlebte er solche Augenblicke, in denen er sich an der Unsicherheit, oder Verzweiflung anderer Lebewesen laben konnte. Angst war viel leichter bei ihnen zu verursachen. Dementsprechend kostete er jeden Augenblick dieser Situation aus, wer weiß, wann sich das nächste Mal solch eine Gelegenheit ergeben würde. So stand er weiter ohne jede Regung vor Yatsuna. Sie hatte aufgehört zu sprechen, doch man konnte an ihrem Gesicht deuten, was in ihr vorging.
Bevor Yatsuna wieder zu sprechen begann, fing sie an zu grinsen und zeigte dabei ihre Eckzähne. Was hatte sie sich denn jetzt ausgedacht? Der Dämon zog eine Augenbraue hoch, doch Yatsuna würde wohl aufgrund der Lichtverhältnisse dies nicht bemerken.
Scheinbar hatte sie sich wieder gefangen, denn was sie nun von sich gab, war schon fast frech. Dieser Nicht-Mensch war wohl das erste Wesen, welches sich traute, den Dämon als ‚unansehnlich‘ zu betiteln. Torvitas konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es war entweder sehr mutig, oder sehr dumm, oder eben beides, so etwas vor einem Dämon zu behaupten, auch wenn das Wesen damit wohl nicht ganz unrecht hatte. Er glaubte nicht wirklich, dass er den Schönheitsidealen eines Menschen entsprach. Torvitas entschied sich dazu, weiter zu warten. Wenn das so weiter ging, würde es nicht mehr lange dauern, bis sie von alleine anfangen würde zu reden.

Es folgte wieder eine längere Pause, in der es im Innern des Nicht-Menschen allem Anschein nach weiter heftig arbeitete. Torvitas verschränkte seine Arme vor seiner Brust und wartete weiter ab. Er genoss diesen Moment noch mehr, als er es am Anfang tat. Der Dämon sorgte durch seine bloße Anwesenheit dafür, dass sich das Wesen vor ihm um Kopf und Kragen redete. Sie würde schon weiter reden. Da war er sich sicher. Und tatsächlich, ein wenig später durchbrach sie die Stille. Torvitas konnte nicht anders und musste zufrieden grinsen. Alleine für diese einseitige Konversation hat es sich gelohnt, seit dem Vortag mit dem Wesen zu reisen.
Yatsuna begann zu sprechen. Sie jage Nachts Tiere. ‚...Und Menschen‘ führte Torvitas den Satz im Stillen weiter. Ja, so viel wusste er selber schon, das hatte er mit eigen Augen gesehen. Dann fing sie an zu Stottern. Es kostete sie wohl große Überwindung, das nun kommende auszusprechen.

Doch was nun kam, war nicht das, war der Dämon sich erhofft hatte. Sie war also ein Werwolf - was auch immer das sein mochte. Torvitas hatte von so etwas noch nie gehört. Yatsuna störte dies wohl nicht, oder sie ging davon aus, dass er wusste was so ein so genannter ‚Werwolf‘ war. Zumindest hatte sie beschlossen, dass sie genug von sich gegeben hatte. Etwas an ihrer Körperhaltung hatte sich verändert. Mit der Aussprache des Wortes ‚Werwolf‘ hatte sie allem Anschein nach gleichzeitig eine große Last abgelegt. Jetzt lag es an Torvitas zu reagieren, auch wenn er noch nicht die Antwort von dem Wesen erhalten hatte, die er sich erhofft hatte.

Torvitas trat einen Schritt zurück und begann mit seiner tiefen Stimme zu sprechen: „Was ich bin? Ich könnte euch jetzt einen Namen meiner Art nennen. Vermutlich würdet ihr damit sogar mehr anfangen können, als ich mit dem Begriff ‚Werwolf‘. Und vermutlich entspricht alles, was ihr bisher zu meiner Art gehört habt, nicht wirklich der Realität. Menschen und auch Elfen haben Geschichten über meine Art geschrieben und keine von ihnen ist positiv ausgegangen. Oft wird meine Art auch nicht als eigene Rasse angesehen, sondern eher als eine höhere Lebensform. Die Kirche der Menschen sieht in uns das ausgemachte Böse.“ Torvitas machte hier eine kurze Pause und fuhr dann leise fort: „Vielleicht haben sie damit sogar recht.“
Der Dämon blickte Yatsuna direkt ins Gesicht, doch er konnte nicht ausmachen, ob sie überhaupt noch folgen konnte. Hatte er es mit dieser Rede übertrieben? Vielleicht ein bisschen. Doch all das, was Torvitas gerade zu Yatsuna gesagt hatte, beantwortete noch immer nicht ihre Frage. Aber wie sollte er es am besten ausdrücken? Er könnte sein zweites Gesicht zeigen. Das letzte Mal tat er dies bei einem dieser blauen Lyr-Wesen, mit nur mäßigem Erfolg. Die Lyr, er glaubte, ihr Name war Inaya, hielt es für eine Krankheit und bedauerte ihn dafür. Nicht wirklich das, was er sich erhofft hatte. Zumal scheinbar nur die wenigsten wussten, dass Dämonen zwei Gesichter haben. Und die, die es wussten, waren meist selber Dämonen. Nein, hier musste er anders vorgehen. Also sprach er weiter: „Ihr wollt wirklich wissen was ich bin?“ Der Dämon streckte seinen rechten Arm aus und zeigte mit ihm auf die kleine Schlafhöhle, die er Nachts zuvor erschaffen hatte, jedoch nicht nutzen konnte. Eigentlich schade, immerhin hatte er sich damit tatsächlich ein wenig Mühe gegeben. Torvitas schloss seine offene Hand langsam zu einer Faust fest zusammen. Augenblicklich fiel sein Konstrukt zusammen und formte sich langsam in einen immer kleiner werdenden Hügel um, bis nur noch eine kleine feste Masse von der Größe eines kleinen Mühlensteins übrig war. Torvitas öffnete nun schlagartig seine Faust und gleichzeitig breitete sich explosionsartig, aber lautlos, die zuvor zusammengepresste Erde vor ihnen auf der kleinen Lichtung aus. Die Pferde erschreckten und wieherten laut los, als auf sie ein wenig Erde niederregnete. Auch auf Yatsuna und Torvitas regnete ein kleiner Teil der sandigen Erde nieder. Der Dämon richtete sich grinsend wieder zu Yatsuna. „Die wohl häufigste Bezeichnung meiner Art ist das Wort Dämon. Ihr könnt mich aber Torvitas nennen.“ Dieses Mal war er es, der dem Gegenüber die Hand hin hielt. „Erfreut euch kennen zu lernen.“

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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Yatsuna » Do, 13. Jun 2013 16:45

Sie merkte nicht wie er sich in ihrer Unsicherheit labte und er sich wohler den je fühlte. Sie war so damit beschäftigt nicht auszurasten, weil er anfänglich gar nicht reagierte. Er schien zu einer Salzsäule erstarrt und blieb komplett ruhig, ganz anders als die Leute die ihr Wesen herausgefunden haben. Es verwirrte sie und doch fragte sie sich zeitgleich ob er überhaupt wusste was sie meinte? Sie verwarf diese Gedanken sogleich und sah sein Grinsen was sich auf seinem Gesicht bemerkbar machte. Es war eine so ungewohnte Mimik, das es sie tatsächlich starren lies.Sie starrte auf das Grinsen und fragte sich ob Wesen wie er überhaupt grinsen oder ob es einfach die Tatsache war, das er ihr Wesen enttarnt und sie somit entlarvt hatte. Da trat er einen Schritt zurück und durchbrach die Starrheit in seinem Körper. Yatsuna musterte ihn und seine Bewegungen und war gespannt, was nun passieren würde. Da erhob er seine Stimme, selten hatte sie diese bisher so lange gehört und auch seine Ausschweifungen darüber was er wohl war und wie er es ihr erklärte, war nicht sofort dass was Yatsuna erwartet hatte. Sie hatte erwartet, dass er ihr einfach ein Wort hin schmeißen würde und damit hat sich die Sache, nein dieses Wesen führte weiter aus, redete weiter und es vielen Sätze wie Oft wird meine Art auch nicht als eigene Rasse angesehen, sondern eher als eine höhere Lebensform. Die Kirche der Menschen sieht in uns das ausgemachte Böse. Dies war so seltsam, das sie eine Augenbraue hochzog und ihre Arme verschränkte und eine Abwartende Haltung einnahm. Auch sein Blick in ihr Gesicht, nahm sie zwar war, aber sie lies ihn nicht im Bilde ob sie verstand was er ihr sagen wollte.

Das Wesen vor ihr schien nachzudenken, den er war wieder in ihren Augen zu einer Salzsäule erstarrt und lies keinen Weg offen hinter seine Gedankengänge zu kommen oder nur ansatz weise zu erraten was er wohl als nächste tun würde. Sie straffte ihre Schultern und da ging es auch schon weiter. Er erhob erneut seine Stimme und wieder holte ihre Aussage. Sie nickte und sah wie er seinen Arm ausstreckte und auf die Höhle deutete und als er seine Hand schloss, fiel die Höhle sofort zusammen und formte sich um. Yatsuna die so etwas zuvor noch nie gesehen hatte, war erstaunt. Magie und ihre Wirkungsweise waren ihr immer fremd und zu abstrakt gewesen. Und es machte ihr Angst. Sie trat auf der Stelle und merkte wie ihre Sinne das arbeiten anfingen als ihr Gegenüber die Hand ruckartig öffnete und die Erde sich schlagartig wie in einer Explosion ausbreitete. Sie hörte wie die Pferde wieherten, wie sie auf die Erde auf trampelten und sie vernahm auf ihrer Haut das prasseln der Erdbrocken. Sie wandte ihren Kopf zu ihm um, sie wusste nun nicht mehr was sie denken sollte, geschweige den fühlen. Sie sah wie er grinste und erneut seine Stimme erhob und nun viel das Wort was wohl die gängigste Wahl war. Dämon und das passte haargenau. Yatsuna trat noch einen Schritt zurück und ihre Instinkte übernahmen. Die Angst, gepaart mit Schreck, Neugier und einem Uralten Wissen das Dämonen das pure Böse verkörperten sowie Fluchtinstinkt, waren ein Cocktail den sie nicht bewältigen konnte und als er noch scheinbar freundlich die Hand hin hielt, war es für sie vorbei. „Nein!...Nein“ stammte sie und drehte sich auf den Absatz um und nahm ihre Beine in die Hand. Sie rannte schnell, das sah jeder und auch das sie schneller war als ein gewöhnlicher Mensch. Sie merkten nicht wie einige Äste von Sträuchern und Büschen sowie niedrigen Bäumen ihr gegen die Wangen, Arme und Beine schlugen. Es war ihr einerlei. Sie hatte Angst und diese Angst lies sie fliehen. Vor demjenigen der ihr gerade erklärt hatte das er ein Dämon war. Sie sah nicht zurück, sondern nach vorne. Sie brauchte einen Ort der in ihren Augen sicher vor ihm war. Sie wollte nicht länger in seiner Nähe sein. Yatsuna blieb erst stehen als meinte genug Abstand zwischen sich und dem Dämon gebracht zu haben. Sie sah zurück und legte ihre Hand auf der Brust. Ihr in Panik versetztes Rennen hatte ihr Herz gehörig zum Pumpen gebracht und sie brauchte ein paar Atemzüge um sich zu beruhigen und um klare Sinne zu bekommen. Sie roch ihn trotz das er nicht in Sicht und Hörweite war. Sie hatte seinen Geruch der in so unverkennlich als Dämon taufte in der Nase. Und sie grollte tief, es war ein Laut des Unmuts. Dieser Geruch passte ihr nicht. Sie rümpfte die Nase und legte zeitgleich ihre Hände auf ihren Kopf und legte ihren Kopf in den Nacken. „Das darf nicht wahr sein!“ murmelte sie und schloss kurz die Augen. Sie bekam keine klaren Gedanken und entschied sich nicht wieder zurück zu gehen. Ihre Herz und ihr Verstand sagten ihr, bleib fern. Der Dämon wird dich töten! Eure Rassen sind nicht für einander gemacht! woher sie das wusste? Sie konnte es nicht sagen. Yatsuna stand wie zu einer Salzsäule und erst nach scheinbar unendlichen Minuten bewegte sie sich wieder. Sie lies sich auf die Erde nieder und streckte alle vier von sich.
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Re: Ungewöhnliche Bekanntschaft

Beitrag von Torvitas » So, 16. Jun 2013 1:29

Kaum hatte Torvitas zu Ende gesprochen, lief Yatsuna vor ihm davon. Der Dämon verdrehte die Augen und ließ seinen Arm wieder sinken. Er rief ihr noch nach, dass sie keine Angst haben müsste, doch es war bereits zu spät. Hatte er es also doch übertrieben. Dabei hatte er sich dieses Mal tatsächlich Mühe gegeben, weder unfreundlich, aggressiv, oder furchteinflößend zu sein. Aber der Nicht-Mensch wollte ja unbedingt wissen, was er war. Das hatte sie nun davon, selber schuld!
Torvitas blickte sich um. Mehr oder weniger die ganze Nacht hatte er damit verbracht dieses Wesen zu finden. Jetzt wo er fündig geworden war, war sie auch schon wieder weg. Was sollte er jetzt machen? Der Dämon war sich ziemlich sicher, dass Yatsuna hier her zurückkehren würde, immerhin stand hier noch ihr Wagen mit all ihren Sachen, sowie die dazugehörigen Pferde. Aber sie würde sich wohl erst wieder blicken lassen, wenn er nicht mehr in Sichtweite war. Also setzte Torvitas sich seufzend in Bewegung, ließ das Lager so wie es war hinter sich und ging zurück zum Weg, der entlang des Aras verlief. Er glaubte nicht, dass dies das letzte Mal war, dass er den Nicht-Menschen gesehen hatte. Nein, dafür schien ihm Yatsuna viel zu neugierig. Außerdem wollte auch er sie wieder sehen, denn auch er war Neugierig geworden. Er wollte mehr über diese Werwölfe wissen, ob sie magische Fähigkeiten besaßen, ob sie so geboren wurden, oder ob jeder zu einem Werwolf werden konnte, ... - an Fragen mangelte es dem Dämon jedenfalls nicht. Doch nun musste er sich wieder in Geduld üben. Sie würde wohl schon wieder auftauchen.

Torvitas ging inzwischen wieder auf der Straße entlang des Flusses. Er hatte sich Richtung Westen gewandt und bewegte sich langsam flussaufwärts, hin zur Burg Eras. Wenn er den Nicht-Menschen wiedersehen würde, dann spätestens dort, denn dort wollte Yatsuna schließlich hin, zumindest wenn sie die Wahrheit gesagt hatte. Der Dämon ging nicht schnell, immerhin hatte er einen gewissen Vorsprung, der nicht zu unterschätzen war. Yatsuna würde eventuell nicht sofort aufbrechen und ihre Sachen müsste sie auch noch zusammenpacken, beziehungsweise ihre Pferde vor den Wagen spannen. Wenn er bei der jetzigen Geschwindigkeit bleiben würde, so bestand immerhin die Chance, dass Yatsuna ihn schon früher einholen konnte. Vielleicht würde auch versuchen, ihm einfach nur unauffällig folgen. was ihm auch recht wäre.
Die Straße war nicht sehr voll, ab und zu begegnete ihm ein Händler mit seinem Karren. Als er das letzte Mal auf dieser Straße unterwegs war, war sie ein wenig betriebsamer. Vielleicht lag das am Wetter und jeder der nicht unbedingt musste, blieb zu Hause. Die Sonne knallte direkt auf ihn ein und es war dem entsprechend heiß. Dazu kam, dass es auch noch recht schwül war, was das Atmen zu einer Last machte. Am Horizont zogen große Wolken auf und bewegten sich auf ihn zu. Vielleicht würde es bald ein Gewitter geben. Dies war ihm eigentlich nur recht, ein Regenschauer sorgt normalerweise für einen schnellen Temperaturabfall. Doch bis es soweit war, würde es wohl noch ein wenig dauern. Das Wetter machte jedenfalls auch Torvitas zu schaffen und es fiel ihm schwer sich zu konzentrieren. Es missling ihm immer wieder, auf die Umgebung zu achten, was dazu führte, dass er nicht genau wusste, ob Yatsuna ihm folgte. Er hatte zwischendurch vermutet, dass sie mit ihren Pferden und dem Wagen mit einem sicheren Abstand hinter ihm war, doch er konnte sich auch getäuscht haben.
Warum hatte er auch seine Vorstellung so in Szene gesetzt, wie er es getan hatte? Er hätte es einfach ganz belanglos klingen lassen können. ‚Übrigends, ich bin ein Dämon,‘ wäre eine Möglichkeit gewesen. Oder er hätte es ihr einfach verschweigen, oder sich etwas ausdenken und sie damit anlügen können. Verdammt, er hatte so viele Möglichkeiten gehabt, aber er musste sich natürlich für die entscheiden, die das größte Konfliktpotential besaß. Torvitas trat stinkig hinter einen kleinen Stein und schoss ihn vom Weg. Er trug dunkle Kleidung, welche sich noch einmal stärker aufheizten, als normale, menschliche Kleidung. Vielleicht könnte er ja seine Kapuze absetzten...
Torvitas fluchte innerlich. Dieses verdammte Wetter, er hatte sich schon wieder Ablenken lassen und nicht auf sein Umfeld geachtet. Der Dämon hielt kurz inne, schloss die Augen und versuchte die Umgebung wahrzunehmen. Doch es mochte nicht wirklich gelingen. Er spürte seine Umgebung nur innerhalb eines kleinen Radius und auch hier nur vage. Seine Gedanken kreisten schnell wieder umher, zwischen den Themen ‚Yatsuna finden‘, ‚warum hab ich mich so vorgestellt, wie ich mich vorgestellt habe und nicht anders,‘ sowie ‚Mistwetter‘. Das hatte keinen Zweck. Und wieder wollte er sich am liebsten selber in den Hintern treten, dafür dass er es als allererstes Mal wieder nicht mit der naheliegendsten Möglichkeit versucht hatte. Er hatte schließlich Augen und das im Gegensatz zu den meisten Lebewesen nicht nur vorne. Also sollten diese auch endlich mal ihren Zweck erfüllen, die meiste Zeit waren sie ja sowieso unter seiner Kapuze. Torvitas setzte die Kapuze ab und verfluchte sich selber zum wiederholten Male. Das nächste Mal würde er sich ERST umschauen, und gucken, ob er auch unbeobachtet war und sie erst DANN absetzten. Mist, das könnte zu einem Problem werden, dachte er. Sein zweites Gesicht erblickte auch sogleich eine Gruppe von Reisenden, die Torvitas in nicht allzu großem Abstand folgten. Der Dämon verbarg so gut es ging sein zweites Gesicht mit seinen Haaren und hoffte, dass die Gruppe es nicht gesehen hatte. Wie konnte man nur so Dämlich sein, dachte der Dämon.
Doch es war bereits zu spät. Torvitas spürte einen schnellen Luftzug, gefolgt von einem starken, stechenden Schmerz im Nacken. Torvitas schrie auf und fasste sich mit einer seiner rechten Hand an die Stelle des Schmerzes. Aus der Ferne hörte er, wie jemand „Treffer“ rief. Der Dämon zog sich mit einem Ruck das Geschoss aus seinem Nacken. Es sah aus wie ein kleiner Pfeil, jedoch nicht einmal eine Handbreite lang. An einem Ende waren bunte Federn angebracht, die für die nötige Flugstabilität sorgten, das anderen spitzen Ende war mit einer klebrigen Flüssigkeit überzogen, welche definitiv nicht sein Blut war. Das Geschoss hatte nicht sehr tief gesessen, doch seinen Zweck hatte es dennoch erfüllt. Torvitas blickte wieder auf und versuchte seinen Angreifer auszumachen. Die ‚Reisenden‘ waren inzwischen stehengeblieben und warteten wohl auf Torvitas Reaktion. Die Sonne schien alles in einem besonderen Licht scheinen zu lassen. War es überhaupt die Sonne? Es schien eher, als würde er seine Umgebung intensiver wahrzunehmen als noch vor ein paar Minuten. Alles was er sah war verschwommen, die Farben waren kräftiger, die Blumen dufteten stärker, und die Geräusche waren klarer. In seinem Nacken spürte er, wie langsam etwas in einem dünnen, warmen Rinnsal herunterlief. Doch das war ihm gerade egal. So wie jetzt hatte er noch nie die Natur wahrgenommen. Eine Ergriffenheit durchzog seinen ganzen Körper, wie sie noch nie dagewesen war, und das nur aufgrund der Intensität, wie er seine Umwelt wahrnahm. Ja, es paralysierte ihn praktisch. Er starrte in seine Umwelt und vergaß dabei seinen Angreifer. Nein, er wusste, dass er noch da war, doch es war ihm einfach egal. Sollte er doch nur kommen.

Doch er kam nicht. Was kam, war etwas ganz anderes, etwas womit Torvitas nicht gerechnet hatte. Konnte man von ‚rechnen‘ überhaupt noch sprechen? Einen klaren Gedanken fassen, konnte der Dämon nämlich nicht mehr. Plötzlich veränderte sich wieder seine Umwelt, doch dieses Mal war es alles andere als schön. Die Farben wurden grell und taten in den Augen weh, die Geräusche waren nicht mehr klar, sonder laut, dröhnend und störend und überlagerten alles was er hätte sonst noch Wahrnehmen können. ‚Der steht ja immer noch,‘ sprach einer der Reisenden, die inzwischen vorsichtig näher kamen, doch auch das bemerkte Torvitas nicht. Ihm war inzwischen bewusst, dass nicht er die Umwelt anders Wahrnahm, sondern, dass das Dröhnen in seinem Kopf war. Er wollte schreien, doch er konnte nicht. Seine Gesichtsmuskeln waren wie gelähmt und auch seine restlichen Glieder fühlten sich sonderbar und unangenehm schwer an. Sein Sichtfeld, welches eben noch ein beißendes Weißgelb war und seine Umgebung zu einer einzigen wabernden Masse erscheinen ließ, wich nun einem matten einheitlichen Grau, welches sich kurz darauf wiederum in ein tiefes Schwarz wandelte. Dann merkte er, wie eines seiner Knie wegknickte und er zu Boden stürzte. Den Aufprall bekam Torvitas schon nicht mehr mit. Zurück blieb nur das Dröhnen im Kopf, welches wohl noch einige Zeit bleiben würde.




„Na endlich. Schafft ihn weg,“ sprach einer der Reisenden. Dieser legte sein Blasrohr und einen zweiten Pfeil, den er zur Vorsicht angelegt hatte, zur Seite. Sofort sprangen zwei Gefährten des Schützen vom Planwagen und gingen zu dem Wesen, welches so ungewöhnlich lange der Droge standgehalten hatte. Sie zogen das Wesen zur Hinterseite des Wagens und hievten es auf die Ablage. Sobald sie den schlaffen Körper oben hatten, drehten sie ihn auf den Bauch und banden die Hände auf dem Rücken des Wesens zusammen. Danach setzte sich der Wagen mit den drei Männern wieder in Bewegung.

Später kamen sie am abgemachten Treffpunkt und Lagerplatz an. Die andere Gruppe war bereits angekommen und hatte ihre ‚Waren‘ in Käfigen auf ihrem Planwagen verstaut. Es hatte angefangen zu regnen. Dieser war zwar nicht stark, aber beständig. Ab und zu zuckte ein Blitz über den wolkenverhangenen Himmel. Obwohl es eigentlich noch früher Abend war, war es bereits recht dunkel, da der Weg des Sonnenlichts durch die Wolkendecke versperrt war. Ein älterer Elf kam auf die drei Jäger zu, die gerade dabei waren, ebenfalls ihre Sklaven in Käfige zu sperren. Er schaute sich die Gefangenen des heutigen Tages an, es waren hauptsächlich junge Frauen und Kinder, und stutzte, als er das fremdartige Wesen sah. „Wo habt ihr den her?“ fragte er, während er sich über das Gesicht beugte. „Wir wissen nicht, was es ist, aber ich habe noch nie ein Wesen gesehen, welches so lange euren Pfeilen wiederstanden hat,“ sprach einer der Drei. Der Alte zog die Kapuze zurück, erschrak und wich sofort einen Schritt zurück. Man konnte deutlich den Schock im Gesicht des Elfen sehen. Doch kurz darauf wich der Schock einem Grinsen. „Ihr Narren, ihr habt heute einen Dämon gefangen,“ sprach er, klopfte dem Schützen auf die Schulter und fing an zu Lachen. „Einen Sklaven wird der nicht abgeben, aber die Kirche wird wohl dennoch ein hübsches Sümmchen für ihn hinblättern.“ Der Elf drehte sich um und ging wieder zurück zum anderen Wagen. Dabei sprach er zu den drei nun geschockten Jägern, die es nicht fassen konnten, einen Dämon gefangen zu haben: „Fesselt ihn und die restliche Ware gut und sperrt sie in die Käfige. Ich mixe etwas zusammen, das den Dämon ruhig stellt. Dabei ist er zwar bei Bewusstsein, kann seine Magie aber nicht benutzten.“





Später in der Nacht wachte Torvitas wieder auf. Er konnte sich nicht bewegen, was nicht nur an den Fesseln lag. Er fühlte sich wie gelähmt, und sein Schädel dröhnte noch immer, was wohl auf den Pfeil zurückzuführen war. Wo war er? Der Dämon versuchte wieder wach zu werden und sich seiner Umgebung zu besinnen. Er schlug nach einem Augenblick die Augen auf und sah erst einmal nichts. Etwas später wurden aus dem ‚nichts‘ Graustufen, was für den Moment reichen musste. Er lag mit dem Bauch auf einem Boden, vielleicht war es Holz. Die Arme waren auf dem Rücken zusammengebunden, Die Füße an irgendetwas anderem. Beides, Arme und Beine, fühlten sich fast unertragbar schwer an. Der Kopf lag auf der Seite auf dem Boden. So lag er da, den Sinnen fast komplett beraubt, darauf wartend, dass die Zeit umging und darauf hoffend, dass die ganze Sache gut ausging.
Irgendwann kamen zwei Gestalten zu ihm. Torvitas konnte nicht sagen, was sie waren. Das einzige was er wusste, war, dass er ihnen vollständig ausgeliefert war. Sie sprachen irgendetwas zu ihm, doch er hörte nicht, was es war. Eine große Hand von einem der Beiden gestalten griff nach seinen Harren und zog ihn an ihnen nach oben. Der andere flößte ihm irgendetwas über den Mund ein. Dann ließ ihn die Hand wieder los und er fiel wieder zur Seite auf den Boden. Plötzlich war er wieder allein. Ironischer weise war er jetzt tatsächlich ein wenig froh, betäubt zu sein, er wollte nicht wissen, wie dieses Gebräu, welches sie ihm gerade eingeflößt hatten, tatsächlich schmeckte.
Torvitas war nicht zurück auf den Bauch gefallen, sondern auf die Seite, sodass er jetzt aus dem Planwagen herausschauen konnte. Er konnte nicht sagen, ob das, was er da sah für ihn bedeuten würde. Es schien, dass die beiden Gestalten zusammen mit anderen Gestalten feiern würden. Draußen war außerdem eine Lichtquelle, wahrscheinlich ein Feuer. Außerdem konnte Torvitas einen weiteren Planwagen entdecken, der gegenüber stand. In ihm saßen weitere Gestalten, wohl ebenfalls gefesselt und gefangen. Es regnete noch immer leicht. Doch das konnte der Dämon nur sehen. Hören konnte er nur das Dröhnen in seinem Kopf. Vielleicht war das auch gut so, denn so bekam er nicht mit, dass im Wagen gegenüber eine der gefangenen Frauen wimmernd auf dem Boden lag[18], während einer der Jäger sich an ihr verging[/18].

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