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Ein notwendiges Übel

Eines der mächtigsten Reiche der Menschen im Norden. » Ortsbeschreibung
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H'adriân
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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Mo, 15. Jun 2020 9:49

Riân erwachte, wie jeden Tag, in aller Frühe. Es war kein entspanntes Erwachen, viel mehr kam es einem Hochschrecken aus einem dunklen Traum gleich, doch man gewöhnte sich an alles. Zumal es den Vorteil hatte, dass er sofort wach war. Der Bergelf fuhr sich einmal mit der flachen Hand über das Gesicht und wuchtete seinen Körper aus den viel zu weiche Laken. An der Waschschüssel tat das kühle Nass das übrige ehe er die Kleidung anlegt. Das wenige Gepäck was er sein Eigen nennen konnte war schnell zusammen und Riân an der Theke. Dort traf er auf den noch etwas verschlafenen Wirt, der das frühe Aufstehen wohl nicht ganz so gut verkraftete, die Münzen aber gern entgegennahm. Krämerseele, dachte der Krieger voller Verachtung, schulterte seinen Seesack und trat im Halbdunkel des Sonnenaufgangs auf die leere Straße.
Im Zuge seiner Ausbildung hatte Riân durchaus die Geographie der Menschenreiche gelernt, auch hier im Norden, wenngleich keiner seiner Aufträge ihn jemals hier hin geführt hatte. Nicht einmal als Löhner, der sich in das Intrigenspiel der Mächtigen seines Volkes einspannen ließ, trotz dessen, dass diese ihre Fühler durchaus bis in diese Breiten ausstreckten. Natürlich verborgen, natürlich im Dunkeln, doch genau das war auch sein einstiges Metier gewesen. Bei einem Bäcker erwarb der Bergeld für wenig Geld etwas Proviant und folgte der Straße nach Merridia, das noch einige Tage entfernt lag und überschlug im Kopf die Reisezeit einer Karawane. Bevor er abgereist war, hatte Riân genau die Gefährte des fetten Kaufmanns in Augenschein genommen, genau wie die Tiere die sie zogen und kam zum dem Schluss, dass er sich nicht beeilen musste, um einen guten Vorsprung beizubehalten. Dabei schätzte der Krieger niedrig, um eventuell in einiger Entfernung dem Tross am Abend bis zu seinem Nachtlager folgen zu können. Riân folgte diesen Gedanken ungewöhnlich lange. Tatsächlich versuchte er zu verdrängen was er gerade eigentlich tat. Noro'elle. Er wollte sie retten und er hatte kein Problem damit jeden Einzelnen dieser Karawane dafür zu töten. Es war aber nicht nur, weil Menschenleben ihm nichts bedeuteten, sondern auch etwas anderes. Riân war kein abergläubischer Elf, doch es musste mehr als Zufall sein, dass er dieser Menschenfrau immer wieder über den Weg lief.
Er wusste nichts über sie und er konnte nicht leugnen, dass er über die vergangene Zeit durchaus ein Interesse an ihr entwickelt hatte. Immerhin wusste er nichts über sie, außer dass sie aus einem Menschenvolk kam, mit dem er schon des öfteren zu tun gehabt hatte. Aber wer war sie? Wer war sie wirklich? Diese Frage lag noch immer im Dunkeln und sie faszinierte ihn. Sie machte den Anschein einer Adeligen, und man konnte ihr ansehen, dass sie in ihrem Leben noch nie wirklich gearbeitet hatte. Aber in den vergangen Tagen hatte sie beachtliche Stärke gezeigt und das imponierte Riân, auch wenn er noch immer Schwierigkeiten hatte, sich das einzugestehen.

Die Reise selbst verlief für ihn recht ereignislos. Mit dem Anstieg der Sonne begegneten ihm mehr Menschen auf dem Weg, die ihn misstrauisch beäugten aber kein Wort mit ihm wechselten. Zumiest waren es Tagelöhner, die auf der Suche nach ein paar Münzen von Ort zu Ort zogen, um ihre Arbeitskraft anzubieten. Eine armselige Existenz, wie Riân befand, aber was sollte man auch schon von Menschen erwarten? Als der Abend sich ankündigte, blickte sich der Bergelf jedoch um und als er niemanden entdecken konnte, trat er abseits des Weges in eine kleine bewaldete Senke, wo er sich einen stabilen Baum aussuchte, den er als seinen Beobachtungsposten zu nutzen gedachte. Er kletterte geschickt nach oben und machte es sich auf einem der dickeren Äste bequem, wobei er darauf achtete, einen guten Ausblick auf die Straße zu haben. Es dauerte auch nicht lange, da konnte er die Karawane erblicken, wie sie über den Kamm eines Hügels auf der Straße in seine Richtung unterwegs war.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Di, 16. Jun 2020 18:30


Das schummrige Licht und die stickige Luft in der kleinen Kutsche ließen Noro’elle erneut schläfrig werden. Hatte sie anfangs noch versucht ihre neuen, goldenen Fesseln zu lösen, war sie dessen schnell überdrüssig geworden und lehnte ihren Kopf erschöpft und übermüdet gegen die hölzerne Wand, um ein wenig zu dösen. Das sanfte Ruckeln der Kutsche wiegte sie in einen leichten Schlaf und ließ sie all ihre Sorgen und Ängste für einige Zeit vergessen. Blinzelnd schlug die junge Frau die Augen auf, als sie von einem unsanften Ruck geweckt wurde. Die Karawane musste zum Stehen gekommen sein. Waren sie bereits in Merridia angekommen? Oder machten sie nur eine weitere Pause auf dem Weg zu ihrem neuen Gefängnis. Ja, genauso fühlte es sich an. Auch wenn Kamal sie immer als seine zukünftige Ehefrau vorstellte und bezeichnete, so war sie nicht mehr als eine Gefangene. Sie konnte nicht gehen wohin sie wollte und sie durfte nicht sagen was sie dachte. Nie wieder – Sollten sie Merridia nach dieser langen, unheilvollen Reise endlich erreichen. Draußen erklangen mehrere gedämpfte Stimmen, bevor die Tür ihrer Kutsche aufgerissen wurde. Blinzelnd blickte Noro’elle in das grelle Licht, in welchem sich eine dunkle Silhouette abzeichnete. Nach einigen Augenblicken der Ungewissheit erkannte sie das grobschlächtige Gesicht von Erik, eben jenem Mann, der sie zurück in Kamals Obhut gebracht hatte.
„Hier ist erstmal Endstation Kleines, eine Speiche ist gebrochen und wir müssen darauf warten, bis das Ganze repariert wurde. Es wird einige Zeit dauern…“, erklärte er ihr kurz und knapp.

Die Beraij kaute auf ihrer vollen Unterlippe herum. Sie brauchte einen Plan und zwar schnell. Erik war schon dabei sich wieder abzuwenden, als sie ihn aufzuhalten versuchte:
„Halt! Warte doch mal!“. Ihre Wache hielt einen Augenblick inne und schien mit sich zu hadern, doch dann drehte er sich tatsächlich noch einmal um und blaffte sie an: „Was gibt es denn? Ich darf eigentlich gar nicht mit dir reden und du hast mir schon genug Probleme beschert, falls du dich erinnerst!“. Noro’elle legte ein unschuldiges Gesicht auf und begann auf der harten Bank hibbelig hin und her zu rutschen. „Ich… es ist mir etwas peinlich, aber…. Ich müsste mal ganz dringend… Wenn du verstehst was ich meine?“, sagte sie zögerlich und leise, so als wäre sie von dem Thema peinlich berührt. Es schien einen Augenblick zu brauchen, bis Erik ihre unterschwellige Bitte verstanden hatte, doch dann grinste er nur schief und konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. „Nie im Leben mache ich dich von deinen Fesseln los! Ich mag nicht besonders klug sein, aber so dumm bin ich nun auch wieder nicht junge Dame! Tu dir keinen Zwang an! Du bist allein hier drin und niemanden wird es kümmern…“. Doch so leicht würde sich Noro nicht abwimmeln lassen. Was könnte sie bloß tun, um ihn doch noch zu überzeugen? Was hatte sie ihm noch anzubieten, jetzt wo sie doch rein gar nichts mehr besaß? Dann kam ihr plötzlich ein Gedanke, doch würde sie wirklich so weit gehen wollen? War sie tatsächlich dazu bereit? Sie konnte schließlich nicht wissen ob der Meuchler ihre Anspielung verstanden hatte. Und falls er es verstanden hatte, wäre er wirklich dazu bereit ihr ein weiteres Mal zu helfen?

Doch was hatte sie schon noch zu verlieren? Ihr Körper gehörte so oder so nicht mehr ihr selbst, was spielte es dann noch für eine Rolle? Sie räusperte sich verlegen und sprach ganz leise und kaum hörbar:
„Schade, ich hatte gehofft, wir könnten auch einen Augenblick in Zweisamkeit verbringen bevor mein Gemahl mich für alle Ewigkeit vor anderen Männern verborgen halten wird….“. Sie ließ die Worte einen Augenblick sacken, bevor sie weiter sprach: „Aber du hast natürlich Recht, ich habe dir bereits genug Ärger beschert. Es wäre ein zu großes Wagnis mit mir – der zukünftigen Ehefrau deines Herrn – alleine in den Wald zu gehen. Wer weiß schon, was dort alles passieren könnte?“. Sie schlug geheimnisvoll die Augen nieder und zuckte mit den Schultern. Erik, der sich gerade abwenden wollte, hielt erneut inne. „Ach verdammt….“, fluchte er leise und fummelte einen kleinen Schlüssel aus seiner Hosentasche. „Aber die Handschellen bleiben dran und ich lass dich keinen Augenblick aus den Augen!“, erklärte er ihr ernst, während er sie nach draußen führte. „Die Kleine muss dringend mal pissen.“, kommentierte er sein Handeln gegenüber den anderen Wachen und führte Noro’elle rasch ein Stück in den Wald, bevor irgendjemand noch Einspruch erheben konnte. Er zerrte sie hinter einen großen Baum und noch ehe sie ein Wort des Dankes an ihn richten konnte, begann er damit ihre jugendlichen Rundungen grob und ungehalten zu erforschen. Noro’elle musste sich fest auf die Lippe beißen, um nicht ungewollt die gesamte Aufmerksamkeit der restlichen Karawane auf sich zu ziehen. „Warte… Warte doch!“, flüsterte sie und versuche den Kerl unbeholfen von sich zu schieben.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Mi, 17. Jun 2020 10:22

Riân beeilte sich nicht. Reglos verharrte er und beobachtete den Tross beim Näherkommen. Bis sie auf seiner Position waren, würde es noch eine Weile dauern und Anzeichen für einen Halt machte nichts. So spielte der Bergelf mit seiner Dolchklinge und aß etwas von seinem Proviant. Es schmeckte nicht sonderlich gut und war trocken, aber von Menschen erwartete er auch nicht viel. Mit einem großen Schluck Wasser spülte er die Brocken herunter und schickte sich nach einer Weile an, von seiner erhöhten Position herunterzukommen. Riân hatte die Karawane nun schon eine Weile beobachtet und sie war nicht mehr weit entfernt. Von dem Habitus der Mitreisenden konnte er keine sonderlichen Auffälligkeiten erkennen, man schien also nicht von einer Gefahr auszugehen, was gut war. Es würden sich sicher Situationen ergeben, die er nutzen konnte, um Noro'elle zu befreien.
Der Bergelf blieb stehen und suchte mit seinem verbliebenen Auge nach ihr den Tross ab. Er ging nicht davon aus, dass er sie laufen sehen würde, doch einen Versuch war es zumindest wert. Sicherlich hatte man sie in eine der Kutschen untergebracht, denn immerhin sollte sie einem reichen Kaufmann als Ehefrau dienen. Trotz aller verursachten Schwierigkeiten war das noch immer eine nicht zu verachtende Stellung in dieser minderwertigen Hierarchie. Riân steckte den Dolch wieder ein und kam der Gruppe abseits des Weges entgegen. Immer darauf bedacht, dass man ihn mit einem flüchtigen Blick nicht erkennen würde, denn nichts anderes ließ die Aufmerksamkeit der Wachen zu. Je näher er nämlich kam, desto mehr wurde das Desinteresse jener auffällig.

Nach einer Weile ging in Ruck durch den Tross und der günstige Wind trug Stimmen an seine feinen Ohren. Riân verstand nur einzelne Wörter, für mehr waren sie noch zu weit weg, doch er blieb stehen und beobachtete die Gruppe und das Stehenbleiben einzelner Wagen, bis schließlich alle zur Ruhe gekommen waren. Eine kleine Gruppe von Männern versammelte sich um eines der Gefährte und nun war Riân klar, was das Problem darstellte. Ein Rad war gebrochen. Ein böses Schmunzeln legte sich auf seine Lippen und er setzte sich wieder in Bewegung, denn ein wenig Weg lag noch zwischen ihm und der Karawane.
Während er sich seinen Weg durch das Unterholz suchte ließ er den Blick nicht von seinem Ziel, um jede unnatürliche Bewegung sofort zu erkennen und eventuell nutzen zu können und als er die Hälfte der restlichen Strecke zurückgelegt hatte, erkannte er sie. Riân blieb stehen und verengte das verbliebene Auge zu einem Schlitz. Innerlich grinste er ob der goldenen Ketten, die man ihr angelegt hatte und konnte sein Glück nicht fassen, als man sie in Richtung des Waldes führte. Begleitet von nur einer einzelnen Wache. Der Bergelf beschleunigte seine Schritte, ohne dabei merklich Lärm zu verursachen und seine Füße fraßen die letzten Meter, die ihn noch von seinem Ziel trennten. Für einen Augenblick verlor er den Blickkontakt zu ihr, doch schon nach wenigen Minuten kehrte sie in seine Blickfeld zurück. Schlitternd kam Riân zum stehen und erkannte das widerliche Schauspiel. Die Wache setzte sich gegen den Widerstand Noros durch und riss die Bluse an den Schultern nach unten, legte ihre Brüste frei und wollte sofort das junge Fleisch kosten. Sie schaffte es noch dem Mann eine Hand auf das Gesicht zu drücken und ihn so abzuhalten sofort seine Lippen über ihr Fleisch gleiten zu lassen, doch sie hatte sichtlich Mühe.
Riân blickte sich noch einmal in die Richtung des Trosses um, um sicherzugehen, dass niemand sie hier beobachtete und eventuell Hilfe holen konnte, doch da war niemand. Dann trat er hinter den Mann, der ihn vor lauter Geilheit nicht einmal bemerkte, packte ihn mit beiden Händen am Kopf und drehte diesen ruckartig mit aller Kraft in eine Richtung. Es knackte gedämpft durch die Sehen und Muskeln des Halses, doch es war hörbar und der Mann sackte schlaff auf Noros halbnacktem Körper zusammen. Riân verzog keine Mine und ließ den Körper einfach fallen, während er die junge Frau aus seinem Auge anblickte. Hatte er das wirklich alles nur für sie getan? Ein Moment der Stille legte sich zwischen die beiden und schließlich streckte er eine Hand zu ihr aus, um ihr aufzuhelfen. "Kannst du gehen?"

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mi, 17. Jun 2020 18:05


Wieder einmal hatte die junge Frau sich in eine schier ausweglose Lage gebracht. Erik hatte sie fest im Griff und sie hatte seinen starken Armen nicht das geringste entgegen zu setzen. Ohne auf ihre Einwände einzugehen entblößte er ihre Brüste und drückte ihren jugendlichen Leib mit seinem gesamten Gewicht unnachgiebig auf den Waldboden. Was hatte sie sich nur dabei gedacht mit diesem Kerl allein in den Wald zu gehen? War sie denn vollkommen von Sinnen? Unbeholfen versuchte Noro’elle sich gegen ihren Peiniger zu wehren, doch ihre Situation wirkte vollkommen ausweglos. Immerhin – so dachte sich die Beraij – wäre der fettleibige Kamal nicht der erste Mann, der sie besteigen würde und allein der Gedanke daran, ließ sie beinahe inne halten. Doch noch ehe sie die Hand aus Eriks Gesicht nehmen und ihn gewähren lassen konnte, erschlaffte dessen Körper plötzlich und sackte auf ihr zusammen. Das ihr mittlerweile vertraut wirkendende Gesicht des Meuchlers tauchte über ihr auf und eine Woge der Erleichterung durchfuhr Noros Körper. Er war tatsächlich gekommen, um sie zu retten. Nachdem er sie von Eriks Leichnam befreit hatte, streckte er ihr eine Hand entgegen. Sie zögerte keinen Augenblick und ließ sich von ihm aufhelfen.
„Danke…“, murmelte sie leise, ja fast schüchtern und versuchte unbeholfen ihre zerrissene Bluse zu richten um ihre nackten Brüste zu bedecken. „Ja…“, fügte sie hinzu. „Ja, ich kann gehen. Mir… Mir geht es gut, es ist nichts passiert.“, spielte sie die Situation runter und versuchte tapfer zu lächeln.

Das dürftige Lächeln erstarb schnell, als sie angewidert auf den Leichnam blickte. Sie musste ihre Fesseln los werden und dieser Kerl hatte vermutlich den Schlüssel zu ihrer Freiheit. Zögernd ging sie neben ihm auf die Knie und begann seine Taschen zu durch suchen.
„Ich brauche den Schlüssel…“, kommentierte sie ihr Handeln und nahm sich anschließend die andere Hosentasche vor. Tatsächlich beförderte sie einen kleinen Schlüssel zu Tage, war jedoch selbst nicht in der Lage ihre Fesseln zu öffnen. Sie hielt dem Meuchler den wertvollen Schlüssel hin und sagte: „Vielleicht könntest du mir noch einmal helfen?“. Noro’elle blickte Rian mit ihren großen, braunen Augen an und streckte ihm hoffnungsvoll die in Ketten gelegten Hände entgegen. Die Freiheit war zum Greifen nahe und Hoffnung keimte erneut in ihrer Brust. „Bitte?“, fügte sie beinahe schon flehend hinzu. „Ich weiß, ich habe rein gar nichts um dich zu bezahlen… Ich… Ich werde meine Schuld begleichen, ich gebe dir mein Wort. Aber bitte, bitte lass nicht zu, dass ich dorthin zurück muss.“, redete sie einfach drauf los und erhob sich dann mühsam. Die Zeit schien still zu sehen, während sie auf die Reaktion des Meuchlers wartete. Sie hoffte inständig, dass er nicht gekommen war um sie zu retten, nur um sie anschließend wieder zurück zu Kamal zu schicken. Das Ganze ergäbe doch gar keinen Sinn. Doch wieso war er überhaupt gekommen? Hatte er ihr nicht klar und deutlich gesagt, was er von ihr hielt? War er nicht derjenige gewesen, der ihr die Kehle aufschlitzen und aus ihren Knochen eine Flöte machen wollte? Was hatte ihn wohl dazu gebracht seine Meinung zu ändern?

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Fr, 19. Jun 2020 13:53

Ausdruckslos wandte Riân den Blick ab, nachdem Noro sein Hand ergriff um aufzustehen. Nicht um den Anstand zu wahren, viel mehr um das Gebiet in Richtung der Karawane im Auge zu behalten. Es konnte immer sein, dass ein weiterer Mann zu so etwas dazukommen würde und schlechte Überraschungen konnten sie beide nicht gebrauchen. Aus dem Augenwinkel erkannte der Bergelf, wie die junge Frau den Toten durchsuchte , vermutlich um ihre goldenen Ketten loszuwerden. Was für eine Verschwendung, dachte Riân und vergewisserte sich einmal mehr, dass alles ruhig blieb. Und das tat es auch. Man schien allgemein sehr damit beschäftigt zu sein, dass gebrochene Rad auszutauschen und hatte wenig Gedanken über Noro'elles Verbleib verschwendet. Dann trat sie zu ihm und bat ihn einmal mehr um Hilfe. Tatsächlich war es schwer den Schlüssel seinem Nutzen ohne Hilfe zuzuführen und ohne ein Wort nahm der Krieger sich der Fesseln an.
Mit einem Klick öffnete sich das Schloss und klirrend fiel das Metall auf den Waldboden. Noro war damit frei. Vorerst, denn sobald der Tross ihr Verschwinden bemerkte, würde es nicht lange dauern und man würde beim Suchen die Leiche dieser Wache finden. Es gab keine Zeit zu verlieren. Das wusste sein Gegenüber auch, die beinahe aufgelöst auf ihn einplapperte. Riân sagte nichts, aber er bereute zum Teil diese Rettungsaktion wieder und hätte der jungen Frau am liebsten das Maul gestopft. Diese Jammerei war nicht zu ertragen, ganz gleich in was für einer Situation man sich befand.

Für den Bruchteil einiger Sekunden blickte er sie an als sie geendet hatte und zog eine Braue nach oben. Der Bergelf schwieg aber weiter und drehte sich auf dem Absatz um. Mit der Hand bedeutete er Noro ihm zu folgen und er schlug einen Weg ein, der ihn tiefer in den Wald führte. Er achtete gar nicht mehr auf die Reaktionen des Trosses. Jeder Meter, den er jetzt zwischen sie und der Gruppe brachte würde ihre Chancen erhöhen. Riân hatte kein Problem damit jeden einzelnen seiner Verfolger zu töten, doch all das würde sicher für nur noch weitere Komplikationen sorgen.
Der Wald führte in eine Senke und das Gelände wurde schnell unwegsamer. Brombeerbüsche und abgefallenes Geäst behinderte sie und doch legte der Krieger ein zügiges Tempo vor, dass wenig Rücksicht auf Noro nahm, die wohl sichtlich Mühe hatte mit ihm schrittzuhalten. Mehrmals musste sich Riân umdrehen und auf sie warten, was er aber kommentarlos hinnahm. Hinter der Senke zog sich der Wald weiter Richtung Norden und wurde wieder leichter begehbar aber auch nicht mehr so dicht. Wo man ihre Spuren in dem Gestrüpp noch leicht verfolgen konnte, war das hier schon bedeutend schwerer und das wusste auch der Bergelf. Riân blieb stehen und wandte sich um. "Ich werde dich von hier an tragen.", sagte er monoton und wartete gar nicht auf eine Antwort oder Zustimmung. Wenn sie einen geübten Fährtenleser hatten, so würde er sie hier verwirren, indem er aus zwei Spuren eine machte. Darüber hinaus war Noro'elle recht zierlich gebaut und würde den Krieger nicht sonderlich behindern. Zumindest vorerst nicht und so warf er sich das junge Mädchen gegen jeden Widerstand über die Schulter. Er kannte los und wie er es in seiner Ausbildung gelernt hatte, schlug er eine völlig andere Richtung als zuvor ein. Sein Atem ging gleichmäßiger und auch wenn es sehr anstrengend wurde, erlaubte er sich erst nach mehr als zwei Stunden eine Pause. Die Sonne war bereits beinahe völlig hinter dem Horizont verschwunden und die Dunkelheit umfing sie. als Riân ganz abrupt stehen blieb.
Keuchend stellte er die junge Frau wieder auf ihre eignen Füße und stützte sich mit beiden Armen auf den Knien ab. Schweiß rann ihm aus den Haaren und tropfte zu Boden und erst jetzt bemerkte der Bergelf, wie sehr er eigentlich aus der Form war. Nach wenigen Augenblicken richtete er sich wieder auf. "Kein Feuer heute. Gib mir ein bisschen, dann übernehme ich die Wache.", sprach der Krieger nach Luft ringend und ließ seinen Seesack zu Boden gleiten. An Ort und Stelle legte er sich daneben und versuchte zur Ruhe zu kommen.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mo, 22. Jun 2020 19:55


Hoffnungsvoll blickte Noro’elle den Meuchler an, doch dieser schwieg einfach nur und löste anschließend immer noch wortlos die goldenen Fesseln. Klirrend fiel das vergoldete Metall auf den Boden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sich Noro die schmerzenden Handgelenke, dort wo sich bereits wunde Abdrücke auf ihrer Haut abzeichneten. Nur ein paar weitere Blessuren, warum sollten die jetzt noch einen Unterschied machen? Die junge Frau sparte sich weitere Worte – sie würden ohnehin nur auf taube Ohren stoßen – und hob schweigend die Fesseln auf. Gewiss, sie bestanden nicht aus reinem Gold, dennoch waren sie wertvoll. Dann musterten ihre braunen Augen die Umgebung. Der Meuchler bedeutete ihr, dass sie dringend verschwinden mussten und ganz gewiss hatte er damit Recht. Dennoch beugte sie sich abermals über den Leichnam und nahm seinen Umhang an sich. Während sie sich den kratzigen Stoff um die nackten Schultern legte, stolperte sie ihrem Retter hinterher und bemühte sich mit ihm Schritt zu halten. Das Gelände wurde immer unwegsamer und da Noro nur ein paar Sandalen trug, machte es ihre Flucht wirklich beschwerlich. Und langsam… Sie war wirklich, wirklich langsam. Immer öfter fiel sie hinter dem Meuchler zurück und er musste auf sie warten. Er war zwar kein Mann vieler Worte, dennoch spürte sie sehr deutlich, dass seine Geduld mit ihr bald ein Ende finden würde. Keuchend kam Noro zum Stehen. Ihre Füße waren bereits ganz zerkratzt und sie konnte einfach keinen Schritt mehr weiter gehen. Gerade als sie Vorschlagen wollte, dass der Meuchler sie zurück lassen solle, passierte etwas wirklich Überraschendes.


Starke Arme legten sich um ihren zierlichen Leib. Er hatte tatsächlich vor sie zu tragen! Doch klangen die Worte wahrlich wie Musik in Noro’elles Ohren, war die Realität mehr als ernüchternd. Er warf sie sich über die Schulter als wäre sie ein Sack Mehl und zu allen Überfluss erdreistete er sich auch noch seine Hand auf ihren Hintern zu legen! Wut stieg in Noro auf und ihre Wangen glühten rot, doch sie konnte sich gerade noch zurück halten. Dieser Mann hatte sie gerettet und nun, wo sie nicht mehr weiter gehen konnte, tat er sein Bestes um sie aus der Gefahrenzone zu bringen. Also schluckte sie all ihren Zorn runter und ließ dieses erniedrigende Prozedur über sich ergehen. Irgendwann, es schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, setzte er sie endlich ab. Sie wollte etwas sagen, doch er sah wirklich erledigt aus.
„Ist alles okay bei dir?“, fragte Noro verunsichert. Sie wartete bis er etwas zu Atem gekommen war und ihr weitere Anweisungen gab. Sie nickte knapp und setzte sich auf den Boden. Mit dem Rücken lehnte sie sich gegen einen Baumstamm. „Mach dir keine Sorgen, ich werde die Augen offen halten.“, versprach sie und zog sich den kratzigen Umhang fester um die Schultern. Sie würde die Nach ohne ein wärmendes Feuer ganz erbärmlich frieren, doch nahm sich vor nicht zu jammern. Sie rieb sich fröstelnd über die Oberarme und versuchte so wenigstens ein klein wenig Wärme zu erzeugen. Gedankenverloren blickte sie zu dem Meuchler hinüber. „Wieso bist du gekommen um mich zu retten? Ich weiß ja nicht einmal, wie dein Name ist…“, fragte sie einfach gerade heraus ohne vorher weiter über ihre Worte nachzudenken.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Di, 23. Jun 2020 11:12

Der Boden war gemütlicher als gedacht. Über die Jahre hinweg hatte sich hier über dem Boden eine Schicht abgefallener Nadeln gebildet, die zwar an seiner verschwitzten Haut kleben blieben, doch wie eine kleine Matratze wirkten. Es kümmerte Riân wenig, dass es ein wenig pikste, denn in diesem Moment wollte er einfach nur seine Ruhe. Er schloss sein verbliebenes Auge und atmete einmal tief ein und aus. Noro ließ sich an einem Baumstamm nieder, das zumindest konnte der Bergelf hören und sogleich drifteten seine Gedanken etwas in die Ferne. Es war nicht so, dass er schlief, viel mehr döste Riân, sodass er noch halbwegs mitbekam was um ihn herum passierte. Lange Ruhe hatte er allerdings nicht, denn seine Begleiterin richtete das Wort an ihn. Leicht genervt schlug Riân sein verbliebenes Auge wieder auf, rührte sich aber sonst nicht weiter. Eine Weile blickte er einfach nach oben in die leicht wogenden Fichten und die Teile des Abendhimmels, die man zwischen ihnen erkennen konnte.
Riân", sagte der Bergelf nach einer Weile monoton, "Mein Name.". Er hoffte damit Zeit zu gewinnen, die er ohnehin schon strapaziert hatte, um eine Antwort auf ihre andere Frage zu erlangen. Warum tat er das eigentlich? Er würde den Teufel tun und sich in irgendeiner esotherischen Weise rechtfertigen. Niemals würde er hier von Schicksal schwurbeln aber wenn sie ihn so direkt fragte hatte Riân keine direkte Antwort. Scheiße..., dachte er und atmete noch einmal tief durch. "Ich habe dich zufällig hier getroffen und der guten alten Zeiten willen, habe ich dir wieder deinen hübschen Hintern gerettet.", sprach er schließlich zynisch ohne die Mine zu verziehen oder den Blick von den Baumkronen abzuwenden. "Lerne einfach auf dich selbst aufzupassen, dann passiert dir auch weniger Scheiße...", fuhr er platt fort und drehte sich auf die Seite mit dem Rücken zu ihr, wobei etliche braune Nadeln von seiner Kleidung und Haut wieder herunterfielen.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mi, 24. Jun 2020 17:35


Tatsächlich schaffte es ihr wortkarger Retter in der Not ihr auch endlich seinen Namen zu verraten. Die Tatsache auf welche Art und Weise dies geschah, ließ Noro’elle beinahe schmunzeln. Erst schien er lange zu zögern oder gar darüber nachzudenken, ob er ihr überhaupt antworten wollte, doch antwortete er doch noch. Sein Name lautete also Riân. Welch ein schöner Name, dachte Noro bei sich, doch hütete sie sich dies laut auszusprechen. Sie war zu sehr gespannt, ob er auch auf ihre andere Frage eine Antwort hatte. Und tatsächlich erhob der Meuchler erneut das Wort, auch wenn seine Aussage mehr als fragwürdig war. Er war ihr erneut zufällig begegnet? Wie oft hatten sie sich bereits getroffen? Vier Mal? Wollte dieser Kerl ihr einen Bären aufbinden? Oder war er einfach selbst nicht bereit sich die Wahrheit einzugestehen? Da sie seinen Zorn nicht erwecken wollte und ihm den wohlverdienten Schlaf gönnte, erwiderte sie nur ein leises
„Hmm… Ja, das sollte ich wohl lernen…“, während sie ihn dabei beobachtete, wie er sich erneut von ihr abwandte. Sie zog sich den Umhang noch etwas fester um die Schultern und bemühte sich munter zu bleiben. Die Tatsache, dass sie selbst hundemüde war und in der Dunkelheit der Nacht nichts ihre Aufmerksamkeit erregte, machte ihre Nachtwache tatsächlich zu einer schwierigen Aufgabe. Ihre Gedanken schweiften umher und sie dachte an das furchtbare Schicksal dem sie mit Hilfe Riâns entronnen war. Ob es nun reines Glück war oder die Schicksale der zwei ungewöhnlichen Gefährten miteinander verknüpft waren, spielte für den Augenblick eher eine untergeordnete Rolle. Noro’elle war ihrem Retter dankbar und sie wusste nicht, wie sie diese Schuld je begleichen sollte.

Die Nacht schritt immer weiter voran und bald schon war es so dunkel, dass Noro fast die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte. Immer wieder bemerkte sie, dass sie fast wegnickte. Zudem fror sie ganz bitterlich und verfluchte Riân innerlich dafür, dass er entschieden hatte kein Feuer zu machen, auch wenn seine Entscheidung wohl überlegt und nachvollziehbar war. Der Atem des Meuchlers ging immer noch ruhig und regelmäßig, was Noro zeigte, dass er noch tief und fest schlief. Sollte sie ihn wirklich wecken? Andererseits würden sie auch nicht im Morgengrauen aufbrechen können, wenn sie selbst die Nacht kein Auge zu tat. Mühsam und mit steifen Gliedern rappelte sie sich daher auf und ging zu ihrem schlafenden Gefährten hinüber. Neben ihm ging sie in die Hocke und legte sanft eine Hand auf seine Schulter.
„Riân“, flüsterte sie leise. „Riân, wach auf. Du hast gesagt du würdest mich ablösen.“, fügte sie etwas lauter hinzu und wartete darauf, dass ihr Gefährte die Augen auf schlug. Sie verharrte noch einen Augenblick in ihrer halb über ihn gebeugten Position, ehe sie sich abwandte und für sich selbst nach einem Schlafplatz suchte. Vor Kälte und Müdigkeit zitternd legte sie sich letzten Endes nieder, breitete den Umhang über sich aus und rollte sich unter dem klammen Stoff zusammen, ebenso wie ein ungeborenes Kind es im Leibe seiner Mutter tun musste. Doch gerade als sie die Augen schließen und sich in den Schlaf flüchten wollte, erklang ein tiefes, mürrisches Knurren. Schlagartig war Noro’elle wieder hell wach, vermied es jedoch sich ruckartig zu bewegen. Was für ein Ungeheuer sich wohl im Schutze der Dunkelheit angeschlichten hatte?

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Do, 09. Jul 2020 11:14

Wenigstens sah sie es ein, dachte Riân müde und dachte in einer Mischung aus Wehmut und Abscheu an seine Ausbildungszeit zurück. Man hatte sie schonungslos gedrillt und zu Tötungsmaschinen geformt. Das hatte natürlich Spuren hinterlassen und der Bergelf müsste lügen, wenn er sagte, dass er das Töten hin und wieder nicht genoss. Es war natürlich nicht so, dass er einen Menschen ansah und sofort vor seinem geistigen Auge seine Kehle durchtrennte, doch wenn sie ihn nervten, kamen zumindest die Gedanken durchaus hoch. In diesem Moment aber dachte er nicht daran, wie er Noro zum schweigen brachte, er dachte nur daran seinen Puls zu senken und seinen Atem zu beruhigen. Er würde fit sein müssen, wenn sie lebend aus diesem Wald entkommen wollten, denn auf ihre Fertigkeiten konnte er sich nicht verlassen. Riân wusste, dass auch Menschen verschiedenem Handwerk nachgingen und dort auch sich einer Ausbildung unterzogen. Noro hatte nie davon gesprochen, welchem sie nachging oder ob sie überhaupt einem Handwerk nachging. Tatsächlich hatte sie bisher einen eher ungeschickten Eindruck in jeder Hinsicht hinterlassen, wenn man einmal von ihrem Durchhaltevermögen absah, dass sie durchaus zeigte. Immerhin waren die Umstände mit Nichten leicht für sie. Aber diese Gedanken ermüdeten den Krieger, der mit diesen Gedanken in einen sanften Schlaf fiel. Schon seit vielen Jahren schlief Riân nicht mehr richtig tief, doch das bedeutete nicht, dass ihm dadurch weniger Erholung zuteil wurde, es hatte viel mehr den Vorteil, dass er schnell wach und damit auf der Hut vor eventuellen Gefahren war.

So auch diesmal. Er hörte Noros Stimme und spürte ihre Hand auf seiner Schulter. Ihre sanfte Haut war kühl und er musste seinen Reflex unterdrücken, den Dolch zu ziehen und ihr an die Kehle zu halten, wie er es gelernt hatte, wenn er unverhofft geweckt wurde. So schlug Riân sein verbliebenes Auge auf und blickte sie durch die Dunkelheit aus der kalten grauen Iris heraus an. Wie eine Maschine hob er den Oberkörper. Trotz des Mantels zitterte sie vor Kälte und auch der Bergelf merkte, dass sein ärmelloses Hemd vielleicht am Tag für eine angenehme Temperatur sorgte, er jetzt aber auch völlig durchgefroren war. Schnell rappelte er sich auf, ließ sich nicht anmerken, dass auch er fror. Riân nickte einfach nur als Bestätigung, dass er nun die Wache übernehmen würde und Noro hatte dringend Schlaf nötig. Er holte aus seinem Seesack eine dicht gewebte Decke und legte sie über die junge Frau, ohne sie dabei eines Blicke zu würdigen, doch etwas durchbrach die Stille, die sie umgab.
Langsam tasteten sich die Finger des Kriegers zu einem der Kurzschwerter, die neben ihm auf dem Boden lagen, als das Knurren immer lauter wurde, bis es sogar menschliche Ohren vernehmen konnten. Riân brauchte einige Augenblicke, ehe er wusste, dass es sich um mindestens drei Wölfe handelte. Es war nicht ungewöhnlich, dass zu dieser Jahreszeit kleinere Gruppen sich von einem Rudel lösten, um auf eigene Faust zu jagen, doch er hatte auf ein wenig mehr Glück gehofft. Warum ausgerechnet sie? Der Krieger seufzte mürrisch und zog das kurze, elegante Schwert aus der Scheide. Die Klinge blitzte leicht im Mondlicht auf als er sich erhob und umwandte. "Keine Sorge. Es sind nur Wölfe.", sprach er leise mit seiner knurrenden Stimme und machte einen Schritt nach vorne, während er geduldig wartete.
Es dauerte nicht lange, da vermochten sein Elfenauge auch schon die Umrisse der Tiere in der Dunkelheit auszumachen. Er hatte sich allerdings geirrt. Es waren vier Tiere und nicht drei, was Riân ein entnervtes Seufzen ablockte. Als ob drei nicht schon schlimm genug waren. Das erste Tier fackelte nicht lange. Es hatte scheinbar bemerkt, dass es zumindest ihn nicht mehr überraschen konnte und stürzte los. Der Bergelf war zwar kein Experte für Wolftaktiken, doch er konnte sich vorstellen, dass dieses Tier nur eine Ablenkung darstellen sollte. Er wirbelte zur Seite um die eigene Achse und mit einem gezielten Streich von oben nach unten hieb er dem Tier genau durch den Nacken. Der leblose Körper flog samt Kopf an ihm vorbei, direkt auf Noro zu und kam vor ihr zum liegen. Sofort rückten zwei weitere Tiere von anderen Seiten auf Riân ein, der zwar dem ersten Paar Kiefer entgehen konnte, doch für das zweite zu langsam war. Spitze Zähne umfassten seinen nackten, sehnigen Unterarm und nur das Training vieler Jahre erlaubte es ihm, den Arm zurückzuziehen, ehe starke Muskeln die Knocken brechen würden. Doch zu einem hohen Preis, denn die Zähne hinterließen Tiefe Wunden. Instinktiv zuckte die Klinge des Kriegers nach vorne und bohrte sich dem schon siegesgewissen Wolf in die Brust. Schmerz durchzuckte Riâns linken Arm und er spürte wie warmes Blut über seine taube Haut rann. Noch aber gab es keine Zeit sich darum zu kümmern. Zwei der Wölfe waren noch am Leben und umkreisten ihn, während er sich zurückzog und unmittelbar vor Noro zum stehen kam. Den verletzten Arm an die Brust gepresst. Eiskalt erwiderte er die gierigen Blicke der Raubtiere, die nun keine Anstalten mehr machten einen Angriff zu starten und nach unzähligen, langen Minuten urplötzlich abließen und in den Wald verschwanden.

Mit einem erleichterten Seufzen ließ Riân die Klinge sinken und setzte sich an Ort und Stelle auf den Boden. Sein Arm sah übel aus. Die beiden Eckzähne hatten sich tief in des Fleisch gebohrt und als er den Arm weggezogen hatte, hatten sie die Wunde aufgerissen. Er würde schnell handeln müssen um die Wunden zu reinigen und es würde Zeit brauchen. Zeit die sie nicht hatten, ehe die Wunden wieder geheilt waren.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Sa, 25. Jul 2020 11:11


Es erschien Noro’elle beinahe schon fürsorglich, wie der Meuchler eine wärmende Decke über sie legte. Vielleicht war er doch nicht so kalt und unnahbar wie er sie glauben machen wollte? Vielleicht lag ihr Wohl ihm doch - aus einem ihr unerklärlichen Grund - am Herzen? Der Angriff der Wölfe ließ diese Gedanken jedoch schnell in Vergessenheit geraten. Noro wusste nicht, was sie tun sollte. Hatte Riân nicht gesagt, es seien nur Wölfe? NUR Wölfe? Die junge Frau zitterte vor Angst am ganzen Körper und doch mahnte sie sich innerlich zur Ruhe. Auch wenn sie sich mit Wölfen nicht auskannte, so war sie sich doch ziemlich sicher, dass sie ihnen nicht einfach davon laufen konnte. Zudem war es immer noch stock dunkel und die braunen Augen der Beraij nahmen nur düstere Schatten in der Dunkelheit wahr. Dann ganz plötzlich! Kampfgeräusche! Was sollte sie bloß tun? Lautes Knurren, das unnachgiebige Schnappen von Kiefern und das zarte Summen einer Klinge. Noro’elle blieb wie angewurzelt an Ort und Stelle stehen, wagte es nicht sich auch nur ein winziges Stück von Riân zu entfernen. Er würde sie beschützen, würde auf sie Acht geben. Sie fühlte sich Sicher in seiner Gegenwart. Dann war – genauso schnell wie der Kampf begonnen hatte – auch alles wieder vorbei und die Stille kehrte in die Dunkelheit der Nacht zurück. „Sind sie weg?“, flüsterte Noro nach einigen Augenblicken der Stille und lauschte angestrengt in die Nacht hinaus. Doch dort war außer dem seichten Rauschen der Blätter im Wind nichts mehr zu hören.

„Du bist verletzt!“, stellte Noro mit besorgtem Blick auf Riâns Arm fest und trat an ihn heran. Sie war sich unsicher, ob er sie gewähren lassen würde. Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach der Seinen aus. „Zeig es mir….“, flüsterte sie leise und versuchte die Emotionen in seinem Gesicht zu deuten. Er musste starke Schmerzen haben, ganz gleich welche Geschichte er ihr nun versuchte aufzutischen. Ohne auf seine Reaktion einzugehen riss sie einen Streifen Stoff vom unteren Teil ihrer Bluse. „Ich weiß, es ist nicht viel, aber wenn du kein Verbandszeug bei dir hast, ist es leider alles, was wir haben. Ich denke, wir müssen vorerst die Wunde abbinden und versuchen die Blutung zu stoppen. Hast du noch etwas Wasser um den gröbsten Dreck abzuwaschen?“, fragte sie sichtlich bemüht Ruhe zu bewahren. Gewiss, sie war keine Heilerin und doch wollte sie irgendetwas tun um ihrem Retter zu helfen. Er hatte sie beschützt, sie mit seinem eigen Fleisch und Blut abgeschirmt. Sie schuldete ihm bereits so viel, dass sie diese Schuld vermutlich niemals begleich konnte. „Kann ich noch irgendetwas für dich tun?“, fragte Noro wahrlich besorgt. Die Müdigkeit war kurze Zeit durch das Adrenalin des Angriffs in Vergessenheit geraten, doch nun kehrte sie mit aller Macht zurück. Die junge Frau konnte kaum noch die Augen aufhalten. Sie war so erschöpft und ihr Körper von all den Strapazen gepeinigt. Sie hielt Riân den Streifen Stoff entgegen, sie war sich gewiss, dass er sie niemals an seine Wunde lassen würde. Er hielt sie für ein Kind – oder zumindest behandelte er sie so – und sie war für den Augenblick zu müde um darüber zu diskutieren.

Nach dem nächtlichen Zwischenfall hatte der Meuchler der jungen Frau noch einige Stunden Schlaf gegönnt. Er musste deutlich gespürt haben, dass Noro nicht in der Verfassung war ohne Rast aufzubrechen. Allerdings weckte Riân Noro bereits vor dem ersten Sonnenlicht und die junge Frau fühlte sich trotz allem weder ausgeschlafen noch erholt. Dennoch bemühte sich Noro’elle nicht zu jammern und gab ihr Bestes schnell wieder auf die Füße zu kommen.
„Auf gar keinen Fall wirst du mich weiter tragen!“, sagte sie bestimmt und trat ohne zu zögern an seinen Seesack, um sich auch diesen über die schmächtigen Schultern zu werfen. Der Sack war zwar schwerer als sie vermutet hatte und dennoch zeigte sie dies mit keiner Miene. „Du bist verletzt Riân und du solltest dich schonen… Du hast schon genug getan, so lass mich wenigstens dieses eine Mal etwas für dich tun.“, fügte sie etwas weicher hinzu. Ohne auf eine Antwort zu warten stapfte sie los und hoffte inständig dass der Meuchler ihr ohne Widerworte folgen würde. Sie mussten dringend einen Bachlauf finden, damit Riân seine Wunde ausreichend säubern konnte. „Kennst du dich in dieser Gegend aus? Wo werden wir hin gehen?“, fragte Noro wie beiläufig und versuchte ein angestrengtes Keuchen zu unterdrücken. Alles an ihrem zierlichen Körper tat ihr weh. Jede Sehne und jeder einzelne Muskel brannte unnachgiebig und peinigte sie bei jedem Schritt. Kleine salzige Schweißperlen bedeckten ihre seidene Haut und sorgten so für eine seichte Abkühlung, als sie sturköpfig wie sie nuneinmal war immer fortwährend einen Fuß vor den anderen setzte.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Di, 28. Jul 2020 15:48

Riâns Atem ging ruhig. Er zwang sich dazu. Sein Herz aber pochte bis zu seinem Hals. Mit jedem Puls aber drang mehr seines wertvollen roten Lebenssaftes aus der tiefen Armwunde, deren Schmerz langsam das Adrenalin zu überlagern begann. Der Bergelf ballte die gesunde Hand zu einer Faust und schloss für einen Moment die Augen. Zu einer Antwort auf ihre Frage kam er gar nicht. Nicht einmal gedanklich. Riân hatte mit sich selbst zu tun. Er öffnete die Faust wieder und löste seinen Gürtel von der Hose. Der Krieger bemerkte, wie Noro hinter ihm näher kam. Es war zwar dunkel, doch die Gestirne spendeten zumindest so viel Licht, dass auch ein Mensch aus nächster Nähe etwas erkennen konnte. So erkannte das Mädchen auch, dass er verletzt war. Riân erwartete blanke Hysterie, doch sie überraschte ihn mit zielstrebigem Tatendrang, was ihn verwundert aufblicken ließ. Auf seinem Gesicht spiegelte sich der Schmerz nicht wieder, der nun endgültig die Oberhand gewann.
"Wasser erst gleich.", presste der Krieger zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, "Wir brauchen kurz ein Feuer. In meinem Beutel findest du Feuerstein und Zunder.". Er würde die Wunde ausbrennen müssen, um die Blutung schnell zu stoppen. Mit den Händen fegte er also den Boden ab, um Steine zu finden. Diese würde er erhitzen und dann in seine Wunde drücken, bis sie aufhörte zu bluten. Er hatte das schon einmal gemacht und wusste, dass dies zwar nicht einer dauerhaften Heilung zuträglich war, kurzfristig konnte man so aber zumindest Handlungsspielraum schaffen, bis man einen Ort fand, der die Wunde richtig behandeln konnte. Und es würde Narben zurücklassen. Schreckliche Narben und an mehr als einer Stelle auf seiner Haut konnte man die Rudimente dieser Art von Behandlung finden.

Noro tat wie ihr geheißen und in einer kleinen Glut begann Riân die Steine zu erhitzen. Dankbar aber wortlos nahm er auch den Streifen ihrer Bluse an, die einen sehr nützlichen Verband nach der Kautarisierung abgeben würden. Sie allerdings war damit noch etwas mehr entblößter als sie ohnehin schon war. Zwischen den Wellen des Schmerzes und dem Überlegungen an ein Ziel ertappte sich der Bergelf tatsächlich dabei, wie er immer wieder einen unauffälligen Blick zu ihr warf. Das alles war aber sehr schnell vorbei, als die Steine die rechte Temperatur hatten. Riân nutzte eine behelfsmäßige Zange aus Holz dazu, den Stein in seine Wunde zu drücken. Dabei biss er auf den Gürtel den er zuvor genutzt hatte, um sich die Wunde abzubinden. Unmenschliche Laute und Speichel verließen seinen Mund, als der Schmerz der Verbrennung den der eigentlichen Wunde noch überdeckte. So sehr er es auch zu unterdrücken versuchte, ganz war das nicht möglich.
Der Geruch von verbranntem Fleisch durchzog nun die Luft und kaum hatte die Blutung geendet, suchte der Bergelf mit Hilfe des kühlen Wassers in seinem Wasserschlauch Abkühlung. Dann verband er sich die Wunde und ließ Noro schlafen. Sie hatte es nötig. Riân zwar auch, doch er konnte lange ohne wirklichen Schlaf auskommen. Auch wenn das in seiner Situation nicht zuträglich war. Er hatte gesehen, dass die Wunde noch schmutzig war und es war fast sicher, dass er in den kommenden Tagen Fieber bekommen würde. Er brauchte einen Arzt und Ruhe. Bald. Sehr bald.

Riân ließ Noro so lange schlafen, wie er es als die äußerste Grenze des Sinnvollen betrachtete. Nicht nur, weil sie die Ruhe bitter nötig hatte, auch er hatte diese Ruhe mehr als gebraucht. Irgendwann weckte er sie dann aber doch und wieder wollte sie sich wohl von ihrer besten Seite zeigen. Etwas verdattert ließ sich der Krieger seinen Seesack aus den Händen nehmen und beobachtete die junge Frau dabei, wie sie sich das Stück über die Schulter warf. Er wollte fragen, ob sie sich sicher war, doch wozu? Man konnte ihr ansehen, dass sie das war und so schwieg Riân. Wie er es oft tat.
Das ungleiche Duo machte sich also auf den Weg und es dauerte gut zwei Stunden, ehe sie den Wald verlassen hatten. In dieser Zeit spürte der Krieger, wie sein Körper auf die Wunde reagierte. Ihm wurde heißer und heißer und konnte bereits die ersten Ausläufer des Fiebers feststellen, dass ihn bald voll und ganz im Griff haben sollte. "Ich kenne mich grundlegend aus.", sprach er monoton auf ihre Frage hin, "Das nächste Ziel ist ein Ort, der meine Wunde versorgen kann. Sonst sterbe ich innerhalb von drei Tagen.". Es war beinahe schon lustig, wie wenig Emotion Riân in eine derartige Aussage legte, die von seinem baldigen Ableben sprach, doch auch diese Situation änderte scheinbar nichts an seinem Betragen. Warum auch? Es war die nüchterne Wahrheit und je eher man sich mit so etwas abfand, desto eher konnte man auch zu klaren Gedanken zurückkehren. Er hatte schon früher in akuter Lebensgefahr geschwebt und man konnte durchaus sagen, dass er daran gewöhnt war. Sicher war das unangenehm, doch so war es eben. "Vielleicht ein Gehöft. Ein Dorf. Irgendetwas.", fuhr er fort und blieb am Waldrand stehen. Die gesunde Hand über den Augen besah sich der Bergelf den Horizont. Eine einzelne Schweißperle suchte sich ihren Weg durch das vernarbte Gesicht des Kriegers und zeugte von dem kommenden Fieber. "Ich denke, ich habe etwas.", raunte er und setzte den Weg fort. Etwas zu schnell, denn ein Blick zurück verriet ihm, dass Noro mit der Last und ihrem Zustand zu kämpfen hatte. Ohne zu fragen nahm er ihr seinen Seesack wieder ab und warf ihn über seine Schulter. Dankbar nickte er ihr einmal zu und schickte sich an weiterzugehen. Tatsächlich hatte er einige Meilen Richtung Norden einen Bauernhof entdeckt, dem wohl diese Felder gehörten. Er hoffte, man würde ihnen dort zumindest für einige Tage Asyl gewähren. Auch bezahlen konnte Riân, also auch das sollte kein Problem darstellen. Bis zum Abend sollten sie aber brauchen.

An eben jenem Abend keuchte Riân bereits, dessen Körper sich un voll im Fieber befand. Er fror und litt unter der Hitze zugleich und jeder Schritt war eine Qual. Sein ganzer Körper und seine Kleidung waren durchnässt und seine Kehle brannte. Wasser hatte er keines mehr, hatte er es doch benutzt um in der Nacht seine Wunde zu behandeln, die unter dem Verband schrecklich pochte. Stoisch aber hatte der Krieger, dem es sichtlich immer schlechter ging immer weiter einen Fuß vor den anderen gesetzt und Meile um Meile gefressen. Und nun standen sie da. Aus dem Schornstein des Gehöftes stief seichter Rauch auf und es roch nach Essen. Mit letzter Kraft schleppte sich Riân an die Tür und klopfte heftig an das trockene Holz. Das Bild vor seinen Augen verschwamm bereits.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Mi, 29. Jul 2020 18:28


Der lange Fußmarsch war anstrengend und daher zeigte Noro sich ungewohnt schweigsam. Was hätte sie auch reden sollen, war Riân doch ohnehin nicht sonderlich redselig. Der Zustand ihres Begleiters machte Noro’elle große Sorgen, doch lag es nicht in ihrer Macht seine Wunde weiter zu versorgen. Mit Schrecken dachte sie an letzte Nacht zurück. Die Art und Weise wie Riân die Wunde ausgebrannt hatte, erschien ihr barbarisch und unmenschlich. Vermutlich war es die einzige Möglichkeit gewesen die Blutung rechtzeitig zu stoppen, dennoch war Noro mehr als froh, dass Riân aufgrund der offensichtlichen Qualen nicht das Bewusstsein verloren hatte. Er war ein Meuchler, rief sie sich ins Gedächtnis. Vermutlich hatte er bereits viele Wunden davon getragen. Wunden, mit denen er nicht ohne Weiteres einfach zu einem Heiler gehen konnte. Nachdenklich blickte Noro Riân an und keuchte leise vor sich hin. Immer einen Fuß vor den anderen setzen. Immer weiter gehen, bloß nicht stehen bleiben. Noro befürchtete, wenn sie bloß für einen winzigen Augenblick stehen bleiben würde, dann würde sie sich nicht mehr wieder in Bewegung setzen. Plötzlich wurde ihr die Last von den Schultern genommen. Erst wollte Noro protestieren, doch ein Blick des Meuchlers brachte sie umgehend zum Schweigen. Wenn er sich unbedingt zu Tode schleppen wollte, dann sollte er das doch tun. Was kümmerte es sie überhaupt? Ein seltsames Gefühl in der Brust – nur ganz seicht und kaum wahrnehmbar – zeigte Noro jedoch, dass es ihr nicht egal sein würde.


Endlich erreichten sie das Gehöft, dass Riân schon aus der Ferne gesehen hatte. Es hatte bereits gedämmert und die Nacht brach langsam aber sicher über sie herein. Ihr Begleiter ging zielstrebig auf die Türe zu und klopfte an eben jene. Eine quälend lange Zeit geschah einfach gar nichts und Noro fürchtete bereits, dass sie hier wohl nicht willkommen waren. Doch dann wurde die Türe einen Spalt breit aufgeschoben und eine kratzige Stimme erklang:
„Wer stört zu so später Stund?“. Noch bevor Riân etwas antworten konnte, eilte Noro an seine Seite und antwortete an seiner Stelle höflich: „Guten Abend, wir wollen nichts Böses, wir suchen nur für die Nacht ein Dach über Kopf.“. Der Türspalt öffnete sich ein wenig weiter und ein altes, runzeliges Gesicht schob sich hindurch. „Ihr seht ja aus wie Banditen!“, krächzte die Alte und schien nicht ernsthaft gewillt sie herein zu bitten. „Ich bitte Euch meine Gnädigste… Mein Gefährte ist schwer verletzt und braucht dringend einen Ort an dem er sich erholen kann und ich selbst bin nur ein junges Mädchen…“, versuchte Noro sich zu erklären und begann umgehend bitterlich zu schluchzen. „Bitte, ich… ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht wohin… Ich bitte Euch… Ihr habt doch gewiss ein gutes Herz.“. Dicke Tränen rannen über Noro’elles jugendliche Wangen und entlockten der Alten ein genervtes Seufzen. Doch dann rief die alte Bäuerin laut und schrill: „Hugooooooo! Komm gefälligst her du Nichtsnutz! Hier sind zwei Gäste, die die Nacht in der Scheune verbringen werden. Dieses Gesindel kommt mir nicht ins Haus! Hugoooooo!!!! Jetzt komm gefälligst her und geh mir zur Hand! Muss ich denn hier alles alleine machen?.“

Ein großer etwas dümmlich drein schauender Mann kam durch den Hausflur zur Türe geschlürft. Er trug eine alte Laterne in welcher ein kümmerlicher Rest einer Kerze brannte. Ohne eine wirkliche Emotion zu zeigen, trat er nach draußen und deutete den zwei Fremden ihm zu folgen. Noro warf Riân einen besorgten Blick zu. Der Meuchler sah aus, als würde er jeden Augenblick zusammen brechen. Kurzerhand schlang die junge Frau ihren Arm um dessen Leib und versuchte ihn so gut es ging zu stützen, während sie so zusammen zu der Scheune gingen. Ihr Nachtlager war nicht wirklich das, was sich die Beraij erhofft hatte und doch war sie dankbar nicht noch eine Nacht auf dem harten Boden und unter freiem Himmel verbringen zu müssen. Sie bereitete Riân ein provisorisches Lager aus Stroh. Immerhin war es in der Scheune warm und trocken, sie hätten es wahrlich schlimmer treffen können. Der Mann, welcher der Sohn der Bäuerin sein mochte, wollte sich bereits wieder zum Gehen abwenden.
„Halt! So warte doch! Wir brauchen dringend Wasser. Kannst du uns welches bringen?“, hielt sie ihn nochmals zurück. Der Mann starrte sie mit geistlosem Blick an und erwiderte: „Wasser ist im Brunnen.“. Dann drückte er Noro die kleine Laterne in die Hand und ließ sie ohne ein weiteres Wort allein. Mühsam erhob sich die junge Frau und trat erneut nach draußen. Tatsächlich war im Hof ein Brunnen, aus welchem sie unter dem Einsatz ihrer letzten Kräfte einen Eimer Wasser hinauf beförderte und in die Scheune trug. Anschließend kniete sie neben ihrem Gefährten nieder. „Ich habe dir Wasser geholt. Du musst doch bestimmt furchtbar durstig sein.“, flüsterte sie leise und in der Hoffnung, dass Riân noch bei Bewusstsein war.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Do, 30. Jul 2020 15:10

Das Bild vor seinen Augen verschwand endgültig. Es war nur noch eine verschwommene Masse aus trüben Farben, die im Abendlicht ohnehin schon an Kraft verloren hatten und nur sein Wille hielt Riân davon ab auf der Stelle umzukippen. Wie aus der Ferne und irgendwie auch viel langsamer erkannte der Krieger, wie sich Noro'elle an ihm vorbeidrängte. Stimmen erklangen, doch sie waren gleichsam dumpf wie auch die Farben. Hin und wieder erhaschte der Bergelf ein Wort, doch wirklich verstehen tat er nichts. Riân wusste warum er hier war. Er brauchte Ruhe. Einen Ort an dem er einige Tage bleiben konnte. Seine Wunde. Sie musste heilen. Schmerz. Seine Wunde schmerzte und je mehr er sich darauf konzentrierte, umso schlimmer wurde das Pochen, die Hitze. Einfach alles.
Ein Arm legte sich um ihn. Noro'elle? Sie musste es sein. Er erkannte ihren Geruch und nach wenigen Sekunden konnten auch seine Augen sie erkennen. Langsam, zitternd und zögerlich legte er auch seinen Arm um sie und ließ sich helfen. Stolz war ihm in diesem Augenblick egal. Er war in dieser Situation wegen ihr... Für sie. Sie revanchierte sich nur und Riân war einfach nur froh, dass sich jemand um ihn kümmerte. Das kannte er nicht. Es gab niemanden, der sich um ihn gekümmert hatte und oft war es gerade auch deshalb nur Glück gewesen, dass er überlebt hatte. Hier aber war sie. Eine Menschenfrau, die das Schicksal mit ihm verwoben hatte. Mit Mühe versuchte der Bergelf so viel seines Gewichtes selbst zu tragen, doch seine Begleiterin würde merken, dass doch ordentlich Last auf ihren Schultern lag.

Die kamen in eine Scheune und Riân bekam einen Balken zu fassen. Dieser hielt sein Gewicht und verhinderte so, dass der Krieger zu Boden fiel, während Noro etwas Stroh aufhäufte. Kaum war sie fertig, ließ sich der entkräftete Bergelf darauf fallen. Er kümmerte sich gar nicht darum sich seiner schweißnassen Kleider zu entledigen, die Stiefel auszuziehen oder etwas gegen seinen Durst zu tun. Riân wollte einfach nur schlafen. Lange schlafen. Ruhe. Mit dem letzten Rest seines wachen Verstandes bemerkte er, wie Noro noch einmal nach draußen lief. Sie kam wieder mit einem Eimer. Er konnte nicht erkennen, was dort drin war, aber dann entschlüsselte sein Gehirn müde ihre zuvor gesprochenen Worte. Wasser! Mit diesem Gedanken kehrte seine brennende Kehle wieder in den Fokus seiner kleinen Welt zurück.
Schwach und unkoordiniert wedelte Riân mit seiner Rechten. Er brachte eine kleine Weile ehe er die weiche Haut von Noros Unterarm zu fassen bekam. Schwach schlossen sich seine schwieligen Finger um sie. "Wasser...", krächzte er und der Griff verstärkte sich, während er sie mit letzter Kraft zu sich zog. "Du musst mir helfen...", fuhr er undeutlich fort. Seine Stimme war zu einem kläglichen Flüstern geschrumpft und jedes Wort war eine Qual. Er hatte keine Kraft mehr sich zu diesem Eimer zu schleppen, geschweige denn ihn an seine Lippen zu heben. Noro'elle würde ihm dabei helfen müssen. Riân ließ sie los und drehte sich auf den Rücken, wobei sich sein linker Arm mit dem Gurt des Seesacks verhedderte. All das kümmerte ihn nicht. Er bemerkte nicht einmal, dass er am ganzen Körper zitterte. "Du musst ... du musst das Wasser in meinen Mund träufeln...", erklärte der Bergelf, "Und die Decke... es... es ist kalt."

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von Noro'elle » Do, 30. Jul 2020 18:39


Erleichtert stelle Noro‘elle fest, dass Riân noch bei Bewusstsein war.
„Shhhh…. Ganz ruhig. Natürlich werde ich dir helfen.“, flüsterte sie beruhigend. Sanft schob sie eine Hand unter Riâns Kopf, während sie ihm mit der anderen Hand langsam Wasser in den Mund tröpfelte. Sie wiederholte die Prozedur einige Male und bettete ihren Gefährten wieder vorsichtig im Stroh. Der Verletzte verlangte nach einer Decke und Noro zog die Stirn kraus. „Du bist ganz nass vor lauter Schweiß, lass uns erst dein Hemd ausziehen und ich verspreche dir, dann darfst du schlafen.“, fügte sie ruhig und dennoch bestimmend hinzu. Ohne auf eine Antwort Riâns zu warten, begann sie sein Hemd aufzuknöpfen und seinen Oberkörper freizulegen. „Du musst mir noch ein letztes Mal kurz helfen. Du hast es gleich geschafft…“, redete sie auf ihn ein und gemeinsam schafften sie es, das von Schweiß klamme Hemd von seinem Körper zu schälen. Erschöpft sank der Meuchler zurück ins Stroh und schien wie weggetreten. Besorgt hielt Noro ihren Handrücken vor seinen Mund und Nase, doch sein Atem war immer noch stetig. Sollte sie es wagen seine Wunde zu versorgen? Was, wenn er erwachte? Nun, Angst vor seiner Reaktion brauchte sie gewiss nicht zu haben, er war ja kaum noch in der Lage den Kopf anzuheben. Also begann sie sorgfältig den dürftigen Verband zu entfernen. Ihr Blick fiel auf die herabbrennende Kerze, die ihr nicht mehr lange Licht spenden würde. Sie würde sich also beeilen müssen.

Die Wunde sah wirklich grässlich aus und würde gewiss eine hässliche Narbe hinterlassen. Die ohnehin schon in Mitleidenschaft geratene Bluse musste erneut herhalten, als sie einen weiteren Streifen abriss. So vorsichtig wie sie nur konnte, reinigte sie die Wunde mit dem frischen Brunnenwasser und legte einen neuen, provisorischen Verband an. Mehr konnte sie für den Augenblick nicht tun, denn sie wagte es nicht die Bäuerin noch einmal in ihrer Nachtruhe zu stören. Zu groß war die Angst, dass sie aus der Scheune vertrieben wurden. Der Alten würde sie sich morgen in der Früh stellen müssen. Also griff Noro nach der Decke und breitete sie über dem schlafenden Riân aus. Doch dies alles schien ihm die Kälte nicht aus den Gliedern treiben zu wollen, denn er zitterte immer noch wie Espenlaub. Unentschlossen kaute die junge Beraij auf ihrer vollen Unterlippe herum. Vermutlich gab es nur einen letzten Ausweg Riân die notwendige Wärme zu spenden und sie war sich nicht sicher, was er von dieser Idee halten würde. Genau genommen, war sie sich nicht einmal selbst sicher, was sie von dieser Idee hielt. Anderseits hatte sie auch nicht wirklich viele Möglichkeiten und so legte sie sich zu ihm unter die Decke und schmiegte sich an seine nackte Brust. Die Kerze war unterdessen restlos abgebrannt und Dunkelheit umhüllte die ungleichen Gefährten. Mit dem Kopf auf seiner Brust lauschte Noro dem schwachen Herzschlag des Elfen, bis sie letzten Endes selbst in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel.

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Re: Ein notwendiges Übel

Beitrag von H'adriân » Fr, 31. Jul 2020 0:36

Als das kühle Nass seine Kehle hinabrann schmerzte es noch einmal. Mit jedem Schluck aber wurde es besser. Das Feuer, dass den ganzen Abend in seinem Hals gebrannt hatte wurde immer kleiner, bis es endlich verschwand. Riân musste sich sehr darauf konzentrieren sich nicht zu verschlucken, doch Noro dosierte ihre Tropfen genau so, dass es ihm auch möglich war. Der Krieger atmete schwer, als sie seinen Kopf behutsam auf dem Stroh bettete und sofort begann die Welt um ihn in weite Ferne zu rücken. Er war dankbar. Sehr dankbar, doch dessen wurde sich Riân gar nicht mehr bewusst. Sehr schwach spürte er ihre kühlen Hände auf seiner Haut und wie sich sein Körper leicht bewegte. Zog sie ihn aus? Der Bergelf fröstelte und ein Schauer von Schüttelfrost durchzog ihn, als Noro'elle seinen Oberkörper von dem schweißnassen Hemd befreite. Dieser sah nicht so filigran aus, wie man das von einem Elfen erwarten konnte. Ein Umstand, der es Riân sehr erleichtert hatte seine wahre Herkunft bisher zu verschleiern. Auch seine Begleiterin wusste noch nichts davon, dass er ein Elf war.
Über seine Brust und seinen Bauch zogen sich viele Narben aus der Vergangenheit und insbesondere eine zeugte von der gleichen Behandlung, die er seinem Arm hatte zukommen lassen. Sie lag genau über seiner linken Niere und erstreckte sich wie ein Spinnennetz aus Narbengewebe über eine nicht gerade kleine Fläche. Dazu kamen einige Schnitte hier und da. Unsauber genäht. Ein Pfeil in der Schulter, dessen Spitze dort noch immer in seinem Muskelfleisch verblieben war und der Riân hin und wieder einmal unangenehme Schmerzen verursachte. Alles in allem aber konnte man dem Krieger ohne Schwierigkeiten seine Profession ansehen. Die Muskeln unter der lädierten Haut zuckten unkontrolliert, doch letztendlich vermochte es auch nicht die vermeintliche Kälte ihn von dem dringend benötigtem Schlaf abzuhalten.

Riân bemerkte nicht, wie ihm eine Decke übergeworfen wurde und auch nicht, wie sich Noro zu ihm unter die Decke begab. Er war sofort eingeschlafen und wilde Fieberträume plagten ihn und ließen dem Krieger zumindest geistig keine Erholung. Körperlich bewegte er sich aber kaum, was auch ein Produkt seiner Ausbildung war. Auch im Schlaf durfte man so wenig wie möglich auf sich aufmerksam machen. Für eben jenen aber war dieser Schlaf ein Segen. Der vergangene Tag mit dem vorangegangenen Kampf hatten das Letzte bisschen von ihm abverlangt und das bedeutete, dass er nun ein wenig Ruhe brauchte. Trotzdem aber wachte er, womöglich aus Gewohnheit, vor Noro'elle auf. Das Fieber hatte sich nicht gelegt, dass bemerkte Riân sofort. Er spürte, dass er unter einer Decke lag und dort sanft die Wärme gehalten wurde, die sein Körper so sehr benötigte. Gerade aber von einer Körperhälfte ging etwas mehr Wärme aus, gepaart mit einem leichten Druck. Ohne die Augen zu öffnen hob er schwach seinen Unterarm und fühlte eine Mischung aus Stoff und weicher, fast samtiger Haut. Noros Geruch stieg ihm in die Nase, während er in seinem Kopf die ihm gegebenen Puzzleteile zusammensetzte.
Hatte sie ihn gewärmt? Diese Frage schnellte Riân durch den Kopf und er bemerkte, dass seine Hand an einer unschicklichen Stelle lag und schnell zog er sie von ihrem Hintern fort. Es war schon sehr lange gewesen, dass der Krieger bei einer Frau gelegen hatte und noch niemals, dass er bei einer Menschenfrau gelegen hatte. Aber er war zu schwach, dass er sich auch noch darüber echauffieren konnte. Warum sollte er auch? Er war nur froh, dass sein Körper zu schwach war eine entsprechende Reaktion zu zeigen und kein Blut in seine Körpermitte gelenkt wurde.
"Noro?", fragte Riân heiser und räusperte sich schwach, "Danke für gestern.". Er hatte bemerkt, dass sie durch seine versehentlich unsittliche Berührung wach geworden war. "Und danke für...", der Bergelf zögerte einen Augenblick, ehe er den Satz beendete, "Danke für heute Nacht.".
Erst jetzt öffnete er sein verbliebenes Auge und blickte an sich herab. Ihr Kopf war noch immer auf seiner Brust gebettet und sie würde hören, dass sein Herz nun schneller schlug. "Und entschuldige wegen... eben. Ich wollte nicht...", er führte den Satz nicht zu einem Ende, "du weißt schon."

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