Die Legende der Immer-Winter-Nacht

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Di, 30. Apr 2019 18:38


Dunkelheit umgab den sinnesverwirrten Dämon als er in das pechschwarze Wasser sprang und die Wellen über seinem Kopf zusammen schlugen. Er sank in die düstere Tiefe, viel schneller als er eigentlich hätte sinken dürfen. Es fühlte sich an, als ob ein unsichtbarer Sog ihn hinab zum Grund des Sees zog. Was war es, was ihn dort unten erwarten würde? Die merkwürdigen Flötenklänge, die er soeben noch gehört hatte, waren verklungen. Stattdessen hatte sich die melancholische Melodie in seinen Gedanken festgebrannt. Sie wiederholte sich immer und immer wieder, vernebelte seinen Geist und ließ keinerlei klare Gedanken zu. Kleine, funkelnde Luftbläschen perlten über seine Lippen und stiegen empor. Seine Lungen begannen langsam aber sicher zu brennen, sein Körper brauchte Luft zum Atmen, Luft um zu leben. Er hate keine Kiemen, so wie Nimue welche besaß. Er war ein Dämon, ein mächtiger Eisdämon, doch aus dieser ausweglosen Situation, konnte er sich nicht von selbst befreien. Plötzlich huschte ein schwarzer Schatten an ihm vorbei und zierliche Hände griffen nach seinem Körper. Im ersten Augenblick wehrte sich Xarr, da er vermutete etwas wollte ihn weiter hinab in die Tiefe ziehen. Dann spürte er jedoch, dass sich schlanke Arme um seine Brust legten, um ihn auf dem Weg an die Oberfläche zu geleiten. Mit letzter Kraft kroch er letzten Endes ans Ufer und brach dort zusammen. Ein spitzer Schrei erklang, einige Worte die Xarr nicht richtig verstand, wurden gemurmelt. Seine Glieder fühlten sich so schwer an, seine Gedanken waren noch immer wirr. Sollte er einfach die Augen geschlossen halten und seinen Frieden finden?

Drei kräftige Schläge auf seinen Rücken, gefolgt von Lippen, die sich auf die Seinen legten… Träumte oder wachte er? Ein plötzliches Schütteln, gefolgt von einem Würgen und ein großer Schwall Wasser wurde aus seinem Körper gepumpt. Gerade als er dachte, das Schlimmste hätte er überstanden, wiederholte sich der gesamte Vorgang. Prustend stützte sich der Dämon auf und füllte seine brennenden Lungen mit Luft. Dann ließ er sich erschöpft sinken, drehte sich auf den Rücken und rieb sich mit den Handrücken die Augen.
„Was… Was ist passiert?“, fragte er mit kratziger Stimme und räusperte sich um gegen den Kloß in seinem Hals anzukämpfen. Die Umrisse seiner Gefährten waren unscharf, er konnte nur leicht verschwommen sehen. Wieder rieb sich Xarrbraxas über die Augen. Er war es nicht gewohnt sich hilflos und schwach zu fühlen. Erneut versuchte er sich aufzurichten, kam dabei aber nur leicht schwankend auf die Beine. „Huch…“, murmelte er leise und griff nach der nächstbesten Schulter um dort Halt zu finden. „Es geht gleich wieder… wirklich…“, stammelte er und griff sich mit der freien Hand an die schmerzende Kehle. Was war nur mit ihm geschehen? Hatte man einen Zauber auf ihn gewirkt? Lebte ein Geist dort um Grund des Sees, der ihn in sein Verderben locken wollte? Seine Schritte wurden nach und nach wieder sicherer, als der Dämon langsam aber sicher sein Gleichgewicht wieder fand. „Wir sollten hier verschwinden… Dieser Ort… Er ist mir unheimlich…“, sagte er ernst und fast mochte es sogar ein wenig ängstlich klingen.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Mi, 01. Mai 2019 7:24

Nimue kannte die unter Wasser herrschende Dunkelheit, doch diese war nahezu schrecklich schön. Man umgab und wiegte sich in ihr, wurde umschmeichelt und so bewegte sich die Lyr auch.
Graziel und gekonnt schwamm die Lyr bis zum Grund hinab, sandig und von einzelnden Pflanzen bewachsen, waren die hier lebenden Bewohner eher harmloser Natur. Soweit sie das gerade beurteilen konnte. Man wusste nie was sich in den weiteren Schatten versteckt haben konnte.

Obwohl die Neugierde ob dem See groß war und sie gerne jeden Winkel erkundet hätte, sie ließ die Meeresaugen umherhuschen. Verdammt !! Xarr konnte doch nicht einfach verschwunden sein ? Sie murrte, das wäre ja noch schöner. Gab es hier etwas das ihn angelockt hatte ? Nimue überlegte ob es noch weitere Wesen gab, die unbarmherzig ihre Opfer ertränkten. Sie konzentrierte sich auf ihr Gefühl und lauschte, es war Panik und noch etwas anderes…dunkles und altes zu fühlen.

Sie wurde langsam nervös, Menschen und Elfen eigentlich egal welcher Art und Rasse, ohne Kiemen würde er ertrinken und dieser Gedanke schnürte Nimue irgendwie die Kehle zu. Sie schwamm schneller, immer wieder um sich blickend.
Es waren kleine Perlen…Luft die entweichend nach oben stieg und sie legte die Hände an den Körper um schneller zu sein, dann erblickte sie den hinab sinkenden Körper.
Für einen Moment runzelte sie die Stirn, etwas stimmte hier nicht wirklich. Körper sanken nicht so schnell, sie blickte hinter sich, drehte sich einmal im Kreis doch sie sah nichts und niemanden. Allerdings spürte sie wieder etwas neues,ein grollen und beben? Das Wasser transportierte die Erschütterung fein und in Wellen.

War das ein Erdbeben? Oder gehörte das mit zu den seltsamen Ereignissen ? Xarr fuchtelte mit den Händen wild und ungestüm um sich, die Lyr knurrte ungehalten um endlich hinter den hohen Elfen zu kommen. Sie umschlang ihn einen Moment damit er aufhörte zu zappeln. In der Tat schien er zu merken, das sie ihn hinauf zog….
Die Oberfläche durchbrechend, kroch der Dämon auf allen vieren ans Ufer.
Nimue blickte einen Moment jedoch wieder zurück zum Wasser und sah verwirrt aus. Sie war sich sicher etwas hatte dort unten, als sie Xarr nach oben half, geglitzert ? So als ob es den Hinweis geben würde…nimm mich mit ? Selbst wieder ans Ufer kommend, rief Nimue nach dem Elvoin " Eoooo ", ob er sie hören würde ?

Xarr bewegte sich nicht und vor sich hin brummend und somit die Nervosität und Furcht überspielend, drehte Nimue den Eiselfen.
Nicht nur das sie ihm das Wasser herausklopfen wollte, er brauchte auch lebenden Atem. So öffnete sie seine Lippen ein Stück und befüllte seine Lungen. Zweimal musste sie ihn beatmen, bis er endlich hustend und Wasser würgend wieder zu sich kam.
Nimue strich sich eine Haarsträhne zurück und sah gen See, antwortete aber dem Dämonen " ich bin mir nicht sicher, aber du bist einfach gegangen, sagtest etwas von Melodie", sie merkte das Eo derweil auch zu ihnen gefunden hatte und etwas verwirrt das Geschehende musterte.

Für jeden gab es etwas das ihn tatsächlich wehrlos und verletztlich macht. Ein zu tiefst weicher Blick huschte zum Krieger während dieser versuchte sich aufzurichten und in Richtung aufgeschlagenes Lager zu kommen. Er strauchelte war noch nicht ganz bei Sinnen. Nimue stand allerdings noch immer am See, mit den Füßen im Nass und ….etwas ließ sie nicht gehen…rief sie zurück ins Wasser.
" Ich muss zurück " wisperte die Lyr, wie benebelt und mit einer guten Portion Neugierde. Die Gefahr ignorierte sie, denn vielleicht lauerte jene ja nicht im See selbst ? Ohne das Xarr oder auch Eo etwas tun konnten, war die Lyr auch schon wieder im Wasser. Ein leises rauschen und ein säuseln drang an ihr Ohr. Sie war sich ziemlich sicher das nur sie das hören konnte, doch es musste doch einen Grund geben. Zielgerichtet und mit flinken Bewegungen, suchte Nimue jenes das sie am Grund gesehen hatte. Es rief sie nahezu wurde lauter und flehte schon fast gefunden zu werden.

Einige Wasserpflanzen wuchsen in einem leichten Kreis, Stein und einige Muscheln wild durcheinander jedoch war in der Mitte irgendwie ein kleiner Hügel. Sicher nicht auf natürliche Art entstanden und genau in diesem Hügel funkelte es. Nimue griff danach und erschrack als sie eine knochige Hand in den eigenen Fingern hielt. Die Lippen öffneten sich zu einem Schrei, der stumm und doch hörbar war. Instinktiv schüttelte sie diese und ließ sie fallen. Aber den Ring der an einem der Finger war den nahm sie mit. Hastig entfernte sie sich von dem Fundort …sie wollte zu den Anderen.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Mi, 01. Mai 2019 11:48

Das Geräusch aufwirbelnden Wassers, wie auch das darauf folgende laute Rufen nach ihm, ließen den Elvoin das Ritual, kaum das er es recht begonnen hatte, schon wieder unterbrechen. Nimue und Xarrbraxas hatten sich beide – seit er erwacht war – offensichtlich im See befunden! Hatte der Narr etwa ernstlich angenommen unter Wasser atmen zu können, nur weil die Lyr an seiner Seite war? Wohl kaum! Auch hätte Nimue das mit Sicherheit nicht zugelassen. Als sie sich über den Bewusstlosen beugte, ihm das Wasser aus den Lungen trieb und anschließend beatmete, erkannte Eo erst, wie ernst es wirklich um Xarrbraxas bestellt gewesen war. [/i]„Was… Was ist passiert?“ "ich bin mir nicht sicher, aber du bist einfach gegangen, sagtest etwas von Melodie" Zum ersten Mal äußerlich auch aus der Fassung geratend, blickte Eo regelrecht konsterniert von Nimue zu Xarrbraxas. „Melodie? Du kannst Drachenerbin Flöte nicht gehört haben? Du – du bist Magier! Und Magier beherrschen nur Elemente, nicht Leben!?“ Nein, Xarrbraxas konnte die Melodie nicht gehört haben! Das war schlicht unmöglich! Dass Naturmagie mehr war, als bloß in den Köpfen Anderer vorging, dass sie reale Auswirkungen auf die reale Welt haben mochte … das hatte sich dem Elvoin, mangels Kontakten zu Naturmagiern, gleich welcher Art, bis heute nicht erschlossen. Dass Nimue ins Wasser zurück ging, kaum das Eo sich des – ja war Xarr etwa doch ein Dämon, beherrschten Dämonen die Natur- und die Elementarmagie gleichermaßen? – beinahe Ertrunkenen zuwandte, er bekam es kaum mit. Und als er ihr hinterher rief, sie möge doch nach einem goldenen Ring und einer elfenbeinernen Flöte auch suchen … hörte sie ihn vermutlich schon längst nicht mehr.

„Sch, nicht die Augen schließen. Wach bleiben heißt Aufgabe! Steh auf – hier ich helfe. Lass uns zum Feue- AUTSCHT VERDAMMT! … nach draußen dann halt gehen.“ Ein brennender Schmerz war Eo durch den Arm gefahren, an dem Xarrbraxas sich festgehalten hatte und dessen Griff sich, ob der Erwähnung des nahen Feuers, hart in seinen Unterarm gegraben hatte. Doch der Schmerz verebbte rasch wieder – oder machte einer betäubenden Kälte vielmehr Platz. Als Eo Xarrs Griff um seinen Arm draußen vor der Höhle löste, schien die Haut darunter wie verbrannt, war gerötet und schien Blasen zu bilden. Seufzend kümmerte sich Eo um den … Dämon, wie auch er langsam zu glauben begann, hielt ihn wach und versuchte ich zugleich zu beruhigen. Denn wenn stimmte, was der Wirt ihm über Dämonen berichtet hatte, wäre es besser, Xarrbraxas Sorgen möglichst rasch zu zerstreuen. „Sch – Nimue noch mal ins Wasser. Ist ihr Element, da drinnen. Kann schon auf sich aufpassen. Du mir machst mehr Sorgen. Hey, wach bleiben, hörst du? Mach Augen auf HEY!“ Eo war kurz davor den wieder wegzudämmern scheinenden Xarr mit einer gepfefferten Ohrfeige zurückzuholen, als er sich gerade noch rechtzeitig der Mahnung des Wirtes sich erinnerte, den Dämon ja nie zu überraschen oder über Gebühr zu reizen. Trotz der leisen Zweifel und der damit einhergehenden Hoffnung, die naturmagisch anmutende Fähigkeit die tote Drachenerbin spielen hören zu können, möge doch weniger in dem dämonischen Naturell Xarrs liegen, denn vielmehr irgendeine andere ihm, Eo, noch unbekannten obstrusen Erklärung, wollte der Elvoin die Behauptung des Wirtes über das Wesen Xarrs nun doch nicht gerade hier und auf diese Weise prüfen. Und zum Glück öffnete der Dämon ob des Rufes die Augen rasch wieder.

Ein lautes Platschen brachte Eos und Xarrs Aufmerksamkeit wieder auf den See zurück. Beide eilten zu dem See und mithin die Höhle zurück und sahen Nimue, hastiger als es Eo gerade verständlich schien, aus dem Wasser steigen, einen goldenen Ring mit roten Intarsien darin haltend. Sowohl Nimue als auch Xarrbraxas schienen sich in der Höhle plötzlich nicht mehr wohl zu fühlen und wenn Eo ehrlich mit sich selbst war, ging es ihm nicht wirklich anders. Dennoch bestand er darauf, es Nimue und Xarr gleichzutun und auch nochmals in das dunkle Nass hinab zu steigen. Nimue hielt ihn zuerst fest, schien einen unheimlichen Zwang zu vermuten, der nun auch ihn erfasst habe. Eo aber lächelte nur, „Was geschehen soll geschieht. Ruhig, Asz'dara ist mit mir!“ und deutete auf die Seemitte, wo die stumme Flötenspielerin wieder auf den Wassern stand und dem Elvoin, dieses Mal mit einem aufmunternden Nicken, die bisher quer zu ihren Lippen gehaltene kleine Flöte entgegenstreckte. „Will nur noch schnell Flöte mitnehmen. Ist Asz'daras Wille!“ Als die Lyr verständnislos noch ihren Blick seiner ausgestreckten Hand folgt, schwimmt plötzlich etwas Tang empor, dessen mit Luftblasen gefüllte Stränge zuvor noch am Grund des Sees verwachsen, leise in der Strömung geschwungen waren. Vermutlich hatte Nimue etwas davon in ihrer Hast, möglichst rasch von den Gebeinen fortzukommen, losgerissen, derweil die mit Luftkammern versehenen Gewächse bis eben gerade gebraucht hatten, die Oberfläche auch noch zu erreichen. Erst als Eo nochmals bekräftigte in keinem anderen Willen, denn vielleicht Asz‘daras, zu handeln, ließ Nimue ihn dann endlich doch noch ziehen. Mit kräftigen Bewegungen schwamm Eo zu dem nun auf dem Wasser dümpelnden Tang und je näher er kam, desto mehr verblasste die rotharige Frau vor ihm. Und doch jagte ihm ihr grimmiges Lächeln ihm einen regelrechten Schauder über den Körper. Nein, auch er wollte lieber jetzt als gleich diesen unheimlichen Ort wieder verlassen. Und doch…

Vorsichtig befreite Eo die in den Tangsträngen verflochtene Flöte, worauf die Algen wieder nach unten sanken. Sich kurz wundernd, warum die Algen, von der Last der Flöte befreit, plötzlich untergingen, wo sie zuvor doch mit der in ihnen verstrickt gewesen seienden Flöte doch noch emporgestiegen waren, setzte Eo das Instrument sich an die Lippen und ein geisterhaft hoher, wenn auch hohler Klang entrang sich dem Instrument. Erschrocken ob des unheimlichen Lautes, vergaß Eo einen Moment lang glatt das Wassertreten, ging unter, verlor beinahe die Flöte und taucht wenige Augenblicke später dann aber auch schon wieder prustend und hustend, aber unversehrt wieder auf und schwamm nun, so schnell ihn seine kräftigen Arme nur voranzutreiben vermochten, kraulend zum Ufer, wo die anderen beiden ihn schließlich im Empfang nahmen. „Wir hier nicht länger willkommen, lasst uns gehen!“ mit diesen Worten eilte Eo zum Feuer, deckte dieses eilig mit Sand zu, griff sich seine Tasche und eilte gen Ausgang der Höhle.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Mi, 01. Mai 2019 14:42


Der Dämon konnte nicht recht ausmachen, wer es da genau war, der sich um ihn kümmerte. Waren es Nimues zarte Hände oder die Klauen des Elvoin? Er fühlte sich immer noch schwach und war etwas wackelig auf den Beinen. Er hielt sich an etwas fest und die Erwähnung des Wortes ‚Feuer‘ löste tief in ihm eine verborgene Angst aus. Kälte strömte durch seine Adern und verließ über den Kontakt mit der Haut des Dämons dessen Körper. Es war kein kontrollierter Einsatz seiner Magie, viel mehr ein nicht geplanter Ausbruch seiner unbändigen Macht. Der Eisdämon in ihm rebellierte, wollte die Kontrolle übernehmen und Tod und Verderben über jeden bringen, der sich ihm in den Weg stellte. Ein leises Knurren kam über die blauen Lippen des Dämons, als dieser die eisigen Augen erneut aufschlug. Dieses Mal konnte er klarer sehen und blickte direkt in das mittlerweile vertraute Gesicht des Elvoin. Xarrs Gesichtszüge mussten angespannt sein, sein Blick gequält, denn Eo konnte nicht wissen, welch inneren Kampf er in diesem Moment auszutragen hatte. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und seine Muskeln spannten sich. Plötzlich verschwand Eo aus seinem Blickfeld. War der verrückte Waldschrat tatsächlich in diesen vermaledeiten See gesprungen? Sie sollten hier verschwinden, dies war kein Ort zum Verweilen! Xarrbraxas, der langsam wieder Herr seiner Sinne war, griff nun nach dem Arm der Lyr.
„Komm Nimue, machen wir, dass wir hier verschwinden…“, sprach er leise und blickte zu Eo zurück, während sie sich in Bewegung setzen. Er würde ihnen schon folgen, ganz gewiss. Xarr hatte jedenfalls nicht vor noch einmal auch nur einen kleinen Zeh in dieses verfluchte Wasser zu setzen.

Die Luft außerhalb der Höhle war frisch und klar. Wie aus einem plötzlichen Impuls heraus schloss Xarr den zarten Körper Nimues in seine starken Arme.
„Geht es dir gut?“, fragte er leise, ja fast schon schüchtern. „Ich kann mir nicht erklären was da gerade geschehen ist. Aber genau genommen… Möchte ich es vielleicht auch gar nicht wissen.“, fügte er nun an Eo und die Lyr gewandt hinzu. Er ließ den Blick seiner eisblauen Iriden durch die schmale Klamm wandern und wog erneut ihre Möglichkeiten ab. Konnten sie es wagen diesen Weg zu nehmen? Für seinen Geschmack hatten die Höhle und der sich darin befindende See bereits genug Unglück über sie gebracht. Dann blickte er den Weg hinauf den sie zuvor gekommen waren, noch immer lag ein merkwürdiger Nebel über ihren Köpfen. „Wenn es nach mir geht, habe ich genug von dieser Klamm. Lasst uns umkehren und einen anderen Weg suchen. Wir haben keine Eile, wieso sollten wir das Wagnis eingehen?“. Er schaute Nimue und Eo fragend an, war neugierig auf ihre Reaktion und ob sie sich seiner Entscheidung anschließen wollten. Xarr war gewiss kein ängstlicher Mann und hoffte, dass seine Gefährten seine Ansicht nicht falsch interpretieren würden. Die Erfahrung im See, seine Hilflosigkeit und die gezeigte Schwäche waren ihm peinlich, besonders vor Nimue. Was würde sie nun wohl über ihn denken? Plötzlich schob sich ein anderer Gedanke in den Vordergrund und er erinnerte sich an die Situation, aus der er aufgrund des Flötenspiels gerissen wurde. Dies wäre die perfekte Gelegenheit gewesen sich mit der Lyr zu vereinen… Ein leises Seufzen kam über seine Lippen und Sehnsucht legte sich in seinen Blick.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Sa, 04. Mai 2019 13:40

Noch während Nimue in Richtung des Ufers schwamm, wirbelten die Gedanken in ihrem Kopf, verwogen und teils wirklich sogar sehr verschroben. Den Ring in ihrer Hand fest umklammernd, hatte sie das Gefühl nicht wirklich alleine zu sein.
Oder bildete sie sich das nur ein ? Seit sie Xarr nachgelaufen war in die Höhle und den See hatte sie ein mulmiges Gefühl und das der Eiskrieger beinah ertrunken wäre machte es nicht besser.
Sie hoffte inständig das es ihm schon besser ginge, errötete aber auch gleichzeitig ein wenig als ohne ersichtlichen Grund ihre Gedanken an die eben noch herrschende Nähe und Zweisamkeit zwischen ihnen. Leicht blinzelte die Lyr, sah über die Schulter prüfend zurück. War das etwas ? Sie spürte den Ring in ihrer Hand, schwer und irgendwie warm. Nach einigen schwimmbewegungen wurde das Wasser seichter und die Lyr richtete sich auf, glitzernd die Tropfen auf ihrem gesättigeten blauen Körper. Jedoch von etwas oder jemandem getrieben, waren die Schritte aus dem dunklen See schneller als gewöhnlich und schon sah sie Eo und auch Xarr zurück in ihre Richtung laufen.

Die schlanken Finger gaben den seltsamen Ring preis und Eo besah jenen für eine Moment, doch dann schickte er sich an selbst in den See zu steigen. Nimue raunte überrascht und blickte unverständlich zu dem Elovin " Nicht…etwas altes ist hier…ich spüre es", sie spürte aber auch das Eo das tun musste, es war der Wille der Göttin.
Kräftiger als man glauben mochte hielt sie ihn am Arm fest und seufzte ob den Beteuerungen Eo´s. Sie hatte Angst das er ertrinken könnte oder das ihn etwas festhielt und sie selbst machtlos war ihm zu helfen.
Es dauerte einen Moment ehe sie Eo losließ und gleichzeitig der Eiskrieger zu ihnen kam. Nimue blickte zwischen dem in den See watenden Elovin und dem hohen Elfen hin und her. Sie seufzte und für einen Moment gingen die Hände zu ihrem Hals, sie hatte ein beklemmendes Gefühl und rang einen Moment nach Luft.

Sie musterte Xarr der auf sie zukam und nach ihrem Arm griff, doch zuvor waren es ihre Hände die sich an seine Wangen legten und sie ihn genau ansah " Wie geht es dir ?" war die einfache Frage die sie ihm leise stellte. Sie sah über die Schulter zurück zum See und erkannte Eo wie er auf der Stelle schwamm und etwas in den Händen hielt.
Xarr führte sie hinaus aus der Höhle und plötzlich zog er sie zu sich, schloß sie in seine Arme und sie spürte seine kühlen Atem an ihrem Haupt. Vorsichtig umschlang sie den Elfen und schloß eine Moment die seltsamen Augen, ehe sie ihm sacht antworten konnte " Es geht mir Gut", murmelte sie zaghaft und verschluckte die anderen Worte. Sie wollte nicht das sie in seinen Augen seltsam wirkte, wenn sie ihm sagte da sie Angst um ihn hatte. Ein leichtes kichern erklomm allerdings auch die Lippen, denn sie hatten sich gegenseitig die gleiche Frage gestellt.

" es ist etwas altes …sehr alt und ich spüre es, jedoch kann ich dir nicht sagen was ich da spüre. Schwer die passenden Worte zu finden", fuhr sie weiter fort und blickte Eo an, der aus der Höhle zu ihnen kam.
Nimue löste sich von Xarr und schritt einige Schritte voraus in die Klamm und sah sich um " du hast recht…ich bin zwar müde und könnte glatt einschlafen, aber hier möchte ich nicht bleiben…nicht das nochmals jemand von euch ohne mich versucht zu tauchen", sie zwinkerte schelmisch mit dem linken Auge und sah die Zwei wieder an.
Jedoch wurde ihr Blick bei Xarr wieder weich und sie sah ihn gewiss nicht mit anderen Augen. Nein, warum sollte sie ? Er unterlag einem Zauber oder einer anderen Macht als er in den See ging…

Schließlich sah sie gen Eo, fragend und unschlüssig, jedoch fest entschlossen hier nicht zu bleiben.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Di, 07. Mai 2019 19:14

„Wenn es nach mir geht, habe ich genug von dieser Klamm. Lasst uns umkehren und einen anderen Weg suchen. Wir haben keine Eile, wieso sollten wir das Wagnis eingehen?“, scholl es Eo entgegen, noch ehe er seine eigenen Gedanken hierzu zum Besten geben konnte. Obgleich er sich indes innerlich schon auf eine Diskussion, wenigstens doch mit der den ganzen Tag an Land sich bewegt habenden Lyr vorbereitet hatte, stimmte diese, noch ehe er seine Gegenargumente parat hatte, gleichfalls zu, bestärkte seine eigene Wahrnehmung gar noch mit einem "es ist etwas altes …sehr alt und ich spüre es, jedoch kann ich dir nicht sagen was ich da spüre. Schwer die passenden Worte zu finden", um an Xarrbraxas gewandt auch diesem nochmals beipflichtend zu bekräftigen, um nichts in der Welt noch länger zu bleiben und so doch noch einen ihrer Reisegefährten zu verlieren. Die Art wie sie bei diesen Worten einzig für den Dämon Augen zu haben schien, brachte dann doch noch ein kleines Lächeln auf des Elvoin Züge, das aber – ob der gegenwärtigen Lage – beinahe augenblicklich wieder zerstob! „Dann schnell aufbrechen, bevor die Nacht letztes Licht von Dämmerung verschlingt und wir ohne zu sehen in Steilwand feststecken.“ Mit diesen Worten und fest dazu entschlossen, die Klamm zu verlassen und möglichst niemals wieder hierher zurückzukehren, wandte sich Eo also um und folgte dem zuvor in anderer Richtung beschrittenen Weg zurück zur Steilwand. Doch wo vorher noch in aller Deutlichkeit Tritte und Steige in der Steilwand bis ganz nach oben führten, war nun … „Ah, 'tschuldigung, falsche Stelle! Hier … äh, nein hier … oder da … ?“

Erst war es Belustigung, ob der scheinbaren Orientierungslosigkeit des Elvoin, die die Stimmung beherrschte. Dann das Bestreben den Weg dann halt selbst zu finden, wenn des alten Mannes Augen in der anbrechenden Dunkelheit scheinbar so gar nichts fanden. Dann folgte eine Phase der Verunsicherung, in der nun alle und bar allen Spaßes mit mal um mal mehr Bestürzung an den Tag legten, als der Aufstieg partout nicht vor ihren suchenden Augen und tastenden Händen sich zeigen mochte. Zuletzt dann hagelte es zornige Worte und da es nun einmal Eo gewesen war, der diesen Weg zu nehmen vorgeschlagen hatte, war es selbst diesem Verständlich, das er nun um Zentrum der Verärgerung war. Doch statt selbst nun auch aufzubrausen, statt sich zu verteidigen oder die Anderen wechselseitig etwa nun der Schuldigkeit an diesem Unglück zu bezichtigen, wartete der Elvoin, bis die – nur zu verständliche – Aufregung (gerade Mangels seines ebenso hitzigen Vetos) schließlich rasch doch wieder verebbte. Erst als es einen Augenblick lang wieder still wurde, suchende Blicke die immer stärker werdende Dunkelheit der hereinbrechenden Nacht doch noch nach verräterischen Hinweisen der verschwunden scheinenden Steige durchforsteten, sprach Eo wieder. „Weg zurück, warum auch immer – weg! Hier bleiben, bei der Höhle ist … nicht gut. Besser, wir gehen Schlucht weiter runter. Vielleicht ist da ja doch noch ein Weg zurück nach oben. Einzig hierzubleiben, so nahe bei Höhle … will ich nicht länger. Was also tun?“ Keine Spur von Verzweifeung war des Elvoin Stimme anzumerken. Ruhig und besonnen, soweit ein Elvoin den Ohren andere Völker überhaupt je ruhig und besonnen scheinen mag, vielmehr hatte er seine Gedanken mitgeteilt und warte darauf, was nun als Nächstes folgen mochte. Doch wenn es nach ihm ging, war der Weg voraus fest gezeichnet. Und als wollte Asz'dara ihm darin beipflichten, stahl sich just in dem Moment, da er den Blick fest entschlossen die Schlucht hinab wandte ein heller Strahl des aufgegangenen Mondes über den Rand der oberen Schluchtwand und ließ den neben dem Wasserlauf einhergehenden Pfad einladend in der sie ansonsten inzwischen umgebenden Dunkelheit erstrahlen.



Nachdenklich hockte Devór auf einem kleinen natürlichen Felsvorsprung, den Blicken der Reisenden dort drunten durch eben diesen entzogen. Ein alter Wilde aus dem Sumpf, eine Fischfrau und ein Nachkomme des missratenen Experiments … und als wäre dieses für sich genommen nicht schon skurril genug, hatte SIE offenkundig auf eben jene reagiert, sich seit – waren es inzwischen schon drei Jahre? – Ewigkeiten auf jeden Fall erstmals wieder geregt. Während die Reisenden, von dem Waldschrat angeführt zu dem Abstieg gingen, erst verdattert ob der nun fehlenden Steigen nach oben reagierten, alsbald lauthals ihre Stimmen erhoben und sich dann – vergeblich natürlich – nach einer anderen denkbaren Aufstiegsmöglichkeit umschauten, schrieb Devór in aller Seelenruhe seine Nachricht zu Ende.
Haben Besuch erhalten:

Eine junge Lyr, ein Dämon – Eis vermutlich – und ein alter Elvoin. Hab, nicht nur des Dämons wegen, die Steige hinter ihnen geschlossen. SIE hat sich wieder geregt!

Empfehle den Reisenden, wenn sie es denn lebend bis zur Feste hinter dem Wasserfall überhaupt schaffen, einen freundlichen Empfang zu bereiten. Mit etwas Glück können sie ja für uns das Problem mit IHR lösen. Danach kann man ja dann immer noch …

Schickt Ferfeall zu mir, und vielleicht auch noch Meaw, wenn sie mag. Wenn SIE wieder aktiv ist, braucht es mindestens zwei Kinder der Magie an diesem Ende der Schlucht!

Werde mich in IHRE Krypta zurückbegeben, sobald die Reisenden den Weg zur Feste angetreten haben, wieder außer Sicht sind und dort dann warten.

Slán
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Fr, 10. Mai 2019 14:05


Xarrbraxas nickte zustimmend, als Eo den Entschluss fasste, sofort aufzubrechen. Er griff zaghaft nach Nimues Hand und folgte dem Elvoin zu dem Aufstieg, den sie früher am Abend noch in umgekehrter Richtung hinab gestiegen waren. Ein freches Grinsen breitete sich auf den Lippen des Dämons aus, als der alte Waldschrat nicht in der Lage schien, den richtigen Weg zu finden.
„Lass mich dir helfen alter Mann…“, feixte er anschließend und nach einem letzten Blick gen Nimue, nahm auch er die Suche auf. Doch auch gemeinsam waren sie nicht in der Lage den Aufstieg zu finden. Xarrbraxas runzelte unzufrieden die Stirn. „Der Weg MUSS doch hier irgendwo sein!“, schimpfte er vor sich hin und trat frustriert gegen einen größeren Stein, der rollend davon sprang. Letzten Endes gab der Dämon auf und setzte sich auf einen Felsen, den Kopf schwer auf die Fäuste gestützt. „Ich gebe Eo Recht. Der Weg ist fort und hier bleiben ist keine Alternative… Also lasst uns einfach aufbrechen. Je früher wir hier weg kommen, umso besser.“, erklang seine Stimme müde und abgeschlagen. Dann blickte er auf und sein Blick wurde ein wenig weicher. „Hast du noch genügend Kraft um weiter zu gehen? Vielleicht kannst du auch einfach neben uns her schwimmen?“, fragte er voller Sorge an die Lyr gewandt. Sie war ein Geschöpf des Wassers und sie waren bereits den ganzen Tag auf den Beinen. Konnte man ihr zumuten auch jetzt noch weiter zu gehen? Gewiss wollte er schleunigst diesen unheilvollen Ort verlassen, doch wollte er nicht Nimues Gesundheit um jeden Preis aufs Spiel setzen.

Der Nebel hatte sich verzogen und das Mondlicht deutete den Gefährten verlockend den Weg durch die Klamm zu nehmen. Wären die vorhergehenden Geschehnisse nicht so verstörend gewesen, hätte man die Kulisse beinahe als romantisch bezeichnen können. Ein murmelndes Bachbett, die Sterne funkelten hoch über ihren Köpfen am Horizont und der Mond strahlte in einem silbernen Glanz. Doch Xarrbraxas wollte einfach nur fort von diesem Ort.
„Dann mal los…“, murmelte der Dämon und setzte sich zügigen Schrittes in Bewegung. Er hatte die ganze Zeit über das merkwürdige Gefühl gehabt, beobachtet zu werden, doch seine eisblauen Iriden hatten niemanden entdecken können. War es vielleicht die Frau aus dem See gewesen? Würde sie ihnen folgen? Ein kalter Schauer jagte ihm bei diesem Gedanken über den Rücken, doch er hielt es für besser seine Bedenken für sich zu behalten. Das Trio kam rasch voran, offensichtlich hatte selbst Eo es eilig die Höhle möglichst schnell hinter sich zu lassen. Der kleine Trampelpfad neben dem Bachlauf war schmal, beinahe schon zu eng, um auch nur zu zweit nebeneinander her zu gehen. Aus diesem Grunde und vielleicht auch, weil Xarr sich für das Geschehene verantwortlich fühlte, bildete er nun selbst die Nachhut. Er hatte sich von seinem Abenteuer im See rasch erholt, vielleicht auch deutlich schneller, als man es für einen Elfen für angemessen empfinden mochte. Er hielt kurz inne und blickte zurück, doch hinter ihnen schien sich alles ruhig zu verhalten. Nichts Besonderes erweckte dort seine Aufmerksamkeit, daher drehte er sich um und folgte seinen Gefährten, während die Steilwände der Klamm immer bedrohlicher über ihren Köpfen aufragten. Doch an dieser Stelle gab es wohl kein Zurück mehr.

Sie waren weit gekommen und nagende Müdigkeit zerrte an ihrer aller Nerven. Sie hatten nicht viel gesprochen, was gab es auch in diesem Moment zu bereden? Die Mienen waren ernst, die Blicke streng gerade aus gerichtet. Ein entferntes, aber durchaus tosendes Geräusch erweckte plötzlich die Aufmerksamkeit des Dämons.
„Könnt ihr das auch hören?“, fragte Xarrbraxas deutlich verunsichert vor lauter Angst, dass er sich erneut etwas einbildete. „Das klingt wie… wie ein Wasserfall! Nimue, kannst du es vielleicht spüren?“, wollte er von der Lyr wissen und stellte anschließend selbst fest, dass die Strömung des kleinen Bachlaufes doch merklich zugenommen hatte. Der kleine Pfad, dem sie die halbe Nacht lang gefolgt waren, wurde nach und nach schmäler und war nach einer erneuten Biegung fast gänzlich verschwunden. Nur einige große Felsen waren noch hoch genug, sodass deren Spitzen aus dem strömenden Wasser ragten. Nun mehr springend denn gehend, setzte der Dämon mit seinen langen Beinen an seinen Gefährten vorbei. „Seht euch DAS einmal an…“, flüsterte er ehrfürchtig und blickte auf einen großen Wasserfall, der sich in funkelnden Strömen von einer Felswand hinab in die Klamm ergoss. Das Tosen des Wassers wurde zunehmend lauter, je näher sie dem Naturspektakel kamen und letzten Endes standen sie vor einer Sackgasse. Der Pfad war endgültig versiegt, von einem Aufstieg war im ersten Augenblick nichts zu sehen. „So und was nun?“, fragte Xarr ratlos und sah erst die Lyr und dann den Elvoin an. „Hat einer von euch eine Idee, wie wir aus diesem Schlamassel wieder heraus kommen?“, sprach er laut aus, was er dachte. Er selbst wusste in diesem Augenblick keinen Rat.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Sa, 18. Mai 2019 7:02

Der Entschluss war also gefasst, sie würden die Klamm verlassen und dies so schnell als möglich. Nimues Blick huschte ein letztes Mal in die gähnende Dunkelheit des Höhleneingangs und erneut schauderte die Lyr und die feinen Schuppen auf ihrer Haut stellten sich leicht.
Was auch immer in dieser Höhle hauste, lebte oder auch gelebt hatte es war aus vergangener Zeit und Nimue hatte nicht das Bedürfnis sich oder einen ihrer Reisegefährten an eben dieses uralte zu verlieren.

In den letzten Minuten des Tages und der fortschreitenden Dämmerung und dem damit langsamen aufsteigen des Mondes, veränderte sich etwas in Nimue selbst.
Keiner der Beiden würde es gleich merken, denn sie versuchte ihren Drang dem Mond nah zu sein zu bändigen aber lange würde sie dies nicht schaffen.
Sie waren den gleichen Weg zurückgelaufen wie sie herkamen und doch fanden sie den Aufstieg nicht. Was im ersten Moment recht lustig schien, ob einem an der Steilwand hin und her laufenden Elovin gefolgt von einem hünenhaften Krieger.
Nimue lächelte sacht und die Mundwinkel hoben sich amüsiert, jedoch verlor sich dieses nach einigen Minuten des erfolglosen Suchens.
Die Wasserseele drehte den Kopf hier und da, spähte zurück in die Höhle und den Blick verengend suchte sie die Wände der Klamm ab, doch nichts sah sie. Das Licht schwand stetig und der Mond erhob sich zur bevorstehenden Nacht.
Wütend und ratlos schoss Xarr einen Stein davon und ließ sich auf einen Felsen fallen, die Tatsache das sie nicht hinaus kamen beunruhigte ihn mehr. Nimue spürte die innere Unruhe und Sorge. Ebenso Eo, der jedoch noch positive Hoffnung ausstrahlte auch wenn sie nicht gleich zu erblicken war.

Nimues Blick traf den des eisigen Elfen und sie lächelte weich, trat etwas näher an ihn heran und völlig unverhofft nahm sie des Kriegers Gesicht in ihre Hände, küsste ihn zart und drehte sich gen Bachlauf.
"Alles gut Xarr, ich bin müde ja das gebe ich zu, wirklich müde aber ich denke ich schaff das schon", sie grinste ein wenig und tauchte einen Fuß in das Wasser um wohlig aufzuraunen. " Wobei das Wasser wirklich verlockend ist, ein glucksendes Geräusch erklomm die Kehle und sie blinzelte verzückt. Die Strahlen des Mondes tauchten die Gegend in ein weiches Licht, umgaben ein jenes mit einem gewissen Zauber und Nimue hob den unsteten Blick der besonderen Augen.

Ab und an blähten sich die Nasenflügel auf und sie hob die Nase leicht an…schloss die Augen und roch. Sie brummte leise und wechselte ab und zu den Weg zum laufen. Sie wich nach rechts in den Bach und machte in jenem einige Schritte….spürte sie den Mond über sich und ließ die Finger durch das kühle Nass streichen. Sie sprachen kaum und Nimue spürte wie sie alle einfach nur müde wurden.
Sie wünschte sich ein Lager, etwas Schlaf und wieder auf dem schmalen Pfad laufend, stolperte die Lyr für einen Moment.
Nimue blickte mit schiefgelegtem Kopf zu Xarr und nickte " ich kann es riechen….ich spüre das prickeln und ich höre defintiv einen Wasserfall. " Sie wirkte müde und doch nervös und über Steine und Felsen kletternd auf einem der hohen Steine stehenbleibend blickte sie nicht weniger beeindruckt gen fallendem Wasser. Die Aussicht war herrlich und in gewisser Weise auch von einer verzauberten Wirkung. Der Mond tauchte alles in silbernes Licht, das Wasser die Bäume und auch die Lyr, deren Schuppen in jenem Licht zu glitzern schienen….sie hatte einen verträumten Gesichtsausdruck und sie löste die Augen nicht vom Mond. Auch nicht als sie auf Xarr´Worte zur Antwort gab " ja…aber fast jeder Wasserfall verbirgt etwas. Die einen einen Eingang in eine Höhle, andere sind wie eine Art Durchgang…vielleicht haben wir Glück ?" Sie senkte die Augen zu dem im Mondlicht stehenden Elfen und lächelte leicht. " wenn wir uns nochmals in eine Höhle wagen sollten", gab sie leise zu und die Hand zum Mund hebend, gähnte die Lyr leicht.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Sa, 18. Mai 2019 15:52

Müde und erschöpft schritt Eo vor den anderen beiden her den Pfad voraus. Zwar hatte er nicht wirklich die Führung zu übernehmen beabsichtgt, doch rasch festgestellt, dass derweil die Energie des Dämons, Magiers oder was auch immer zu dieser späten Stunde der seinen offenkundig noch überlegen war – der zugleich wiederum aber auch schlicht gerade zu neugierig schien, Eo an Tempo zu überbieten, und selbst die Lyr (deren Affinität zum Licht des nächtlichen Vollmondes dem Elvoin nicht bekannt war) schien mit einem Male energiegeladener, denn Eo selbst aber auch von den Wassern um sie her entsprechend abgelenkt – sodass dieser sich schließlich, die Vorhut übernehmend, an der Spitze dieser so ungleichen Reisegesellschaft wiederfand. Für das wundervolle Szenario voraus, ja auch nur für das wild gurgelnde Wasser zu deren Linken hatte Eo indes nicht den midesten Blick, vermochte es gerade einmal immer wieder voraus und nach und oben abzusichern, das ihnen zumindest keine Gefahr von dort etwa drohte. Erst als der Zauberkundige auf die Geräusche voraus hinwies und Nimue bestätigte, dass ihre Sinne ihr Gleiches verrieten, schrak Eo aus seinen Gedanken auf. „Wie? … Oh ja, natürlich! Ein Ausweg hinter der Wand aus fallendem Wasser.“ Eo fühlte sich an Gespräche mit seinen noch kleineren Kindern erinnert, als Nimue davon sprach, das hinter jedem Wasserfall ein Geheimnis stecke. Doch wo die Kinder ein solches tatsächlich ebenso glaubten, wie seine neckischen Geschichten von den sich des Nachts aus dem Sumpf erhebenden umherlaufenden und sprechen könnenden uralten und riesigen Bäumen, glaubte er bei der Lyr eher eine sie selbst beruhigende Selbsttäuschung zu erkennen. Denn von den vielen Wasserfällen, die er in seinem Leben schon erkundet hatte, hatten die Wenigsten irgendetwas Anderes, denn zwar überaus faszinierende aber nie irgendwohin führende Höhlungen oder Formationen verborgen – wenn denn überhaupt etwas anderes denn blanker Felsen bloß hinter den herabstürzenden Wassermassen gewesen war. Andererseits, war da dieser offensichtliche und wie in den Stein gehauen wirkende Pfad, der ja wohl kaum nur zum Wasserfall führte, diesen zu betrachten und dann wieder umzukehren und …

Dann plötzlich schien der Weg zuende und der Dämon sprang einige Felsen hinauf, vermochte jedoch auch dort nichts weiter zu entdecken. Eo, der nach wie vor nicht glauben mochte, dass das hier das Ende sein sollte blickte sich aufmerksam um, sah sich, den anderen gleich zwischen den Felsen um und verschwand plötzlich hinter einem Felsen, etwas den weg zurück. "Hierher!" ertönte es etwas hallen von hinter dem Stein her und als Nimue und Xarrbraxas gleichfalls hinter diesen auf den ersten Blick wie ein bloßer Vorsprung wirkenden Felsen traten, fanden sie dahinter eine steile Steige, die sie gut ein halbes Dutzend Meter empor beförderte, wo der Weg - von unten unsichtbar - sich hinter die Wand aus fallendem Wasser zu schieben schien. „Da vorne, seht! Geländer!“ Und tatsächlich: Wo der Elvoin bei der Frage nach der tatsächlichen Künstlichkeit des Weges zauderte und sich insgeheim nicht fragte, ob er sich nicht – Nimue gleich – einfach nur etwas einzureden versuchte, ihr Dilemma so hoffnungsvoller erscheinen zu lassen, konnte es keinen Zweifel an dem voraus und linkerhand des Weges angebrachten Handlaufes, respektive dessen nun eindeutig nicht der Natur alleine geschuldeten Vorhandenseins geben. Als sie alle drei, ob der Entdeckung weit wacher und rascher, sich dem, im tosenden Dunkel unter dem rauschenden Wasserfalls zuerst nur schwer erkenntlichen, Konstrukt näherten, erkannten sie auch rasch, warum an dieser Stelle ihres Weges und nirgends zuvor, eine Sicherung für hier Passierende in schmiedeeiserner Pracht in den Felsen geschlagen worden war. Denn obgleich der große Wasserfall über ihnen hinweg in die Tiefe sich stürzte, schoss hier doch auch ein kleiner aber – im warsten Wortsinne – mitreißender Nebenfall von rechts aus einer tiefen Spalte und direkt über den Weg in das tiefe Becken chaotisch wirbelnder Wassermassen, wie es unterhalb jeden Wasserfalls zu finden ist. Rasch entdeckten sie eiserne Ringe am glatten Handlauf, an denen sich Passierende wohl mit Seilen und Gurten gesichert noch weit verlässlicher vor einem Abgleiten in die wirbelnden Wassermassen unter dem donnernden Fall schützen konnten. Doch hatten sie drei keine Seile oder Sicherungsgurte zur Hand, sodass ihnen nichts anderes übrig blieb – so sie nicht unverrichteter Dinge wieder umkehren wollten zum zuletzt aufstiegslosen anderen Ende der Schlucht – denn einfach mit größtmöglicher Achtsamkeit die Querung des Nebenfalles zu wagen.

Kurz beratschlagten Sie, soweit dieses unter den donnernden Wassermassen überhaupt möglich war. Das Geländer bestärkte dabei nun auch noch Eos Überzeugung, das am Ende dieses Weges unmöglich nur ein unpassierbarer Wasserfall ihrer harrte und also stimmte auch er dafür, den Versuch zu wagen. Hier im Kalten und Nassen zu rasten, würde ihm (vermutlich mehr als dem kälteliebenden Xarr oder der eh dem Wasser zugehörigen Nimue) schaden, so das er der Überlegung bis zum Tagesanbruch zu warten, vehement widersprach. Ein nicht mehr ganz junger Elvoin mit einer Lungenentzündung schien dann schließlich den anderen beiden keine wünschenswerte weitere Reisebegleitung, sodass sie sich schließlich, an den Handlauf klammern müssend, daran machten die restlichen und trotz des Handlaufes alles andere denn sicheren Wegmeter hinter sich zu bringen. Immer wieder wurden ihnen die Füße von den an ihnen vorüberstürzenden Wassermassen des Nebenfalls (wie mochte es da erst werden, wenn sie sich den Fluten des Hauptfalles würden entgegenstellen müssen?) unter den Körpern fortgerissen und selbst Nimue legte eine gewisse Sorgfalt an den Tag, nicht in das wirbelnde Nass unter ihnen gerissen zu werden, da ihr das Wasser selbst zwar nichts anhaben mochte, die Felsen und Grate aber, gegen die jeder in das Nass hinabstürzende Unglücksvogel unvermeidbar von den Wirbeln geschmettert werden dürfte, sicherlich auch der Lyr nicht sonderlich gut bekämen, abgesehen davon, dass sie wohl erst einige Hundertschritt zurück wieder aus den Fluten würden an Land steigen können diese ganze Mühsal dann erneut wohl beginnen müsste, wollte sie denn weiter kommen.

Doch als sie, mit inzwischen von der Anspannung bereits schmerzenden Gliedern, den kleinen Fall beinahe hinter sich gelassen hatten und sich nurmehr zur Sicherheit bloß weiter am Geländer entlang hangelten, ertönte plötzlich ein unheilvolles lautes Knacken, als schnappe ein großer und schwerer Mechanismus plötzlich auf oder zu und mit diesem Geräusch neigten sich gut fünf Schritte des Weges, mit ihnen mittig darauf, wie auf einer unsichtbaren unter dem Boden befindlichen Längsachse zur Seite, das sie alle wider das Geländer geworfen wurden und zumindest Eo, als er mitsamt diesem hinab stürzte, den Halt verlor, als mit einem gewaltigen Ruck der Weg sich wieder aufbäumend in die ursprüngliche Position zurückschnellte. Selbst schon mehr als einmal in eine solche Situation geraten seiend (zuletzt beim Abschiedsbesuch bei seiner Tochter am Weißwasserfall unterhalb der Steilhänge des Sharzíkad-Gebirges, als sein Schwiegersohn ihn als ja nun schon älteren Elvoin zu bezeichnen gewagt hatte, welcher in seiner Verfassung vielleicht besser nicht mehr ganz so nah an den Wasserfall heranschwimmen sollte, wie die jüngeren Elvoin) tat Eo erfahrungsgemäß das einzig Richtige, indem er sich zusammenrollte, den teils scharfkantigen Felsen in dieser natürlichen riesenhaften Waschtrommel möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Und zu warten, bis ihn die Strömung wieder freigäbe.

Doch statt es ihm einfach zu machen und ihn sogleich stromabwärts wieder an die Oberfläche zu entlassen, bemerkte Eo bald, unter die von oben herabstürzenden Wassermassen des Hauptfalles geraten zu sein und von diesen erbarmungslos bis tief auf den Grund gedrückt, empor gewirbelt und erneut wieder niedergedrückt zu werden. In der Theorie sollte das jedoch nicht ewig währen, sodass, anstatt seine Kräfte und wichtiger noch seinen Atem, in einem aussichtslosen Kampf wider die unbändige Strömung aufzureiben, es weiter Eos Plan war zusammengekauert, wie die Elvoin im Leib ihrer Mütter auch harren, zu warten, bis das Chaos vorüber wäre. Immer wieder stieß er heftig mit Kopf, Armen, Rücken und den Beinen wider unnachgiebigen Fels und zog sich sicherlich nicht wenige Schnitte und schmerzhaft Prellungen zu. Einzig dem Umstand, dass er in den letzten Moment noch tief hatte Luft schnappen können, verdankte er es, nicht bereits jetzt schon mit mit Wasser gefüllten Lungen leblos herumgewirbelt zu werden. Und während die Stöße und Schläge immer weniger wurden, spürte Eo doch weiterhin, wie es ihn mal nach oben und mal zurück auf den Grund wirbelte, derweil erste dunkle Schleier eine wohl das Ende hier bedeuten würdenden Ohnmacht sich langsam aber unabwehrbar stärker um seinen Geist, seinen Verstand zu winden begannen. Einzig der unveränderte Überlebenswille Eos, verhinderte – bis jetzt – das er dem immer stärker in ihm brennenden Verlangen, den Mund zu öffnen und einfach nur tief einzuatmen, nachgab. Und doch, das er – wie durch undurchdringliche Nebel – die Gestalt seiner geliebten Frau sich ihm nahen und schließlich mit offenen Armen zu umschlingen zu sehen, wie zu spüren glaubte … konnte kein gutes Zeichen wohl sein. Und dennoch presste Eo noch immer die Lippen fest zusammen, als schließlich doch noch die Wellen einer sein Bewusstsein verschlingen Dunkelheit über ihm zusammenschlugen und alles, was ihn je ausgemacht hatte, mit sich ins Vergessen rissen.
Versonnen betrachtete Keleb, von seinem Beobachtungsposten direkt unter dem herab donnernden Wasserfall wie aber noch deutlich über dem Weg selbst gelegen, wie die drei angekündigten Besucher sich der Prüfstelle näherten. Doch erwiesen sie sich als schwach, indem sie sich auch knapp jenseits des kleinen Falls noch am Geländer weiterhangelten. So kam es, dass der tatsächlich auf einer langen hölzernen Querachse gelagerte Wegabschnitt (in Wirklichkeit eine Wippfalle) zur Wasserseite hin Überlast bekam, und längs des Weges absackte, derweil die zur Felswand gelegene Seite des Weges emporschnellte. Als die Unterseite dessen, was vorgegeben hatte stabiler Teil der Felswand, wie des bisherigen Weges zu sein jedoch fast senkrecht zur Felswand schwang und, wie das Schaufelrad eine Wassermühle geformt, die Wasser des kleinen Falls nun direkt auffing, ging ein Ruck durch die Falle, die bis dahin noch Halt gefunden haben Mögende endgültig abschüttelte und zugleich mit Schwung wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgeprellt wurde, ehe mit einem Schnappen die Sicherung der Falle wieder eingerastet war – bereit für die nächsten Schwächlinge, die sich nicht direkt hinter dem kleinen Fall vom Sicherheit vortäuschendem Geländer entfernten um am Felsen die Falle unbeschadet queren zu können. "Schade!", murmelte Keleb, ohne ersthafte Betroffenheit indes darob erkennen zu lassen, derweil er Signal gab, dass die Falle ausgelöst hatte und aber weiter die Augen doch offen hielt, zu sehen, ob die Gäste es vielleicht ja doch noch lebend aus den wirbelnden Wassermassen heraus und hierher zurück schafften, derweil andernfalls Devór am anderen Ende der Schlucht halt die Gemeinschaft über die Sichtung der Leichen der Drei in Kenntnis setzen mochte.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » So, 26. Mai 2019 10:23


Es war der alte Elvoin, der den Weg durch den Wasserfall entdeckt hatte. Xarr war der Idee gegenüber erst reichlich skeptisch gewesen, doch hatten sie wirklich eine andere Wahl gehabt? Zurück zu der Höhle mit dem unheimlichen See wollten sie alle miteinander nicht, so viel war klar. Also entschieden sie sich letzten Endes den Nebenfall zu durchqueren. Die Überquerung war gefährlich, der Weg durch das Wasser rutschig und tückisch. Der Dämon hielt sich dicht bei der Lyr, er selbst hielt sich mit der Rechten an dem Handlauf fest. Die Linke jedoch belastete er nur wenig, jederzeit bereit nach Nimue zu greifen, sollte sie wanken oder gar ins Stürzen geraten. Eine Welle der Erleichterung durchfuhr die drei Gefährten, als sie den Wasserlauf erfolgreich durchquert hatten.
„Fast geschafft…“, flüsterte Xarr leise der Lyr ins Ohr, als plötzlich ein unheilvolles Knacken erklang. Der Eisdämon griff fester nach dem Handlauf und ohne das er aktiv etwas dazu beisteuerte bildete sich eine unterstützende Eisschicht um seine Hand, die ihn unwiderruflich mit dem Geländer verband. Nur einen Augenblick später schnellte der Boden vor ihnen in die Höhe und bot keinerlei Fläche mehr um mit den Füßen Halt zu finden. Xarr griff sofort nach Nimue und schaffte es mit mehr Glück als Verstand ihr Handgelenk zu umfassen. Ein Ruck durchlief seinen Körper, die Muskeln und Sehnen des Dämons waren zum Zerreißen gespannt. Das Geländer an welchem sie hingen, war glücklicherweise stabil genug das Gewicht für kurze Zeit zu halten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und vor Anstrengung keuchend schrie Xarrbraxas: „Bloß nicht los lassen! Nicht! Los! Lassen!“.

Eo hingegen hatte weniger Glück als das ungleiche Paar. Ein Stück des Geländers löste sich von der felsigen Wand und verschwand samt des Elvoin in der Tiefe.
„NEIN!“, keuchte Xarr und war doch nicht in der Lage ihrem Gefährten zu helfen. Verzweifelt bemühte er sich die Lyr fest zu halten, ihre Haut war glatt und die feinen Schüppchen boten keinen guten Halt. Langsam aber beständig rutschte Nimue aus seinem Griff und drohte ebenfalls den Wasserfall hinab zu stürzen. Doch dann gab es erneut einen Ruck und die beiden hatten wieder festen Boden unter den Füßen. „Was zum…“, fluchte Xarrbraxas und schob Nimue hastig über die noch eben entstandene Felskante hinweg. Er selbst löste sich mit einem schmerzhaften Knacken von dem Geländer und gesellte sich zu der Lyr. „Geht es dir gut?“, fragte er besorgt und rieb sich selbst über das rechte Handgelenk. Er blickte sich verunsichert um, begutachtete den Weg auf dem sie standen, nun gut hinter dem Hauptwasserfall verborgen. Er konnte keine weitere Falle entdecken und ging auf wackeligen Beinen zu dem Abgrund und blickte voller Sorge hinunter. „Oh nein… Eo….“, flüsterte er mit etwas Verzweiflung, denn er konnte den alten Waldschrat nirgends entdecken. „Was sollen wir nun tun, Nim?“, fragte er und rieb sich über die Stirn. Er war erschöpft und müde, seine Gedanken waren träge und wollten nicht recht zu einer Lösung des Problems beitragen. Er blickte zurück zu der Falle und dem reißenden Nebenfall den sie mit letzter Kraft überwunden hatten. Sie konnten nicht einfach zurück gehen, die Gefahr dass sie selbst in die Tiefe stürzten war einfach viel zu groß.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Fr, 31. Mai 2019 17:10

Müde und dem Wachtraum erlegen endlich sich nieder legen zu können und etwas zu schlafen. Nimue brauchte einige Augenblicke um den Worten und Deutungen von Eo und auch Xarr zu folgen. Ein Fuß vor den anderen, Schritt für Schritt und bloß nicht zu eilig werden.
Den gefunden Pfad nahmen sie mit gemischten Gefühlen in Angriff, jedenfalls war das Nimues erster Eindruck. Doch was blieb ihnen sonst übrig? Sie mussten ja irgendwie weiter kommen und diesen unheimlichen und seltsamen Ort verlassen.
Die Lyr sah sich um und staunte, in einem Moment ein verträumter Ort, eine zauberhafte Stelle um den Mond und Zweisamkeit zu genießen und dann… tosende Wassermassen stürzten sich über Felskanten und schossen aus tiefen Spalten und die drei ungleichesten Wesen ersuchten einen Weg hinaus.
So schritten sie im Gänsemarsch hintereinander, am Handlauf sich festklammernd voran. Nimue mochte, liebte gar das Wasser, sie ward in jenem geborgen…sie war mit ihm verbunden, doch dieser Aufstieg war kein Vergnügen. Es war laut und tosend, sie waren alle durchnäßt was ihr nun weniger ausmachte, doch die Beiden anderen ? Die Wasserseele machte sich weniger Sorgen um Xarr, es gab sicher schöneres was er sich vorstellen konnte, mehr ging ihre Sorge zu Eo, denn nicht mehr der allerjüngste war er und ständiges Wasser und Feuchte. Sie kroch nicht nur in und unter die Kleidung, es kühlte einen aus und man wurde schnell krank.

So hangelten sie sich weiter und die Aussicht den Weg durch den kleineren aber wilderen Wasserfall geschafft zu haben, legte ein Lächeln auf Nimues Lippen, jedoch erstarb jenes als ein Geräusch an ihr Ohr drang. Es war nicht dem Wasser geschuldet und schien von anderer, mechanischer Art zu sein. Xarr hatte ihr noch ins Ohr geflüstert, das es fast geschafft war, da verschwand der Boden unter Nimues Füßen. Den Impuls gleich griff sie fester nach dem Handlauf, sah gleichzeitig gen Xarr und fiel hinab…hätte der Eiskrieger nicht im gleichen Moment noch ihre freie Hand zu greifen bekommen. Der spitze Schrei von Nimue wurde verschluckt vom tosen des Wassers und baumelnd sah sie hinauf zu Xarr, während sie gleichsam aus dem Augenwinkel sah wie Eo in den schäumenden Kronen des Wasser verschwand.
Sie raunte verloren und zornig auf, versuchte sich nicht zu sehr zu bewegen, denn sie spürte wie sie aus Xarrs Hand zu rutschen drohte. Ihr Blick glitt nach unten und sie sah Eo, zusammengerollt wie eine Kugel, Spielball des fallenden Wassers. Sie wimmerte " Eooo". Ihre Augen schlossen sich einen Moment und sie versuchte nicht in anfliegende Panik zu verfallen, da erklang erneut dieses seltsame Knacken und sie spürte wieder Boden unter den Füßen.

Xarr schob sie sogleich, das Geländer selbst loslassend, über jenen tückischen Untergrund und auf festem Stein stehend, ging die Lyr einfach zu Boden. Sie sank in die Knie , teils Müdigkeit und Hilflosikeit, Wut und Zorn über jenen Hornochsen der einfach einen beweglichen Boden in einen eh schon beschwerlichen Weg einbaute.
Nimue sah nur geradeaus und kämpfte um langsamen Atem, ebenso versuchte sie das zittern zu kontrollieren das fast ihren ganzen Körper in beschlag nahm. Sie starrte in das Wasser unter ihnen und dann zu Xarr, tastete nach seiner Hand " wir…ich….Eo…lange wird er das nicht aushalten …wir müssen ihm helfen…da runter ", Sie knurrte und schlug mit der flachen Hand auf den Boden.
Das erste Mal war sie selbst ratlos und hilflos…zurück konnten sie nicht, es wäre zu gefährlich. Sie strich sich über die müden Augen, jene die sich mit Tränen füllten, jedoch untersagte sie sich zu weinen. Sie musste stark bleiben. Doch sie fand noch nichtmal die Kraft aufzustehen…"wenn wir weiter gehen….ich könnte… " , sie krabbelte ein Stück und stand schließlich auf….ihr Blick huschte hastig umher.

Welchen bösen Gedanken heckte sie da aus ? Wollte sie eine Stelle suchen und in die Fluten springen ? Sie musste doch helfen…sie konnten Eo nicht einfach dem Wasser überlassen in der Hoffnung es gäbe ihn so schnell frei.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » Di, 04. Jun 2019 20:23

In einem stummen Schrei riss Eo den Mund weit auf, legte den Kopf weit in den Nacken und sog begierig die kalte Luft in seine Lungen. Stumm war der Schrei darum gewesen, weil er sich offensichtlich mehrmals übergeben haben musste und ihm die Kehle von den Magensäften wie verätzt war. Doch füllte nunmehr kühle Luft seine Lungen, derweil ein leises Plätschern in der Eo umgebenden Dunkelheit davon zeugte, wie nah er dem Wasser noch war. Erst als der Elvoin sich mit schmerzenden Gliedern weiter kriechend voran schleppte, gewahrte er, zur Hälfte noch in eben diesem Nass doch gelegen zu haben. Fieber schien ihn zu peinigen, doch hatte, just in dem Moment, da er seine Augen geöffnet hatte, das Bild einer Drachenerbin mit zwei verschiedenfarbenen Augen in seinen Gesichtskreis geschoben. Obwohl sie eine Laterne in Händen hielt, erleuchtete deren Licht doch keinen Fingerbreit des Umfelds Eos. Auch bewegte sie sich in keinster Weise, derweil Eo ihr fortwährend entgegenkroch – ohne ihr indes irgends näher je zu kommen. Mehrfach verlor der Elvoin auf seinem Weg voran das Bewusstsein. Ob für Bruchteile eines Lidschlags nur oder aber für Stunden? Wer vermochte es schon zu sagen. Immer wieder stießen seine tastenden Finger links und rechts an behauene Felswände, die ihn in einer besseren geistigen Verfassung wohl hätten erkennen lassen, in einem Tunnel sich offensichtlich zu befinden. Und doch, mit jedem Erwachen, mit jeder sich teils mit den Fingern vorwärts gezogenen weiteren Elle, schien die Schwäche von ihm abzufallen und einer, wenngleich nur fiebrig trügerischen, Energie in dem Elvoin Platz zu machen, sodass, als er voraus endlich einen leichten Lichtschimmer gewahrte, sich tatsächlich erst auf die Knie und dann gar – wenngleich reichlich schwankend bloß – auf die Füße schließlich zu erheben vermochte. Ein kleines gerade einmal münzgroßes Fleckchen Licht schimmerte inmitten der den Gang offenbar abschließenden Wand.

Müde und keuchend lehnte Eo so, wer mochte zu sagen wie lange, mit dem Rücken zur Wand und versuchte den Schwindel abzuschütteln, der ihn mit immenser Macht wieder gen Boden zu werfen versuchte, als ein leises Poltern von jenseits der Wand ihn zusammenfahren und den Atem anhalten ließ. Wie magisch zog das nun auf Augenhöhe befindende flammgelbe Schimmern des Elvoin Blick ein, derweil dieser sich rechts und Links an den Wänden abstützen musste, das Schwanken der ihn umgebenden Welt auszugleichen. Erst als seine linkes Jochbein dem kalten Felsen einen unnachgiebigen Widerstand entgegensetze, erkannte Eo, dass das Licht einem kleinen Guckloch geschuldet war, durch welches er auf eine fackelbeschienene Kammer hinab blickte, in dessen Mitte ein steingefasster Brunnen stand , vor dem ein hölzerner Eimer, welcher eine gegenüberliegende steile Treppe herabgepoltert war, sich noch leicht drehte. Leise stieß Eo den Atem, den er nicht länger zurückzuhalten vermochte aus und sog anschließend, so leise es ihm möglich war, die Luft wieder ein – atmete. Dann, taumelnd, blass und ausgemergelt kam eine, unter anderen Umständen vermutlich als hübsch zu bezeichnen gewesen wärende, junge Menschenfrau die Treppe hinab, hob den Eimer auf, schleppte sich zum Brunnen, füllte den Eimer und schleppte sich mühsam die Stufen wieder hinauf. Gerade als sie seinen Blicken zu entschwinden drohte, glühte ein Eisenreif, den sie einem Sklavenring gleich um den Hals trug orange auf. Ich komme ja schon, Herr – ich komme ja schon. rief die Frau gequält auf, derweil Eo noch feine Rauchfähnchen unter dem Metallring hervorquellen zu sehen glaubte, ehe ihre Schritte sie – schwankend – voran und aus seinem Blickfeld wieder fort führten.

Sacht, ohne das er sich selbst irgends dazu entschlossen zu haben schien, fühlten Eos Finger über das Gestein voraus. Fugen, wie von einer Türe, schienen sich unter seinen tastenden Fingern hervorzuheben und als er schließlich einen hervorstehenden Stein ertastete und – ohne den geringsten Erfolg dagegen drückte, wollte er schier verzweifeln. Doch leiser Zug an selbigem Stein, ließ ein leises Knacken ertönen und die Wand voraus schob sich dem Elvoin ein, vielleicht zwei Fingerbreit entgegen. Doch gerade als Eo die offenkundig entdeckte Geheimtür weiter aufziehen wollte, erstarrte er. Ein honigfarbenes, synchron zu seinem Herzschlag pulsierendes sanftes Leuchten schwebte auf Brusthöhe direkt vor ihm und glomm stärker, je fester sein Zug auf die schwere steinerne Türe wurde. Die Augen in schierer Verzweiflung schließend schob Eo darauf wider die Türe, welche mit einem leisen Klacken, welches ihn an das – wenngleich deutlich lauter gewesen seiende Geräusch der ausgelösten Falle beim seitlichen Wasserfall erinnerte. Doch das mit dem Schließen jener geheimen Tür zugleich erloschen seiende Leuchten, sagte ihm nur zu deutlich, das der Elvoin genau dahin zurück musste. Und tatsächlich erblickte Eo, genau da, wo dem leisen Plätschern nach zu urteilen der Gang wieder in das Wasser hinab tauchte, ein letztes Mal den Schemen jener so unendlich lange schon tot sein müssenden Drachenerbin im Dunkel des unerleuchteten Ganges. Nich glauben könnend, in diesem Zustand noch einmal die Wirbel unter dem Wasserfall entkommen zu können, fügte Eo sich nichtsdestotrotz dem Willen Asz‘daras, indem er ein letztes Mal tief Luft holte und dann tauchte.

Doch erwies sich der Weg dieses Mal als weit weniger beschwerlich, denn befürchtet. Nach nur wenigen Schwimmzügen erleuchtete das fahle Licht des nächtlichen Mondes den Hexenkessel voraus. Doch statt erneut in diesen hineingezogen zu werden, führte ihn vielmehr eine beinahe schon sachte Strömung an der linken Seite und – auch wenn Eo dessen später erst gewahr wird – direkt unter der Falle hinweg am Höllenstrudel vorbei und schließlich hin zu einem Felsen, der jenseits der Gefahrenzone seicht aus dem hier beinahe schon ruhig fließenden Wasser ragte. Mit letzter Kraft also Eo sich aus dem Wasser und halb den Felsen hinauf, als erneute die Dunkelheit einer Ohnmacht sich gnädig über ihn legte.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Xarrbraxas » Mi, 26. Jun 2019 7:49


Xarr blickte Nimue an und fast als könne er ihre gefährlichen Gedanken lesen, legte sich seine kühle Hand um ihren Oberarm und hielt sie fest.
„Nein…“, sagte er leise aber bestimmt und zog die Lyr ein Stück vom Rand der Steilwand fort. „Vielleicht haben wir Eo verloren, aber ich werde nicht zulassen, dass du dich auch noch in Gefahr bringst.“. Er schloss sie in die Arme, diesmal zärtlich und weniger grob und atmete ihren Duft ein. Der Kontakt zu Nimue beruhigte den Dämon, ließ sein Herz zu seinem stetigen Rhythmus zurück kehren. Einen Augenblick verharrte Xarrbraxas schweigend, dann blickten seine eisblauen Augen auf die Frau in seinen Armen hinab. „Wir gehen weiter und suchen einen anderen Weg. Auf gar keinen Fall können wir zurück. Es geht einfach nicht. Das verstehst du doch oder? Wir werden nach Eo suchen, ich verspreche es dir. Aber nun müssen wir erst einmal an unsere eigene Sicherheit denken.“, sagte er beruhigend und strich dann sanft über das silbern glänzende Haar. Anschließend löste er sich aus der Umarmung und atmete tief durch. Er deutete den Weg entlang und fügte entschlossen hinzu: „Hier entlang! Du bleibst am besten hinter mir und hältst ein wenig Abstand. Nur für den Fall, dass ich nochmal eine Falle auslösen sollte.“. Er blickte Nimue noch ein letztes Mal tief in die Augen und machte sich dann auf den Weg. Er ging langsam und schaute sich sorgfältig um. Er achtete auf kleine Fugen im Boden und untersuchte die Wände in regelmäßigen Abständen.

Auf diese Art und Weise kamen sie nur sehr langsam voran, doch lieber langsam und sicher als sich einer unnötigen Gefahr auszusetzen. Immer mal wieder blickte Xarr zurück und deutete Nimue dass alles in Ordnung sei. Die Arme sah vollkommen erledigt aus, zu gerne würde er ihr eine Rast gönnen, ein wenig Schlaf würde ihnen beiden gut tun. Nachdem sie nun dem Weg folgend auch den Hauptwasserfall hinter sich gelassen hatten, war das Tosen des Wassers nicht mehr so laut. Die Höhle, in der sie sich nun befanden, war dunkel und feuchtkühl. Neben dem Weg, weit unter ihnen schlängelte sich wieder ein kleiner Bachlauf entlang und plötzlich entdeckte Xarr einen dunklen Schemen am Ufer.
„Sieh mal dort unten… Könnte das…. Eo sein? Das gibt es doch nicht!“, murmelte Xarr und sah den Abgrund hinab. Der Eisdämon runzelte die Stirn und fasste einen Entschluss. Er musste das Versteckspiel aufgeben, in diesem Augenblick gab es Wichtigeres als seine wahre Identität zu verbergen. „Ich bringe uns dort hinab, steig einfach auf meinen Rücken.“, sagte er mit kühler Stimme zu Nimue und stellte sich an den Rand der Felsen. Er schloss die Augen und konzentrierte sich, dann streckte er die rechte Hand nach vorn und ballte sie zur Fast. Es kostete ihn viel Kraft in seiner menschlichen Gestalt Magie zu wirken, doch letzten Endes gelang es ihm doch. In regelmäßigen Abständen entstanden Kanten aus reinem Eis an der Wand und bildeten so einen Kletterpfad. Die künstlich geschaffenen Griffe dampften vor Kälte, doch dem Eisdämon würde die Berührung keinen Schaden zufügen.

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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Nimue » Do, 04. Jul 2019 8:32

Für eine kleinen Augenblick versteifte sich der Körper der Meeresseele und sie brummte innerlich. Warum sollte sie es nicht wagen dort hinab zu springen ? Wahnwitzig die bloße Vorstellung und auch Nimue musste sich eingestehen über das Ziel hinausgeschossen zu sein.
Der Sprung war mehr als gefährlich und die Aussichten alleine etwas sinnvolles auszurichten ebenso.
Noch immer sah sie hinab in die schäumende Gischt der an die Felswand schlagender Wellen und Erschöpfung kroch warnend in ihre Glieder. Sie ließ sich sacht von Xarr ziehen und sein bestimmendes "Nein", wurde von einem halbherzigen "Aber…" unterbrochen. Sie schloss die Augen bei dem Gedanken das sie Eo verloren haben könnten, sie schüttelte den Kopf und beschloss dies nicht zu glauben. " Er ist dort unten…ganz sicher ". Seine Arme legten sich um ihren schlanken Leib und sie atmete beruhigt und langsam seinen irgendwie kühlen Duft ein.

In seinen Armen wirkte sie noch kleiner und zarter und sie gewisses Wohlbehagen, ließ sie sich an ihn schmiegen…vertrauensvoll und unsagbar müde.
Der Moment war entschieden zu kurz befand Nimue, als sie den Kopf und den Blick hob und den eisigen Elfen anblickte. " ja ich weiß" war alles was sie dazu sagen konnte, mehr gab es nicht. Xarr hatte Recht mit dem was er sagte. Ein Weg zurück wäre reiner Selbstmord und Eo wäre auch nicht geholfen. So lösten sie einander aus der Umarmung und schickten sich an einen Weg weiter zu suchen.

Xarr übernahm die Führung und achtete sehr darauf wo er hintrat und blickte sich mehrmals nach ihr um. Nimue war müde, einfach nur müde und doch kämpfte sie diese einfach weg. Der Elovin brauchte sie…fertig.
Langsam, Schritt für Schritt bahnten sie sich einen Weg durch den großen Wasserfall, das tosen und brüllen des geliebten Elements wurde leiser, dafür schluckte die Höhle etwas von dem Licht und Nimue fühlte sich an die Beklemmung und das Erlebte in der anderen Höhle erinnert. Sie schauderte ganz leicht, doch weniger ob der Frische.
Mit einem Mal stoppte der Eiskrieger und deutete auf einen Schemen unter ihnen, nahe einem Felsen im sich schlängelnden Bachlauf. Nimue verengte die Augen und stierte das was dort wohl lag an.. " ich…ich glaube ja" stammelte sie leise und versuchte zu erkennen ob jener der dort lag, sich bewegte.
Schlimme Bilder huschten indess vor ihrem Augen vorbei und sie schloß diese für einen Augenblick.

Nimue runzelte die Stirn und blickte Xarr an, er war still geworden und etwas anderes spürte die Wasserseele. Ihr silberblauer Schopf legte sich ganz leicht schief als Xarr mit fast schon kalter aber bestimmender Stimme verkündete er bringe sie da hinab.
Etwas ging in ihm vor und sie schürzte die Lippen, blinzelte dann leicht irritiert ob seiner Worte, beschloss aber nicht zu hinterfragen sondern stellte sich hinter den Hünen von Mann. Schließlich ließ er einen Teil seiner Verborgenheit fallen und Nimue beobachtete leicht seitlich aber hinter ihm stehend, wie er Magie wirkte. Der rechten Hand mit den Augen folgend, entstanden an der Wand, in gleichmäßigen Abständen Griffe….zum festhalten. Sie dampften und schienen gänzlich aus Eis zu bestehen.

Die Seele atmete ein und wieder aus…es waren ihre Hände die er fühlen würde, an seinen Oberarmen und am Rücken…sie würde sich festhalten an seinen Schultern, wenn er nach den eisigen Kletterpfad griff.
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Re: Die Legende der Immer-Winter-Nacht

Beitrag von Eo » So, 07. Jul 2019 14:50

Keleb hatte seine Position erneut gewechselt und beobachtete die Zwei der Falle entronnenen Überlebenden. Sie hatten beschlossen ohne ihren Gefährten weiterzuziehen. Gut! Konnte Keleb allzu weichherzige Narren nicht ausstehen, weswegen er in dem Falle das Sie umgekehrt wären, seinen Befehl womöglich vergessen und ein wenig beim Sterben der Drei sonst doch noch nachzuhelfen versucht hätte sein können. Doch dann, die zwei Überlebenden sind dem Ziel schon so nahe und hätten – würde ihre verspätete und für den weiteren Weg gänzlich unnötige Übervorsichtigkeit sie nicht so unendlich langsam nur vorwärtskommen lassen – das Ende des Weges schon längst erreicht, wenden sie ihre Blicke dem Fluss zu und… Ungläubig reibt der Magier sich die Augen. Nicht nur das es den Toten entgegen allen Keleb bekannten Strömungen dort drunten zu eben jener Stelle getrieben zu haben schien, wo der Tote aus einem halb aus dem Wasser ragenden Felsen lag; nein, der Tote – zu allem Überdruss – schien dazu noch alles andere denn tot zu sein. Beinahe nebenbei nur gewahrte Keleb den Abstieg der zwei Gefährten und obgleich er vor kaum einer Minute noch befürchtet hatte den überlebenden Beiden für einen solch dummen Rettungsversuch daselbst ein schnelles Ende zu bereiten, fieberte er nunmehr vielmehr mit diesen mit. Immer wieder drohte das Wasser, während der Dämon und die Fischfrau die Felsen hinab klommen, den Reglosen wieder von dem Felsen herabzuspülen. Doch das Schicksal war zweifellos mit diesem Waldschrat. Und Keleb konnte nicht umhin, mit den Anderen zu bangen, auch wenn es ihm weniger um das Wohlergehen des Elvoins ging, denn vielmehr um die Möglichkeit diesen zu befragen und zu ergründen, wie er es aus dem Teufelsstrudel lebend herausgeschafft hatte, um dann genau hier dann angespült zu werden. Das alles roch Keleb sehr nach einem unbekannten Geheimnis und wenn es etwas gab, was Keleb noch mehr hasste, denn unerwünschte Eindringlinge, dann waren das Geheimnisse, die ihm verborgen und unerschlossen blieben. Nein, das das Wissen mit diesen drein starb, konnte – wollte er einfach nicht zulassen! Also erhob er sich den Rat zu informieren und sie zur Not abholen zu lassen, ehe sie sich doch noch den Tod holten, ehe ihrer aller Geheimnisse dem Rat denn offen vorlägen.

Als Nimue und Xarrbraxas schließlich sicher den Fluss erreichten, der hier kaum eine Strömung aufwies, da konnten beide, ohne sich zu gefährden, bis zu Eo waten, der noch immer ohne Bewusstsein halb auf dem Felsen lag und im Wasser trieb. Eo schien übel mitgespielt worden zu sein. Etliche Schürfwunden und Prellungen schienen seinen Körper zu überdecken und falls Nimue oder der Dämon sich je gefragt haben mochten, ob nicht vielleicht gar auch das Blut eines Elvoin grün, statt rot, etwa sei, so mussten sie sich diese Frage fortan wohl kaum länger stellen. Doch – und das war wohl das einzig Wichtige gerade – schien Eo nichtsdestotrotz am Leben zu sein. Schwach nur hob sich seine Brust, derweil sein Herz unnatürlich raste, doch schienen seine Glieder, seine Rippen und insbesondere auch das Genick des Elvoin nicht gebrochen oder ernsthaft geschädigt. Als Xarr und Nimue noch überlegten, was mit dem zwar lebenden aber nicht wach zu bekommenden Eo nun zu machen sei, als sie einen geisterhaften riesigen weißen Schwan durch das Wasser und von allen Strömungen und Wirbeln desselben schier unbetroffen, auf sie zugleiten sahen.

Erst auf den zweiten Blick entpuppte sich das Tier als ein überaus realitätsnah geschnitzter Bug eines kleinen Bootes, in dessen Heck eine alterslos wirkende aber wunderschöne Elbenfrau in lapizlazuliblauen seidenschimmernden Roben einer Magierin gekleidet neben ihnen anlandete und mit dem wohl süßesten Lächeln ganz Mérindars die Elvoin und Xarrbraxas begrüßte. Willkommen, allerteuerste Gäste, in der Zuflucht der zwölf gefallenen Sterne. Erlaubt mir bitte mich Euch vorzustellen: Ich bin Mirabell de Sind'iastâba'n d‘Aloòr von den tiefen Wassern und möchte Euch demütigst um Eure wohlwollende Erlaubnis bitten, Euch in diesem bescheidenen Gefährt, die letzten Hundertschritte zu unserem teuren Heim staken zu d- oh! In einer überaus glaubwürdigen Geste ernsten Erschreckens spiegelt die Elfin vor, nun erst des bewusstlosen Elvoin angesichtig zu werden, erblasst und bietet – mit nicht weniger glaubwürdiger Sorge in ihrer nun leicht rauhen und flüsternden Stimme – nochmals an, den offenkundig Verletzten und seine beiden treuen Begleiter doch so rasch als nur Möglich in Sicherheit und zu einem der stets bereiten Heiler zu geleiten.
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Visionen oder auch Traumweltliches … „Wörtliche Rede Eos“ … Zensurwürdiges …

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