Shiín

Heimat Hügelländer von Harrhy'in
Alter 90 Jahre
Aussehen 180cm?, weiße Haare, blasse violette Haut, Tätowierung im Gesicht, spitze Ohren, dunkle Kleidung, schlank und trainiert
Charakter unfreundlich, arrogant, stolz, kriegerisch, rachsüchtig, Hass auf Menschen
Fähigkeiten Kampf mit Katana und Dolchen, Diebeskunst

Die Shiín mit der blassen, violetten Haut und den weißen Haaren sind ein kriegerisches Volk, das bekannt für seine Kampfkunst mit Schwertern und Dolchen ist. Aus den Nordreichen von den Menschen vertrieben, leben sie heute im Zwist mit ihnen und abgeschottet in den Hügelländern von Harrhy'in, wo sie ihre eigene Kultur entwickelt haben.

Heimat

Verborgen in den Hügelländern von Harrhy'in haben sich die Shiín vor langer Zeit ihre Heimat errichtet. Das Dorf Zeaihn befindet sich abgeschottet von anderen Dörfern und Städten in den Hügelländern zwischen hohen Gräsern, wilden Blumen und Mvenduasträuchern. Im Umland des Dorfes haben sie kleine Siedlungen errichtet, in denen mehrere Familien leben. Mit der Zeit haben sie eine einzigartige Bauart entwickelt, sodass ihre Hütten heute zum großen Teil aus dem schlanken, baumartigen, holzigen Mvendua bestehen. Die Wände und Dächer ihrer Hütten bauen sie aus ihm, wobei die Flächen letzterer großzügig mit Stroh bedeckt werden.

Aussehen

Pose: M. Ranum | Copyright: Anne Mohr

Die Shiín sind ein hochgewachsenes, äußerlich nicht gerade unauffälliges Volk. Ihre Haut ist von einer violetten, blassen Farbe, was sie zu einem merkwürdigen Blickfang macht. Im Kontrast dazu stehen ihre weißen Haare, die die Frauen oft bis zur Hüfte wachsen lassen und offen tragen und Männer bis zu den Schulterblättern oder darüber hinaus wachsen lassen. Die Haar- und Hautfarbe wird dominant vererbt, was heißt, dass auch Mischlinge, die es sehr selten gibt, mindestens diese beiden Äußerlichkeiten besitzen werden. Ihre Gestalt ist schlank, hoch gewachsen und durch ihre Lebensweise oft durchtrainiert. Die weiblichen Shiín erreichen im Durchschnitt eine Größe von 1,75 m, während sie von den Männern oft noch um 20 Zentimeter überragt werden. Auffällig an ihrem Gesicht ist vor allem die Tätowierung, die die schlanken, markanten Züge eines Shiín ziert. Ein jeder Shiín, der älter als 15 Jahre alt ist, trägt solch eine Tätowierung, die sich von der rechten Schläfe den Hals hinunter schlängelt. Wie ein Pferd zu einem Reiter gehört, gehört diese Tätowierung zu einem Shiín. Sie besteht aus vielen geschwungenen Linien und auch wenn sie bei jedem Angehörigen dieser Rasse gleich aussehen mag, fällt einem geübten Auge auf, dass jeder dieser Einstiche ganz individuell ist. Oft umrahmen die Linien auch die Augenpartie oder schlängeln sich über andere Körperteile weiter. Ihre Ohren laufen spitz zu und erinnern an die der Elfen, doch weiß man bereits, dass sie sicher nicht diesem Volk angehören. Ihre Augenfarbe kann stark variieren und jeglichen Farbton in sich tragen, wobei sie meist zu schimmern oder ein Funkeln in sich zu bergen scheinen. Bis auf die Farben schwarz, weiß, rot und braun können dabei alle Farben vorkommen.

So wie sie ihren eigenen Baustil entwickelt haben, haben sie auch eine ganz eigene Art sich zu kleiden. Sie kleiden sich in dunkle weite Stoffe, die wie bei Hemden und Hosen immer ein bisschen weiter als bei anderen Völkern geschnitten sind. Ganz eigen sind ihnen lange, weite Stoffe, die sie vor der Brust zusammen schlagen und mit Bändern oder Gürteln fixieren. Zu ihren Händen geht der Stoff weiter auseinander, sodass sie die Ärmel vor einem Kampf oft mit Bändern an die Arme binden, damit sie nicht weiter stören. Nicht alle Shiín tragen diese Art der Kleidung, trotzdem sieht man sie so schon am häufigsten herum laufen, ist es doch ihre rassenspezifische Machart. Statt Schuhe wickeln sie leichten Stoff um ihre Füße, der jeden Laut verschluckt und ihnen auf dem Boden besseren Halt bietet, da sie ihn dadurch intensiver spüren können.

Da Shiín bekannt für ihre Überfälle und diebischen Raubzüge sind, haben sie es sich angewöhnt, ihre auffallenden weißen Haare bei solchen Streifzügen mit dunklen Tüchern zu bedecken, die gleichfalls dafür genutzt werden, ihre verräterischen Gesichtszüge zu verbergen - obwohl ein Shiín nie Angst davor haben wird, seinem Gegner von Angesicht zu Angesicht wiederzubegegnen. Ein Schmuckstück muss schon einen großen persönlichen Wert für den Träger besitzen, um einen Platz an einem shiínischen Körper zu bekommen, denn normalerweise legen sie nicht viel Wert auf solcherlei Beiwerk.

Charakter

Viele nicht-elfische Völker Alvaranias stehen den Shiín misstrauisch gegenüber, meiden sie sogar bewusst oder legen zumindest keinen großen Wert darauf, ihnen zu begegnen. Dabei sind es vor allem Menschen, die begründete Angst vor diesem Volk empfinden sollten. Allen anderen stehen den Shiín eher neutral gegenüber, wenn sie auch nicht die Herzlichkeit wie andere besitzen. Sie wirken eher unterkühlt, abweisend oder desinteressiert. Ihre Abgeschottenheit in den Hügelländern hat sich auch entsprechend auf ihre Charakterzüge ausgewirkt. Sie meiden den Kontakt zu anderen nicht, allerdings kennen sie nur wenige, die nicht ihrem eigenen Volk angehören und so fällt ihnen der Umgang mit ihnen oft zuerst eher schwer. Ihre angeborene Arroganz ist ihnen dabei keine große Hilfe. Einzig Bergelfen gegenüber sind sie ehrlich freundlich, verhalten sich sogar fast freundschaftlich, pflegen sie doch schon lange Handelsbeziehungen mit ihnen. Wirklich schwierig wird es, wenn ein Shiín auf einen Menschen trifft. Bedingt durch die Geschichten, die sie in frühester Kindheit erzählt bekommen, haben sie einen besonderen Hass auf all jene entwickelt. Sie sind ein kriegerisches Volk, das keine Auseinandersetzung scheut und zweifelsohne rachsüchtig, was eine gefährliche Mischung für einen Menschen darstellt, blickt man auf den schon früh begonnenen Zwist zwischen den beiden Völkern zurück. Untereinander jedoch verhalten sie sich freundlich gegenüber, sind sogar hilfsbereit und gesprächig. In ihrer vertrauten Umgebung blühen sie sozusagen auf und zeigen recht menschliche Züge. Die Shiín leben mit voller Inbrunst für ihr Volk und tragen ihre Herkunft mit Stolz.

Waffen

Shiín kämpfen ausschließlich mit Katana und verschiedenen Dolchen. Shiínische Krieger kämpfen mit zwei Katana, die sie beide entweder auf einer Seite der Hüfte tragen, auf beiden Seiten verteilt oder überkreuzt auf dem Rücken. Genauso sehr wie auf die Tätowierung in ihrem Gesicht, sind sie stolz auf ihre Waffen, die sie besitzen und mit denen sie den Menschen den Tod bringen. Da sie keinen Wert auf unnötige Sachen legen, tragen sie auch keine Rüstungen. Diese würden sie nur behindern und in ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit einschränken.

Fähigkeiten

Bekannt und gefürchtet ist dieses Volk für seine Fähigkeiten im Schwert- und Dolchkampf. Die Shiín sind ein Kriegervolk und heimtückische Diebe. Sie sind trainiert, bewegen sich schnell, wendig und lautlos. Im Laufe ihres Lebens bekommen sie nicht nur viele Gelegenheiten, sich in der Kampfkunst zu schulen und ihre Techniken zu verfeinern, sondern viele nutzen das Wissen ihrer Lehrmeister, um sich im Schlösserknacken und ähnlich nützlichen Dingen unterweisen zu lassen. Dadurch kommt es auch öfter vor, dass jemand den weiten Weg in die Hügelländer auf sich nimmt, um einen shiínischen Krieger als Leibwächter anzuheuern oder ihm ähnliche Tätigkeiten anzubieten. Sogar einem Menschen erfüllt ein Shiín unter Umständen solch einen Dienst, auch wenn dieser genug Gold dafür bieten muss und eher mit der Belustigung des Shiín rechnen sollte als mit einer Freundschaft oder überragender Loyalität. Bei anderen Rassen, vor allem Elfen, ergreifen sie schon eher die Chance kriegerische oder diebische Aufträge zu erfüllen, die ihnen mitunter Freude bereiten.

Kultur und Lebensweise

Shiín leben und kämpfen für die Gemeinschaft. Das bedeutet auch, dass sie nicht arbeitsfaul sind und jeder etwas zur Gemeinschaft beizutragen hat. Dadurch sind sie gut organisiert, ob es darum geht, Mvendua abzuholzen, um neue Hütten zu bauen oder es als Nahrungsmittel zu verwenden oder ob es darum geht, die Herden auf den Wiesen zusammen zu treiben. Sie besitzen Schafe, Kühe und Ziegen, die auf den weitläufigen Wiesen zwischen hohen Gräsern und Mvenduadickichten weiden können. Durch die tierischen Erzeugnisse sind sie gut mit Fleisch, Käse und Milch versorgt. Außerdem bestellen sie auch ein paar Felder etwas außerhalb ihres Dorfes. Sie handeln nur mit sehr wenigen anderen Völkern und dann sind es meist Elfen. Mit den Bergelfen zum Beispiel halten sie regen und engen Kontakt, denn diese liefern ihnen das nötige Metall für die Herstellung von Waffen.

Diese werden vor allem dazu geschaffen, um später einmal Menschen zu töten. Schon ihren jungen Kindern erzählen sie die Geschichten von den verfeindeten Menschen, die sie einst aus ihrer Heimat im Norden in den Süden vertrieben und ihre Vorfahren töteten. Von Generation zu Generation werden diese Geschichten weiter erzählt und so wächst der Hass auf die unbekannten Menschen schon früh in den Herzen der Shiín. Sobald ein Shiín neun Jahre zählt (Shiín altern genauso wie Menschen) beginnt seine Ausbildung. Zu diesem Zeitpunkt bekommt jeder Shiín ein Katana geschenkt, das Kämpfen wird damit aber erst später geübt. Die ersten zwei Jahre der Ausbildung konzentrieren sich auf die Vermittlung von Allgemeinwissen, intensivem Geschichtsunterricht, Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch wenn viele schon vorher mit ihren Geschwistern oder Eltern üben, beginnt die offizielle Ausbildung im Schwertkampf erst im Alter von 11 Jahren mit Holzkatanas. Daneben lernen sie ihren Körper zu beherrschen und zu trainieren, um ausdauernder zu werden, schnell und geschickt. Außerdem lernen sie neben dem Schleichen und das Knacken von Schlössern noch andere hilfreiche Tipps in der Kunst des Stehlens. Mit steigendem Alter steht allerdings eindeutig die Kampfausbildung im Vordergrund. Nach einigen Monaten des Holzkatana-Kampfes werden die jungen Shiín langsam an ihre richtigen Schwerter heran geführt, mit denen sie später kämpfen. Schon jetzt werden ihnen in intensiven Unterrichtsstunden verschiedene Kampftechniken beigebracht, die in ihrer Schwierigkeit und Raffinesse steigen, sobald ein Schüler entsprechende Erfolge verzeichnet, sodass sie mit der Zeit den effektiven und tödlichen Umgang mit der Waffe beherrschen.

Mit 15 Jahren hat jeder Shiín einen ganz besonderen Tag in seinem Leben erreicht. Alle sechs Monate, jeweils zur Tag-und-Nacht-Gleiche, gibt es ein großes Fest zu Ehren der 15-jährigen, die nun in die Gemeinschaft als Krieger aufgenommen werden. Schon Tage vorher werden ihnen in mühevoller Kleinarbeit und mit Herzblut die traditionelle Tätowierung unter die Haut ihres Gesichtes gestochen. Am Nachmittag des Festes präsentieren sie ihre einzigartige Tätowierung den anderen ihres Volkes und legen einen Schwur ab, der sie auf ewig bindet: „Mein Leben widme ich meinem Volk, dem ich mein Wissen und mein Können verdanke. Mein Leben widme ich dem Kampf und mein Leben gebe ich gern, um die meinen zu beschützen. Im Andenken an den Heldentod meiner Ahnen und die verlorene Heimat werde ich den Zorn in mir schüren wie eine Glut, die die Häuser der Menschen verzehrt und sie heimatlos macht wie uns.“ Feierlich erhalten sie danach ein zweites Katana, das oft aus dem Besitz eines Vorfahren stammt oder extra geschmiedet wurde. Das folgende Fest dauert oft bis in die Nacht hinein und hervor gehen neue Kämpfer, die die bestehenden bei ihren Raubzügen unterstützen.

Aber nicht jeder Shiín schlägt den Weg eines Kämpfers ein, auch wenn der Schwur dies scheinbar verlangt. Mag es an nicht vorhandenem Talent liegen oder daran, dass andere Berufe, zum Beispiel aus familiärer Tradition oder gesellschaftlichen Gründen weitergeführt, bzw. ausgeübt werden müssen. So braucht Zeaihn nicht nur Krieger, sondern auch Schmiede zur Herstellung von Waffen 0der Bauern, die die Felder bestellen und Tiere halten. So beginnen viele Shiín Wochen oder Monate nach dem Erhalt ihrer Tätowierung eine normale Lehre in einem anderen Beruf. Kämpfen jedoch muss ein Shiín können, um seine Familie verteidigen zu können, auch wenn ihnen die Techniken, mit zwei Katana zu kämpfen, verwehrt bleiben. Alle anderen Shiín werden nun im Kampf mit zwei Katanas unterwiesen und ihre Lehrstunden gehen wie gewohnt weiter. Mit dem Unterschied, dass sie nun die nächtlichen Streifzüge der Shiín begleiten, die immer noch vereinzelt stattfinden. Dann überfallen sie Dörfer und kleinere Städte, wobei sie jedoch nicht blutrünstig mordend über die Bevölkerung herfallen. Vielmehr plündern sie die Wohnstätten der Menschen, um sich mit Nahrungsmitteln, Vieh und anderen nützlichen Waren zu versorgen. Trotzdem gibt es natürlich Fälle von persönlicher Rache, die in solchen Nächten die Klingen eines Shiín führen mag.

Ansonsten widmen sie sich ganz ihrem Volk und überwiegend dem Kampf. Die Hügelländer verlassen sie nur selten und reisen vor allem nicht in Menschengegenden. Und selbst wenn ein Shiín auf einen Menschen trifft, muss dieser nicht sofort an den Tod denken, sondern hat eine Chance sein Recht aufs Leben zu beweisen. Vielmehr wird er ignoriert oder kalt behandelt werden. Der Zwist zwischen Menschen und Shiín hat sich inzwischen auch so sehr ausgeweitet, dass es menschliche Auftragsmörder gibt, die sich darauf spezialisiert haben, Shiín zu fangen, zu foltern oder zu töten.

Regierung

Die Regierung von Zeaihn wird durch einen Ältestenrat und einem Kriegsrat gebildet. Mitglieder dieser sind ausschließlich Söhne aus den fünf shiínischen Adelsfamilien, deren Titel durch Vererbung an männliche Nachkommen weitergegeben werden. Die fünf Ältesten der Adelsfamilien bilden den Ältestenrat und sprechen das Recht in Zeaihn. Sie behalten ihre Position auf Lebenszeit inne und tragen diese natürlich mit Stolz. Der Kriegsrat besteht aus den sieben besten Kriegern der Familien. Jedes Jahr finden dazu Wettkämpfe und Duelle statt, in denen die Söhne und Töchter der Adelsfamilien ihre Kräfte messen und so die sieben Besten hervor gehen. Anders als im Ältestenrat, in dem man auf Lebenszeit Mitglied ist, können die Krieger bei schwerwiegenden Vergehen jederzeit aus dem Rat entlassen werden. Sollten sie zum Beispiel die Ehre ihrer Familie oder ihres Volkes beschmutzen oder bei Kriegszügen keine Tapferkeit und Mut bewiesen haben, können die anderen Ratsmitglieder sie abwählen. Feigheit ist dabei genauso ungern gesehen wie Leichtsinnigkeit und unnötige Wagnisse, die ihr Volk in Gefahr bringen könnten.

Alle 12 Personen, die Zeaihn regieren, sind unter der Bevölkerung sehr hoch angesehen. Sie leben in größeren Anwesen, die an die Tempel erinnern, die sie früher schon erbauten, und können sich nicht nur dem Ansehen unter ihresgleichen gewissen sein, sondern werden auch bevorzugt und mit dem entsprechendem Respekt behandelt.

Religion

Die Shiín glauben und beten nicht. Allein ihren Waffen und ihrem Verstand vertrauen sie.

Magie

Shiín sind vollkommen unbegabt in der Kunst der Magie. Sie widmen sich der Vielfalt des Kampfes und nicht der Magie.

Geschichte

Die Shiín sind einer der ersten Rassen, die Alvarania überhaupt bevölkerten. Einst lebten sie in den Nordreichen, wo heute die Reiche Arcanis und Mérindar liegen. Dort bewohnten sie mehrere, kleinere Städte bis die Menschen auf den Kontinent trafen. Auf der Suche nach einer neuen Heimat zogen sie durch die von den Elfen besiedelten Gebiete. Nördlich des Waldes waren sie des Wanderns müde und ließen sich im Gebiet der heutigen Nordreiche nieder, die damals jedoch schon von den Shiín besiedelt waren. Auch die Drachen nannten den Norden ihre Heimat. Immer mehr Menschen siedelten sich in diesem Land mit seinen Flüssen, seinen Wäldern, seinem nährstoffreichen Boden und der Nähe zum Gebirge und zum Meer an, so dass schon nach kurzer Zeit Krieg zwischen den Rassen ausbrach, in dem sich einige Elfen auf die Seite der Menschen schlugen und die Drachen und Shiín ihre gemeinsame Heimat, in der sie lange ohne Streit gelebt hatten, verteidigten. Der Krieg währte lange, doch die größten Verluste hatten Shiín und Drachen zu beklagen. Das stolze Volk der Shiín zahlte für den Krieg mit seiner Heimat, das es gezwungen waren zu verlassen. Immer weiter nach Süden wurden sie vertrieben und heute zeugen nur noch alte, verfallene Bauwerke aus Stein von ihrer ehemaligen Existenz in den Nordreichen.

In den Hügelländer von Harrhy'in fanden sie eine neue Heimat. Verborgen und immer mehr vergessen von den Menschen, die bald glaubten, die Shiín würden nicht mehr leben, erbaute sich dieses eiserne Volk eine neue Heimat und schworen den Menschen Rache. Das war einst ihr einziges Ziel. Sie widmeten sich dem Kampf und entwickelten völlig neue Kampftechniken, in denen sie sich vertieften. Nach vielen Jahren brachen sie zu einem Rachefeldzug gegen die Menschen auf, doch diese erwiesen sich als stärker und ihre Waffen und Rüstungen ließen die Shiín scheitern und erneut den Rückzug antreten. Sie zogen sich erneut in die Hügelländer zurück und trainierten härter als je zuvor, auf die richtige Chance, endlich Rache an den Menschen zu nehmen, wartend. Das Reich der Menschen wuchs indes immer mehr. Sie bauten ihre Städte aus und errichteten neue. Sie dachten, die Shiín würden die Vergangenheit nun endlich ruhen lassen, doch da unterschätzten sie die Hartnäckigkeit und den Stolz des hochgewachsenen Volkes. Dieses widmete sich zunehmend der Verwüstung kleinerer Menschendörfer und Städte, die sich im Aufbau befanden. Solche Stätten der Menschen zerstörten sie und schon bald säten die Shiín Angst in den Köpfen ihrer Feinde und ihre Angriffe wurden gefürchtet. Gleichzeitig wuchs nun auch bei den Menschen der Hass auf die Shiín und immer wieder kam es in den folgenden Jahrzehnten zu Kämpfen zwischen beiden Völkern. Anders traten beide schon gar nicht mehr in Kontakt. Es gab nur die Kämpfe und sonst nichts. Längst vergessen war der Verlust ihrer ehemaligen Heimat, es ging nur noch darum den letzten Angriff zu vergelten.

In den letzten Jahrhunderten minderte sich der Hass der Shiín auf die Menschen nicht. Ganz im Gegenteil, über die Generationen hinweg wurde er stets an die Nachfahren weitergegeben und schon früh genährt. Jeder, der dazu fähig ist, wird seit jeher zum Kämpfer ausgebildet, um später Rache zu üben. Der letzte größere Kampf ist etwa sieben Jahre her. Zum ersten Mal wagten sich zu diesem Zeitpunkt die Menschen in die Hügelländer, um die Shiín zu vernichten. Sie kamen zwar überraschend, aber dieses mal waren die Shiín im Vorteil. Sie befanden sich in vertrauter Umgebung und mit den Jahren hatten sie auch ihre Kampfkunst deutlich verbessern können. Daher gab es auf der Seite der Shiín glücklicherweise nur wenige Verluste. Die Menschen, die überlebten, waren so schlau, sich schleunigst zurück zu ziehen und an diesen Vorfall zu denken, sollten sie neue Pläne zur Vernichtung der Shiín schmieden wollen. Noch von ihrem Sieg gestärkt, zogen die Shiín einige Monate später aus ihrer Heimat los, um sich für den zurück liegenden Angriff der Menschen zu rächen. Sie wollten ihnen Respekt und Furcht einflößen. Weniger wollten sie die Menschen ausrotten, sondern vielmehr ihre Toten rächen. Ihr Ziel war eine kleine Stadt, die sie nach ihrem nächtlichen Angriff verwüstet zurück ließen. Seitdem ruhen die Streitigkeiten zwischen den Shiín und Menschen, doch wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, bis es erneut zu einen Kampf kommt oder gar zu einer großen Schlacht wie am Anfang der Zeiten.