Janus und Idalia

Hinweis Dieser Text wurde von Vayne verfasst und Drachenblut zur Verfügung gestellt.

Die eigentliche Stärke von Arcanis liegt im religiösen Glauben der Bevölkerung und der damit eng verknüpften Militärstruktur, die nach der Reformierung durch den ersten General des Reiches entstand. Die Arcanier beten das für sie heilige Geschwisterpaar Janus und Idalia an und unterscheiden sich damit von den restlichen Glaubensrichtungen Alvaranias. Janus übernimmt dabei laut Überlieferung die Rolle des starken Beschützers, weswegen er gerade von Soldaten angebetet wird, während seine jüngere Schwester Idalia Schönheit und die reine Seele symbolisiert. Ihnen wird in verschiedenen Festen, aber hauptsächlich mit weltlichen Besitztümern oder Nahrung in den frei zugänglichen Tempeln einer jeden Siedlung gehuldigt.

Die Lehren der „Zwei“, wie sie sowohl umgangssprachlich als auch in ehrfürchtigen Gebeten genannt werden, predigen Ehrlichkeit, bedingungslose Aufopferung und Nächstenliebe… auf arcanische Mitbürger bezogen. Alle anderen menschlichen und nichtmenschlichen Völker kommen in diesen Lehren weitaus schlechter weg. Vor allem Elfen, die in jenen Schriften, welche vom Leben der Geschwister erzählen, in vielen Situationen als hinterhältige, nicht vertrauenswürdige Kreaturen dargestellt werden, haben in Arcanis einen schlechten Stand. Ihnen wird Hexenkunst nachgesagt, die Männer als skrupellose Missetäter und die Frauen als ruchlose Verführerinnen bezeichnet, deren höchstes Ziel darin besteht, die reinen Seelen der Arcanier ins Verderben zu führen. Bindungen zwischen Menschen und Elfen und die daraus vielleicht entstehenden Halbelfenkinder werden in den Augen mancher als Abscheulichkeiten wider der Natur angesehen. Die fanatischsten Arcanier glauben sogar, dass nur Feuer diese Schande bereinigen kann. Niemand weiß genau, wieviele Elfen und Halbelfen diesem Irrglauben - oder Wahnsinn - schon zum Opfer gefallen sind. Die Lehren der Geschwister wurden auf Schriftrollen und in Büchern niedergeschrieben. Kopien diverser Schriften sind im Umlauf, aber die Originale stehen nur einer verschwiegenen Priesterkaste, den Hütern, zur freien Verfügung. Sie sind es auch, die die Lehren der Zwei mitunter so auslegen, wie es dem Priesterkönig und seine Beratern gerade am besten passt. Das einfache Volk ahnt nicht, auf welche Weise ihr Herrscher die Ideologie des Landes dazu benutzt, seine eigenen, alles andere als religiösen Ziele zu verfolgen. Der Glauben von Arcanis basiert nicht grundlegend nur auf Lügen, aber wer einen Blick hinter die Kulisse der Tempel werfen könnte, würde bald erkennen, dass sich diese Religion den weltlichen Interessen angepasst hat.