Die Eiswüste

Die ewige Kälte – so beschreibt man die Eiswüste, die im Westen von Alvarania liegt. Von Eis und Schnee ist die Landschaft überzogen und nur an den Grenzen zu anderen Gebieten kann man hin und wieder einige Grashalme oder kleinere, kahle Büsche erblicken. Der Boden ist hart und an manchen Stellen von glänzendem Eis überzogen. Betritt man die Eiswüste, sieht man zunächst nichts weiter als den Horizont, auf dem sich die ewige Kälte und der grau-blaue Himmel treffen. Läuft man weit genug und überlebt dieses, erkennt man irgendwann die Eisklippen, die sich in der Ferne abzeichnen.

Die einzigen Bewohner in dieser scheinbar tödlichen Kälte sind die wenigen Menschen, die dort ansässig wurden. Andere Rassen hat man dort nie gesichtet, bis auf Reisende, die den Weg, aus welchen Gründen auch immer, dorthin gewählt haben.

Klima, Flora und Fauna

vergleichbar mit:
subpolare Klimazone

Temperaturen
Sommer: 3°C (-7 bis 13)
Winter: -20°C (-30 bis -10)

Eigentlich wäre es hauptsächlich Heidekraut und andere Zwergsträucher, die die Vegetation dieses Gebietes ausmachen würden, doch die meiste Zeit des Jahres (8-9 Monate) ist das Gebiet von Schnee und Eis bedeckt. Dafür sorgen eisige Nordostwinde und eine kalte, aus dem Eismeer kommende Meeresströmung.

Klima

Die Schneedecke ist im Winter meist zwischen 15 und 50cm dick, Unterschiede ergeben sich durch vom Wind verwehte Schneemassen. Das im Sommer anfallende Schmelzwasser kann aufgrund des undurchlässigen Permafrostbodens nicht versickern und sammelt sich in Seen, die im Winter zufrieren und spiegelglatte Eisflächen bilden. Der ständig von den Bergen strömende Wind bringt zwar kaum Feuchtigkeit mit sich, der wenige Niederschlag bleibt jedoch durch die fehlende Verdunstung als Schneedecke oder Oberflächenwasser dem Land erhalten.

Vegetation

Im Sommer taut der Boden nur oberflächlich auf, Landwirtschaft ist hier also kaum möglich. Da das Wasser aber auch nicht versickert, ist in der kurzen Vegetationsperiode (ca. 2-3 Monate), in denen die Temperaturen hoch genug steigen, genug Feuchtigkeit vorhanden, dass die Natur innerhalb von kürzester Zeit eine unglaubliche Blütenpracht entfaltet und Früchte zur Reife bringt, um sich dann wieder in die lange Winterruhe zurück zu ziehen.

Tierwelt

Neben besonders an die unwirtliche Umwelt angepassten Tieren wie Schneehasen und -hühnern, Polarfüchsen, dem Ukhaan (nur in den Sommermonaten) kommen hier Tiere vor, die von den Menschen als Haustiere aus weiter südlich gelegenen Gebieten mitgebracht wurden. Hierbei sind besonders Schafe und Hunde zu nennen, die vielfältig als Nutz- und Arbeitstiere verwendet werden. Pferde sind eher selten; wenn überhaupt, werden kleine, robuste Ponys genutzt.

Die Eisklippen

Im Norden wird die Eiswüste von einer schmalen felsigen Bergkette begrenzt, die nicht zu den Mauern der Drachen gehört. Sie erscheint unerreichbar und unüberwindbar, ihre Kanten sind scharf und sie ist wahrlich schwer zu erklimmen. Die einzelnen Felsen sind von tiefem Schnee überzogen und würde man es schaffen können, es zu überwinden, würde man sehen, dass es am anderen Ende in hohe Klippen übergeht, die über dem Meer enden. Doch diesen Anblick hat wohl noch niemand erlebt - und das wird wohl auch so bleiben, denn die Menschen der Eiswüste sind klug genug, diesen tödlichen Weg nicht zu gehen.

Norr Bharrak

Im Nordwesten Alvaranias, fünf Meilen südlich von der ins Land schneidenden Bucht, die gemeinhin von der hiesigen Bevölkerung als „Horn des Drachen“ bezeichnet wird, gelegen, findet sich das Dorf Norr Bharrak mit seinen gut siebenhundert Einwohnern. Auf den ersten Blick fällt dem geneigten Wanderer der diesen Ort besucht wohl zuallererst einer der vier steinernen Türme auf, welche in allen Himmelsrichtungen rund um die Siedlung erbaut worden sind und wie gigantische graue mahnende Finger eines Riesen ins Firmament ragen. Die Türme dienen der Bewachung des Umlandes sowie der Förde und werden von einer kleinen Einheit gut gerüsteter Wachen gewartet und besetzt.

Lässt man die Türme außer Acht und wandelt weiter auf einem der wenigen Trampelpfade Richtung Norr Bharrak, welche früher oder später alle in einem Hauptweg münden und geradewegs ins Dorf führen, erblickt man eine lange hölzerne Palisade, die die gesamte Niederlassung umspannt. Jeweils ein Tor im Norden, Süden und Osten gewähren dem Reisenden Einlass und lotsen ihn auf ein großes, freies Areal das überwiegend von Häusern mit rechteckigen Grundriss, massiven Baumstämmen und Schindeldächern eingerahmt wird. Handwerker stellen ihre Waren unter den Vordächern ihrer eigenen Hütten aus und bringen sie bei Nacht ins Innere. Erwerben kann man hier unter anderem Felle, Wolle, Leder, Feuerstein, Karibu- und Fischfleisch, selbstgebrannten Schnaps, Elfenbein und Hirschhorn. Zu den besonderen Gütern zählen die Pferde der Steppenreiter die zu seltenen Gelegenheiten auf dem Marktplatz angeboten werden und die Eisenwaren des Schmieds. Ebenso können von der Priesterin des aus weißem Stein errichteten Ondaratempels, der gegenüber dem beeindruckenden Bauwerk des Palastes nördlich des Dorfplatzes zu sehen ist, verschiedene alchimistische Tinkturen und geringe Zauber erkauft werden.

Die Regierung der Dorfgemeinschaft bildet ein Rat, der sich aus sechs der geachtesten und wohlhabensten Bürgern Norr Bharraks zusammensetzt. Bei Verfügungen welche die gesamte Bevölkerung berühren oder bei Fragen der Gerichtsbarkeit wird der Rat konsultiert, der dann die Entscheidungen zum Wohl der Allgemeinheit trifft. Bei dorfinternen Streitigkeiten oder Bedrohungen von außerhalb schreitet eine Miliz aus Freiwilligen oder die gerade anwesenden Turmwachen ein. Die Einheimischen selbst, sind Fremden gegenüber sehr gastfreundlich und froh über jedes neue Gesicht dass sich zu ihnen in die Öde der Eiswüste verirrt, immer vorbehältlich das der Fremdling aufrichtiger Gesinnung ist. Sogar Wesen die eine üble Vergangenheit hinter sich wissen und in der Einsamkeit des ewigen Eises Vergessen oder Sühne suchen, bieten sie Obdach, sofern der oder diejenige bereit sind ihren Teil dazu beizutragen, zum Beispiel in der Form einer gemeinnützigen Arbeit.