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MerridiaMerridia, die Hauptstadt des Reiches Mérindar, liegt an der Mündung des Flusses Aras. Sie ist die wichtigste Handelsstadt des Nordens; mit ungefähr 25.000 Einwohnern auch eine der größten Städte im Osten Alvaranias. Ob dieser großen Bevölkerung reicht die Landwirtschaft im Umland nicht aus, die Bevölkerung zu ernähren – Merridia ist also auf den Handel angewiesen; ein Krieg der die Händler davon abhält sich nach Merridia zu wagen würde verheerende Folgen haben. Fluss und KanalDer Aras ist an seiner Mündung knapp 2km breit, flach und wegen ständig sich verändernder Sandbänke direkt an der Mündung kaum schiffbar. Die beiden ehemaligen Dörfer Merridia und Kahnweil lagen früher nördlich des Flusses, bis dieser seinen Lauf in sein heutiges Flussbett änderte. Der Altarm verlandete mit der Zeit, die Bewohner Merridias entwässerten das Land des ehemaligen Flusslaufes (der Jauche- und Gerbergraben sind sie letzten übrigen der ehemaligen Entwässerungsgräben) und erweiterten ihr Dorf nach Süden.
Mit immer mehr Flussverkehr auf dem Aras wuchs der Bedarf an einer sicheren und verlässlichen Wasserstraße. So wurde im ungefähren Verlauf des ehemaligen Flusslaufes ein Kanal angelegt, der ungefähr sechs Kilometer vor der Mündung vom Aras abzweigt und an dieser Stelle durch ein Wehr geregelt ist. Je nach Wasserstand überwinden Schiffe Höhenunterschiede über eine Kammerschleuse. Die nur ca. 1,5km vom Übergang ins Meer gelegene Fähre über den Aras wurde schon vor mehreren hundert Jahren in Betrieb genommen. Obwohl es seit 1319 eine Brücke über den Aras gibt, die eine weitaus schnellere Passage zum Nordufer und der gut ausgebauten Straße nach Onvorthad, Trimarcia und Ajunvar erlaubt, wird die Fähre weiterhin rege genutzt - besonders von kleinen Händlern, einfachen Reisenden und Bauern, da der Brückenzoll sehr hoch ist (je nach Jahreszeit und Auslastung 3 Kupfermünzen bis 1 Goldmünze; die Fähre kostet nur 3-5 Jestu.). Die so erzielten Einnahmen werden fast ausschließlich zur teuren Instandhaltung der Brücke genutzt, zu der auch auf Magie zurück gegriffen wird. Die AltstadtDie zwei Hügel: Zendân und AthiribarDer älteste Teil der Stadt befindet sich nördlich des Aras auf und bei den zwei Hügeln Zendân und Athiribar. Während letzterer direkt am Meer liegt und den Hafen überschaut, liegt der Hügel Zendân einige hundert Meter weiter im Landesinneren; seine Hänge fallen sanft zum Fluss hin ab. Er ist gekrönt von einer alten, weitläufigen Festung… nicht wenige behaupten, diese sei sogar noch vor der Ankunft der Menschen von den Shiín erbaut worden. Seit vielen hundert Jahren ist Zendân die Residenz des Königs von Mérindar. Die gesamte Altstadt befindet sich am Nordufer des Aras; besonders am Fuße des Zendân findet man die Häuser der reichen Bewohner der Stadt, sowie Bibliotheken, Gebäude der Magiergilde und die Wohn- und Werkstätten der alteingesessenen Handwerker. Auch der Hügel Athiribar ist von einem Bauwerk gekrönt; dieses wurde jedoch von Elfen und Menschen aus Merridia erbaut: ein Tempel zu Ehren der Sieben Götter. Nach zwei Aufständen der Stadtbevölkerung (1080 / 1083) und unter der ständigen Bedrohung des Krieges mit Arcanis wurde auch diese Tempelanlage von Mauern und Türmen umgeben. Der HafenAuch der Hafen liegt nördlich des Aras direkt an der Mündung des Flusses, direkt bei den steilen Hängen des Athiribar. Er ist stark befestigt und durch mehrere Wehrtürme überwacht und geschützt; die Bewohner Merridias fürchten sich nicht ohne Grund vor Überfällen. Viele der Kontore sind anders als in anderen Städten aus Stein gebaut, sowohl zum Schutz vor Angriffen als auch vor Feuer. Beinahe jeden Tag treffen neue Handelsschiffe im Hafen von Merridia ein. Selbst nach Einbruch der Dunkelheit ist es im Hafen selten ruhig – die Fackeln der patroullierenden Stadtwache kann man leicht erkennen, die umherstreifenden Diebe verbergen sich weitaus besser. Der Alte MarktDen ehemals größten Markt Merridias findet man nicht weit vom Hafen einige hundert Meter flussaufwärts. Er bildet heute zusammen mit dem früher verächtlich „Bettelmarkt“ genannten Markt, der direkt gegenüber auf der anderen Seite des Aras liegt, den wichtigsten Marktplatz in ganz Mérindar – von Gewürzen und exotischen Lebensmitteln aus dem Süden und Westen über bergelfische Schmiedearbeiten bis zum (illegalen) Handel mit Sklaven kann man dort alles finden. Die Neuen ViertelDer Teil der Stadt südlich des Aras wurde erst später erbaut, als Merridia langsam zur Handelsstadt aufstieg und viele Menschen hofften, dort zu Reichtum zu gelangen. Um eine Bebauung des Altarmes des Aras zu erlauben, musste das Land erst entwässert werden. Jauche- und Gerbergraben künden noch heute von diesen Bemühungen.
Allgemein kann man sagen, dass südlich des Flusses eher die ärmeren Bevölkerungsschichten leben. Allerdings befindet sich dort auch der große Marktplatz, und auch die Steintûr-Straße (gebildet aus dem Menschenwort „Stein“ und dem elfischen „tûr“, was „Weg“ bedeutet), eine alte, gut befestigte Straße die den Süden Alvaranias mit den Küstenstädten Mérindars und Arcanis‘ verbindet, bietet den Bewohnern Merridias viele Gelegenheiten ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Planquartier
Um 800 wurde mit dem Bau neuer Viertel am damaligen Rand der Stadt begonnen. So entstand innerhalb von relativ kurzer Zeit ein Handwerkerviertel mit recht geraden, gepflasterten Straßen, überschaubar und nicht annähernd so verwinkelt wie der Rest der Stadt. Die ArmenviertelDie ärmsten Bewohner der Stadt leben an der südlichen Stadtmauer. Ein Gewirr von halb verfallenen kleinen Häusern und Hütten drängt sich dort zusammen. Wer sich dort aufhält, lebt gefährlich - die Stadtwache hält sich von den unübersichtlichen Vierteln fern. Die LandviertelDiese Viertel liegen außerhalb der Stadt; ihre Bewohner besitzen nicht das Bürgerrecht – meist weil sie einfach nicht vermögend genug sind, es zu erwerben oder gar in einem Haus in der Stadt zu wohnen. So genießen sie auch den Schutz der Stadt nicht; weder Stadtwachen sorgen für Recht und Ordnung, noch werden diese Viertel im Krieg verteidigt. Dörfer der Umgebung
Kahnweil ist lange ein Fischerdorf vor den Toren der Stadt geblieben, beginnt nun aber langsam mit Merridia zusammen zu wachsen. Besondere OrteTheater RubínHinweis Dieser Text wurde von Miara verfasst und Drachenblut zur Verfügung gestellt.
Im Handwerkerviertel, direkt am Fluss findet man hinter unscheinbarer Fassade das kleine Theater Rubín. Es wurde nach dem Gründer Eduard Rubín benannt. Nach seinem Tod vor sechzehn Jahren, übernahm Eduards Sohn, Barak Rubín die Theaterleitung.Es existiert nun schon seit zweiunddreißig Jahren, doch trotzdem hat es erst in den letzten zehn Jahren an Popularität gewonnen. Zuvor kannte man es kaum und es galt eher als Geheimtipp. Das kleine Haus, in dem das Theater beherbergt wird, scheint baufällig und alt. Jedoch ist es noch äußerst robust. Im inneren entbehrt es jeglichem Prunk. Die feine Gesellschaft findet nicht oft her, was aber niemanden stört, denn es ist ein Theater für alle, für jede Bevölkerungsschicht. Der Zuschauerraum besteht aus langen Sitzbänken, die die Reihen bis vor an die große Bühne bilden. Vor einigen Jahren wurden die Sitzplätze um die Balkonreihen erweitert. (Beispielbild) Insgesamt finden trotzdem nur 60 Leute gleichzeitig hier Platz. Betritt man das Theater durch den kleinen Eingang, der Flusswärts liegt, befindet man sich sogleich am Beginn des Zuschauerraums und hat einen direkten Blick auf die Bühne, die genau gegenüber der Eingangstür gelegen ist. Genau rechts und links der befinden sich die kleinen Treppenaufgänge, die an der Wand angebracht sind und hinauf zu den Balkonplätzen führen. Nach vorne hin erstrecken sich mehrere Reihen einfacher Sitzbänke bis hin zur erhobenen Bühne. Auf den Balkonrängen finden sich grob gezimmerte Stühle, Schemel, Hocker sowie ein paar Bänke. Es ist das reinste Chaos aus Sitzmöbeln, jedoch hat sich bisher noch nie jemand daran gestört. Der Raum an sich wirkt größer, als man von außen vermutet hätte, ist für ein Theater jedoch recht klein. An den schlichten Wänden erleuchten einfache Laternen den Raum. An den gegenübenliegenden Wänden rechts und links neben dem Eingang sind große Fenster eingelassen, die viel Licht in das Gebäude bringen. Der Fußboden besteht aus groben Holzbohlen, die schon an vielen Stellen ausgetreten sind. Allgemein ist viel Holz im Innenrau, verarbeitet. Alle drei Monate ändern die Darsteller das Programm und führen ein neues Stück auf. Die Vorstellungen, welche während dem Sommer einmal die Woche sonntags und in den Wintermonaten zwei mal die Woche statt finden, sind immer gut besucht, wenn ein neues Stück aufgeführt; Was wohl vor allem den niedrigen Preisen für dieses Freizeitvergnügen geschuldet ist. Erwachsene zahlen eine Kupfermünze, Kinder einen Jestu. Allerdings erst, wenn sie augenscheinlich älter, als sieben Jahre sind. So kann sich tatsächlich fast jeder Einwohner der Stadt hin und wieder einen Theaterbesuch gönnen. Ab dem zweiten Monat der Spielzeit eines Theaterstücks verblasst das intensive Interesse meistens und die Ränge werden leeren. Beginnt jedoch die nächste Spielzeit, sind alle Plätze wieder gut gefüllt. Über den Sommer sind die Vorstellungen weniger gut gefüllt und die Einnahmen reichen für die Darsteller gerade so zum überleben. Im Winter kommen mehr Zuschauer, da der Theaterraum während der Vorstellung immer schön warm ist. Zumindest erklären sich die Schauspieler diesen Umstand so. Im Großen und Ganzen reichen die Einnahmen nur bedingt, um das Haus in Schuss zu halten und zum leben. Es gibt Monate, in denen Barak Rubín nach Gönnern suchen muss, die mit einer kleinen Spende das Schauspiel fördern wollen. Trotz der einfachen Ausstattung fühlt man sich in der Atmosphäre des Theaters immer wohl. Es ist immer gemütlich und behaglich hier, selbst, wenn der Zuschauerraum leer ist. Vor den Blicken der Gäste geschützt, erstreckt sich hinter der Bühne das Reich der Darsteller. Hier lagern unzählige Kulissen, Requisiten und Kostüme. In einem einfachen Regal lagern die Textbücher aller vergangenen und mancher zukünftiger Aufführungen. Der Lebensbereich der Schauspieler findet sich unter dem eigentlichen Theater in den Kellerräumen. Hier erstrecken sich mehrere verwinkelte Räume unter dem Gebäude. Es gibt vier Schlafräume, eine Küche und eine Art Wohnzimmer, wo alle gerne zusammen kommen. Der Zugang zu dem kleinen Reich der Darsteller ist gut verborgen auf dem Boden einer Nische hinter der Bühne. Im Moment beinhaltet die kleine 'Familie' der Schauspieler neun Darsteller, die auch noch andere Aufgaben übernehmen, denn allein sie sind es, die das gesamte Theater Rubín am Leben halten. Neben Miara gibt es am Theater acht weitere Darsteller, Angehörige verschiedener Völkergruppen.
Die Goldene BlüteHinweis Dieser Text wurde 2007 von Irea verfasst und Drachenblut zur Verfügung gestellt.
Die goldene Blüte ist schon mehreren Generationen bekannt und es gibt wohl kaum einen Jüngling in Merridia, der sich nicht nachts heimlich in das unscheinbare Haus gestohlen und sich dort vegnügt hatte; Wenn er denn nun genug Gold besaß, denn der Besitzer des Hauses behält es sich vor, keine niedrigen Preise zu führen. Zumindest nicht so niedrig, wie man es von den Straßenhuren kennt. Was 'Die goldene Blüte' noch von anderen Freudenhäusern unterscheidet, ist die kleine Wirtsstube, in die man zuerst gelangt und für Hafenverhältnisse recht annehmbar ist. Man könnte sich sogar nur zu einem Bier dort niederlassen - nur tut es niemand, denn wenn über einem schon die Frauenzimmer sind, fängt man doch lieber zwei Fliegen mit einer Klappe; Ein Stück Schweinebraten, ein süffiges Bier und eine Frau. Wie viele Frauen eigentlich in dem großen Haus wohnen weiß eigentlich keiner so genau, weil ein ständiges Kommen und Gehen normal ist. Der Hausbesitzer -sein Name ist übrigens Jovar- rühmt sich damit, nur 'besondere' Frauen anzubieten und sicherlich ist es schon vorgekommen, dass er Straßenweiber wegschickte, weil sie seinen Ansprüchen nicht gerecht wurden, aber so etwas kommt nur selten vor und seine überschwänglichen Reden sind daher nur halb ernst zu nehmen. Aber im Gegensatz zu anderen Betreiber solcher oder ähnlicher Häuser, ist Jovar noch recht menschlich, wenn auch ziemlich geizig und oft griesgrämig, aber zumindest -so heißt es- behandel er die Frauen besser als so mancher Ehemann. Einige Male im Monat ist die Wirtsstube bis zum Rand gefüllt und bei solchen Ereignissen scheint es auch nicht allzu verwerflich, wenn ein Ehemann gesichtet wird, wie der 'Die goldene Blüte' betritt. Dann nämlich finden besondere Musik- oder Tanzveranstaltungen statt, bei denen ordentlich Laune verbreitet wird; durchaus talentierte Frauen (Jovar nennt sie seine 'goldenen Blüten') zeigen ihre Kunst im Musizieren oder Tanzen und durch die verschiedenen Herkunftsorte der Darstellerinnen, ist das Angebot recht abwechslungsreich. |
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