Piraten

Auf den Meeren sind sie die Herrscher, die Könige. Sie sind gleichermaßen bekannt, wie gefürchtet. Niemand begegnet ihnen gerne, ob nun einzelne Fischer auf See oder große Händlerschiffe. Jeder tut gut daran, sie zu meiden – die Piraten. Dennoch gibt es Schiffe, die auf eine offene Konfrontation mit ihnen gehen, um sich zu verteidigen und ihr Recht, auf See zu fahren, einzufordern. Manche jedoch erwägen einen sicheren Weg, so soll es schon Verträge zwischen den Piraten und anderen Schiffen gegeben haben, die Händlerschiffen ein sicheres Durchqueren der Meere versichert haben.

Sie sind ein Zusammenschluss aus vielen verschiedenen Wesen. Die einzige Rasse, die unter ihnen dominieren mag, ist die der Menschen, die in ihren Wesen so unterschiedlich sein können, dass es unter ihnen die meisten Gesetzesbrecher gibt. Doch findet man merkwürdigerweise gerade in Belua, so der Name der Stadt, in der die Piraten leben, von jedem Volk Vertreter. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sich hier jeder blicken lassen kann, der vor dem Gesetz flüchtet. Es ist hier einfacher, für eine Weile oder für immer unterzutauchen und andere einen vergessen zu machen.

Nur wenige wissen jedoch überhaupt, wo genau Belua liegt. Die Piratenstadt ist nicht auf vielen Karten eingezeichnet und die, die wissen, wo sie liegt, umgehen sie geflissentlich. Die gemiedene Stadt liegt auf der größten der drei Inseln, die oberhalb des Festlandes liegen, auf dem sich Rômachar befindet. An der westlichen Landspitze haben sich die Piraten ihre Heimat errichtet.

Jeder hier hat sein eigenes Schicksal zu tragen, die wenigsten, die ein normales Leben führten, zieht es nach Belua. So sollte man sich vorher im Klaren darüber sein, dass in der Piratenstadt kein leichtes Leben auf einen wartet. Die Starken überleben, die Schwachen enden im Dreck. So gibt es auch keinen wirklichen Herrscher in der Stadt. Das letzte Wort hat der, der den meisten Besitz, also die meisten Schätze vorweisen kann. So wechselt die Autorität der Piraten ständig. Das gibt jedoch auch jeden die Chance, es zu etwas zu bringen. Eine Hoffnung, weswegen viele nach Belua kommen.

Die Stadt ist ein raues Pflaster. Da es so etwas wie Stadtwachen nicht gibt, ist jeder für sich selbst zuständig und jeder fordert sein Recht auf seine eigene Art ein, zumeist also mit Prügeleien und Kämpfen. Wenn man Pech hat, ist man von Anfang an auf sich selbst gestellt, meist jedoch findet man schnell Anschluss. Irgendjemand wird das selbe Schicksal erlitten haben und sich einen Neuankömmling annehmen. Es gibt aber auch Piraten, die nur auf ihr eigenes Wohl aus sind. Piraten, die es zumeist aus Rache wurden. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Auf der See werden sie zu raubenden und gar mordenden Teufeln. Sie entern und plündern Schiffe samt Besatzung, die sie nicht immer am Leben lassen. Die Beute teilt der Kapitän aus. Allgemein hat er immer das letzte Wort an Bord eines Schiffes. Um Kapitän zu werden bedarf es schon besondere Fähigkeiten und Charakterzüge. Je böswilliger, desto beliebter ist er zumeist bei den anderen Seeleuten, selbstredend nicht bei seiner Mannschaft, unter denen oft Neulinge sind, die sich erst noch zu beweisen haben.

Auch Frauen können es in Belua zu etwas bringen. Zwar glaubt man auf den ersten Blick, alle Frauen, die die Stadt beherbergt, verdienen ihren Unterhalt mit Prostitution, doch gibt es auch tatsächlich Piratinnen. Die Männer haben ihre eigene Meinung darüber, meist werden sie jedoch toleriert und beschwören nicht mehr Ärger herauf, als andere auch, sondern passen sich der Männerwelt recht gut an.